Experten empfehlen Töten statt Reinigen

Ein verschmutzter Basstölpel: Ist die Reinigung Tierquälerei? Foto: AP
Am Golf von Mexiko bereiten sich Tierschützer auf das Reinigen Tausender ölverschmierter Vögel vor. Deutsche Experten empfehlen jedoch, die Tiere lieber zu töten statt sie zu säubern. Die Überlebenschance einmal verschmutzter Vögel liege bei weniger als einem Prozent.
Ein Bericht von www.spiegel.de
Die Bilder werden sich gleichen: Wie nach der Havarie des Öltankers “Exxon Valdez” 1989 vor Alaska werden nun nach dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko wieder Tierschützer in weißen Overalls ölverschmierte Vögel einsammeln und versuchen, ihr Gefieder von der klebrigen Masse zu befreien. Das erste gefundene Tier, einen einjährigen Basstölpel, präsentierten US-Wildtierexperten am Samstag den Journalisten.
Für manche Naturschützer grenzen diese Hilfsaktionen jedoch eher an Tierquälerei. “Die mittelfristige Überlebensrate verölter Vögel liegt seriösen Studien zufolge bei unter einem Prozent. Wir lehnen solche Vogelwaschungen deshalb ab”, sagt die Biologin Silvia Gaus von der Schutzstation Wattenmeer in Husum.
Gaus spricht aus 20-jähriger Erfahrung. Sie erlebte die Havarie des Holzfrachters “Pallas” 1998 vor Amrum. Die 90 Tonnen Öl, die das Schiff damals verlor, drifteten in ein Vogelschutzgebiet und töteten etwa 13.000 Seevögel: Sie ertranken, erfroren oder verendeten an Stress. Und sie starben an Vergiftungen, verursacht von ihrem Putztrieb. Einmal in einer Öllache gelandet, versuchen die Vögel sofort, das klebrige Rohöl mit Schnabel und Zunge aus ihrem Gefieder zu entfernen - und schlucken dabei die giftige Masse.
Selbst der widerliche Geschmack und stechende Geruch hält die Vogel nicht von den Bemühungen ab, sich zu säubern. Der Grund: Ohne intaktes Gefieder überleben sie nicht, denn nur flauschige Federn speichern die Körperwärme und sind wasserabstoßend. Die Vögel scheinen das zu wissen: “Ihr Putztrieb ist größer als der Fresstrieb, und so lange die Federn schmutzig sind, fressen sie nicht”, sagt Gaus.
Ölverschmierte Vögel einzufangen, um sie beim Putzen zu unterstützen, bereitet den Tieren allerdings oftmals derart großen Stress, dass sie an einem Herzschlag sterben können. Zudem kann die giftige Wirkung des geschluckten Öls meist nicht mehr mit Zwangsgaben von Aktivkohle gemindert werden, sagt Gaus. Viele Vögel verendeten deshalb später an Nieren- und Leberschäden.
Die Biologin hat zwar Verständnis für das Bemühen von Tierschützern, die sich verpflichtet fühlten, aus ethischen Gründen alles zur Rettung auch eines einzelnen Vogels zu tun. Doch besser sei es, ölverschmierte Tiere in Ruhe sterben zu lassen oder sie “kurz und schmerzlos” zu töten.
Jörn Ehlers, Sprecher der Umweltschutzorganisation WWF, stimmt dieser Einschätzung zu. “Vögeln, die so ölverschmiert sind, dass man sie fangen kann, kann man nicht mehr helfen”, sagt er und erinnert an die Havarie der “Prestige” 2002 vor Spanien.
Damals liefen 64.000 Tonnen Schweröl aus, töteten 250.000 Seevögel und verdreckten mehrere tausend Kilometer der französischen und spanischen Küste. Tausende ölverschmierte Möwen, Papageientaucher und andere Seevögel wurden damals zur Reinigung in eine eigens eingerichtete Rettungsstelle ins spanische La Coruña gebracht. Doch nur 600 von ihnen überlebten die Waschvorgänge und konnten freigelassen werden. Die meisten davon starben vermutlich innerhalb weniger Tage: Einer britischen Studie zufolge liegt die mittlere Überlebensdauer gereinigter Vögel bei nur sieben Tagen. “Der WWF ist deshalb sehr zurückhaltend gegenüber solchen Säuberungsaktionen”, sagt Ehlers.
