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Schmerzen wegen Fütterungsfehler: Hufrehe

Achmed hat starke Schmerzen. Der Haflingerhengst schwitzt, atmet schnell und streckt die Vorderbeine so weit wie möglich nach vorne. Achmed versucht, seine vorderen Hufe zu entlasten. Er hat Hufrehe.

Hufrehe ist die Folge von Stoffwechsel-Prozessen, die sich unter anderem im Darm abspielen. Sie ist eine klassische Wohlstandskrankheit der Pferde und wird meist durch zu energiereiches Futter ausgelöst. Neben zu vielen Kohlenhydraten können aber auch zahlreiche andere Ursachen dahinter stecken.

Die Ursachen:

1. Futterrehe: Durch übermäßige Fütterung eiweißhaltiger Futtermittel (Hafer, Gerste, Mais, Roggen, Melasse, Hülsenfrüchte) und massenhaft Kohlenhydrate entsteht aus der reichlich vorhandenen Aminosäure (Histidin) Histamin. Dieser Stoff löst die Erkrankung aus.
2. Toxische Rehe: Vergoftung durch Arzneimittel, Chemikalien oder Aufnahme von giftigen Pflanzenteilen wie Akazienrinde, Rhizinissamen.
3. Rehe durch Infektionskrankheiten wie Influenza.
4. Geburtsrehe bei Nachgeburtsverhalten. Die Nachgeburt bleibt zu lange im Uterus, woraufhin Giftstoffe aus der Gebärmutterwand austreten.
5. Belastungsrehe: Auch nach hoher Belastung, wie langen Märschen auf steinigem oder gefrorenem Boden, kann es zu einem Hufreheschub kommen.

Besonders gefährdet sind übergewichtige Tiere - wie Achmed. Darunter gibt es auch überdurchschnittlich viele Ponys, die zu üppig gefüttert werden. Das 31-jährige Pferd hat sich sogar hinlegt, um den Druck von den vorderen Hufen zu nehmen.

Doch was passiert eigentlich bei einem Hufreheschub? Wenn massenhaft Kohlenhydrate, die Gräser als Zucker (Fructan) speichern, in den Darm gelangen, kann das kranke Pferd diese nicht verstoffwechseln. Stärke- und zuckerknackende Bakterien sterben im Darm. Dabei werden Gifte freigesetzt, die über das Blut in die bestens durchblutete Huflederhaut gelangen. In den Blutkapillaren, den feinsten Blutfgefäßen in der Huflederhaut führt die akute Sauerstoffnot zum Absterben der Huflederhautstrukturen. Die Schmerzen verursachen Muselkontraktionen, der Zug der Strecksehe überwindet den Zug der Beugesehne, wodurch sich das Hufbein senkt oder rotiert. Daraus resultiert die Zerstörung des Aufhängeapparates, der das Hufbein mit der Hornkapsel verbindet. Im schlimmsten Fall löst sich die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel, das Pferd “schuht aus”.
Bei Achmed konnte der Tierarzt Schlimmeres verhindern: Der akute Reheschub ist innerhalb von einer Woche wieder im Griff. Mit entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Mitteln, der regelmäßigen Kühlung der Hufe, einer gut eingestreute Box sowie weiteren Maßnahmen war der mächtige Hengst bald wieder fit. Jetzt muss er strenge Diät halten.

Die Therapie bei einem Hufreheschub:

Hufrehe ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss. Bis der Tierarzt kommt, sollte das Pferd auf sehr weichem Boden ruhig gestelltwerden. Die Kühlung der betroffenen Hufe schafft Schmerzlinderung, am besten, das Pferd wird in einen Eimer mit kaltem Wasser gestellt.

Als Sofortmaßnahme kann ein Aderlass sinnvoll sein, da er die Durchblutung fördert. Das Blut sollte durch die gleiche Menge an Kochsalzlösung ersetzt werden. Außerdem verabreicht der Tierarzt dem Pferdentzündungshemmende und durchblutungsfördernde Mittel.

Die Gabe von phytotherapeutischen Zusammensetzungen, also einer Mischung aus Pflanzendrogen, schlägt bei den meisten Pferden besonders gut an. Da Tierärzte auf diesem Gebiet meist nicht fachkundig sind, zieht der Pferdebesitzer am besten einen Tierheilpraktiker zu Rate. Außerdem können Akupunktur und Homöopathie die Behandlung von Hufrehe unterstützen.

In der akuten Phase kann ein Tape-Verband mit Unterpolsterungdie Schmerzen des Pferdes lindern, weil der Druck auf den Huf damit gemindert wird. Teilweise wird geraten,  die Trachten hochzustellen, um den Zug der tiefen Beugesehne auf das Hufbein zu verringern und somit einer Hufbeinrotation oder -senkung entgegenzuwirken.


