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Umstrittene Tieradoptionen

urn:newsml:dpa.com:20090101:100616-10-11449

Ein Hunde-Welpe, gefunden im Wald in Beykoz in der Türkei: Bilder aus dem dortigen Tierheim bis auf die Knochen abgemagerten Hunden sorgten 2008 international für einen Aufschrei. Daher kommen auch heute noch Deutsche dorthin, um Hunde von dort aus in die Bundesrepublik zu bringen - was unter Tierschützern nicht unumstritten ist. Foto: dpa

Istanbul - Etwa zwanzig Hunde bellen, balgen sich und kullern übereinander, als Susanne sich zu ihnen herunterbeugt. Sie will die vielen Hundeköpfe tätscheln. Deren Fell ist starr vor Staub. Die Tiere riechen modrig. “Ach ist der süß”, ruft die blonde Frau. Sie zeigt auf einen Mischling mit braunschwarzem Fell und traurigen dunklen Augen. “Der heißt jetzt Franka.”

Ein Bericht der Nürnberger Nachrichten

Die Hündin ist damit eine von den wenigen Auserwählten, die die Tierschützerin aus dem Heim im Istanbuler Vorort Beykoz mit nach Deutschland nehmen wird. Die Frau, die mit einem norddeutschen Tierschutzverein in die Türkei gekommen ist, will die Hunde damit vor einem Leben auf der Straße retten, wo ihnen häufig Hunger und Verstümmelung drohen.

Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Aktion kritisch und hält sie für wenig hilfreich. “Es sind immer einzelne Glückspilze, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, denen durch solche Maßnahmen geholfen wird”, teilt die Organisation mit. Hündin Franka scheint zu spüren, dass sie zu den Auserwählten gehört, denn sie weicht Susanne nicht mehr von der Seite, als sie ihren Gang durch das Tierheim fortsetzt.

Susannes Kollegin, eine kleine untersetzte Frau mit tiefen Falten im Gesicht, ist mit einer - Liste angereist: “Ich suche einen größeren Schäferhundrüden”, erklärt sie der türkischen Pflegerin Yasemin, die sie durch das Heim führt - vorbei an einem Auslauf mit dreibeinigen Hunden, die aufgeregt am Zaun entlanghumpeln. Im Gehege gegenüber sind Einäugige untergebracht. Yasemin zeigt der Deutschen auch andere Hunde, doch diese bleibt entschlossen: Ein Schäferhundrüde muss es sein.

Auf die etwa sieben Vorbestellungen auf der Liste warten Familien in Deutschland. Auch Franka werde keine Probleme haben, ein Zuhause zu finden, erklärt Susanne. “Die ausländischen Hunde im Tierheim gehen weg wie warme Semmeln”, sagt sie und lacht. Während in Deutschland oft größere oder ältere Hunde ins Tierheim kämen, gebe es in der Türkei Hunde jeden Alters und jeder Größe.

Mit der Adoption einzelner Tiere werde aber das Problem vor Ort nicht gelöst, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Die Tiere vermehrten sich weiter unkontrolliert. Wirksamer als eine Adoption findet der Verband es daher, Hunde im Land selbst zu kastrieren. “Es kann natürlich keine Lösung sein, alle Tiere nach Deutschland zu bringen”, so sieht das auch die Vorsitzende der norddeutschen Tierschutzorganisation, die ihren eigenen und den Namen des Vereins nicht veröffentlichen will. Für viele Experten gilt als erwiesen, dass weder das Töten noch das Einfangen von Hunden das Straßenhunde-Problem löst.

Der Tierschutzkritiker Uwe-Peter Willemsen, der nach jahrelanger Arbeit im Tierschutz mit der Internetseite “Tierschutz Schattenseiten” auf Missstände hinweisen will, stellt auch die Motive der Hunde-Importeure infrage. “Es gibt Organisationen, die importieren bis zu 1000 Hunde im Jahr, nehmen sie fertig geimpft aus ausländischen Tierheimen mit und vermitteln sie dann gegen eine Schutzgebühr von bis zu 400 Euro”, sagt er. Das ergebe einen Umsatz von 400.000 Euro im Jahr.

