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Welcher Hund passt zu mir? Tipps zur Anschaffung

welcherhundFür das ganze Hundeleben
Wenn ein Hund ins Haus kommt, beginnt eine Partnerschaft fürs Leben. Sicherlich zehn Jahre lang begleitet der Hund den Menschen. Dessen muss sich der künftige Hundebesitzer bewusst sein. Der Hund ist ein Familien-, retrospektive ein Rudelmitglied. Der Mensch muss sich mit dem Hund und dessen Verhalten auseinandersetzen, damit er die Körper- und Lautsprache richtig deuten, ihn lesen und verstehen kann.
Ein Hund kostet natürlich nicht so viel Mühe und Zeit wie ein Kind. Grundsätzlich hinkt der Vergleich zwischen Hund und Kind, der künftigen Hundebesitzern oft unterbreitet wird. Ein Hund kann beispielsweise durchaus schon als Welpe für kurze Zeit alleine bleiben. Es ist sogar wichtig, ihm frühzeitig zu lernen, einige Zeit alleine zu Hause zu bleiben. Den Hund zu vermenschlichen, kann Folgen haben, die das Zusammenleben mit dem Vierbeiner nicht einfach machen.
Der Hund will letztlich einfach nur Hund sein, er will seine Bedürfnisse ausleben. Er braucht Liebe, Zuwendung, Beschäftigung, einen festen Platz in der Rangordnung, Auslauf bei jedem Wetter auch ohne Leine, Kontakt zu Artgenossen. Er beansprucht täglich drei bis vier Stunden Zeit, in den ersten Wochen nahezu rund um die Uhr.

Grundvoraussetzungen
Grundvoraussetzung ist genügend Raum für eine artgerechte Unterbringung und ausreichende Bewegungsfreiheit. Außerdem sollte man nicht empfindlich sein, was die Sauberkeit von Wohnung und Auto angeht – ein Hund haart und trägt Schmutz in die Wohnung.
Nicht außer Acht gelassen werden sollten die Kosten, die die Hundehaltung mit sich bringt: Für Zubehör wie Korb, Kissen, und Decken fallen sicherlich nicht regelmäßig Summen an, aber Futter, Hundesteuer, Haftpflichtversicherung, Impfungen und Wurmkuren sind dauerhafte Ausgaben. Für den Notfall – Krankheiten, Operationen – sollte der Hundebesitzer außerdem ein kleines Polster in petto haben. Auch die Freizeit, wie Hundeschule, Hundeverein, Urlaub mit dem Hund, kann zusätzlich Geld kosten.
Nicht vergessen: Für den Hund müssen Steuern bezahlt werden. Die Anschaffung eines Hundes muss unverzüglich der Stadt oder Gemeinde gemeldet werden. Die Höhe der Steuer ist je nach Hunderasse und Stadt-/Gemeindeverwaltung unterschiedlich hoch. Auch eine Haftpflichtversicherung ist notwendig. Sie springt ein, sollte der Hund einen Schaden verursachen.

Welche Lebensbedingungen kann ich meinem Hund bieten? Einige Kriterien
Größe des Reviers: Wie oben schon erwähnt, ist die Größe des Wohnraums ein Kriterium. Gewissen Hunderassen sollte ein angemessenes Revier mit Garten geboten werden. Die Größe des Hundes – entgegen der landläufigen Meinung – hat jedoch nichts mit der Größe des Wohnraumes zu tun. Es kommt allein auf die Hundeart und –rasse an. Und dass regelmäßige Spaziergänge für Hunde aller Größen und unabhängig von der Größe des Wohnraumes wichtig sind, ist selbstverständlich.

Zeit für den Vierbeiner: Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zeit, die man seinem Hund täglich widmen möchte. Vierbeiner sehnen sich nach Zuwendung und Unterhaltung. Spaziergänge, Streicheleinheiten, Spielen und nicht zuletzt die Pflege des Hundes sollten auf dem Tagesprogramm stehen. Deshalb nimmt jeder Hund viel Zeit in Anspruch, allerdings hängt der Zeitfaktor letztendlich auch von der Rasse des einzelnen Vierbeiners ab. Arbeitshunde verfügen über einen ausgesprochen hohen Bewegungsdrang und brauchen zudem eine Aufgabe, die mehrmals pro Woche, beispielsweise im Hundeverein, trainiert wird. Agile Hunde zeigen erst nach stundenlangen Spaziergängen leichte Ermüdungserscheinung. Andere Rassen, die ruhig, schwergewichtig und träge sind, geben sich mit einem wesentlich geringeren Bewegungsaufwand zufrieden. Hunde mit pflegeintensivem Fell müssen ein Leben lang täglich gebürstet werden.

Kosten: Beim Kaufpreis von Rassehunden ist man im Durchschnitt mit 1000 bis 1500 Euro dabei. Ein Mischling ist da schon wesentlich günstiger. Allerdings unterscheiden sich der monatliche finanzielle Aufwand zwischen Rassehund und Mischling nicht: Tierarzt, Futter und Versicherung machen keinen Unterschied.

Fragen:
Ist die Hundehaltung in der Mietwohnung erlaubt?
Wollen alle Familienmitglieder einen Hund – oder nur die Kinder?
Sind Familienmitglieder allergisch auf Hundehaare?
Sind Kosten für Futter, Zubehör, Hundesteuer, Impfungen, Kastration, regelmäßige Tierarztkosten, Haftpflichtversicherung, vielleicht auch Krankenversicherung, und mögliche Operationen gedeckt?
Ist der Hund auch im Urlaub gut untergebracht? Es ist wichtig, jemanden zu haben, bei dem der Hund versorgt ist – ob für einen Tag oder für eine Woche.