Kim Detloff vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sieht die Reinigung ölverschmierter Vögel hingegen weniger skeptisch. “Es stimmt, wir waren in Deutschland dabei nie besonders erfolgreich”, sagte er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. “Der Großteil der Tiere ist gestorben.” Die Überlebensrate hänge jedoch auch von der Art des Öls, dem Umfeld und der Prozedur ab, nach der die Rettungsteams vorgingen. Je früher man die Vögel einsammle und je weniger Öl sie aufgenommen hätten, umso mehr könnten gerettet werden.
Wichtig sei auch ein geordneter Ablauf. Die Tiere müssten zuerst medizinisch untersucht werden, um zu entscheiden, ob sie eine Reinigung überhaupt überstehen würden, sagt Detloff. Danach müsse man die Vögel aufpäppeln. Und erst dann könne man mit der eigentlichen Reinigungsprozedur beginnen.
Die Arbeiten zur Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko kommen nach Angaben des Energiekonzerns BP unterdessen voran. Eine riesige Kuppel, die über das Leck am Meeresboden gestülpt werden soll, könne vielleicht noch am Dienstag zum Unglücksort transportiert werden, sagte BP-Einsatzleiter Doug Suttles. Tausende Helfer hofften derweil auf besseres Wetter, um den 110 mal 200 Kilometer großen Ölteppich mit Schwimmbarrieren einzudämmen.
BP teilte außerdem mit, Ingenieure hätten mit einer Entlastungsbohrung an der Unfallstelle begonnen. Die Bohrung bis in 5500 Meter Tiefe soll den Druck innerhalb der bestehenden Ölleitung und damit den Ölfluss reduzieren, dauert aber bis zu drei Monate. An der Bohrinsel “Deepwater Horizon” war es am 20. April zu einer Explosion gekommen, bei der elf Arbeiter starben. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich rund 800.000 Liter Öl aus.
hda/AFP
Problem-Paviane und Pleite-Tiger
Erst verwahrlost, dann schwer vermittelbar: Jedes Jahr schließt in Deutschland mindestens ein Tierpark. Doch die Tiger, Paviane und Waschbären will dann kaum jemand haben. So wurden schon Löwen an eine Farm in Afrika verkauft, die Jagden für gutbetuchte Kundschaft anbietet.
Ein Bericht von Spiegel online
Ronny Schäfer träumte von einem eigenen Raubtier-Park, und als die Chance kam, griff er zu. Er sicherte sich einen Tierpark im nordrhein-westfälischen Kalletal. Hier rissen vier Tiger - Corty, Saskia, Sam und Shari - ihre Mäuler auf, hier kratzten sich zwei Schimpansen - Fritz und Friederike - das Fell.
Eine Unterschrift und schon war Schäfer Besitzer von rund zwei Dutzend exotischen Tieren - von Pavianen, Wölfen, Luchsen, Dingos, Waschbären, Tigern und Schimpansen. Und das, obwohl er keine Ahnung hatte. Keine Ahnung, wie der Alltag eines Zoos tatsächlich aussieht, wie er einen solchen Betrieb zu führen hat. Schäfer ist gelernter Schlachter. Mit seiner Frau betreibt er einen Futterhandel.
Schäfers Traum platzte.
Das zuständige Veterinäramt verweigerte ihm die Betriebserlaubnis, verfügte, dass die Tiere an neue Besitzer zu vermitteln seien. Doch damit wollte Schäfer sich nicht abfinden, wie er nun SPIEGEL TV Magazin erzählte (Sonntag, 22.30 Uhr, RTL): “Sie sagten, ich wäre nicht fähig, ein Raubtier zu halten. Da habe ich gesagt: ‘Dann füttert ihr die Tiere weiter. Ich bin nicht der Depp der Nation.’”
