41 wilde Pferde gerettet

Ein gerettetes Pferd springt in die Freiheit. Foto: Vier Pfoten, Alex Tanasescu
Hamburg - Auch die letzten 19 wild lebenden Pferde sind wieder sicher zurück im rumänischen Donau-Delta angekommen. Insgesamt 46 Pferde wurden dort im Mai illegal eingefangen. Sie sollten zum Schlachthof gebracht werden, da sie angeblich die Bäume im Naturschutzgebiet anfressen würden. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten konnte den Transport zum Schlachthof in letzter Minute aufhalten und die traumatisierten Wildpferde auf einer Farm in Urleasca nahe Braila unterbringen. Fünf Tiere, darunter zwei Fohlen, starben während des Schlachthoftransports. Sie litten an schweren Verletzungen und Traumata. Die ersten 22 Tiere wurden bereits Ende August von Vier Pfoten zurück ins Donau-Delta gebracht. Jetzt sind die Tierschützer erleichtert, dass der zweite Transport ohne Zwischenfälle abgelaufen ist.
Der Transport von Urleasca ins Donau-Delta dauerte ungefähr acht Stunden. Die Tiere kamen gegen Abend im Donau-Delta an. Dort wurden sie von der lokalen Bevölkerung herzlich begrüßt. Noch im August hatten sich die Bewohner kritisch gegenüber der wild lebenden Pferde ausgesprochen. Doch dank Lobbyarbeit von Vier Pfoten werden die Tiere jetzt nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen.
„Ende November werden wir neue Blutanalysen anfordern müssen. Wenn die Pferde gesund sind, werden wir sie im Naturschutzgebiet Letea freilassen. Dann wäre diese dramatische Episode im Leben der Tiere ein für alle Mal beendet”, sagt Projektleiter Robert Hengl. „Wir hoffen, dass sich die Schlachthoftransporte nicht noch einmal wiederholen - und Vier Pfoten nie wieder im Donau-Delta eingreifen muss.” Die Organisation kommt für den Transport, die medizinische Versorgung und das Futter der Tiere auf. Die Organisation finanziert sich ausschließlich von Spenden.
Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de im Bereich Projekte / Pferde.
Pferdewirt
Wer Pferdewirt werden möchte, muss selbstständig und engagiert arbeiten, in guter körperlicher Verfassung sein und große Tierliebe mitbringen. Auch die Bereitschaft ungeregelte Arbeitszeiten, sowie Nacht- und Wochenenddienste auf sich zu nehmen, muss vorhanden sein. Bereits vor Beginn der Berufsausbildung sollten Grundkenntnisse im Umgang mit Pferden und je nach Schwerpunkt im Reiten erworben werden.
Ein bestimmter schulischer Abschluss für die Berufsausbildung wird nicht verlangt. Grundsätzlich beträgt die Ausbildungsdauer drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt werden. Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt.
Schwerpunkt Pferdezucht und -haltung
Der Pferdewirt mit dem Schwerpunkt Zucht und Haltung ist für die Entwicklung des Pferdes, angefangen von der Bedeckung über die Geburt bis zum ausgewachsenen Zucht- oder Sportpferd verantwortlich. Pferdezucht, Fütterung, Haltung, Pflege, Stallbau, Umgang mit landwirtschaftlichen Geräten, Gesundheitspflege und Veterinärkunde werden intensiv vermittelt. Neben einem einfühlsamen Kontakt mit den Tieren sind die Kenntnis der züchterischen Grundlagen und ein gutes “Auge” für die Anlagen der Tiere notwendig.
Die Bewegung und das Deckenlassen der Hengste, der Umgang mit den Zuchtstuten sowie der Kontakt zur Kundschaft, gehören zu den täglichen Aufgaben.
Schwerpunkt Reiten
In diesem Schwerpunkt wird ein hohes Maß an Sportlichkeit, Geschick und Ausdauer verlangt. Fundierte Reitkenntnisse vor Beginn der Ausbildung sind notwendig. Es sollte das Reitabzeichen Kl. 3 vorliegen.