Solche Vorwürfe sind auch den norddeutschen Tierschützern bekannt. “Na klar gibt es immer schwarze Schafe”, sagt die Leiterin der Gruppe. Ihre Organisation nehme aber lediglich 200 Euro Vermittlungsgebühr. Allein die Flugkosten seien häufig höher. Diesesmal wollen sie aus Beykoz neun Hunde mitnehmen.

Ein schmaler Rüde mit schwarzen Flecken hat sich an Susanne herangeschlichen und hält ihr seine Pfote hin. “Da will sich noch jemand bewerben”, sagt die Frau. Der Hund lässt nichts unversucht: Er kugelt sich vor Susanne auf dem Boden, windet seinen Körper um ihren Unterschenkel, wedelt mit dem Schwanz und hält seinen Kopf zum Tätscheln hin. Doch er hat keine Chance, er muss da bleiben.
“Für die Menschen hier sind Hunde nur Dreck”, erklärt die türkische Tierschützerin Banu, die die Deutschen begleitet hat. Häufig würden Straßenhunde vergiftet oder verstümmelt. Das Tierheim in Beykoz sorgte 2008 international für einen Aufschrei unter Tierschützern. Yasemin war damals eine der Leiterinnen des Heimes. Die Stadtverwaltung verweigerte ihr den Zutritt, so dass sie die Hunde nicht versorgen konnte.
“Der damalige Bürgermeister war ein böser Mann”, sagt Yasemin. “Er hat die Hunde gehasst.” Bilder von bis auf die Knochen abgemagerten Hunden und Gräbern mit vergifteten Tieren gingen um die Welt. Auch heute noch sieht man in dem idyllischen Städtchen immer wieder tote Hunde am Straßenrand.

Das Straßenhunde-Problem ist hier am äußersten Rand von Istanbul besonders ausgeprägt: Der Wald von Beykoz ist ein beliebter Platz für Istanbuler, hier ihre Hunde auszusetzen, wenn sie dem knuffigen Welpenalter entwachsen sind. Auch städtische Tierfänger bringen eingefangene Hunde aus der Innenstadt oft einfach in den Wald. Auf 350.000 Einwohner kommen deshalb in Beykoz 10.000 Straßenhunde.
Diese Art der Problemlösung nach dem Motto “Aus den Augen, aus dem Sinn” hat in der Türkei Tradition: Schon im Jahr 1910 ließ der damalige Innenminister Talat Pascha etwa 80.000 Hunde auf Istanbuls Straßen einfangen und brachte sie auf eine kleine Insel im Marmara-Meer. Die felsige Insel bot den Tieren keine Nahrung - sie verhungerten. Man sagt, man habe nachts ihr Bellen bis nach Istanbul hören können.
In Beykoz will die neue Regierung das Problem jetzt angehen: Man habe schon einen neuen Tierarzt eingestellt und schaffe nun bis zu 20 Kastrationen am Tag, erklärt Neslihan Aydos, Gesundheitsbeauftragte der Stadt. Außerdem habe man eine Kampagne gestartet, um Familien in Beykoz zu finden, die den Hunden ein Zuhause geben. »Auch ich selbst habe schon einen Hund bei mir aufgenommen», erklärt die junge Frau mit dem tiefroten Kopftuch und lächelt. “Er heißt Cengiz.”