Schäfer klagte, die Tiger, die Affen, die Luchse, die Wölfe fraßen und Schäfer ging das Geld aus. Den Tierpark bot er sogar auf Ebay an. Es half nichts.
Schäfer sah keinen Ausweg mehr, schrieb ans Amt, drohte, die Tiere verhungern zu lassen, bat schließlich sogar darum, sie einschläfern zu dürfen. Das Amt beschlagnahmte die Tiere. Jeder Affe, jeder Tiger wurde jetzt zum Problem-Affen und Problem-Tiger: Wohin mit ihnen?
Weil Exoten Besucher anziehen, wollen auch kleine Zoos und Tierparks selten auf Affen, Tiger und Elefanten verzichten. Häufig jedoch übernehmen sie sich dabei. “Etwa jedes Jahr macht in Deutschland ein Tierpark dicht”, schätzt Laura Zimprich, Vorsitzende des Tierschutzvereins “Animal Public”.
Und das Problem könnte sich noch verschärfen. “Derzeit wird an neuen Vorgaben gearbeitet, die vorsehen, dass Zootieren in ihren Gehegen endlich mehr Platz zur Verfügung stehen wird”, so Zimprich. Die Folge dieses eigentlich löblichen Vorstoßes könnte aber sein, dass noch mehr Zoos geschlossen werden.
Bei der Auflösung solcher Tierparks, bei der Suche nach neuen Plätzen für die Tiere, haben die Exoten unter ihnen dann oft die schlechtesten Karten. Die Nachfrage nach der Konkursmasse ist gering.
Experten schätzen, dass in Europa Tausende Tiere betroffen sind. “Die meisten Zoos haben kein Interesse daran, solche aussortierten Exemplare aufzunehmen. Oft haben sie gar nicht den Platz dafür. Ein ausgewachsener Tiger ist ja keine Schildkröte”, sagt Zimprich. Außerdem produzierten die eigenen Tiere selbst so viel Nachwuchs, dass erst dieser vermittelt werden müsse. Bereits das sei schwer.
“Erst im vergangenen Herbst hat ein deutscher Safaripark Löwen nach Afrika verkauft, an eine Farm, die sich darauf spezialisiert hat, Jagden für zahlende Amerikaner und Briten anzubieten. Die sollen Tiere mit gepflegter Mähne zu sehen bekommen”, so Zimprich.
Ein weiterer Grund, warum andere Zoos und Tierparks den Exoten kein Asyl bieten: Häufig fügen sich die fremden, oft greisen Tiere nicht in die eigenen penibel abgestimmten Zuchtprogramme. So auch im Fall Kalletal: “Sie passen weder genetisch noch demographisch”, sagt Dr. Lesley Dickie, Geschäftsführerin des Europäischen Zoobands (EAZA), der solche Programme organisiert.
Außerdem gilt auch für Zoos und Tierparks: Sie sind Unternehmen. Sie sind auf Attraktionen angewiesen. Ein knuddeliger Knut begeistert die Massen, ein zotteliger Tiger erregt nur noch Mitleid. So sind es am Ende fast ausschließlich Tierschutzorganisationen, die die Exoten davor bewahren, getötet zu werden. Weltweit nutzen sie ihre Netzwerke, suchen nach Möglichkeiten, die Tiere doch noch in Reservaten oder privaten Stationen unterzubringen.
Auch die ausgewachsenen Exoten des Tierparks Kalletal sind noch unterkommen. Die beiden Schimpansen bei der privaten niederländischen Auffangstation “Aap”, die vier Tiger in einer der Station der niederländischen Organisation “Pantera”.
Ein Himmel voller Tiere

Hunde könnten auch in den Himmel kommen, glaubt Rainer Hagencord vom Zentrum für theologische Zoologie. Foto: bildagentur-online.com
Egal, ob christlich oder nicht: Dieses Interview von WELT ONLINE birgt für jeden Tierfreund tröstliche Gedanken.
