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Wenn sich der Bart schwarz färbt

Bearded DragonIn der Paarungszeit fallen die Männchen durch starkes Kopfnicken und Schwarzfärben des Bartes und evtl. auch der Schwanzspitze auf. Das ist ihre Art, den Weibchen zu imponieren. Bei Paarungsbereitschaft senkt das Weibchen den Oberkörper ab und hebt eventuell den Schwanz. Das Männchen setzt dann einen Paarungsbiss im Nacken des Weibchens und versucht einen seiner zwei Hemipenisse in die Kloake des Weibchens einzuführen, indem er seinen Schwanz unter den des Weibchens schiebt. Der Paarungsakt selber dauert in der Regel nicht länger als ein bis zwei Minuten.


Geschlechterbestimmung: Es ist möglich, das Geschlecht durch Betrachten der Schwanzunterseite zu bestimmen, allerdings ist diese Geschlechterbestimmung gerade bei Jungtieren recht unsicher. Erkennt man die Wölbungen der beiden Hemipenistaschen, kann man sich bei Jungtieren fast sicher sein, dass es sich um ein männliches Tier handelt. Sieht man allerdings keine Wölbung bzw. nur eine trapezförmige Erhebung, könnte es sich um ein Weibchen handeln oder um ein Männchen, dessen Hemipenistaschen noch nicht so ausgeprägt sind. 100-prozentig sicher kann man sich erst sein, wenn das erste Gelege da ist.
Am besten geht man dabei wie folgt vor: Man setzt das Tier vor sich und biegt langsam und nicht zu weit den Schwanz in Richtung Kopf.


Tragzeit: Ein Bartagamen Weibchen kann den Samen speichern und somit den Zeitpunkt der Eiablage bzw. der Entstehung der Eier selbst bestimmen. Häufig ist das der Fall bei ungünstigen Bedingungen wie Stress oder kurz vor der Winterruhe. Das Weibchen trägt im Schnitt 30 Tage, bevor es zur Eiablage kommt. Im Laufe dieser Zeit wird das Weibchen zunehmend dicker, und nach einiger Zeit kann man sogar kleine „Beulen” um den Bauch herum erkennen. Es kann vorkommen, dass das Weibchen einige Tage vor der Ablage die Nahrungsaufnahme verweigert, was nicht bedenklich ist, sie wird in der Regel nach der Ablage wieder „normal” fressen. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium während der Tragzeit! Ein Weibchen kann durch die Spermien einer Paarung mehrere Gelege hervor bringen.


Die Eiablage: Bartagamen sind eierlegende Tiere. Das Gelege, welches bis zu 30 Eier groß sein kann, vergräbt das Weibchen im Boden. Dieser sollte rund 20 Zentimeter hoch aufgeschüttet sein und feucht gehalten werden. Nach Ablage hat das Weibchen ihre Pflichten erfüllt, betreibt also keine Nestpflege. Aus diesem Grund sollten die Eier nach Ablage vorsichtig dem Terrarium entnommen und inkubiert werden, vorrausgesetzt man möchte den Nachwuchs tatsächlich großziehen oder hat Abnehmer für die Jungtiere. 24 Stunden nach der Eiablage dürfen die Eier keinesfalls mehr gedreht werden, da sich ansonsten der Dottersack löst und die Embryos absterben.


Inkubation: Das Ausbrüten der Eier ist am sichersten in einem selbstgebauten oder gekauften Inkubator. Abgesehen davon, dass es schwierig ist, ununterbrochen das richtige Klima im Terrarium bis zum Schlupf der Tiere zu gewährleisten, wäre es sehr wahrscheinlich, dass die Elterntiere die winzigen Babys fressen würden, sobald diese schlüpfen.
Zur Unterbringung der Eier benötigt man Plastik-Dosen, wie sie für Futtertiere benutzt werden, und füllt dort gut befeuchtetes (es sollte keine Flüssigkeit beim Zusammenpressen des Substrates mehr entweichen) Vermiculite ein. Dort hinein werden nun die Eier gebettet, am besten man drückt mit dem Finger kleine Kuhlen in das Substrat. Darauf achten, dass die Eier nicht zu dicht beieinander liegen. Die Plastik-Behälter anschließend mit dem passenden Deckel verschließen und so in den Inkubator geben. Die Temperatur im Inkubator sollte zwischen 26 und 30 Grad betragen. Eine regelmäßige Überprüfung der Eier ist notwendig, um abgestorbene oder pilzbefallene Eier frühzeitig zu erkennen und entfernen zu können. Nach rund 80 Tagen werden die Jungen schlüpfen.

Jenny Lannert, 2008

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