Aydos kritisiert ebenfalls das Verhalten der öffentlichen Tierfänger. “Klar müssen die Tiere eigentlich an dem Ort wieder ausgesetzt werden, wo sie eingefangen wurden”, sagt sie. “Aber viele Gemeinden machen das leider nicht.” Gegen den Vorwurf der Grausamkeit städtischer Angestellter gegen die Hunde wehrt sie sich aber: “Niemand kann die Hunde töten oder vergiften, das ist gegen das Gesetz.”
Tierschützerin Banu entgegnet, zwar habe die Türkei seit 2004 ein mit dem deutschen Gesetz vergleichbares Tierschutzgesetz. “Doch das steht doch wie so vieles hier nur auf dem Papier.” Doch nicht überall sind die Zustände so dramatisch wie in Beykoz. Ein Beispiel ist Besiktas, ein Stadtteil auf der anderen Seite des Bosporus. Hier gehören Hunde zum Straßenbild dazu wie der bunte Mix aus Studenten-Bars und kleinen Ramsch-Geschäften.

In einer Nebenstraße mit heruntergekommenen Häusern und großen blauen Mülltüten vor den zahlreichen Imbissbuden leben fünf Straßenhunde. Ihr Futter bekommen sie morgens vom Apotheker an der Ecke, der kleine Fleischbrocken auf die Straße wirft. “Komm schon”, sagt ein Student und tippt einen Mischling mit der Fußspitze an, der auf dem Bürgersteig schläft. Im Ohr des Hundes steckt eine hellgrüne Marke - ein Zeichen, dass er geimpft und kastriert wurde.

Hündin Franka kann in den nächsten beiden Tagen nicht faul sein: Zwar hat sie schon alle nötigen Impfungen und Untersuchungen gemacht, doch sie muss noch gemeinsam mit Yasemin persönlich bei der Stadtverwaltung vorstellig werden, um eine Ausreiseerlaubnis zu bekommen. Erst dann kann die Hündin nach Deutschland gebracht werden.

Susanne Hefekäuser (dpa)


Kaninchen leiden in Käfigbatterien

edekaIn düsteren Hallen sitzen tausende Kaninchen, die später in den Kühlregalen der Supermarktkette Edeka enden werden. In jeden der winzigen Käfige sind zwei Tiere gequetscht, sie können sich kaum umdrehen. Die einzige Beschäftigung für die Kaninchen ist eine nackte Edelstahlkette. Edeka scheint dies als Ersatz für ein Leben in der Natur anzusehen. Die Tiere haben zum Teil schwere Verletzungen, angebissene Ohren, Fleischwunden und entzündete Augen.

Der Tierschutzorganisation Vier Pfoten liegt aktuelles Bildmaterial aus verschiedenen EU-Ländern vor. Die Zustände in den Farmen sind trotz Pseudogütesiegel verheerend. Vier Pfoten wird im Rahmen des Aktionstages am Mittwoch, 16. Juni, bundesweit Flugblätter vor Edeka-Filialen verteilen. „Edeka ist nun das primäre Kampagnenziel”, so Kampagnenleiter Marcus Müller.

Dank der Kampagne von Vier Pfoten gab es in Deutschland schon große Erfolge: Rewe, Lidl, Tegut, Aldi Süd, Famila und weitere Supermärkte verzichten bereits auf Kaninchenfleisch aus Tierquälerei. Bei Edeka jedoch stapeln sich immer noch die Kaninchen aus tierquälerischer Massentierhaltung. Vier Pfoten fordert nun mit dem bundesweiten Aktionstag vor Edeka-Filialen eine Entscheidung für die Tiere und für den Verbraucherschutz. Marcus Müller von VIER PFOTEN betont: “Selbstständige Kaufleute bei Edeka haben bereits den Schritt gesetzt und verkaufen kein Käfigkaninchenfleisch mehr. Nun soll dies auch von der Geschäftsleitung von Edeka wahrgenommen werden.”

“Die Ignoranz von Edeka hat Tradition, bereits bei den gequälten Stopfgänsen stellte sich der Handelkonzern stur, bei Kaninchen setzt Edeka auf ein sinnloses Pseudogütesiegel. Edeka steht für Tierquälerei, Vier Pfoten wird die Kampagne auf Edeka konzentrieren und die Tierquälerei bei Edeka schonungslos offen legen”, betont Müller.