Seit Ende 2009 versucht Rainer Hagencord eine der großen Leerstellen christlichen Denkens zu schließen: die Frage nach der Rolle der Tiere im christlichen Weltbild. Was Kreuz, Auferstehung und Liebe Gottes für Hunde, Katzen und Mäuse bedeuten, erklärt der Biologe und Theologe im Interview mit WELT ONLINE.
Rainer Hagencord leitet in Münster das europaweit einzige Zentrum für theologische Zoologie. Mit WELT ONLINE sprach er über die Seele einer Katze, sinnloses Schlachthofleid und die Frage, was die Auferstehung Jesu den Tieren zu sagen hat.
WELT ONLINE: Herr Hagencord, hat Ostern auch den Tieren etwas zu sagen?
Rainer Hagencord: Aber ja. Die Auferstehung verheißt auch den Tieren Heil und Glückseligkeit.
WELT ONLINE : Wie das? Tiere spielen im Neuen Testament doch kaum eine Rolle.
Hagencord : Ja, Tiere kommen nur am Rande vor. Die wenigen einschlägigen Stellen haben es aber in sich. Ein Beispiel: Als Jesus 40 Tage in der Wüste verbringt, lebt er „mit den wilden Tieren” zusammen, wie es im Markus-Evangelium heißt. Das spielt auf den Garten Eden an, als Adam noch in Harmonie mit der Tierwelt lebte.
WELT ONLINE: Übersetzen Sie mal.
Hagencord : Das heißt: Jesus will die Versöhnung von Mensch und Tier, das Heil schließt alle Geschöpfe ein. Das passt auch zum Schöpfungsbericht. Dort wird der Mensch aufgefordert, über die Tiere zu „herrschen”. Das hebräische Wort dafür bedeutet, wie ein guter König für seine Schutzbefohlenen zu sorgen.
WELT ONLINE : Dann haben die Denker der Christenheit etwas falsch verstanden. Die gehen auf Tiere kaum ein, wenn man mal von Albert Schweitzer absieht.
Hagencord : Stimmt, in der Theologie sind die Tiere vergessen worden. Es gibt aber Ausnahmen wie Karl Barth, der sogar fragte, ob der Mensch um der Tiere willen existiere. Die mangelnde Aufmerksamkeit für Tiere hat wohl damit zu tun, dass sich Fragen wie Artenschwund oder Massentierhaltung erst seit wenigen Jahrzehnten so drängend stellen. Frei nach Paulus: Die Sehnsucht der Schöpfung nach Erlösung war nie größer als jetzt.
WELT ONLINE : Und? Erhoffen Sie für Tiere solch eine Erlösung?
Hagencord : Tiere sind nicht in dem Sinn erlösungsbedürftig, dass ihnen Schuld vergeben werden müsste. Das Tier entscheidet sich nicht zwischen gut und böse, also nimmt es auch keine Schuld auf sich.
WELT ONLINE : Andererseits wirken Tiere manchmal extrem grausam. Spinnen bauen Netze als tödliche Fallen, Löwen fressen arme Zebras, Katzen zerfetzen kleine Mäuse ?
Hagencord: Aber selbst die Katze, die mit einer Maus spielt, um sie im nächsten Moment umzubringen, handelt nicht bewusst und sadistisch. Das bleibt uns vorbehalten.
WELT ONLINE : Wenn Tiere keine Vergebung brauchen - was verheißt Ostern dann den Tieren?
Hagencord: Auch sie werden eines Tages wie der auferstandene Jesus heimkehren ins Paradies, in die andere Wirklichkeit.
WELT ONLINE: Woher diese Zuversicht?
