Dem Wolf auf der DNA-Spur

Ein Wolf soll in der Nähe des Klarer Hofes bei Geitau vier Schafe gerissen haben. Foto: dpa
Bayrischzell - Ein Wolf hat vier Schafe unweit des Klarer-Hofes in der Gemeinde Bayrischzell (Landkreis Miesbach) gerissen. Nun soll ein DNA-Abgleich klären, ob das Tier dasselbe ist, das schon um Weihnachten in Bayrischzell Rotwild gerissen hat. Gefahr für den Menschen besteht wohl nicht.
Eine Expertengruppe hatte von den Schaf-Kadavern Speichelproben entnommen. Wie das Landesamt für Umwelt (LfU) und die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in einer Pressemeldung mitteilten, werden die Ergebnisse frühestens Mitte Juni erwartet.
Thomas Henschel, Pressesprecher beim Landfesamt für Umwelt: „Wir haben den genetischen Fingerabdruck des Wolfes. Alle Rissbilder in der Region geben Hinweise darauf, dass es sich um das selbe Tier handelt.” Neben dem Angriff um Weihnachten spricht Henschel von zwei weiteren Vorfällen in der Region in diesem Jahr. Genauer will er sich nicht äußern. Keine Hinweise gäbe es indes darauf, dass es sich um mehrere Wölfe handelt.
Henschel mahnt indes zur „Unaufgeregtheit”. Gerhard Kinshofer, Vorsitzender der Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz: „Der Wolf ist äußerst scheu und meidet den Menschen. Die Leute brauchen keine Angst haben, dass was passiert. In der Regel machen sich die Tiere nicht bemerkbar.”
Zunächst hatte der Bayrischzeller Bürgermeister Helmut Limbrunner Sorge um die Sicherheit von Mensch und Tier in seiner Gemeinde geäußert. „Sind die Kinder im Waldkindergarten noch sicher?”, war eine Frage, die ihn bewegte. Auch die Sorge um den Tourismus war bei Limbrunner groß. Schließlich hatte sich der Wolf bei seinem Beutezug im Ortsteil Geitau in bewohntes Gebiet vorgewagt.
Die Herde von Landwirt Kajetan Leitner, aus der die getöteten Tiere stammen, weidete nur rund 200 Meter von dessen Bauernhof entfernt. Leitner gibt zu dem Vorfall keinen Kommentar ab. Auch Manfred Wölfl, der Wildtier-Manager der Bayerischen Staatsregierung, hüllt sich in Schweigen. Pressesprecher Frank Skodczinski vom Landratsamt Miesbach machte aber deutlich, dass nach Auskunft von Experten keine akute Gefahr für den Menschen besteht.
Infos für Landwirte:
Verursachen Einzeltiere einen Schaden bei Nutztieren, wird jeder Einzelfall geprüft und eine Ausgleichszahlung geleistet. Das sieht der Managementplan für Wölfe in Bayern vor. Die Mittel dafür stellen eine Trägergemeinschaft aus Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Wildland Stiftung sowie der Freistaat bereit. Informationen hierzu gibt es im Internet auf www.lfl.bayern.de.
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Wolf in Oberbayern gesichtet

Bei Brannenburg ist ein freilebender Wolf gesichtet worden (Symbolbild). Foto: dpa
Brannenburg - Im Mangfallgebirge ist ein freilebender Wolf aufgetaucht, berichtet der Münchner Merkur (Freitagausgabe). An seinen Bissspuren konnten Jäger das Tier identifizieren.
Das Tier sei anhand von Bissspuren an einem toten Stück Rotwild eindeutig identifiziert worden, bestätigte der vom bayerischen Umweltministerium eingesetzte Wildtier-Manager, Manfred Wölfl.
Das gerissene Tier war Ende Dezember im Großraum Brannenburg am Wendelstein westlich des Inns entdeckt worden. Danach gab es weitere Funde von gerissenen Wildtieren. Die letzte Spur von dem Wolf gab es Ende Januar im Mangfallgebirge.