Weitere Informationen gibt es auf www.vier-pfoten.de.


Mit schlimmen Folgen für die Tiere

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Die Sucht, Tiere zu horten. Foto: Deutscher Tierschutzbund

Tiersammler, die früher einfach als Menschen mit guten Absichten angesehen wurden, werden nun als Individuen anerkannt, deren mentale Krankheit oder Zwang zu kriminellem Verhalten mit schlimmen Folgen für die Tiere, die Familien der Sammler und die ganze Gemeinde führen kann.

Das so genannte Animal Hoarding beinhaltet drei Auffälligkeiten:
Eine hohe Anzahl an Tieren wird angesammelt. Die Sammler kümmern sich nicht um die grundlegendsten Bedürfnisse der Tiere, einschließlich frisches Wasser, Futter, Unterschlupf, tierärztliche Versorgung und Hygiene. Sie erfinden Ausreden oder leugnen die miserablen Bedingungen, unter denen ihre Tiere, und manchmal auch ihre Kinder, leben müssen.
Beim Animal Hoarding handelt es sich um eine psychische Erkrankung, um die Sucht, Tiere zu horten. Die psychischen Hintergründe sind uneinheitlich und vielfältig, sie reichen von Neurosen über Sucht- oder Zwangskrankheiten bis hin zu Persönlichkeitsstörungen. Häufig finden sich bei Tiersammlern Altererkrankungen wie Demenz oder Alzheimer sowie ADHS.
Oft liegen mehrere Gründe vor. Fest steht, dass Animal Hoarding eine ernst psychische Erkrankung ist, die einer professionellen Therapie bedarf.

Bei einem Blick auf das Tierleid wird klar, dass das Elend unbeschreiblich groß ist. Wie der Deutsche Tierschutzbund mitteilt, wird oft erst am Tag der Sicherstellung durch Behörden und Tierschützer das volle Ausmaß des Tierschutzfalles sichtbar: Eine riesige Anzahl von verwahrlosten, kranken und nicht selten auch toten Tieren kommt zum Vorschein. Häufig sind die Unterkünfte der Tiere und in manchen Fällen auch der Wohnraum des Menschen mit Exkrementen und Müll übersät.

Die Krankheit, Tiere zu halten, kann alle Tierarten betreffen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat in einer Online-Broschüre Hintergrundinformationen, belegt mit Beispielen und Fotos, zusammengestellt.

Beifall und Buhrufe für Tanzbär Ben

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Ein eingespieltes Team seit 15 Jahren: Bär Ben mit Dompteur Francesco Harry. Foto: Pröhl

Bad Tölz - Nach Bruno hält sich wieder ein Bär im Landkreis auf. Ben ist die Attraktion des Zirkus Alberti, der in Bad Tölz gastiert. Sein Auftritt ruft aber auch Gegner auf den Plan.

Nicht alle sind damit glücklich, dass der Bär mit einem Zirkus durch die Lande zieht. Öffentliche Kritik an der Tierschau übten zuletzt Tierschützer in Starnberg.

Auch die hiesige Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Carola Belloni, beklagt: „Es ist zynisch, die Lebensräume der Wildtiere zu zerstören und sie dann im Zirkus auftreten zu lassen.”

Vor allem prangern die Tierschützer Gesundheitsschäden und Verhaltensstörungen der Tiere durch die lange Gefangenschaft an.

Beim Zirkus Alberti geht man offen mit den Vorwürfen um. Tierdompteur Francesco Harry erklärt: „Ben ist im Zoo geboren und kam im Alter von sechs Monaten zum Zirkus Alberti. Das heißt, er kennt nichts anderes.”

Auch die fehlende Gesellschaft von Artgenossen sei kein Problem: Bären seien von Natur aus Einzelgänger.

