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Wer rettet Angelo?

angeloDas Schicksal meint es nicht gut mit den ungleichen nun 14-jährigen Katerkameraden Michel (Norwegischer Waldkater-Mix) und Angelo (Kartäuser-Mix). Angelo, einst geliebter und einziger Kronprinz seines Frauchens, bekommt schon früh einen Konkurrenten vor die Nase gesetzt, den er wenig leiden kann.

So gut es eben geht, teilen sich die zwei die Wohnung und die Liebe ihres Frauchens. Wenn möglich geht Angelo dem Neuen aus dem Weg. Michel, der ausgesetzte Neuankömmling, hat es auch nicht leicht. Von Natur aus freundlich und aufgeschlossen zu allen Katzen und Menschen versucht er immer wieder, Angelos Freundschaft zu gewinnen. Er gurrt ihn freundlich an, schleckt ihm zärtlich den Kopf und nimmt ihm das ständige Angeknurre niemals übel. Doch Angelo ist nur genervt von Michel und haut, knurrt und faucht. So leben die zwei ein paar Jahre nebeneinander her bis ihr Frauchen plötzlich stirbt.

Vom zurückgebliebenen Witwer nur widerwillig geduldet beginnen nun zehn trübe Jahre für die zwei. Doch es kommt noch viel schlimmer: Als die beiden bei ihren Streifzügen draußen Flöhe bekommen, will ihr Besitzer sie einschläfern lassen! Er wirft sie aus der Wohnung und sucht einen Tierarzt, der sie einschläfern soll. Gottseidank weigern sich alle angesprochenen Tierärzte so etwas zu tun. Eine Tierärztin aber bietet an, die beiden zur Vermittlung zu übernehmen. So sind die zwei schnell dort abgeliefert. Eine Pflegestelle ist bald gefunden, aber Michel ist so knochendürr, dass zuerst noch ein großes Blutbild gemacht wird. Dabei stellt sich heraus, dass er eine heftige, wohl schon sehr lange unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion hat. Auf der Pflegestelle fällt zudem auf, dass er schwer atmet und nur immer wieder kurz auf der Seite liegen kann, dann wird er unruhig und steht auf. Deshalb wird er einer Internistin zum Herzultraschall vorgestellt. Dabei wird neben einer schweren Herzinsuffizienz eine noch weit schlimmere Diagnose gestellt: Lymphdrüsenkrebs im Endstadium. Die Internistin gibt ihm noch etwa vier Wochen bis zum unvermeidlichen Einschläfern.

Michel scheint von alledem nichts zu wissen: Er blüht auf, seit er entwässernde Medikamente bekommt ist die Atemnot vorbei, er frisst mit großem Appetit und nimmt auch gut zu. Er spielt hingebungsvoll mit Fellbällchen und Klappermäuschen, trägt sie im Maul spazieren und wirft sie hoch in die Luft.

Angelo hingegen kommt mit dem Ortswechsel gar nicht zurecht. Er ist sehr ängstlich und zurückhaltend. Zu seiner Pflegemama fasst er schnell Vertrauen, lässt sich kraulen und auf den Schoß nehmen, aber jeden anderen faucht er zunächst an, bis er dann langsam auftaut und sich näher wagt. Leider hat seine Pflegemama viele andere Tiere zu versorgen und so bleibt wenig Zeit zum Schmusen. Doch genau das bräuchte Angelo so sehr. So sitzt er Tag für Tag ab und wartet auf die wenigen Momente in denen sie Zeit für ihn und Michel hat.

Angelo soll bei Michel bleiben, bis es Zeit wird ihn einzuschläfern, denn auch wenn er Michel ablehnt ist es für Michel besser einen brummeligen Angelo zu haben, als gar keine Katzen um sich herum.

Doch danach braucht der kerngesunde Dickmops Angelo ganz, ganz schnell ein neues Zuhause in dem er als Alleinherrscher Haus und Garten unsicher machen darf (dann wird er sicher auch wieder ein wenig schlanker werden, denn im Moment wird Michel regelrecht gemästet, und da futtert Angelo natürlich gerne mit - und der gewohnte Freilauf fehlt ihm natürlich auch sehr!

Er kommt mit älteren Kindern gut aus, der zwölfjährige Bub auf der Pflegestelle ist ein vertrauter und willkommener Spiel- und Schmusepartner. Jüngere Kinder werden geduldet aber nicht geliebt. Angelo ist - genau wie Michel - noch sehr verspielt, er liebt Flummis und dicke Fellmäuse, springt auch gerne Schnüren und Federn nach, ist aber (noch?) nicht ganz so kindlich-ausgelassen dabei, wie Michel.

Wer kann sich vorstellen den lieben und wunderwunderschönen Schmusekater Angelo bei sich aufzunehmen und ihm noch ein paar schöne Jahre zu schenken in denen er endlich spüren darf wie es ist daheim willkommen zu sein - als einziger, über alles geliebter Kronprinz?

Kontakt über redaktion@tierfreunde.de.

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