Wölfl betonte, der Wolf habe keine Nutztiere gerissen. Landwirte, Jäger und Bund Naturschutz seien informiert und verhielten sich sehr konstruktiv.
Begegnung mit dem Wolf

Ruhig bleiben. Foto: dpa
Wie soll ich mich verhalten, wenn ich einem Wolf begegne? Je mehr sich die Tiere in Deutschland ausbreiten, umso wichtiger wird es, das richtige Verhalten in so einem Fall zu kennen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschft betont auf ihrer Homepage: “Mit dem Auftauchen von Wolf und Bär in Bayern muss jederzeit gerechnet werden. Dies gilt umso mehr, weil die Zahl der Wölfe in den Südalpen und Ostdeutschland stetig steigt.”
Ratschläge für den richtigen Umgang mit einem Wolf gibt etwa die Wolfsregion Lausitz: “Eine zufällige Begegnung von Mensch und Wolf, etwa beim Pilzesuchen im Wolfsgebiet, ist sehr selten, da Wölfe den Menschen meist zuerst bemerken und sich dann nicht zeigen. Dennoch ist sie, z.B. bei ungünstigen Windverhältnissen, nicht gänzlich auszuschließen. Deutlich wahrscheinlicher ist im Wolfsgebiet aber eine zufällige Beobachtung vom Auto aus, wenn ein Wolf nachts eine Straße überquert.
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie einen Wolf sehen, verhalten Sie sich bitte ruhig. Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand. Sprechen Sie das Tier ruhig an, falls es noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist. Bevor es (vermutlich rasch) verschwindet, versuchen Sie sich sein Aussehen gut einzuprägen und melden Sie die Sichtung.”
Tolle Bilder von Wölfen zeigt die Fotostrecke von www.merkur-online.de.
Von wegen Wildlife

Iberischer Wolf im Sprung: Dieses Foto hatte José Luis Rodriguez ursprünglich zum Sieg verholfen. Nun wurde ihm der Preis aberkannt, weil das gezeigte Tier offenbar gezähmt war. Rodriguez streitet das ab.
Der “Environment Wildlife Photographer of the Year” ist eine der renommiertesten Auszeichnungen für Naturfotografen - und hat in der aktuellen Auflage nun keinen Sieger. Der bisherige Preisträger ist seine Auszeichnung los. Er soll betrogen haben.
Der Betrugsverdacht stand schon seit Ende vergangenen Jahres im Raum, nun ist José Luis Rodriguez seinen Preis los. Zum ersten Mal in seiner 46-jährigen Geschichte bleibt der renommierte britische Fotowettbewerb “Wildlife Photographer of the Year” ohne Sieger. Die Organisatoren des Wettbewerbs - das Londoner Natural History Museum, die BBC und das Umweltservice-Unternehmen Veolia berichten, dass sich die Jury darauf geeinigt hat, dem Spanier seinen ersten Platz abzuerkennen.
Der Verdacht: Rodriguez soll für sein spektakuläres Siegerfoto eines Wolfes im Sprung ein gezähmtes Tier zum Einsatz gebracht haben. Konkret geht es um einen Rüden namens Ossian, der in einem Tierpark nahe Madrid lebt. Zuerst hatte das finnische Naturmagazin “Suomen Luonto” über die Betrugsvorwürfe berichtet. Der britische Wildtierfotograf Mark Carwardine, einer der Juroren, sagte nun, man habe das Tier anhand mehrerer charakteristischer Merkmale identifizieren können. Man habe sich bei der Entscheidung auch auf das Urteil externer Wolfsexperten gestützt.
Verdacht hatte unter anderem eine dunkle Narbe unter dem rechten Auge des Wolfs ausgelöst - und der banale Umstand, dass das Tier über den Zaun gesprungen war. Der finnische Wolfforscher Ilpo Kojola hatte das als extrem unnatürliches Verhalten bezeichnet. Ein wildes Tier würde vielmehr versuchen, sich zwischen den Stäben der Absperrung hindurchzuschleichen.