Welcher Hund?
Junger oder erwachsener Hund? Je jünger der Hund, umso mehr kann der zukünftige Besitzer den Vierbeiner prägen und formen. Allerdings erfordert ein junger Hund, der zwischen zehn und zwölf Wochen abgegeben wird, im ersten halben Jahr viel Zeit und Aufmerksamkeit. Ein erwachsener Hund ist stubenrein und (hoffentlich gut) erzogen. Allerdings ist seine Persönlichkeit mit allen Tugenden und Fehlern ausgereift. Er muss sich an sein neues Zuhause gewöhnen, an die Menschen, die nun um ihn herum sind, an den Tagesablauf – und benötigt für diese Umstellung sicherlich länger als ein junger Hund. Grundsätzlich sind ältere Hunde in erster Linie Menschen zu empfehlen, die bereits Erfahrung haben.
Rüde oder Hündin? Das ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Sicher ist nur: Hündinnen werden zweimal pro Jahr läufig und können in dieser Zeit trächtig werden. Rüden heben bei Spaziergängen öfters das Bein, um zu markieren. Veraltete und verallgemeinernde Aussagen – Rüden sind streitlustig, Hündinnen schließen sich nur dem Mann in der Familie an – sind völlig unzutreffend und längst überholt.
Welche Rasse? Ein Mischling? Rassehunde haben bestimmte ausgeprägte Veranlagungen und Fähigkeiten, sodass der Besitzer ziemlich genau weiß, was er von ihm erwarten kann. Und jeder, der sich einen Hund anschaffen will, hat natürlich genaue Vorstellungen von seinem Traumhund. Ob dieser Hund auch zu ihm und seinem Leben passt (Link: Welcher Hund passt zu mir?), muss im Vorfeld geklärt werden. Mischlinge können gesünder und wesensfester sein. Oftmals sind sie intelligenter und können sich selbst besser einschätzen als hochgezüchtete Rassehunde. Natürlich kommt es auf die Eltern an, die oft unbekannt sind.

Grob unterschieden wird in Komplementärhund und Resonanzhund. Der Komplementärhund ergänzt mit seinen Eigenschaften den Menschentyp und besitzt ein dem Hundeführer gegensätzliches Temperament: ein ausgeglichener Hund für einen Choleriker, ein lebhafter Hund für den Phlegmatiker. Ein Resonanzhund ist ein Hund, der dasselbe Temperament wie sein Hundeführer besitzt und mit seinem Menschen auf gleicher Wellenlänge liegt: ein Hund mit gedämpftem Temperament für den Melancholiker, ein lebhafter Hund für einen Sanguiniker.
Als Entscheidungshilfe kann diese Einteilung nützlicher sein und zu größerer Menschen-Hunde-Zufriedenheit führen als die Wahl der Rasse.
Jeder künftige Hundehalter hat seinen Traumhund, das Idealbild seiner Wünsche, im Kopf. Er sollte allerdings hinterfragen, ob diese Rasse auch den Gegebenheiten seines Lebens entspricht. Ein aufgekratzter Jagdhund passt sicherlich weniger in eine Stadtwohnung als ein gemütlicher und ruhiger Schutzhund. Auch die Freizeitaktivitäten des Menschen müssen zum Hund passen: Wer gerne täglich mehrere Stunden Fahrrad fährt, ist mit einem Bernhardiner schlecht beraten.
Deshalb sollte man sich darüber bewusst sein, welche Eigenschaften für den künftigen Hundebesitzer besonders wichtig sind: Soll der Hund ein geduldiger Spielkamerad für die Kinder sein, ein unermüdlicher Sportler bei Radltouren und Wanderungen oder ein verschmuster Schoßhund?
Die meisten Hunderassen wurden ursprünglich für einen bestimmten Zweck gezüchtet - und den sollte man ergründen, bevor man sich für eine bestimmte Rasse entscheidet. Eine umfangreiche Übersicht über die Hunderassen gibt es bei Wikipedia.

Vom Züchter oder aus dem Tierheim?
Beim Züchter kann sich der künftige Hundebesitzer gezielt den Hund aussuchen, den er möchte – oder der Züchter, der die Welpen mitsamt ihrer individuellen Eigenheiten kennt, empfiehlt einen Welpen. Man lernt die Hundemutter kennen und die Umgebung, in der der Kleine aufwächst. Der Züchter informiert über den richtigen Umgang und steht ein Hundeleben lang mit Rat und Tat zur Seite. Auch beim Amateurzüchter kann man sich von der Umwelt des jungen Hundes in dessen ersten Lebenswochen ein Bild machen.
Ein Hund aus dem Tierheim bedeutet auf jeden Fall eine gute Tat. Allerdings sollten künftige Hundebesitzer bedenken, dass hier immer der Zufall mitspielt: Man weiß oftmals wenig oder nichts über die Vorgeschichte des Hundes, viele Hunde tragen verschiedenste Ängste und Traumata mit sich herum, die nach und nach ans Tageslicht kommen. Mit einem jungen Hund ist das Risiko, böse Überraschungen zu erleben, geringer, allerdings sind die älteren Hunde in vielen Fällen sehr dankbar, treu und ergeben. Abgesehen davon bekommt nicht jeder einen Hund aus dem Tierheim: Die neuen Hundehalter und ihr Zuhause werden genauestens unter die Lupe genommen – damit einem glücklichen Leben des Vierbeiners nichts mehr im Wege steht.

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