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Tiere wirken manchmal besser als Medizin

psychologie

Psychologen haben eine Typologie der Halter und ihrer Heimtiere ausgemacht: Demnach sind Hunde wie Diplomaten - sie vermitteln Gespräche zwischen Menschen, die sich ohne Begleitung ihrer Hunde niemals angesprochen hätten. Foto: dpa

Ob Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder Sittiche: Tiere haben wahrlich therapeutische Fähigkeiten. Lang ist die Liste ihrer positiven Wirkungen besonders bei kranken Menschen. Das belegen immer mehr Studien. Sie können sogar vor Depressionen schützen. Doch was haben Tiere, das dem Menschen hilft?

Hunde halten ihre Besitzer in Bewegung. Mit tierischer Hilfe lernen Kinder, Verantwortung zu tragen. Bei seelisch und körperlich Erkrankten sind Tiere sogar so etwas wie Therapeuten. All das funktioniert aber nur unter einer Bedingung: Der Mensch muss sich auf das Tier einlassen.

So formuliert es Prof. Reinhold Bergler, Psychologe aus Nürnberg und Vorsitzender des Forschungskreises Heimtiere in der Gesellschaft in Bremen. Wer Vierbeiner, Vögel oder Fische nicht mag oder gar Angst vor ihnen hat, profitiert auch nicht von ihrer Anwesenheit. Lassen Kinder zum Beispiel ihr Meerschweinchen unbeachtet im Käfig sitzen, lernen sie kein Verantwortungsgefühl. „Wichtig ist auch artgerechte Haltung.” Sonst sind Verhaltensstörungen die recht wahrscheinliche Folge, und das stört das eigentlich positive Mensch-Tier-Verhältnis.

Dass Tiere Menschen guttun, ist keine neue Erkenntnis. Schon im 18. Jahrhundert setzten zum Beispiel die Mönche im Kloster York bei der Behandlung von seelisch Kranken nicht nur auf das Gebet, sondern auch auf tierische Unterstützung. Die positiven Auswirkungen belegen inzwischen viele Studien. „Sowohl Gesunde als auch Kranke profitieren von den vielfältigen Facetten der Mensch-Tier-Beziehung”, heißt es etwa in einer Untersuchung der Universität Zürich.

Doch was haben Tiere, das dem Menschen hilft? Auch hier ist die Liste lang: „Tiere öffnen neue Welten”, sagt Graham Ford von „Tiere helfen Menschen” in Höchberg bei Würzburg. Die Mitglieder des Vereins besuchen mit Tieren - meist sind es Hunde - Altenheime, Krankenhäuser oder Kindergärten. Die Reaktionen sind in der Regel positiv: Alte Menschen, die stumm im Aufenthaltsraum vor dem Fernseher hocken, werden in der Anwesenheit von Tieren plötzlich munter. Sie erleben, wie ein Lebewesen unbefangen auf sie zugeht, ihre Zuwendung genießt und dass sie es glücklich machen können.

Von Sabine Maurer/www.welt.de


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