Kaninchen leiden in Käfigbatterien
In düsteren Hallen sitzen tausende Kaninchen, die später in den Kühlregalen der Supermarktkette Edeka enden werden. In jeden der winzigen Käfige sind zwei Tiere gequetscht, sie können sich kaum umdrehen. Die einzige Beschäftigung für die Kaninchen ist eine nackte Edelstahlkette. Edeka scheint dies als Ersatz für ein Leben in der Natur anzusehen. Die Tiere haben zum Teil schwere Verletzungen, angebissene Ohren, Fleischwunden und entzündete Augen.
Der Tierschutzorganisation Vier Pfoten liegt aktuelles Bildmaterial aus verschiedenen EU-Ländern vor. Die Zustände in den Farmen sind trotz Pseudogütesiegel verheerend. Vier Pfoten wird im Rahmen des Aktionstages am Mittwoch, 16. Juni, bundesweit Flugblätter vor Edeka-Filialen verteilen. „Edeka ist nun das primäre Kampagnenziel”, so Kampagnenleiter Marcus Müller.
Dank der Kampagne von Vier Pfoten gab es in Deutschland schon große Erfolge: Rewe, Lidl, Tegut, Aldi Süd, Famila und weitere Supermärkte verzichten bereits auf Kaninchenfleisch aus Tierquälerei. Bei Edeka jedoch stapeln sich immer noch die Kaninchen aus tierquälerischer Massentierhaltung. Vier Pfoten fordert nun mit dem bundesweiten Aktionstag vor Edeka-Filialen eine Entscheidung für die Tiere und für den Verbraucherschutz. Marcus Müller von VIER PFOTEN betont: “Selbstständige Kaufleute bei Edeka haben bereits den Schritt gesetzt und verkaufen kein Käfigkaninchenfleisch mehr. Nun soll dies auch von der Geschäftsleitung von Edeka wahrgenommen werden.”
“Die Ignoranz von Edeka hat Tradition, bereits bei den gequälten Stopfgänsen stellte sich der Handelkonzern stur, bei Kaninchen setzt Edeka auf ein sinnloses Pseudogütesiegel. Edeka steht für Tierquälerei, Vier Pfoten wird die Kampagne auf Edeka konzentrieren und die Tierquälerei bei Edeka schonungslos offen legen”, betont Müller.
Weitere Informationen gibt es auf www.vier-pfoten.de.
Neugeborener Welpe in Mülltonne gefunden

Dieser Welpe wurde kurz nach seiner Geburt in den Müll geworfen. Foto: kn
Erding - Ein besonders grausamer Fall von Tierquälerei ist in Erding begangen worden: Unbekannte haben in der Nacht auf Mittwoch einen neugeborenen Hundewelpen, der noch nicht einmal abgenabelt war, in einer Mülltonne am Brunnenweg entsorgt. Passanten vernahmen gegen 0.30 Uhr klägliches Wimmern aus der Tonne. Sie sahen nach und fanden in einer zugebundenen Tüten das Hundebaby. Die Passanten alarmierten die Polizei, die wiederum den Tierschutzverein verständigte. Dessen Ehrenamtliche nahmen sich des bedauernswerten Viecherls an, versorgten es und brachten es an einen sicheren, warmen Ort. Dort soll es sich jetzt erholen. Vorsitzende Christa Manschek will nicht ausschließen, dass weitere Welpen dieses Wurfes auf diese perfide Weise entsorgt wurden. Hinweise unter Telefon 0 80 84/84 39.
ham/mm
Wildtiere im Zirkus: Das Leben hinter den Kulissen

Artuntypische Dressuren im Zirkus. Foto: Vier Pfoten/Fred Dott
Ein Löwe durchstreift in freier Wildbahn ein Gebiet von bis zu 400 Quadratkilometern. Sein Käfig in einem Zirkus ist wenige Quadratmeter groß. „Keine Wildtiere im Zirkus“ fordert deshalb die Stiftung für Tierschutz „Vier Pfoten“.
Das Thema im Forum von tierfreunde.de
In Europa sind hunderte von Zirkussen mit Wildtieren auf Tournee. Vom Affen bis zum Zebra werden die unterschiedlichsten Tiere in der bunten Welt der Manege präsentiert. Elefanten, Löwen, Tiger, Zebras und Seelöwen finden sich besonders oft in Zirkusbetrieben. Aber auch viele Bären, Nashörner, Giraffen und Nilpferde fristen einen Großteil ihres Daseins im Käfigwagen und unter der Zirkuskuppel. Die Trainingsmethoden und das Leben hinter den Kulissen bleiben den Zuschauern verborgen. „Wildtiere können unter Zirkusbedingungen nicht artgemäß leben. Dauernder Platzmangel, ständige Transporte und zweifelhafte Dressuren gehören für die Tiere zum traurigen Alltag“, sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von Vier Pfoten.