Sieger Rodriguez war von den Organisatoren dazu aufgefordert worden, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Er bestreitet energisch, dass auf seinem Foto ein gezähmter Wolf zu sehen ist. Die Regeln des Wettbewerbs schließen Fotos von Tieren in Gefangenschaft nicht grundsätzlich aus, diese müssen aber kenntlich gemacht werden - damit im Zweifelsfall das Foto eines freilebenden Tieres besser bewertet werden kann als eines aus einem Zoo.
Auf Wolfsjagd

Ein Iberischer Wolf beim Sprung über ein Gatter. Foto: José Luis Rodríguez / Veolia Environement Wildlife Photographer of the Year 2009
Jahre hat es gedauert, bis dieses Foto entstand. Der Fotograf José Luis Rodríguez beobachtete die Wölfe und ihre Bewegungsräume lange. Er benutzte eine speziell angefertigte Kamera mit Infrarot-Auslöser. Eines Nachts sprang ein Wolf über das Gatter und löste die Kamera aus. Rodríguez begriff, dass er die Aufnahme seiner Träume gemacht hatte. Sein Bild siegte im Wettbewerb “Environnement Wildlife Photographer of the Year 2009″. Er wurde zum Gesamtsieger des vom Londoner National History Museum und dem BBC Wildlife Magazin ausgelobten Wettbewerbs gekürt. Der Fotograf hofft, dass durch sein Foto, dass die “große Beweglichkeit und Stärke des Wolfes zeigt”, deutlich wird, wie schön die Iberischen Wölfe sind und dass die Spanier stolz auf dieses Tier sein können.
Glückliche Momente, dramatische Sekunden: Manchmal gelingt es Fotografen, das Wesen wilder Tiere und ihrer Lebensart einzufangen. sueddeutsche.de zeigt einige Bilder, die beim Wettbewerb “Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2009″ ausgezeichnet wurden.
Die Welt aus Sicht der Tiere

Ein Gürteltier auf Nahrungssuche.
Eine Kuh bei der Kontaktaufnahme mit Artgenossen, ein Wolf beim Buddeln, ein Gürteltier auf Nahrungssuche in der Steppe oder ein hausschwein, das im Schlamm wühlt - ein Webmuseum sammelt Videos, die aus der Perspektive der Tiere gedreht wurden.
Es sind ungewohnte Einsichten ins Tierreich, die das “Museum of Animal Perspective” auf ihrer Webseite vereint. Den Tieren wurde jeweils eine kleine Funkkamera auf den Kopf gebunden, die erstaunlich gute Bilder liefert.
Wie die Filmemacher dies angestellt haben, bleibt allerdings im Dunkeln, was insbesondere bei den vermeintlich wilden Tieren wie dem Wolf Fragen aufwirft. Am meisten wird auf den Online-Communities allerdings diskutiert, wie es den Tierfilmern bloss gelungen ist, einer gemeinen Hausfliege eine Kamera auf den Rücken zu binden.
Einige Videos zeigt die Basler Zeitung.
Mobile Eingreiftruppe mit weißen Locken

Schäfermeister Frank Neumann mit Ben und Carlos. Die Pyrenäen-Berghunde werden Schafherden vor Wolfsübergriffen schützen. Foto: dpa/Matthias Hiekel
Zum Schutz vor Wölfen hat Sachsen eine mobile Eingreiftruppe angeschafft. Herdenschutzhunde sollen Schafherden vor Übergriffen schützen.
