Terrier-Flut im Tierheim

Sieben Terrier suchen zur Zeit im Tierheim München ein neues Zuhause: Parson-Jack-Russell-Terrier Nash, Jagdterrier Kalle, Jack-Russell-Terrier Murri, Terrier-Mischlingswelpe Mandy, Terriermischlingshündin Molly, Jagdterrier Anton, Jack-Russel-Terrier Fritzi. Fotos: Petra Strauch
Als Welpe war Nash klein, nett und witzig. Das ist er jetzt, neun Jahre später, immer noch, allerdings haben seine Besitzer noch ein paar weitere Eigenschaften entdeckt: lebhaft, selbstbewusst, selbstständig. Und genau deshalb ist der Jack-Russell-Terrier im Tierheim München abgegeben worden. Er hat viel Energie, und seine Halter sind mit ihm nicht mehr klar gekommen.
Leider ist Nash kein Einzelfall. Das Münchner Tierheim spricht von einer wahren “Terrier-Flut”, und dieses Phänomen trifft in vielen Tierheimen zu. “Die Jack Russell Terrier sind süße, liebe, kleine Hunde, das wollen die Leute”, sagt Tierheimleiter Karl Heinz Joachim. Dass diese Hunde ein großes Bewegungsbedürfnis haben und auch sonst nicht einfach in Erziehung und Umgang sind, wird vergessen. Joachim nennt ein kleines Beispiel: Der Jack Russell ist geeignet für einen Reiter, der mit seinem Pferd ins Gelände reitet. “Am Abend sind Reiter und Pferd müde, nur der Hund will nochmal eine Runde drehen.” Außerdem sind Terrier sehr selbstbewusst gegenüber Menschen und Artgenossen, was unbedingt eine konsequente Erziehung sowie körperliche und geistige Auslastung erfordert.
Das Temperament des Terriers und die hohen Anforderungen an die Freizeit - “fünf Mal pro Tag Gassi gehen”, so Karl Heinz Joachim - werden den Hundebesitzern zu viel, der Terrier landet im Tierheim. Sieben an der Zahl warten im Münchner Tierheim auf neue Besitzer. “Wir versuchen, die Hunde an Leute zu vermitteln, die wissen, was auf sie zukommt”, sagt Joachim. Die neuen Hundehalter sollten sich mit Terriern auskennen und ihnen das geeignete Umfeld bieten können. Denn trotz seiner geringen Größe ist der Terrier ein selbstbewusster, furchtloser und unternehmungslustiger Begleiter, der auf anspruchsvolle Weise beschäftigt werden will.

Kalle hat es faustdick hinter den Ohren.
Auch Kalle, ein Jagdterrier-Mischling, braucht Besitzer, die sich mit dieser Rasse auskennen. Kalle hat es faustdick hinter seinen kleinen Ohren. Standesgemäß ist er in der Jagd erfolgreich. So müssen sich vor allem Katzen in seiner Nähe in Acht nehmen. Kalle ist leinenführig und zu Menschen sehr verschmust und anhänglich.
Weitere Informationen über die Hunde gibt es auf www.tierheim-muenchen.com.
no/Münchner Merkur






