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Kater versteckt sich unter Motorhaube - 200 Kilometer lang

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Renate Prokop kümmert sich vorerst um ihren „Bazi". (Foto: Rammelsberger/tz-online.de)

Unterhaching - Das war wohl Rettung in letzter Sekunde: Aus dem Motorraum eines Kundenautos hat ATU-Werkstattsleiter Sebastian Prokop (28) in Unterhaching einen völlig verängstigten Kater befreien müssen.

Eingeklemmt und abgemagert kauerte der rot-weiße Stubentiger unter der Motorhaube. Entdeckt hatten ihn die Mitarbeiter während einer Inspektion.

„Als wir den Wagen auf der Hebebühne hatten, sahen wir von unten plötzlich den Schwanz eines Tieres herunterhängen“, berichtet der Putzbrunner Prokop dem Münchner Merkur. Zuerst, sagt er, habe er wegen des buschigen Schwanzes gedacht, es wäre ein Fuchs. Doch bei einem Blick unter die Motorhaube kam ein Kater zum Vorschein. „Der lebt nicht mehr“, war Prokops erster Gedanke. Aber dann habe das Tier plötzlich ganz leicht geblinzelt.

Sebastian Prokop ist sich sicher, dass der Kater richtig viel Glück gehabt hat und an einer Stelle saß, wo er nicht die volle Hitze des Motors abbekam. „Sonst hätte er auch leicht verbrennen können.“ Mit einem Satz sprang der Kater nach seiner Rettung davon. Wie und vor allem wo der Kater in das Auto gelangt ist, ist noch unklar. Die Besitzerin des Autos kommt aus Ansbach. „Es kann gut sein, dass er die 200 Kilometer im Motorraum saß“, meint der 28-Jährige.

Da der Kater nicht gechipt ist, gibt es bisher auch keine Anhaltspunkte auf seine Besitzer. Aber bei Prokops Mutter Renate in Putzbrunn hat der Stubentiger vorerst ein liebevolles Zuhause gefunden. Tierfreundin Renate Prokop ist schon ganz vernarrt in ihren frechen „Bazi“, wie sie den Kater genannt hat. „So a lieber Kater ist des und so hübsch“, schwärmt die Putzbrunnerin. Für sie sei es gar keine Frage gewesen, den Bazi bei sich aufzunehmen. Prokops Nachbarin Daniela Mayr hat nun bereits über den Tierschutzverein Freising einen Aufruf gestartet, um die Besitzer des Katers ausfindig zu machen. Wer den Schmudekater vermisst oder weiß, wem er gehört, kann sich melden unter Tel. 60 60 02 12.

(P. Kania/www.tz-online.de)

Like überlebte Höllenqualen

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Like musste fürchterliches aushalten - nun geht es ihr bei ihrer neuen Pflegefamilie gut. (Foto: Tierheim, www.tz-online.de)

Zwei Mal innerhalb von nur fünf Wochen wurde Katze Like (2) vom Lebensgefährten ihrer Besitzerin halbtot gequält. Sie hat es auf erstaunliche Weise überlebt.


Sie schnurrt, schmust, spielt und findet alle Menschen toll. Das ist das eigentliche Wunder der Katze Like (2). Zwei Mal innerhalb von nur fünf Wochen wurde das sanfte Tier vom Lebensgefährten ihrer Besitzerin halbtot gequält. Sie hat es überlebt – weil sie einen eisernen Willen und einen wunderbaren Charakter hat. Und weil Menschen beherzt eingriffen …

Like hatte keinen leichten Start ins Leben. Gerade mal auf der Welt, wurde das Kätzchen im Juli 2010 als Fundkatze im Tierheim abgegeben. Im April 2011 nahm sich ein Mann ihrer an. Ohne Verständigung des Tierschutzvereins – dazu wäre er verpflichtet gewesen –, verschenkte er das Tier später an eine Bekannte in Sendling. Dort begann Likes Unglück. Denn der Freund der Frau hasste das Tier.