Von Frank Tausch/Sächsische Zeitung
Ben und Carlos hat Schäfermeister Frank Neumann mitgebracht. Nun steht er mit den beiden Hunden auf den Elbwiesen zwischen Birkwitz und Pratzschwitz bei Pirna. Ben ist 20 Monate alt, ein hünenhafter Hund mit breiter Brust und weichem weißem Lockenfell. Carlo ist gerade sechs Monate jung und noch eine halbe Portion. Er muss erst noch nachweisen, dass er ein guter Herdenschutzhund werden will. Noch ist er etwas ungestüm. „Rambo” nennt ihn Schäfer Neumann deshalb mit Spitznamen. Umweltminister Frank Kupfer (CDU) stellte die beiden Hunde vor. Als Sachsens erste mobile Eingreiftruppe gegen Wolfsübergriffe. Sie sollen Nutztierherden schützen.
Im vergangenen Jahr hat der Freistaat den Einsatz von Herdenschutzhunden getestet. Als sich in der Lausitz ein oder mehrere Wölfe auch durch einen Schutzzaun und zusätzliches Flatterband nicht von Attacken auf eine Schafherde abhalten ließen, wurde ein Hundeführer aus der Schweiz geholt, der seine Tiere mitbrachte. Sie gehörten zur Rasse der Maremma-Schutzhunde - ebenfalls große weiße Hunde, die Tag und Nacht in der Schafherde bleiben können und einem Angreifer entgegentreten. Meist reicht ihr Anblick und ihr tiefes kraftvolles Gebell, um einen Wolf in die Flucht zu schlagen.
Etwa zwei Monate blieben die Schweizer. „Sie haben die Wölfe in der Tat abgeschreckt”, sagt Kupfer. Die guten Erfahrungen sollen nun ständig genutzt werden. Ben und Carlos gehören zur Rasse Pyrenäen-Berghund, Schäfermeister Frank Neumann hält derzeit sieben der Tiere. Er betreibt eine Schäferei mitten im Wolfsgebiet bei Schleife in der Lausitz. Bei ihm schlugen die Wölfe nach ihrer Ankunft in Sachsen so kräftig zu wie seitdem nicht wieder. Über 30 Schafe verlor Neumann und schaffte sich schon 2002 einen Herdenschutzhund an. Dieses Tier namens Anton schützt immer noch Neumanns Schafe und ist der Stammvater seiner Pyrenäen-Berghunde-Zucht. „Ich habe mit den Herdenschutzhunden kein Schaf mehr an Wölfe verloren”, sagt Neumann zufrieden.
Der 61-Jährige Schäfermeister steht nun bereit, um anderen Schäfern zu helfen, wenn deren Herde von Wölfen attackiert wird. Wenn keine andere Schutzmaßnahme Erfolg zeigt, dann beordert das Ministerium Schäfer Neumann mit den Herdenschutzhunden vor Ort. Das werden nicht immer nur Ben und Carlos sein. Aber die beiden sind die fotogensten für den Termin mit dem Minister.
Drei Tage dauert es etwa, eine Schafherde an Herdenschutzhunde zu gewöhnen. Dann sind die Hunde akzeptiert und bleiben je nach Bedarf mehrere Wochen oder auch einige Monate. Die Hunde ihrerseits sind Schafe gewöhnt. Sie werden in der Schafherde geboren und lernen, die Schafe als ihr Rudel zu betrachten, das geschützt werden muss. Anders als Hütehunde bleiben die Herdenschutzhunde sommers wie winters ständig inmitten der Schafe. Die Hunde verschmähen sogar Schutzhütten, leisten ihrer Herde auch bei Frost oder Gewitter Gesellschaft.
Das Projekt läuft zunächst ein Jahr, 3000 Euro bekommt Neumann pro Jahr und Hund im Einsatz. Obwohl sich der Schaf- und Ziegenzuchtverband gestern erfreut und beruhigt zeigte, dass der Freistaat den hauptberuflichen Schäfern hilft - vor allem sollen die Wölfe geschützt werden. „Schafe sind eine leichte Beute und wir sind klug beraten, dafür zu sorgen, dass sich der Wolf nicht an Schafe gewöhnt”, sagte Kupfer. Solange die Wölfe ihrer natürlichen Beute Reh, Hirsch und Wildschwein nachstellen, gibt es keinen Grund, Maßnahmen gegen sie zu ergreifen.
