Tierheim platzt aus allen Nähten

Im Hundehaus des Tierheims in den Weissachauen ist zur Ferienzeit kein Platz mehr. Foto: kn
Rottach-Egern - Alle Hundeboxen sind belegt, im Katzenhaus herrscht Enge. Zur Ferienzeit ist das Tierheim Rottach-Egern voll belegt. Urlaub, Umzug, Zeitmangel - nichts wie weg mit dem Hausgenossen.
“Im Moment haben wir noch nicht einmal mehr Platz für Pensionstiere”, sagt Tierheim-Mitarbeiter Markus Glanz. Es ist ein altbekanntes Phänomen zur Urlaubszeit: Hund, Katz und Karnickel werden lästig und schließlich im Tierheim abgeliefert. Seit Beginn der Sommerferien, berichtet Glanz, vergehe kaum ein Tag, an dem es keinen Zuwachs gab. Schuld sind aber nicht allein die Sommerferien. In der mobilen Arbeitswelt ist der plötzliche Zwang zum Umzug ganz normal, und nicht immer ist in der neuen Wohnung ein Tier erlaubt. Manchmal reicht auch das Geld nicht mehr für Futter und Tierarzt.
Fünf Mitarbeiter hat das einzige Tierheim das Landkreises, die meisten sind nur stundenweise da. Zu versorgen haben sie zur Zeit 30 Katzen, zwölf Hunde sowie eine ganze Schar von Hasen, Meerschweinchen und anderem Getier. Vor kurzem wurden sechs junge Enten gebracht. Ihre Mutter war in Kreuth überfahren worden. Manche der Neuzugänge brauchen besondere Pflege. So wie ein langhaarige Fundkatze aus Irschenberg, deren Pelz bis auf die Haut verfilzt war. Sie musste komplett geschoren werden.
Ehrenamtliche Helfer sind dem Tierheim-Team stets willkommen. Besonders Jugendliche möchte Glanz gerne für das Thema Tierschutz interessieren. Schon weil er bei der Vermittlung erlebt, wie fremd manchem, auch wenn er guten Willens ist, das Wesen von Hund und Katz ist.
“Manche kommen und wollen einfach ein Tier. Die wissen noch nicht einmal, ob’s ein Hund, eine Katze oder lieber doch nur ein Hase sein soll”, berichtet Glanz. Menschen zu beraten, die sich bis dahin über ihren künftigen tierischen Hausgenossen noch gar keine Gedanken gemacht haben, ist nicht einfach. Vor allem Hunde fordern viel Zeit und Aufmerksamkeit. Und der Typ muss passen. Ein junger Rottweiler ist nicht der richtige Gefährte für eine gebrechliche Rentnerin, der begeisterte Jogger wird mit dem behäbigen Dackel-Mix nicht froh.