Hagencord: Stellen Sie sich den umgekehrten Fall vor, dass nur der Mensch auferstehen sollte, wie viele Christen glauben. Dann stellt sich die Frage: welcher Mensch? Nur der homo sapiens, der homo erectus aber nicht? Und was ist mit dem homo rudolfensis? Das ergibt keinen Sinn. Wenn ich an einen liebevollen Gott glaube, was ja Ausgangsthese aller Christen ist, sollte ich ihm zutrauen, allen Lebewesen ewiges Leben zu schenken.
WELT ONLINE : Was voraussetzt, dass Tiere etwas Ewiges, so etwas wie eine Seele haben, oder?
Hagencord : Die Frage ist, wie man Seele definiert. Versteht man sie als Bewusstsein und Vernunft, sind manche Tiere beseelt, andere vermutlich kaum. Definiert man sie als poetischen Ausdruck für das unauslotbare Rätsel unserer Existenz, dann sind alle Tiere voll Seele.
WELT ONLINE : Und der Himmel wäre voller Tiere.
Hagencord: Ich will nichts ins Lächerliche ziehen. Natürlich weiß ich nicht, in welcher Form ein Zebra im Himmel fortexistieren wird, ich weiß ja nicht mal, wie sich meine eigene Auferstehung anfühlen wird. Aber dass etwas Unvergängliches auch in einem Tier vorhanden ist, darauf vertraue ich.
WELT ONLINE: Wie kommen Sie dazu?
Hagencord : Zum Beispiel schaue ich nicht weg. Wer all das sinnlose Leid auch der Tiere auf sich wirken lässt, spürt die hoffende Sehnsucht nach dem großen Ausgleich, nach einer Wiedergutmachung.
WELT ONLINE: Bei welchen Anblicken erwacht diese Sehnsucht?
Hagencord: Bei viel zu vielen. Hierzulande müssen zwei Hühner auf dem Platz einer DIN-A4-Seite zusammengepresst vor sich hin vegetieren. Sie können sich nicht bewegen und werden so überfüttert, dass ihr Knochenwachstum mit ihrem Fleischwachstum nicht mitkommt. Das heißt: Sie spüren ständigen Schmerz. Oder denken Sie an Puten, denen hierzulande die Oberschnäbel amputiert werden, weil sie auf so engem Raum leben, dass sie sich sonst gegenseitig zu Tode picken würden.
WELT ONLINE: Die naheliegende Konsequenz wäre mehr Tierschutz.
Hagencord: Unbedingt, aber damit können sie bestenfalls für künftige Tiergenerationen dieses Leid verhindern, für vergangene und gegenwärtige aber nicht.
WELT ONLINE: Was müssen Menschen erwarten, die solche Tierqual unterstützen?
Hagencord : Ich bin kein Bußprediger. Aber: Wer Massentierhaltungsfabriken und deren Geschäft bewusst unterstützt, muss sich fragen lassen, ob dies der Würde des Tieres und seinen Bedürfnissen entspricht. Das gilt auch für diejenigen, die Tiertransporte des Nachts organisieren, damit möglichst wenige Menschen die Schreie der zusammengequetschten Tiere hören.
WELT ONLINE: Und wir Konsumenten?
Hagencord : Wer wider besseres Wissen Billigfleisch aus dem Supermarktregal nimmt, obwohl er genug Geld für den Biometzger besitzt, handelt nicht besser. Von einem denkenden Menschen darf man erwarten, dass er sich fragt: Woher stammen die Eier, die ich färbe, woher kommen das Osterlamm und die billige Putenwurst? Haben diese Tiere artgerecht gelebt? Sind sie so schmerzarm wie möglich getötet worden? Das wäre ostergemäßes Konsumverhalten.
WELT ONLINE: Das dürfte für manche zu asketisch klingen.
Hagencord : Gar nicht! Fleisch vom Biometzger kostet zwar ein paar Euro mehr, dafür schmeckt es aber auch deutlich besser. Und: Man kann es ohne schlechtes Gewissen genießen. Was unser Fleischkonsum für die Tiere bedeutet - diese Frage, diesen rücksichtsvollen Blick sollten wir uns im Alltag aneignen. Das wäre ein schöner Ostervorsatz.