In diesem Jahr sind bisher bei vier Übergriffen elf Schafe getötet worden. 2008 rissen Wölfe 56 Nutztiere. Seit dem Wiederauftauchen des Wolfes in der Lausitz vor über zehn Jahren wurden etwa 35000 Euro Entschädigung an Schäfer ausgezahlt. Derzeit leben in der Lausitz nach Angaben des Umweltministeriums 40 bis 45 Wölfe. Bei drei Rudeln wurden bislang je drei Welpen nachgewiesen, auch ein Brandenburger Rudel hat Nachwuchs.
Von Wolf zu Mensch

Günther Bloch mit Jasper.
Wenn Menschen sich am wölfischen Zusammenleben orientieren würden, gäbe es keine Lebensabschnittspartner, das Leben wäre monogam, und Emanzendebatten würden schlicht nicht existieren. Günther Bloch behauptet, dass wir Menschen uns viel von den Wölfen abschauen können.
Die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu verbessern, ist ein Ziel von Bloch, der seit vielen Jahren das Verhalten von Wolf und Hund erforscht. In seinem neuen Buch “Auge in Auge mit dem Wolf - 20 Jahre unterwegs mit frei lebenden Wölfen” und in seinen Vorträgen quer durch die gesamte Republik erklärt er das Familienleben von frei lebenden Wölfen. Eine Mensch-Hund-Beziehung setzt Bloch gleich mit dem Eltern-Nachwuchs-Dominanzsystem in der Wolfsfamilie. “Hier geht es nicht um die Erziehung, sondern um den Aufbau einer Beziehung”, erklärt der Verhaltensforscher. Die Dominanz, die hier zum Tragen kommt, hat wenig gemein mit den dominanten Erziehungsmethoden, die in vielen Hundeschulen Anwendung finden.
Ein kleines Beispiel: Der junge Hund winselt, wenn er allein gelassen wird. Hier warnen Hundetrainer: “Nicht reagieren, sondern ignorieren, sonst fühlt sich der Hund positiv bestärkt in seinem Tun!” Bloch zeigt einen Filmausschnitt aus seiner 20-jährigen Forschungsarbeit mit wild lebenden Wölfen in Kanada: Jungwolf Mickey verliert auf der Jagd den Anschluss an seine Familie, setzt sich hin, winselt und heult. Jetzt tut Mama Wolf genau das, wovor der Hundetrainer warnt: Sie kommt sofort zu ihrem Nachwuchs - und bringt ihm sogar noch Futter mit! “Damit sind die Theorien der Hundetrainer ausgehebelt”, sagt Bloch nüchtern.
Beim Aufbau einer Beziehung und damit bei der Erziehung geht es in erster Linie um die Vermittlung von Schutz und Geborgenheit - genauso von Mensch zu Mensch. “Das Einüben von Ritualen ist dafür wichtig”, sagt Günther Bloch. Der Hund muss sein Herrchen einschätzen und es berechnen können, um sich geborgen zu fühlen. Nur so kann Vertrasuen aufgebaut werden.
“Vertrauen und Berechenbarkeit sind in der Wolfsfamilie wichtiger als der Rang.” Damit hebelt der Verhaltensforscher einen weiteren Grundsatz in der geltenden Hundetrainer-Meinung aus und belegt seine These natürlich mit Filmausschnitten. Günther Bloch kommt zu dem Schluss, dass wölfisches Sozialleben auch zum menschlichen Miteinander viel beitragen würde - wenn wir es uns bei den Wölfen abschauen würden.