Reisende Zirkusunternehmen erfüllen nicht einmal die Mindestanforderungen des Tierschutzes. Den Tieren stehen meist keine ausreichend strukturierten Freigehege zur Verfügung. Schwere Haltungsmängel sind an der Tagesordnung.
Die Folgen:
- Viele Tiere leiden unter Verhaltensstörungen.
- Viele Zirkustiere befinden sich in schlechter gesundheitlicher Verfassung, werden falsch ernährt und bei Krankheiten unzureichend betreut. Oft mangelt es an Wissen und Geld für die Tierbetreuung.
- Bis zu 50mal im Jahr finden Transporte zwischen den Gastspielorten statt. Sie bedeuten für die Tiere zusätzlichen Stress. Durch die zahlreichen Transporte verbringen die Tiere einen großen Teil ihres Lebens in Transportwagen.
- Werden bei Kontrollen Defizite festgestellt, wechseln manche Zirkusse einfach den Ort und entziehen sich so dem Einfluss der Veterinärbehörden.
- Selbst bei groben Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sind Behörden oft die Hände gebunden. Denn geeignete Unterbringungsmöglichkeiten wie Auffangstationen oder freie Plätze in gut geführten Tierparks fehlen. Deshalb können Tiere oft nicht beschlagnahmt werden und müssen weiter unter den erbärmlichen Umständen leiden.
Vier Pfoten hat eine “Rote-Liste-Zirkustiere” herausgegeben. Hier ist nachzulesen, warum und welche Tiere im Zirkus leiden.
Tiger beispielsweise klettern und schwimmen ausgezeichnet. Als Schleichjäger sind sie dämmerungs- und nachtaktiv. Ihr starkes Bewegungsbedürfnis können Tiger in einem Zirkus nicht ausleben, so „Vier Pfoten“. Aufgrund ihrer ausgeprägten kognitiven Eigenschaften müssen Tiger einem großen Reizangebot ausgesetzt sein, das ein Zirkus nicht bieten könne. Zudem seien für die überwiegend nachtaktiven Tiere auch der Aktivitätszeitraum am Tag und die artuntypischen Dressuren problematisch.
Lebendig in Mülltonne begraben

Der kleine Leo musste von seinen Leiden erlöst werden. Foto: Tierschutzverein Neuwied
Gequält, misshandelt und danach in der Biotonne entsorgt - dieses Schicksal hat ein zwölf Jahre alter Mischlingsrüde in Neuwied bei Koblenz erlitten. Obwohl er entdeckt und sofort zum Tierarzt gebracht wurde, konnte der Hund nicht mehr gerettet werden.
In einer Plastiktüte war der arme Hund von seinem Besitzer in die Mülltonne gesteckt worden. Ein aufmerksamer Spaziergängergänger hörte am vergangenen Dienstag frühmorgens ein leises Wimmern und entdeckte in der Mülltonne diesen grausigen Fund. Der über die Polizei alarmierte Tierschutz verein Neuwied und Umgebung - Iris Wolsing - brachte den kleinen Kerl mehr tot als lebendig sofort zum Tierarzt nach Neuwied-Niederbieber. Dort wurden direkt lebensrettende Maßnahmen eingeleitet. Doch alle Bemühunen waren umsonst - am späten Vormittag konnte der kleine Vierbeiner nur noch von seinen Leiden erlöst werden.
Der Tierschutz verein Neuwied und Umgebung e.V. hat umgehend Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Nach den §§ 1,2,3,17 und 18 des TierSchG drohen dem Täter bis zu drei Jahren Haft und/oder ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.
Dank einiger Hinweise aus der umliegenden Nachbarschaft an den Tierschutzverein konnte der Besitzer des Mischlingsrüden ausfindig gemacht werden. Er wurde am gleichen Tag von der Kripo Neuwied vernommen, der Fall liegt bereits der Staatsanwaltschaft vor.
Die Tierschützerin Iris Wolsing, die wesentlich zu der Aufklärung dieses Verbrechens beigetragen hat, ist immer noch fassungslos: “In was für einer Gesellschaft leben wir, in der Tiere wie Wegwerfartikel behandelt werden? Tiere sind Lebewesen, sie fühlen Freude und Leid und Schmerz genauso wie wir Menschen. Weder finanzielle Not, noch Alter oder Krankheit rechtfertigen diese abscheuliche Tat. Wie gehen Menschen, die so wenig Achtung vor dem Leben haben, erst mit Ihren Mitmenschen um?”
Der Tierschutzverein appelliert eindringlich an alle Tierbesitzer in Stadt und Kreis Neuwied, die ihr Tier - aus welchen Gründen auch immer - nicht behalten können oder wollen, sich an den Tierschutzverein Neuwied und Umgebung zu wenden. „ Bitte scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen - niemand wird verurteilt, wenn er sein Tier abgibt. Sie sind in finanzieller Not? Wir sind zwar selbst finanziell sehr angeschlagen, aber wir werden gemeinsam eine Lösung zum Wohle des Tieres finden”, so die Tierheimmitarbeiterin.