Zudem betont Harry, dass jeder Zirkus unter strenger Kontrolle stehe: „Sobald wir uns für einen neuen Standort anmelden, schickt das Veterinäramt einen Fachmann vorbei, der den Zustand der Tiere überprüft.”

(jst/Münchner Merkur)


Tierschützer protestieren gegen Rodeo

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Rodeo. Foto: mz

Vilseck - Tierschützer aus ganz Deutschland laufen Sturm gegen das geplante „American Rodeo” beim Deutsch-amerikanischen Volksfest in Vilseck (Lkr. Amberg-Sulzbach). In vielen Mails an die Medien der Region sowie Brandbriefen an den Kommandeur der US-Brigade am Truppenübungsplatz Grafenwöhr und den bayerischen Umweltminister Markus Söder protestieren die Tierschützer gegen das Spektakel.

Von Reinhold Willfurth, www.mittelbayerische.de

Am Donnerstag soll die erste von vier Shows auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes bei Vilseck starten. Veranstalter Dieter Brand gelobte im MZ-Gespräch, sich an die bayerische Verordnung zum Schutz von Pferden und Rindern bei Rodeos zu halten, kündigte aber gleichzeitig auch das in Bayern verbotene Bullenreiten an.

Die Arbeitsgruppe Tierschutz der Länderarbeitsgemeinschaft gesundheitlicher Verbraucherschutz (LAGV) hat 2006 beschlossen, dass die Länder im Rahmen der tierschutzrechtlichen Erlaubnis für Rodeoveranstaltungen die Disziplinen „Wild-Horse-Race” und „Bullenreiten” sowie den Einsatz von Flankengurt und Sporen bei den Disziplinen „Bare Back Riding” und „Saddle Bronc Riding” wegen der dadurch verursachten Schmerzen, Leiden und Schäden verbieten.

Mitglieder der Initiative „Anti-Corrida”, eine Arbeitsgemeinschaft von „animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e. V.”, wandten sich an das Veterinäramt des Landkreises Amberg-Sulzbach und Minister Söder. Dieser wurde dazu aufgefordert, alles dafür zu tun, damit der Erlass zu Rodeoveranstaltungen auch dieses Jahr halte. Im Zweifelsfall wollen sich die Tierrechtler an das Verwaltungsgericht Regensburg wenden.


Altes Dackelpärchen sucht Zuhause

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Immer gut gelaunt: Illa und Krümel.

Leider haben Illa und Krümel trotz ihrer Fröhlichkeit noch kein Zuhause gefunden. Schon seit einigen Monaten wartet das ergraute Dackelpärchen im Tierheim auf jemanden, der ihm einen schönen Lebensabend bereitet.

Illa ist knappe 12 Jahre alt und Rauhaardackel-Standard. Der kleine Krümel ist 14 Jahre alt und ein Zwergrauhaar (Dreamhunter vom Räuberstolz). Die beiden landeten im Tierheim in Bremerhaven, weil ihr Herrchen ist ins Pflegeheim gekommen ist und sich sonst niemand um sie kümmern konnte. Da die zwei Kleinen seit zwölf Jahren zusammen sind, werden sie nur gemeinsam vermittelt. Es sollte aber nicht nach Notlösungen Ausschau gehalten werden, denn auch wenn jeder Tag ein verlorener Tag ist, so fühlen sich die beiden glücklicherweise im Tierheim “dackelwohl”. Beide toben gerne über die Spielwiese und genießen die täglichen Spaziergänge. Jeder Mensch wird freundlich begrüßt und geliebt.

Es gibt nur ein Problem: Illa glaubt fest daran, dass Krümel ihr Baby ist, das sie gegen andere Hunde verteidigen muss. Sie hat dann eine große Klappe, lässt sich aber trotzdem an der Leine gut führen.

