Umgang und Pflege
Eine zahme Ratte, die Vertrauen zu ihrem Menschen gewonnen hat, kann man vorsichtig mit einer Hand über den Schultern und unter dem Brustkorb hochheben. Um diese Art des Tragens für die Ratte nicht unangenehm werden zu lassen, sollte man sie mit der zweiten Hand unter dem Hinterleib unterstützen.
Der Schwanzgriff ist das Festhalten des Tieres an der Schwanzwurzel (in Körpernähe), zum Hochheben unterstützt man das Tier mit der anderen Hand, damit es nicht frei baumelt. Dieser Griff ist für Ratten allerdings unangenehm und womöglich schmerzhaft und sollte nur bei ungezähmten oder sehr hektischen Tieren angewandt werden. Vorsicht: Die Ratte darf niemals am Schwanzende hochgenommen werden! Der Schwanz kann brechen oder abreißen.
Wer sich mit seinen Ratten beschäftigen will, sollte sie selbstverständlich nicht aus dem Schlaf reißen oder sie während des Fressens stören. Am günstigsten ist es abzuwarten, bis sie freiwillig auf die Hand kommen und damit ihre Bereitschaft für Aktion, sprich Herumklettern und Spielen, signalisieren.
Regelmäßige Pflegearbeiten
Obwohl Ratten zu den pflegeleichten Heimtieren zählen, gibt es einige Pflegearbeiten, die täglich notwendig sind:
-vor dem Füttern verdorbenes und mit Einstreu vermischtes Saftfutter entfernen
-frisches Saft- und Grünfutter und Körner geben
-Trinkflaschen und Futterschüsseln reinigen
-frisches Trinkwasser nachfüllen
-Schlafplätze und Ecken kontrollieren, da Ratten gerne berschüssiges Futter verstecken
-Gesundheitskontrolle: Wer seine Ratte jeden tag aufmerksam beobachtet, bemerkt, wenn dem Tier etwas fehlt.
Etwa jeden zweiten tag muss die feuchte Einstreu der Urinecken großflächig entfernt werden. Eine Gesamtreinigung des Käfigs sollte einmal pro Woche erfolgen. Außerdem müssen die Einrichtungsgegenstände mit heißem Wasser und mildem Essigreiniger abgewaschen werden. Bervor die ratten zurück dürfen, muss alles trocken sein. Wie oft eine Grundreinigung notwendig ist, hängt natürlich entscheidend von der Größe des Käfigs ab.
Fantasie ist gefragt
Die Beschäftigung mit den Ratten ist genauso wichtig wie die tägliche Pflege. Ratten sind intelligente und soziale Nagetiere, die gefordert werden müssen, damit sie sich wohlfühlen.
Für einzeln lebende ratten ist es besonders schwierig, einen Ersatz für Artgenossen zu schaffen. Gegenseitiges Lecken, Putzen, Jagen und Kuscheln gehören zum alltäglichen Leben eines sozialen Tieres. Eine einzeln gehaltene Ratte muss deshalb täglich viele Stunden Körperkontakt mit ihrem Menschen haben können. Kraulen, Streicheln und Herumtragen auf oder in der Kleidung kann ein wenig als Ausgleich dienen. Auch bei gruppenweise lebenden Ratten bietet das Herumklettern und Erkunden auf und unter der Kleidung Abwechslung, muss aber nicht täglich sein.
Innerhalb des Käfigs gibt es viele Möglichkeiten, etwas Neues zu bieten, mit dem sich Ratten beschäftigen können.Mann kann Leckerli in pappkartons verstecken. An heißen Tagen kann man mit einem Wassernapf sowohl Ratten als auch Menschen Unterhaltung bieten. Es ist herrlich zuzusehen, wie begeistert Ratten planschen.
Freilauf in der Wohnung bietet natürlich auch viel Abwechslung, sollte aber immer unter Aufsicht geschehen. Zu achten ist vor allem auf Gefahrenquellen wie Elektrokabel, Spalten hinter Möbeln, Zimmerpflanzen (können für Ratten giftig sein), Aschenbecher oder Hund und Katze.
Quelle: “Ratten” von Georg Gaßner, 2. Auflage, Ulmer