Am 13. Dezember 2011 wurde Like zum ersten Mal in die Uni-Tierklinik eingeliefert. Rippenfrakturen, Lungenverletzung, Zähnchen abgebrochen. Wie die Besitzerin das erklärte, ist nicht überliefert. Jedenfalls durfte sie ihre Katze am 21. Dezember abholen.

Keinen Monat später – am 19. Januar – wurde Like in der selben Klinik erneut als Notfall eingeliefert. Sie lag bereits sterbend im Schockzustand. Der Puls war nur noch schwach. Ihre Verletzungen: klaffendes Loch in der Stirn, Schwanzwirbel verrenkt, frische Verletzung am Zungengrund, Schlag- bzw. Trittverletzungen im Nacken, wieder Rippenfrakturen, Bruch der Hüftpfanne und des Schambeins, Hämatome an Augenhöhle und Stirn sowie diverse offene Verletzungen. Dazu ein quälender Schnupfen.

Diesmal schalteten die Tierärzte den Amtsveterinär ein. Der Katzenquäler, angeblich ein Wachmann, wurde angezeigt.

Like kam acht Tage späterzur Rekonvaleszenz ins Tierheim. Dort rührte das schwer verletzte Kätzchen alle Pfleger zu Tränen, weil es trotz aller Schmerzen jeden Besucher laut schnurrend begrüßte. Tierheim-Sprecherin Beate Eteläkoski: „Es ist ein Wunder, dass diese Katze überhaupt noch was mit Menschen zu tun haben will.“

Und wie sie das will: In ihrer neuen Familie rannte sie tagelang hektisch von einem zum anderen: „Sie wollte ihre Liebe halt gleichmäßig verteilen“, sagt ihre neue Besitzerin gerührt. Like ist mittlerweile wieder ziemlich fit, wenngleich sie für immer humpeln wird. Was wirklich niemanden stört. Sie frisst übrigens nur nachts und stets heimlich. Ihre neuen Besitzer glauben, „dass sie beim Fressen überrascht und misshandelt worden ist“.

Die ehemalige Besitzerin will Like übrigens zurückhaben. Daraus wird nichts. Sie konnte Like nicht schützen und wird die Katze daher nie mehr wiedersehen.

Dorita Plange (http://www.tz-online.de/freizeit/tiere/aktuell/katze-like-ueberlebte-hoellenqualen-2279865.html)

Der eingeschweißte Hund

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Eingeschweißt in einen Käfig: Feniks wird von einem Freiwilligen per Spaten gefüttert.

In solch schrecklichen Verhältnissen hat Feniks gehaust: Sein Eigentümer hatte ihn in einen Käfig eingeschweißt - weil er angeblich Angst vor dem Hund hatte. Nun wurde das arme Wesen gerettet - doch auf dem Hof ihn Polen müssen noch mehr Tiere leiden.
Vor fast sechs Monaten erfuhren freiwillige Mitarbeiterinnen des Tierheims Jelenia-Gora in Polen von dem Fall. Sie fuhren zu dem Hof - und waren geschockt. Feniks Käfig war nur unwesentlich größer als er selber. Er stand tagein, tagaus im Freien - seit fast zwei Jahren. Im Regen, im Schnee, in der prallen Sonne. Gefüttert wurde er über einen Topf, der zur Hälfte im Käfig, zur Hälfte außen war. Wasser bekam der Hund nur über die Regenfälle.
Die Mitarbeiter benachrichtigten das zuständige Tierheim, den Tierschutzverein, die Veterinärinspektion, die Polizei. Doch das einzige, was sie erreichten, war im Januar eine Inspektion des TSV und der Veterinärinspektion vor Ort, die „eine Besserung der Lebensbedingungen der vor Ort lebenden Tiere, vor allem des eingeschweißten Hundes“ bescheinigten, denn: Der Käfig mit dem Hund darin wurde mit einem Trecker in einen Schuppen gezogen.
In ihrer Verzweiflung wandten sich die jungen Frauen an einen Tierschutzverein in der Nähe von Krakau. Deren Besitzerin packte eine Flex ein, setzte sich in ihr Auto und fuhr 400 km nach Jelenia-Gora, um den Hund zu befreien. Und wirklich: Sie überredete den Eigentümer, ihr das Tier abzutreten, öffnete den Käfig - und fand darin: Einen vollkommen harmlosen und verängstigten Hund.
Seitdem lebt der Hund bei ihr auf dem Gnadenhof. Natürlich hat er Schaden genommen: Er zeigt Angst vor Fremden, Aggression gegenüber Männern, Stöcken oder plötzlichen Bewegungen. Eine neuen Besitzer wird er wohl niemals finden können. Und die Besitzerin des Tierheims hat einen zusätzlichen Hund, den sie pflegen und ernähren muss. Aber Feniks geht es gut. Er hat es geschafft.