Das Tierheim Bremerhaven bittet darum, keine Mails zu schicken mit ähnlichen Anfragen wie: “Jetzt sind sie noch gesund, aber was kostet es, wenn sie krank werden…” Oder: “Kann man nicht doch nur einen haben? Wenn einer stirbt, ist der andere ja auch alleine und muss damit zurecht kommen.” Von diesen Anfragen haben die Tierschützer genug. Ernsthafte Interessenten (oder auch Paten) können sich gerne an das Tierheim Bremerhaven wenden. Aufgrund des Alters sollten sie natürlich ebenerdig wohnen. Die Zwei träumen bestimmt auch ein wenig von einem eigenen Garten.

Kontakt:

Karin Mendel
Tierheim Bremerhaven
Telefon: 0471/83257

E-Mail: info@tierschutz-bremerhaven.de
www.tierschutz-bremerhaven.de

Happy End für den Welpen aus der Mülltonne

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© birgit lang Alle zwei Stunden wird das süße Hundebaby mit einer Spezialmilch gefüttert. Foto: Birgit Lang

Erding - Unbekannte hatten das Hundebaby in einer zugeknoteten Tüte einfach weggeworfen. Jetzt kümmert sich der Tierschutzverein um den süßen Welpen.

Es ist kurz nach Mitternacht. Marion Zettl (42) aus Erding macht sich gerade bettfertig. Doch ihr Hund Pauli (3) ist unruhig. Immer wieder spitzt der Mischlingsrüde die Ohren, schaut durchs Fenster Richtung Müllplatz, kratzt auf dem Boden herum. „Ich wusste gar nicht, was los ist. Aber Pauli wollte unbedingt nochmal raus, deshalb habe ich mit ihm noch eine Runde um den Block gedreht”, sagt sein Frauchen. Damit rettete Pauli einem kleinen Hundebaby das Leben!

Unbekannte hatten neugeborenen Welpen in der Nacht auf Mittwoch in eine Plastiktüte gesteckt und in eine Mülltonne im Brunnenweg geworfen. Nur 20 Meter entfernt liegt das Haus von Familie Zett. „Kaum waren wir zur Haustür raus, hat Pauli mich wie wahnsinnig zum Müllplatz gezogen und an einer Tonne gekratzt”, berichtet Marion Zettl. Dort hört sie ein leises Fiepen und Jammern, wie ein Kätzchen. „Ich habe die Tonne aufgemacht und gesehen, dass es aus einer verknoteten Plastiktüte kommt.”

Marion Zettl traut sich nicht, die Tüte aufzumachen. „Es war ja mitten in der Nacht, und ich war ganz alleine.” Kurzerhand ruft sie die Polizei. Auch die Beamten sind entsetzt, als sie die Tüte öffnen: Darin liegt ein kleines Hundebaby! „Ich war fix und fertig. Als ich zu Hause war, musste ich erst mal weinen. Wie kann ein Mensch nur so grausam sein?”, fragt Marion Zettl fassungslos.

Das Hundebaby wird nun rund um die Uhr vom Tierschutzverein versorgt. Zwischendurch verschlechterte sich sein Zustand dramatisch: Der Kleine hatte sich in der kühlen Nacht eine Erkältung eingefangen, musste mit Antibiotikum und Infusionen behandelt werden. „Mittlerweile sind wir aber ganz zuversichtlich. Er trinkt auch schon wieder ordentlich”, sagt Tierärztin Christa Ruf. Gemeinsam mit ihrer Freundin Angelika Schöner päppelt sie den Welpen auf. Ein Fulltime-Job: Alle zwei Stunden kriegt er ein Fläschchen mit einer speziellen Aufzuchtsmilch, dazu muss er warmgehalten werden und braucht viel Ruhe.