Das Thema im Foeum von tierfreunde.de:  Hufrehe

Spannende Kopf-an-Kopf-Rennen

schlittenrennenParsberg - Jedes Jahr kämpfen Ponys und Großpferde jeder Rasse um sportliche Ehren: Beim Schlittenrennen in Parsberg hat es spannende Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben. Rund 150 Pferde gingen mit Reitern und Fahrern an den Start - ob vor dem Schlitten, mit Skifahrer, im gestreckten Galopp oder ganz ohne Reiter wie der Hengst Hadoway. Hier gibt es Bilder von dem Spektakel im Schnee.

(Foto: mm)

Vierte Berliner Heimtiermesse

Skatendes Minischwein Piccolino erfreut seine Fangemeinde

heimtiermesseDrei Tage lang war die vierten Berliner Heimtiermesse Treffpunkt für Tierfreunde und Tierbesitzer. 22 800 Besucher kamen in die Arena in Treptow. Rund 130 Aussteller boten ein breites Spektrum an Futtermitteln, Zubehör, Accessoires und vielem mehr.

Trendige T-Shirts mit lustigen Aufdrucken wie „Desperate Housedog“ oder „Zicke“ sind gut angekommen. Ein Bestseller war beispielsweise eine Webpelzjacke mit Lederimitat, die es sowohl für kleine als auch für große Hunde gab. Auch die Futterhersteller hatten alle Hände voll zu tun.

Die zahlreichen Vereine und Verbände, die sich präsentierten, ziehen eine nach den drei Messetagen eine positive Bilanz. Viele von ihnen stellten ihre Rassen vor und standen anschließend für Fragen zur Verfügung. Zum kostenlosen Gesundheitscheck kamen rund 200 Hunde. „Wir verschaffen uns einen groben Gesamteindruck, indem wir Fell, Ohren, Augen, Zähne und das Gewicht kontrollieren. Leider haben viele Hunde Übergewicht, so dass ich eine Diät empfehlen muss“, berichtet Veterinärmedizinerin Dr. Simone Radicke.

Ein großer Anziehungspunkt war natürlich auch die Showfläche, auf der täglich actionreiche Shows, Rassepräsentationen und informative Veranstaltungen stattfanden. Das Minischwein Piccolino begeisterte Groß und Klein: Es hat viele Tricks auf Lager, wie das Skateboardfahren. Das extrem gelehrige Minischwein hat mittlerweile rund 60 Kunststücke in seinem Repertoire. Auch Kater Filou verstand es, sein Publikum zu begeistern, und zeigte ganz katzenuntypisch, wie man „Sitz“ und „Platz“ macht und Pfötchen gibt.

Die nächsten Heimtiermesse des Veranstalters TMS findet vom 3. bis 5. April in Augsburg statt.

Weitere Informationen: www.heimtiermesse.de

Foto: André Wirsig

Helfen Sie den frei lebenden Pferden in Australien!

Die australische Regierung hat die “Brumbies”, frei lebende Pferde des Kontinents, zu eingeschleppten Schädlingen erklärt, deren Bestand zu kontrollieren sei. Etwa 6.000 Pferde sollen deshalb in den nächsten Monaten abgeschossen werden. Viele Tiere werden bei dieser Jagd nicht sofort getötet, sondern nur verletzt und müssen dann quallvoll verenden. Eine grausame und sinnlose Aktion, denn es gibt Alternativen, die von Tierschützern erarbeitet wurden und der Regierung bereits vorliegen.

Protestieren Sie gemeinsam gegen das brutale Abschlachten der Tiere und helfen Sie uns, die Brumbies zu retten!

Mit deinem Pferd zurück in die Natur

reitsport„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, sagt ein altes - und zugegebenermaßen abgedroschenes - Sprichwort. Tatsächlich – Kinderaugen leuchten heller, wenn sie Pferde sehen. Für viele Mädchen gibt es nichts schöneres, als auf dem Pferderücken zu sitzen und loszureiten. Auch mehr und mehr Erwachsene entdecken den Pferdesport und damit die Freude am Umgang mit dem Pferd.
Beim Ritt durch Wald und Flur die Natur genießen und entdecken, über Wiesen und Felder galoppieren – klingt schön, ist aber ein langer Weg bis dorthin und teilweise harte Arbeit.
„Gerade sitzen, Absätze tief, Schultern zurück, Hände ruhig, losgelassen und locker sitzen“ – das alles auf einmal?! Die Reitschüler schwitzen. Sie alle wollen nur eins: das Pferd in allen drei Grundgangarten – Schritt, Trab und Galopp – beherrschen. Denn nur so kommt es zur Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Und schließlich zu besagtem Ausritt.