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Feniks hat es geschafft: Er wurde gerettet und lebt nun in einem Tierheim bei Krakau.


Nicht aber die restlichen Hoftiere. Sie leben weiter wie bisher: Etwa fünf Hunde ohne Hundehütten, ohne Fressen und Wasser. Etwa 50 Kühe in „ökologischer Freilandhaltung“: Bis zu den Knien im Schlamm stehend. Dort fressen sie, schlafen gebären ihre Kälber. Und: Der Eigentümer bekommt dafür auch noch Zuschüsse von der EU. Die jungen Mitarbeiterin des Tierheims in Jelenia-Gora kümmern sich weiterhin um die Tiere auf dem Hof. Sie fahren dort mit Hunde- und Katzenfutter hin, bringen Wasser, oder stellen provisorische Hundehütten.
Der Tierschutzverein Jelenia-Gora hat die ganze Sache jedoch ignoriert.
Nun will der Verein „Hundefreunde - Ich will leben! e.V.“ dort tätig werden: Den Hof besuchen, mit dem Eigentümer reden, Futter, Näpfe, Wasser mitbringen, und, ganz besonders: eine Kastration ansprechen, damit weiterem Leid vorgebeugt wird.

Kontakt unter: „Hundefreunde - Ich will leben! e.V.“, Maria Stein, Von-Roon-Str. 31, 50127 Bergheim; E-Mail: post-hundefreunde@web.de; Bankverbindung: Hundefreunde - Ich will leben! e.V. Kto-Nr.: 5509602 BLZ: 67092300 Volksbank Weinheim (Bitte immer genauen Verwendungszweck angeben).

Hunde vor dem sicheren Tod bewahrt


Hunde

Der Sonnenhof nimmt gerettete Tiere auf. (www-tz-online.de)


Rottenbuch - In immer mehr Ländern werden Tötungsstationen für herrenlose Hunde eingerichtet. Der Sonnenhof bei Rottenbuch hat gerettete Tiere bei sich aufgenommen. Für sie werden liebevolle Besitzer gesucht.

„Ich werde mich an diesen Ausdruck nie gewöhnen: Tötungsstation! Man spricht das Wort aus, als wolle man es salonfähig machen. Als ginge es darum, weltweit feste Institutionen daraus zu machen.“ Renate Thyssen-Henne ist erschüttert darüber, dass in immer mehr Ländern unerwünschte Hunde gefangen werden und in Tötungsstationen landen. Wann immer Platz ist, nimmt die Unternehmerin verfolgte Vierbeiner auf ihrem Sonnenhof bei Rottenbuch (Kreis Weilheim-Schongau) auf. Der Verein SOS Projects für Mensch und Tier kümmert sich um die Hunde und sucht für sie ein neues Zuhause.