Ein neues Zuhause für den namenlosen Welpen ist schon gefunden: Eine Familie vom Bund Naturschutz wird den Kleinen aufnehmen, wenn er acht Wochen alt ist und sich sein Zustand normalisiert hat. Von den Tätern dagegen gibt es noch immer keine Spur, die Polizei ermittelt. Der Tierschutzverein geht davon aus, dass die Mutter des Welpen noch mehr Babys geworfen hat. Was mit ihnen geschah, ist ungewiss. Marion Zettl ist mit ihrem Pauli am nächsten Tag vorsichtshalber auch die anderen Müllplätze in der Umgebung abgelaufen: „Er hat aber nicht mehr angeschlagen.” Sie drückt dem kleinen Hundebaby jetzt ganz fest die Daumen: „Der arme Kerl musste so viel mitmachen. Hoffentlich schafft er das!”

Christina Schmelzer/tz


Neugeborener Welpe in Mülltonne gefunden

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Dieser Welpe wurde kurz nach seiner Geburt in den Müll geworfen. Foto: kn

Erding - Ein besonders grausamer Fall von Tierquälerei ist in Erding begangen worden: Unbekannte haben in der Nacht auf Mittwoch einen neugeborenen Hundewelpen, der noch nicht einmal abgenabelt war, in einer Mülltonne am Brunnenweg entsorgt. Passanten vernahmen gegen 0.30 Uhr klägliches Wimmern aus der Tonne. Sie sahen nach und fanden in einer zugebundenen Tüten das Hundebaby. Die Passanten alarmierten die Polizei, die wiederum den Tierschutzverein verständigte. Dessen Ehrenamtliche nahmen sich des bedauernswerten Viecherls an, versorgten es und brachten es an einen sicheren, warmen Ort. Dort soll es sich jetzt erholen. Vorsitzende Christa Manschek will nicht ausschließen, dass weitere Welpen dieses Wurfes auf diese perfide Weise entsorgt wurden. Hinweise unter Telefon 0 80 84/84 39.

ham/mm


Wildtiere im Zirkus: Das Leben hinter den Kulissen

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Artuntypische Dressuren im Zirkus. Foto: Vier Pfoten/Fred Dott

Ein Löwe durchstreift in freier Wildbahn ein Gebiet von bis zu 400 Quadratkilometern. Sein Käfig in einem Zirkus ist wenige Quadratmeter groß. „Keine Wildtiere im Zirkus“ fordert deshalb die Stiftung für Tierschutz „Vier Pfoten“.

Das Thema im Forum von tierfreunde.de

In Europa sind hunderte von Zirkussen mit Wildtieren auf Tournee. Vom Affen bis zum Zebra werden die unterschiedlichsten Tiere in der bunten Welt der Manege präsentiert. Elefanten, Löwen, Tiger, Zebras und Seelöwen finden sich besonders oft in Zirkusbetrieben. Aber auch viele Bären, Nashörner, Giraffen und Nilpferde fristen einen Großteil ihres Daseins im Käfigwagen und unter der Zirkuskuppel. Die Trainingsmethoden und das Leben hinter den Kulissen bleiben den Zuschauern verborgen. „Wildtiere können unter Zirkusbedingungen nicht artgemäß leben. Dauernder Platzmangel, ständige Transporte und zweifelhafte Dressuren gehören für die Tiere zum traurigen Alltag“, sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von Vier Pfoten.

Reisende Zirkusunternehmen erfüllen nicht einmal die Mindestanforderungen des Tierschutzes. Den Tieren stehen meist keine ausreichend strukturierten Freigehege zur Verfügung. Schwere Haltungsmängel sind an der Tagesordnung.
Die Folgen:

  • Viele Tiere leiden unter Verhaltensstörungen.
  • Viele Zirkustiere befinden sich in schlechter gesundheitlicher Verfassung, werden falsch ernährt und bei Krankheiten unzureichend betreut. Oft mangelt es an Wissen und Geld für die Tierbetreuung.
  • Bis zu 50mal im Jahr finden Transporte zwischen den Gastspielorten statt. Sie bedeuten für die Tiere zusätzlichen Stress. Durch die zahlreichen Transporte verbringen die Tiere einen großen Teil ihres Lebens in Transportwagen.
  • Werden bei Kontrollen Defizite festgestellt, wechseln manche Zirkusse einfach den Ort und entziehen sich so dem Einfluss der Veterinärbehörden.
  • Selbst bei groben Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sind Behörden oft die Hände gebunden. Denn geeignete Unterbringungsmöglichkeiten wie Auffangstationen oder freie Plätze in gut geführten Tierparks fehlen. Deshalb können Tiere oft nicht beschlagnahmt werden und müssen weiter unter den erbärmlichen Umständen leiden.

Vier Pfoten hat eine “Rote-Liste-Zirkustiere” herausgegeben. Hier ist nachzulesen, warum und welche Tiere im Zirkus leiden.
Tiger beispielsweise klettern und schwimmen ausgezeichnet. Als Schleichjäger sind sie dämmerungs- und nachtaktiv. Ihr starkes Bewegungsbedürfnis können Tiger in einem Zirkus nicht ausleben, so „Vier Pfoten“. Aufgrund ihrer ausgeprägten kognitiven Eigenschaften müssen Tiger einem großen Reizangebot ausgesetzt sein, das ein Zirkus nicht bieten könne. Zudem seien für die überwiegend nachtaktiven Tiere auch der Aktivitätszeitraum am Tag und die artuntypischen Dressuren problematisch.

 

Quelle: www.vier-pfoten.de

Strafanzeige gegen Reitschule

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Diese Anbindehaltung ist tierschutzwidrig. Foto: Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund hat eine Strafanzeige gegen eine Reitschule in Bayern gestellt. Elf Schulpferde, auf denen Reitschüler das Reiten erlernen, stehen dort angebunden in Ständern. Bei der Anbindehaltung sind die Pferde in engen Ständern angebunden. Die Pferde können sich lediglich ablegen und aufstehen, aber weder können sie sich frei bewegen oder wälzen, noch ausgestreckt liegen.

Der Deutsche Tierschutzbund will mit allen Mitteln ein Verbot der Pferde-Anbindehaltung in Bayern durchsetzen. Inzwischen sei die umstrittene “Ständerhaltung” nur noch im Freistaat erlaubt. Das teilte der Tierschutzbund am Montag in Bonn mit. Um darauf aufmerksam zu machen, sei nun gegen die Betreiber eines Pferdehofs im oberpfälzischen Seligenporten (Landkreis Neumarkt) Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet worden. Das für Tierschutz zuständige bayerische Umweltministerium erklärte dazu, dass gemeinsam mit dem Agrarministerium nach einer Lösung gesucht werde.

Der Tierschutzbund sieht in der “Ständerhaltung” einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wonach den Tieren nicht unnötig Leid zugefügt werden dürfe. Durch die unnatürliche Haltung komme es bei den Vierbeinern zu schweren Verhaltensstörungen. Auch das Bundesagrarministerium stufe die Haltung ikn Ständern als tierschutzwidrig ein, für die Umsetzung seien aber die Länder zuständig.

Die Strafanzeige gegen die Oberpfälzer Tierhalter sei eine “Modellanzeige”, erklärte ein Sprecher des Tierschutzbundes. Sollte diese Erfolg haben, würden Anzeigen gegen weitere Pferdehalter folgen. Eine Sprecherin das Umweltministeriums in München sagte, dass nach den vorliegenden Zahlen 2006 in Bayern 138 Betriebe Pferde in Anbindehaltung hielten. Generell sei die Zahl der Höfe, die ihre Tiere auf diese Art halten, aber rückläufig. Der Tierschutzbund spricht von etwa 1000 angebundenen Pferden in Bayern. Dabei handele es sich meist um Schulpferde oder Kaltblüter für Festumzüge.

www.tierschutzbund.de

dpa/www.merkur-online.de