Reiten wird nie langweilig

Wer sich für den Pferdesport entscheidet, wählt einen eigenständigen, sensiblen Sportpartner. Und deshalb wird Reiten nie langweilig. Egal ob als Freizeit- oder Turnierreiter sieht man sich konfrontiert mit dem eigenen Willen, Temperament und Charakter des Pferdes. Und genau das unterscheidet den Pferdesport von den meisten anderen Sportarten. Es kommt nicht nur auf die eigene Leistungsfähigkeit an, sondern darauf, dass es gelingt, das Pferd als Partner zu motivieren. Eine tägliche Herausforderung an das reiterliche – und menschliche - Einfühlungsvermögen und Können.

Reiten ist nicht nur ein Sport, sondern eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht: der Umgang mit einem zwar großen, aber sehr sanftmütigen Wesen. Reiten macht den Kopf frei, und das Pferd bringt uns die Natur wieder näher. Dabei bietet Reiten den Kindern viele Vorteile: Es stärkt die körperliche Entwicklung, es fördert die Beweglichkeit, vermittelt neue Bewegungserfahrungen und wirkt Haltungsschäden entgegen. Auch auf die Psyche wirkt sich Reiten positiv aus, denn es schult die Sensibilität gegenüber anderen Lebewesen.

Der Kontakt mit dem Pferd ist für die Kinder etwas ganz Besonderes. Beim Reiten müssen sie sich intensiv auf das Tier einlassen, können es nicht einfach weglegen wie ein Sportgerät. Kinder können lernen, Verantwortung zu übernehmen und selbst auch einmal zurückzustecken.

Dressur, Springen und Co.

Reiten gliedert sich in verschiedene Teilgebiete, hier die bekanntesten:
Dressur: erinnert zunächst nach Peitsche, Sporen und Zwang. Ziel der Dressur ist jedoch, auf einem losgelassenen Pferd die optimale Harmonie durch minimale Verständigungszeichen (Hilfen) zu erreichen. In der Dressur als Wettkampfdisziplin finden die Prüfungen auf einem so genannten Dressurviereck statt. Je nach Schwierigkeitsgrad müssen die Pferde und Reiter verschiedene Lektionen zeigen. Eine dressurmäßige Grundausbildung sollte jeder Reiter absolvieren, ob dann Turniersport daraus wird, wird sich zeigen.
Springen: Pferd und Reiter überwinden mehrere Sprünge in einer bestimmten Reihenfolge, Ziel ist der flüssige Bewegungsablauf. Im Turniersport, sprich im Parcours, werden Können von Pferd und Reiter hinsichtlich Höhe und Typ des Hindernisses, der Anzahl der Galoppsprünge zwischen den Hindernissen und der Zeit geprüft.
Vielseitigkeit: wird ursprünglich als Military bezeichnet und ist die Kombination aus Dressur, Geländereiten und Springreiten. Die Vielseitigkeit beruht ursprünglich auf den militärischen Prüfungen, die Ausdauer, Schnelligkeit und Gehorsam der Pferde sowie das Können der Reiter prüfen. Der Geländeritt umfasst eine Strecke über Straßen und kleinere Wege zum Hinderniskurs mit etwa 30 Natur-Hindernissen.
Westernreiten: Vollbremsungen aus vollem Galopp, Wendungen auf der Hinterhand, dazu ein breitkrempiger Hut und verzierte Cowboystiefel. Im Turniersport unterscheidet man viele Bereiche, vom Reining, Cutting bis Trail.
Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, mit dem Pferd seine Freizeit zu verbringen – Voltigieren, Fahren, Polo, Distanzreiten, Jagdreiten, Rennen. Die gängige Reitweise ist die englische.

Reitstunden, Pflegepferd, Reitbeteiligung oder eigenes Pferd

Die Liebe zum Pferd ist vielen Menschen natürlich in die Wiege gelegt. Drum sehen sich viele Eltern mit dem Wunsch ihres Kindes – meistens wohl Mädchens – konfrontiert, dass es reiten lernen will. Von den ersten Reitstunden an der Longe bis zum ersten Ausritt braucht es im Durchschnitt zehn Reitstunden. Eine Reitstunde kostet zwischen 11 und 15 Euro. Die Kinder in den Reitschulen lernen nebenbei den Umgang mit dem Pferd, dürfen sich oft um ein „eigenes Pflegepferd“ kümmern.
Der Reitsport mit einem eigenen Pferd ist zweifellos eine kostenintensive Freizeitbeschäftigung. Ein Pensionspreis von 150 Euro pro Monat, bei dem nur Stall, Futter, Koppel und die Pferdegrundversorgung (Füttern, Misten) angeboten werden, schnellt auf 250 bis über 400 Euro, wenn darüber hinaus eine Reithalle (Longierhalle, Führanlage, qualitativ hochwertiger Reitplatz etc.) und entsprechende Serviceleistungen vorhanden sind.

Die Alternative dazu ist die Reitbeteiligung. Je nach Absprache mit dem Besitzer kann man so einige Tage pro Woche reiten und beteiligt sich pauschal an den monatlichen Kosten (ab 50 Euro pro Monat).

no/Münchner Merkur