Auge in Auge mit dem Wolf: 20 Jahre unterwegs mit frei lebenden Wölfen
von Günther Bloch (Autor), Peter A. Dettling (Fotos)
Preis: 24,90 Euro
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Franckh-Kosmos Verlag; Auflage: 1 (1. April 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344011452X
ISBN-13: 978-3440114520
no/Münchner Merkur
Jäger droht schwere Strafe
Magdeburg - In Sachsen-Anhalt ist am vergangenen Wochenende ein Wolf erschossen worden. Ein Jäger hat das Tier am Samstagabend im Landkreis Jerichower Land getötet, erklärte das Umweltministerium in Magdeburg. Bei dem erschossenen Wolfsrüden handelte es sich wahrscheinlich um eines der beiden Tiere, die seit Mitte vergangenen Jahres auf einem Truppenübungsplatz in der Region lebten.
Wölfe sind streng geschützt. Der namentlich bekannte Jäger muss sich nun strafrechtlich verantworten. Eine vorsätzliche oder fahrlässige Tötung wird laut Bundesnaturschutzgesetz mit bis zu 50.000 Euro Geldbuße geahndet. Bei vorsätzlicher Tötung eines streng geschützten Tiers können bis zu fünf Jahre und bei Fahrlässigkeit bis zu sechs Monate Haft verhängt werden.
Es sei bedauerlich, dass gerade ein Jäger für den Tod des Tieres verantwortlich ist, da der Landesjagdverband ein anerkannter Naturschutzverband sei, sagte eine Sprecherin des Naturschutzbundes (Nabu) am Montag. Auch Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) verurteilte den Abschuss und sagte: „Der Umgang mit streng geschützten Arten ist jagdliches Grundwissen. Dies zu ignorieren, ist unentschuldbar”.
Wahrscheinlich sei, dass das Wolfspaar aar gerade Welpen aufziehe, sagte Nabu-Wolfsexperte Markus Bathen. Die vier bis sechs Wochen alten Tiere seien noch mit der Mutter in der Höhle. Dass nun mit dem Rüden ein Ernährer wegfalle, sei fatal. Dies gelte umso mehr, da es der erste Wurf des Paares sei und es deshalb noch keine älteren Geschwister im Rudel gebe, die bei der Aufzucht helfen könnten. „Das ist ein Familienunternehmen, so ein Rudel”, sagte Bathen. Es bleibe abzuwarten, ob die Wölfin es auch allein schaffen kann, alle Welpen aufzupäppeln.
Der Jäger soll nach Angaben der Polizei in den nächsten Tagen vernommen werden. Das tote Tier sei zur weiteren Begutachtung nach Berlin in ein wissenschaftliches Institut gebracht worden.
Die rund 50 Wölfe in Deutschland sind streng geschützt. Der Landkreis Jerichower Land hat als zuständige Naturschutzbehörde eine Strafanzeige gegen den Jäger gestellt. Zudem habe die Behörde ein Verfahren zur Entziehung des Jagdscheines eingeleitet. Landrat Lothar Finzelberg ist nach eigenem Bekunden „fassungslos über diesen Vorfall”. Für ihn sei dieses „jagdliche Fehlverhalten” völlig unverständlich.
Peter Blanché vom Vorstand der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe sagte, für ihn sei die Tötung des geschützten Tieres eine „sehr üble Sache”. Ein Teil der Jägerschaft sei „sehr vernünftig”. „Es gibt aber auch einige und nicht wenige, die sich als Herren des Waldes betrachten”, rügte er. Für diese Jäger sei ein Wolf oftmals ein „Störenfried” in ihrem Revier.
In früheren Fällen von Wolfsabschüssen hat Blanché zufolge bisher nie „die volle Härte des Gesetzes” gegriffen. „Noch nicht einer hat einen Tag im Gefängnis verbracht”, berichtete der Tierarzt. In den bisherigen Fällen seien immer mildernde Umstände wie schlechtes Sehvermögen des Schützen anerkannt und lediglich Bußgelder verhängt worden. Er plädiere für härtere Strafen.
focus-online.de/afp/dpa/ddp