Der Tierschutzverein Neuwied bittet auch noch einmal darum, nicht wegzusehen, wenn Fälle von Tierquälerei, Vernachlässigung usw. beobachtet werden. Alle Hinweise an die Polizei oder den Tierschutz verein Neuwied werden absolut vertraulich behandelt. „Schauen Sie nicht weg - sondern helfen Sie uns, den Tieren in Not zu helfen!”
Der Tierschutzverein schreibt folgende Zeilen zum Tod des Mischlingsrüden:
“Wir haben ihn Leo genannt - Leo mit dem kleinen tapferen Herzen eines Löwen, der bis zum Schluss um sein Leben gekämpft hat. Und doch war er zu schwach, um gegen die Grausamkeit der Menschen zu bestehen.
Kleiner Leo - wir werden Dich nicht vergessen und Dein Tod wird nicht ungesühnt bleiben. Das versprechen wir Dir!!
Tierheim Ludwigshof in Neuwied - Segendorf
Öffnungszeiten Di-Fr 14 bis 17 Uhr, Sa 10 bis 15 Uhr
Tel: 02631/55356
Kontakt@tierheim-neuwied.de
www.tierheim-neuwied.de
Hündin mit Plastikfolie erstickt
Bünde - Zu wenig Luft zum Leben, zu viel zum Sterben hatte die Schäferhündin, die am 30. August in Bünde tot aufgefunden wurde. Ihr Halter hatte ihre Schnauze mit Plastikfolie umwickelt und sie an einen Baum gebunden zurückgelassen. Der Hund erstickte langsam und qualvoll. Tierfreunde und Tierschützerein haben eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Sie fordern ein Strafmaß, das dieser grausamen Gewalttat gerecht wird.
Weitere Informationen gibt es unter www.achtung-fuer-tiere.de.
Drei Riesenkängurus in kleinem Garten
Auf engstem Raum gehalten, kein Auslauf, schlimme hygienische Zustände - und das alles für drei Riesenkängurus, 13 Katzen und 16 Hunde. In München soll eine Frau drei rote Riesenkängurus in einem kleinen Anbau hinter einem Haus gehalten haben. Die Tierschutzorganisation Peta zeigt in einem Video, wie die Tier vegetieren.
Rote Riesenkängurus sind eigentlich wahre Sprungkünstler: Neun Meter weit und über drei Meter hoch können die Tiere hüpfen. Normalerweise leben sie in der Steppe Australiens und legen oft viele Kilometer am Tag zurück. Doch dieser Freilauf bleibt den drei Riesenkängurus, die in München gehalten werden, verwehrt. “Skandal”, schimpft die Tierschutzorganisation Peta und zeigt ein Video. Darin ist zu sehen, wie die Tiere in einem Anbau eines Hauses vegetieren. Die Fenster sind klein, der Raum finster. Schlimmer noch: Der Freilauf im Garten ist nur 40 Quadratmeter groß. Zum Zeitpunkt der Besichtigung war das Gelände laut Peta vereist. Die Kangurus rutschten immer wieder aus oder rannten gegen den Zaun.
„Die Tiere müssen so schnell wie möglich in eine vernünftige Umgebung”, so Peta-Mitarbeiter Stefan Bröckling. „Wir sind gerne bereit mitzuhelfen, erwarten aber vom Münchner Veterinärarmt konsequentes Handeln.”
Nach dem sogenannten Säugetiergutachten - an das sich jeder Zoo und jeder Zirkus im Winterlager halten muss - ist geregelt, dass für drei rote Riesenkängurus ein Gehege von mindestens 300 Quadratmetern und ein Stall von 20 Quadratmetern vorhanden sein muss. Das zumindest hat Peta ausgerechnet. Dass die Tiere ein nicht mal ansatzweise artgerechtes Leben führen, liege auf der Hand, so Bröckling.
Die Halterin der Tier bestreitet unterdessen die Vorwürfe: Die Kängurus hätten genug Auslauf. Die Frau hat eine Tiershow und hält daher die Riesenhüpfer auf ihrem Grund. Laut Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat sie tatsächlich eine Genehmigung für die Kängurus. Allerdings soll es schon zu Verstößen gekommen sein.
Eines der Tiere stammt nach Angaben Petas aus dem Zoo Hellabrunn. Das bestreitet die Halterin.
Peta hat das Känguru-Video an diesem Mittwoch veröffentlicht. Die Organisation will nun Anzeige erstatten. Einen Beitrag zu dem Thema hat die ARD bereits in einer Reportage dokumentiert.