Gerade sind wieder sieben Hunden zwischen ein und zwei Jahren und 30 – 39 cm hoch auf dem Sonnenhof aufgenommen worden. „Sie waren noch nicht da, da kamen schon wieder Anfragen aus Tötungsstationen in Spanien und anderen Ländern“, berichtet die Tierfreundin.

Die Hunde werden zunächst ärztlich versorgt und vom Team des Sonnenhofs aufgepäppelt. Endlich können sie ohne Angst, ohne Schmerzen und ohne Hunger leben. Doch ihre Geschichte hat noch kein endgültiges Happy End gefunden. Alles ist erst dann gut, wenn sich eine liebevolle Familie für sie meldet. „Wenn Sie einen Hund als Familienmitglied aufnehmen wollen, bitte besuchen Sie uns auf dem Sonnenhof, Sie werden bestimmt Ihren Hund finden“, ist Renate Thyssen-Henne überzeugt.

(tz-online.de)

So können Sie helfen

Sie möchten einen Hund von SOS PROJECTS für Mensch und Tier e.V. haben? So geht’s: Rufen Sie an unter: 08867/92 11 36. Sie können auch direkt zum Sonnenhof fahren. Besuchszeiten sind täglich von 12 bis 16 Uhr oder nach telefonischer Absprache. Der Sonnenhof liegt in Hochkreit 8 bei Rottenbuch. Von München aus ist er am besten über die A95 (Ausfahrt Murnau) zu erreichen.
Sie möchten SOS PROJECTS für Mensch und Tier e.V. unterstützen? Dann werden Sie Fördermitglied für 60 Euro pro Jahr oder spenden Sie gegen Quittung. Alle Spenden werden ohne Abzüge ausschließlich für Mensch und Tier eingesetzt.

Das SOS-Spenden-Konto: 90999

BLZ 70020270

Hypo-Vereinsbank München

Weitere Infos bei SOS PROJECTS für Mensch und Tier e.V., Herzogstraße 127, 80796 München, Tel.: 089/90 93 65 90,

Internet: www.sos-projects.org

Feuerwehr rettet Rehbock aus Kanal

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Helfer der Feuerwehr retten diesen Rehbock aus dem Isarkanal.© Günter Herkner

Niederneuching - Aufwändige Rettungsaktion: Ein Rehbock war in den Isarkanal gestürzt. Feuerwehr und Wasserwacht mussten das hilflose Tier aus dem Wasser fischen.
Schon wieder mal zu einer Tierrettung mussten am Montagnachmittag zahlreiche Rettungskräfte von Feuerwehr und Wasserwacht ausrücken. Gegen 15.30 Uhr hatten Spaziergänger einen Rehbock nahe Niederneuching im Isarkanal treiben sehen.
Aufgrund der glatten und steilen Betonwände war es dem Bock unmöglich, sich selbst aus seiner misslichen Lage zu befreien. Daraufhin lief eine große Rettungsaktion mit Wasserwacht und BRK Erding sowie den Feuerwehren Niederneuching, Moosinning und Erding und den First Respondern aus Eicherloh an. Flugs war ein Boot zu Wasser gelassen.
Niederneuchinger Kameraden gelang das Kunststück, das Tier einzufangen. Nach einer kurzen Bootsfahrt ging’s an Ufer. Dort wurde der Bock an Land gehievt. Sobald er wieder festen Boden unter den Füßen hatten, nahm er selbige in die Hand und machte sich buchstäblich vom Acker.
(ham)

Mehr Fotos von der Rettungsaktion gibt es unter www.merkur-online.de zu sehen.


Die Rettung der wild lebenden Pferde im Donaudelta

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Die Arbeitspferde der Kolchosen wurden sich selbst überlassen und entwickelten schließlich wieder Herdenstrukturen. Foto: Vier Pfoten

Im Donaudelta droht 2500 wild lebenden Pferden der Abschuss. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat ein Notrettungsprogramm gestartet und 105 Tonnen Futter nach Rumänien gebracht.

