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Tierische Therapeuten

petzi3Bonzo ist ganz versessen darauf, das Leckerli aus dem Holzkästchen zu holen. Einzig an der richtigen Technik mangelt er. Doch wer ein echter Jack-Russell-Terrier ist, pfeift auf die Technik. Bonzo fängt an, mit den Backenzähnen an dem Holzkästchen zu nagen. Kollege Idefix, ebenfalls ein Jack-Russell-Terrier, sieht verzweifelt zu und meldet sich winselnd zu Wort. Er weiß genau: Wenn er das Kästchen am Knauf anhebt, öffnet sich der Deckel - und das Leckerli kommt zum Vorschein.

Heute geht es bei “Petzis Hundetraining” um Geschicklichkeitsspiele. Bonzo, Idefix und einige weitere Vierbeiner werden in der Hundeschule von Monika Petzenhauser in München-Perlach zu Therapiehunden ausgebildet. Seit Anfang 2006 bietet die Hundetrainerin zusammen mit der Ärztin Brigitte Schneider vom Isar-Amper-Klinikum Ost die Ausbildung für die tiergestützte Therapie an. Die Hunde werden in der Therapie mit dementen Patienten, ADHS-Kindern oder depressiven Menschen eingesetzt. “Die Geschicklichkeitsspiele machen den Patienten große Freude”, erzählt Dr. Schneider. “Die Patienten befüllen das Spielzeug mit Leckerli, und dann feuern sie den Hund an.” Auch andere Spiele wie Zerren am Seil, wo der Patient Kraft einsetzen muss, oder spielerische Tricks haben die Hunde im Repertoire. Gerade depressive Menschen können mit einem Hund als Co-Therapeut schneller motiviert werden, wieder teilzuhaben.

petzi1Geeignet für diese Ausbildung sind Hunde, die dem Menschen zugewandt sind. “Die Hunde müssen freundlich sein und sich gern anfassen lassen”, sagt Hundetrainerin Monika Petzenhauser. Außerdem sollte der Vierbeiner eine gewisse Intelligenz haben, darf nicht zu passiv sein, aber auch nicht zu hyperaktiv. “Schön ist es, wenn Hunde Tricks auf das Kommando fremder Menschen machen”, so Monika Petzenhauser. Der Australian Shepherd Django kann sich selbst zudecken - auf Kommando der kleinen Patienten. Solche Tricks bestärken Kinder, die sich schwer artikulieren können.

Die Ausbildung der Mensch-Hund-Teams besteht aus mehreren Theorieteilen, praktischen Übungen und verschiedenen Besuchen in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen und Kindergärten. Sie dauert etwa ein Jahr und wird mit einer theoretischen und praktischen Arbeit/Prüfung abgeschlossen und zertifiziert.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Hundeschule und auf der Homepage von Dr. Brigitte Schneider.


no/Münchner Merkur

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