WELT ONLINE: Manchmal ist es aber auch schwierig zu entscheiden, worin der rücksichtvolle Umgang mit Tieren besteht.
Hagencord : Albert Schweitzer hat das mal am Beispiel eines verletzten Vogels festgemacht: Darf ich den wieder hochpeppeln, indem ich ihn mit Insekten und Würmern füttere, also andere Tiere opfere? Aber das sind schwierige Ausnahmefragen. Öko-Fleisch und Eier einzukaufen ist dagegen alltäglich und ganz leicht.
Das Gespräch führte Till-Reimer Stoldt
Das Innenleben von wilden Tieren

Gunther von Hagens vor dem entstehenden Plastinat des Elefanten Samba. Copyright: Gunther von Hagens, Institut für Plastination, Heidelberg
Neunkirchen - Der umstrittene Wissenschaftler und Plastinator Gunther von Hagens ist zurück. Diesmal aber schaut er nicht dem Menschen, sondern den Giganten der Wildnis unter die Haut.
Es ist die erste reine Tier-Ausstellung des umstrittenen Plastinators Gunther von Hagens: “Körperwelten der Tiere” wird am 19. März im Zoo im saarländischen Neunkirchen eröffnet und widmet sich dem Innenleben von Tieren aus Steppe, Urwald und Ozean. Das teilten die Organisatoren am Freitag mit.
Erstmals seien zwei plastinierte Elefanten zu sehen. Die mehr als 3,2 Tonnen schwere Elefantenkuh “Samba” sei zudem “das gewaltigste Lebewesen, das je plastiniert wurde”, hieß es. Elefanten-Dame “Chiana” werde dagegen “in Scheibchen” zu sehen sein.
Auch Gorillas, Giraffen, Bären oder einen Strauß stellt Hagens als Plastinate aus.
Alle Einahmen kommen laut Veranstalter dem Neunkirchner Zoo zugute - als Gegenleistung dafür, dass von Hagens verstorbene Tiere des Zoos plastinieren durfte. Der Zoo will das Geld in die für 2011 geplante Raubtieranlage stecken. Sie soll Bären, Schneeleoparden, Sibirische Tiger, und später auch Asiatische Löwen beheimaten.
Fotos einsenden!

Zu gewinnen gibt es ein 3D-Crystal-Porträt mit Wunschbild.
„Tiere in der Natur” lautet das aktuelle Thema des Fotowettbewerbs auf tierfreunde.de. Hier ist alles erlaubt, der Salamander im Sand, der Wellensittich, der ein Bad in der Sonne genießt, oder der Hund beim Bad im Schnee. Bisher nimmt unter anderem ein tolles Bild von einer Biene beim Nektarsammeln an dem Fotowettbewerb teil. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Romtisches Flair versprüht ein Bild, auf dem ein Schwan bei Sonnenuntergang an einem See zu sehen ist. Rustikaler dagegen die drei Kühe auf einer Weide oder der Hund in der Blumenwiese.
Jeder kann ein Bild einsenden, seinen Favoriten wählen und mit darüber abstimmen, welches Foto gewinnen soll. Für den Sieger gibt es ein dreidimensionales Kristall-Glasporträt mit Wunschfoto, der Zweitplatzierte erhält einen 3D-Kristall-Schlüsselanhänger.
Schickt eure Fotos per E-Mail an tierfreunde.de@freenet.de. Vergesst nicht euren Accountnamen anzugeben, damit die Bilder zugeordnet werden können.
Weitere Informationen zum Fotowettbewerb!
Tierversuche ja oder nein?