Die örtlichen Behörden, die in den Pferden eine Bedrohung für das geschützte Marschland sehen, haben mittlerweile eingewilligt, ihre Pläne zur Tötung der Tiere auszusetzen, wenn Vier Pfoten die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Populationskontrolle umsetzt. In den kommenden Monaten wird ein Team aus Wildtierexperten und Veterinären medizinische Hilfe für diese einzigartigen Pferde leisten und die Hengste, die keine Führungsrolle im Herdenverband spielen, kastrieren.

Die faszinierende Naturlandschaft des Donaudeltas ist Schauplatz einer seltenen Wiederansiedlung von Wildtieren: Die Arbeitspferde der rumänischen Kolchosen wurden sich selbst überlassen, als das Ceaușescu-Regime zusammenbrach. Die Tiere durchstreiften die nahen Flusslandschaften und Wälder und entwickelten schließlich wieder Herdenstrukturen, wie sie sonst nur bei etablierten Wildtierverbänden zu finden ist.

Wild lebende Pferde sind auf der ganzen Welt ein seltener Anblick geworden - es ist umso faszinierender, wie sie sich im dicht besiedelten modernen Europa wieder entwickeln konnten. Im rumänischen Marschland gestaltet sich ihre Futtersuche jedoch als schwierig: Sie grasen die sensible und streng geschütze Pflanzenwelt ab und nagen an Baumrinden. Doch auch dies schaffte keine ausreichende Lebensgrundlage für den wachsenden Bestand an Pferden: Viele von ihnen verhungerten im unbarmherzigen Winter von 2009. Schließlich plädierten auch noch Umweltschützer für ihren Abschuss - ein komplexer Interessenskonflikt zwischen jenen, die die Natur bewahren wollen, und jenen, für die die Lebewesen oberste Prioriät haben.

Während die Behörden die Tötung der 2500 Pferde vorbereiteten, ergriff Vier Pfoten eine Reihe von Sofortmaßnahmen: Bereits im Dezember 2010 wurden über 100 Tonnen Pferdefutter in die Region verschifft und im Lebensraum der Tiere verteilt. Diese Versorgungsmaßnahmen werden fortgesetzt, um neue Konflikte mit den wachsamen Naturschützern zu unterbinden, aber auch, um neuerliche Hungerkatastrophen im Winter zu vermeiden. Die Detailpläne sehen vor, Hengste, die keine Führungsrolle im Herdenverband spielen, zu kastrieren und so viele Tiere wie möglich zu impfen und Blutproben zu entnehmen.

Die Behörden haben diese Vorschläge akzeptiert und die Abschusspläne ausgesetzt. Während nun versucht wird, diese Schonfrist auszuweiten, haben bereits die Vorbereitungen begonnen, um dauerhafte Hilfe für die Tiere zu gewährleisten und eine gesunde Population der Pferde im Donaudelta zu garantieren. Dass es diese wild lebenden Pferde in Europa gibt, ist ein so seltener und schöner Anblick, dass er für künftige Generationen erhalten bleiben muss.

www.vier-pfoten.de


Wer rettet Angelo?

angeloDas Schicksal meint es nicht gut mit den ungleichen nun 14-jährigen Katerkameraden Michel (Norwegischer Waldkater-Mix) und Angelo (Kartäuser-Mix). Angelo, einst geliebter und einziger Kronprinz seines Frauchens, bekommt schon früh einen Konkurrenten vor die Nase gesetzt, den er wenig leiden kann.

So gut es eben geht, teilen sich die zwei die Wohnung und die Liebe ihres Frauchens. Wenn möglich geht Angelo dem Neuen aus dem Weg. Michel, der ausgesetzte Neuankömmling, hat es auch nicht leicht. Von Natur aus freundlich und aufgeschlossen zu allen Katzen und Menschen versucht er immer wieder, Angelos Freundschaft zu gewinnen. Er gurrt ihn freundlich an, schleckt ihm zärtlich den Kopf und nimmt ihm das ständige Angeknurre niemals übel. Doch Angelo ist nur genervt von Michel und haut, knurrt und faucht. So leben die zwei ein paar Jahre nebeneinander her bis ihr Frauchen plötzlich stirbt.

