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Viele Fische mussten qualvoll sterben

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Etliche Fische lagen stundenlang auf dem Trockenen. Foto: Katrin Martin

Garmisch-Partenkirchen - Hunderte Fische tummeln sich im Mühlbach. Am Montag lagen sie auf dem Trockenen, etliche verendeten qualvoll. Mitarbeiter der Gemeinde hatten am Wehr das Wasser abgedreht.

„Das ist miserabel gelaufen”, räumt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer ein. Er spricht von einem „Riesenfehler der Gemeinde”. Schäden würden selbstverständlich vom Markt ausgeglichen, allerdings weiß auch er, „dass Geld das kaum aufwiegen kann”. Eine Einschätzung, die Eberhard Hülsmann zu 100 Prozent teilt: „Immens” nennt der Geschäftsführer der Koppelfischerei Garmisch-Partenkirchen die Auswirkungen. Im Mühlbach leben Äschen, Mühlkoppen, Bach- und Regenbogenforellen; besonders die ersten drei Arten sind Hülsmann zufolge vom Aussterben bedroht. Nachdem die Tiere stundenlang auf dem Trockenen saßen, fürchtet er, „dass die natürliche Population, die wir hier im Mühlbach noch haben, stark dezimiert wurde. Dieser Schaden wäre unersetzbar.”

Für Tessy Lödermann, Kreisvorsitzende des Tierschutzvereins, „war diese Aktion hirnlos, tierschutzwidrig und völlig verantwortungslos”. Nur das beherzte Eingreifen zahlreicher Anwohner, die wie Alshuth eigenhändig Fische umsetzten, verhinderte noch Schlimmeres. „Diejenigen, die hier einfach das Wasser abgedreht haben, haben in Kauf genommen, dass die Fische qualvoll ersticken.” Dafür zeigt auch das Veterinäramt am Landratsamt wenig Verständnis: Die zuständigen Personen, im Fall Mühlbach die Vertreter der Gemeinde, „wurden nach wiederholter Ortseinsicht hingewiesen, dass man auf andere Art versuchen muss, die Fische mit Wasser zu versorgen - zum Beispiel mit Hilfe der Feuerwehr oder des Technischen Hilfswerks”, informiert Landratsamts-Sprecher Michael Kleissl. Unter normalen Umständen müsse das Gewässer vor einer beabsichtigten Trockenlegung elektrisch abgefischt werden.

Ein Procedere, das in der Vergangenheit auch eingehalten worden sei, betont Nöbauer. „Leider ist es diesmal ausgeblieben, den Fischereiverein zu informieren. Wir bedauern das sehr.” Nun gelte es zu klären, wer für diesen Fehler verantwortlich ist. Egal wer, für Hülsmann steht schon jetzt fest: „Die Gemeinde hat’s restlos versiebt.”

tab/mm



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