“Ein Verzicht auf Tierversuche bedeutet langfristig das Ende unserer hochwertigen Krankenversorgung”, behauptet die Universität Heidelberg. Demnach können Argumente pro Tierversuche zum Beispiel so lauten: die Vorgänge in unserem Körper besser verstehen lernen, die bei Tieren gleich sind; Krankheitsursachen und Behandlungsmöglichkeiten finden; die Wirksamkeit und die Sicherheit von Medikamenten und Lebensmitteln gewährleisten. Gegen Tierversuche spricht beispielsweise, dass tierische Krankheitsmodelle für den Menschen nur eine bedingte Aussagekraft haben. Menschen und Mäuse sind sich zwar ähnlich, aber sie sind nicht gleich. Außerdem können die Tiere in der Versuchstierhaltung und im Versuch selbst oft nicht arttypisch gehalten werden. Sie entwickeln dann Stress- und Verhaltensstörungen.
Natürlich gibt es wesentlich mehr Argumente in dieser Diskussion - ob für oder gegen Tierversuche. Im Forum von tierfreunde.de gibt es weitere Informationen, außerdem kann fleißig mitdiskutiert werden!
Tierische Lieblinge

Koala Sam starb bei einer Notoperation. Fotos: tier.tv
Tierische Lieblinge, tierische Helden und tierische Persönlichkeiten gibt es natürlich viele. Unter einen kleinen Auswahl ließ tier.tv seine Zuschauer abstimmen:
Da wäre beispielsweise Trakr: Der Ausnahmespürhund wird in den USA geklont. Trakr wurde wegen seinens Einsatzes am 11. September 2001 weltberühmt. Oder Bo, der neue Vierbeiner im Weißen Haus. Spürhund Christo erschnüffelte ein kleines Mädchen, die vermisste Kassandra, im Gullischacht. Herzzerreißend ist auch die Geschichte von der Koaladame Sam: Während der Buschbrände in Australien verbrannte sie sich ihre Pfoten, wurde so zum Symbol des Unglücks. Ende 2009 starb sie während einer Notoperation. Sabi, ein Soldat auf vier Pfoten, wird nach einem Jahr von seiner Kompanie in Afghanistan wiedergefunden. Oder Muffy: Eine vor fast zehn Jahren verschwundene Hündin wurde 1800 Kilometer von ihrem australischen Heimatort wiedergefunden. Dank ihres Mikrochips konnte Muffy eindeutig identifiziert werden. Und ein fotogenes Grauhörnchen begeistert auf einem Schnappschuss die ganze Welt.
Der klare Gewinner der Umfrage ist Christo, der Wunderhund von Velbert. Dicht auf den Fersen folgt ihm Sabi, der Soldatenhund. Auf Platz drei wählten die tier.tv-Besucher das namenlose Grauhörnchen.

Spürhund Christo landete auf Platz 1.

Soldat auf vier Pfoten: Sabi.

Der Ausnahmespürhund Trakr wird geklont.

Ein fotogenes Grauhörnchen.
Frohe Weihnachten!
Tierweihnacht
von Christina Telker
In dem Walde steht ein Baum,
lieblich ist er anzuschaun.
Möhren, Äpfel hängen dran
die gebracht der Weihnachtsmann.
Hat der Tiere Tisch gedeckt
sorgt sich, dass es Jedem schmeckt.
Futter soll für Alle sein,
schmatzend grunzt das wilde Schwein.
Freundlich lächelt Fuchs dem Häschen,
Mäuschen wackelt mit dem Näschen.
In der kargen Winterszeit,
solch ein Mahl die Tiere freut.
“Danke, lieber Weihnachtsmann”
stimmen sie ein Loblied an.
Auch Frau Eule, diese Waise,
krächzt ein “Danke” mit, ganz leise.
Friedliche und fröhliche Weihnachtstage wünscht euch und euren Vierbeinern tierfreunde.de!
Jeden Tag ein Türchen
Geschichten, Videos, Rezepte für Plätzchen, Lebkuchenhaus und Punsch - hier gibt es jeden Tag ein “Türchen” für Tierfreunde: Klick!
Weihnachten steht vor der Tür - schenkt Ihr Euren Tieren etwas? Und wenn ja, was? Zur Umfrage!




