Vom zurückgebliebenen Witwer nur widerwillig geduldet beginnen nun zehn trübe Jahre für die zwei. Doch es kommt noch viel schlimmer: Als die beiden bei ihren Streifzügen draußen Flöhe bekommen, will ihr Besitzer sie einschläfern lassen! Er wirft sie aus der Wohnung und sucht einen Tierarzt, der sie einschläfern soll. Gottseidank weigern sich alle angesprochenen Tierärzte so etwas zu tun. Eine Tierärztin aber bietet an, die beiden zur Vermittlung zu übernehmen. So sind die zwei schnell dort abgeliefert. Eine Pflegestelle ist bald gefunden, aber Michel ist so knochendürr, dass zuerst noch ein großes Blutbild gemacht wird. Dabei stellt sich heraus, dass er eine heftige, wohl schon sehr lange unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion hat. Auf der Pflegestelle fällt zudem auf, dass er schwer atmet und nur immer wieder kurz auf der Seite liegen kann, dann wird er unruhig und steht auf. Deshalb wird er einer Internistin zum Herzultraschall vorgestellt. Dabei wird neben einer schweren Herzinsuffizienz eine noch weit schlimmere Diagnose gestellt: Lymphdrüsenkrebs im Endstadium. Die Internistin gibt ihm noch etwa vier Wochen bis zum unvermeidlichen Einschläfern.

Michel scheint von alledem nichts zu wissen: Er blüht auf, seit er entwässernde Medikamente bekommt ist die Atemnot vorbei, er frisst mit großem Appetit und nimmt auch gut zu. Er spielt hingebungsvoll mit Fellbällchen und Klappermäuschen, trägt sie im Maul spazieren und wirft sie hoch in die Luft.

Angelo hingegen kommt mit dem Ortswechsel gar nicht zurecht. Er ist sehr ängstlich und zurückhaltend. Zu seiner Pflegemama fasst er schnell Vertrauen, lässt sich kraulen und auf den Schoß nehmen, aber jeden anderen faucht er zunächst an, bis er dann langsam auftaut und sich näher wagt. Leider hat seine Pflegemama viele andere Tiere zu versorgen und so bleibt wenig Zeit zum Schmusen. Doch genau das bräuchte Angelo so sehr. So sitzt er Tag für Tag ab und wartet auf die wenigen Momente in denen sie Zeit für ihn und Michel hat.

Angelo soll bei Michel bleiben, bis es Zeit wird ihn einzuschläfern, denn auch wenn er Michel ablehnt ist es für Michel besser einen brummeligen Angelo zu haben, als gar keine Katzen um sich herum.

Doch danach braucht der kerngesunde Dickmops Angelo ganz, ganz schnell ein neues Zuhause in dem er als Alleinherrscher Haus und Garten unsicher machen darf (dann wird er sicher auch wieder ein wenig schlanker werden, denn im Moment wird Michel regelrecht gemästet, und da futtert Angelo natürlich gerne mit - und der gewohnte Freilauf fehlt ihm natürlich auch sehr!

Er kommt mit älteren Kindern gut aus, der zwölfjährige Bub auf der Pflegestelle ist ein vertrauter und willkommener Spiel- und Schmusepartner. Jüngere Kinder werden geduldet aber nicht geliebt. Angelo ist - genau wie Michel - noch sehr verspielt, er liebt Flummis und dicke Fellmäuse, springt auch gerne Schnüren und Federn nach, ist aber (noch?) nicht ganz so kindlich-ausgelassen dabei, wie Michel.

Wer kann sich vorstellen den lieben und wunderwunderschönen Schmusekater Angelo bei sich aufzunehmen und ihm noch ein paar schöne Jahre zu schenken in denen er endlich spüren darf wie es ist daheim willkommen zu sein - als einziger, über alles geliebter Kronprinz?

Kontakt über redaktion@tierfreunde.de.

Ein tierischer Fund in den Trümmern

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Kater Felix nach seiner Rettung. Foto: Hanano

Fünf Wochen nach dem Einsturz des Historischen Archivs in Köln haben Feuerwehrleute einen tierisch erfreulichen Fund gemacht. Aus den Trümmern retteten sie den glücklichen Kater Felix, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

Mehr als einen Monat lang hat Felix eingeklemmt im Historischen Archiv ohne Wasser und ohne Nahrung überlebt. Als Alexander Hintzen (20) und sein gleichaltriger Feuerwehrkamerad Stefan Lorscheid von der Löschgruppe Brück gestern Nachmittag auf der Suche nach Dokumenten die Trümmer des Stadtarchivs durchwühlten, trauten sie zunächst ihren Augen nicht. “Auf einem Vorsprung guckten unter vier oder fünf großen Steinen ein Kopf und zwei Pfoten heraus”, berichtete Lorscheid. “Und sie bewegten sich.”

Am 34. Tag nach der Einsturzkatastrophe ist der Fund ein kleines Wunder. Höhenretter befreiten den Kater, der auf der Seite liegend nicht vor und zurück konnte. Und als die Retter das abgemagerte Tier zur Einsatzleitstelle in ein paar Containern auf dem benachbarten Lehrerparkplatz trugen, brachte der Stubentiger sogar das ein oder andere Miauen zustande. “Man sagt, Katzen hätten sieben Leben. Der Kater hier hat aber sicher sechs aufgebraucht”, meinte ein Feuerwehrmann, der sich mit den Kameraden freute.

Andrea Schroeder, die den zwölf Jahre alten Felix in die Familie aufnahm, als er sechs Wochen alt war, eilte sofort zur Fundstelle. Ihren Eltern Monika und Edgar, die seit dem Einsturz des Hauses Severinstraße 220 beim Freund der Tochter in Frechen leben, hat sie zunächst nichts gesagt. „Ich wollte erst ganz sicher sein, dass er es ist”, sagte sie und streichelte das verstörte Tier, das sich in einem Pappkarton der Feuerwehr zusammenkauerte. “Das ist er.”

Neue Hoffnung keimte mit dem sensationellen Fund auf: Denn die Schwester von Felix, die ebenfalls zwölf Jahre alte Katze “Cleo”, fehlt noch. Andrea Schroeder hatte noch am Morgen etliche Suchzettel im Umfeld der Einsturzstelle aufgehängt, weil sie dachte, dass die Tiere vielleicht beim Einsturz entflohen und in der Umgebung untergekommen wären. An diesen Zettel erinnerte sich nach dem Fund gleich ein Feuerwehrmann und sorgte damit für ein schnelles Wiedersehen von Besitzerin und Kater.

Der Tierarzt konnte Felix gestern noch nicht eingehend untersuchen. „”Spritzen und eine Infusion hat er bekommen”, berichtete Andrea Schroeder - Aufbaupräparate, vermutet sie. “Die rechte Vorderpfote ist dick, und deshalb humpelt er ein wenig, aber er hat sich schon das Sofa erobert und schnurrt, wenn ich ihn streichle”, stellte die Besitzerin am Abend fest, noch ehe sie ihre Eltern mit dem Rückkehrer überraschte. Fressen wollte die magre Hauskatze aber noch nicht, trank jedoch. “Morgen wird Felix nochmal untersucht. Und dann kriegt er in den nächsten Tagen ein komplettes Wellnessprogramm und wird wieder aufgepäppelt.” Und in ein paar Monaten, wenn die Eltern in ihre neue Wohnung in der Elsaßstraße ziehen, dann wird auch Felix wieder ins Veedel zurückkehren.

Kölnische Rundschau