Ein Aufgabenbereich ist das Anreiten und die reiterliche Förderung junger Pferde. Hierzu gehören auch das Bestreiten von Turnieren und Wettkämpfen (Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitsprüfungen). Der zweite Bereich ist das Aus- und Fortbilden von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Reitsport. Daher werden ein sicheres Auftreten und Freude im Umgang mit Menschen erwartet.
Schwerpunkt Rennreiten
Die wohl wichtigste Grundvoraussetzung ist, dass der Auszubildende eine mittlere Körpergröße und ein niedriges Körpergewicht mitbringen sollte. Weiterhin sollte eine gute Kondition, sportliches Können, Selbstdisziplin und Leistungsbereitschaft vorhanden sein. Die Rennreiter haben neben dem großen Komplex der Fütterung, Pflege und Haltung von Pferden die Aufgabe, die Pferde des Rennstalls zu trainieren und auf der Rennbahn zu starten.
Schwerpunkt Trabrennfahren
Geringes Körpergewicht, Sportlichkeit, körperliche Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft und natürlich die Freude am Trabrennsport sind Voraussetzungen. Die Auszubildenden werden unter anderem in den Bereichen Haltung, Pflege, Hufbeschlag, Training und Beschirrung unterwiesen. Zur theoretischen Ausbildung gehören die Geschichte des Trabrennsports, Beschirrungskunde, Trainingsmethoden und die Regelung des Rennwesens. Bis zur Abschlussprüfung müssen die angehenden Pferdewirte an mehreren öffentlichen Rennen teilnehmen.
(Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft)
Die Rettung der wild lebenden Pferde im Donaudelta

Die Arbeitspferde der Kolchosen wurden sich selbst überlassen und entwickelten schließlich wieder Herdenstrukturen. Foto: Vier Pfoten
Im Donaudelta droht 2500 wild lebenden Pferden der Abschuss. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat ein Notrettungsprogramm gestartet und 105 Tonnen Futter nach Rumänien gebracht.
Die örtlichen Behörden, die in den Pferden eine Bedrohung für das geschützte Marschland sehen, haben mittlerweile eingewilligt, ihre Pläne zur Tötung der Tiere auszusetzen, wenn Vier Pfoten die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Populationskontrolle umsetzt. In den kommenden Monaten wird ein Team aus Wildtierexperten und Veterinären medizinische Hilfe für diese einzigartigen Pferde leisten und die Hengste, die keine Führungsrolle im Herdenverband spielen, kastrieren.
Die faszinierende Naturlandschaft des Donaudeltas ist Schauplatz einer seltenen Wiederansiedlung von Wildtieren: Die Arbeitspferde der rumänischen Kolchosen wurden sich selbst überlassen, als das Ceaușescu-Regime zusammenbrach. Die Tiere durchstreiften die nahen Flusslandschaften und Wälder und entwickelten schließlich wieder Herdenstrukturen, wie sie sonst nur bei etablierten Wildtierverbänden zu finden ist.
Wild lebende Pferde sind auf der ganzen Welt ein seltener Anblick geworden - es ist umso faszinierender, wie sie sich im dicht besiedelten modernen Europa wieder entwickeln konnten. Im rumänischen Marschland gestaltet sich ihre Futtersuche jedoch als schwierig: Sie grasen die sensible und streng geschütze Pflanzenwelt ab und nagen an Baumrinden. Doch auch dies schaffte keine ausreichende Lebensgrundlage für den wachsenden Bestand an Pferden: Viele von ihnen verhungerten im unbarmherzigen Winter von 2009. Schließlich plädierten auch noch Umweltschützer für ihren Abschuss - ein komplexer Interessenskonflikt zwischen jenen, die die Natur bewahren wollen, und jenen, für die die Lebewesen oberste Prioriät haben.
Während die Behörden die Tötung der 2500 Pferde vorbereiteten, ergriff Vier Pfoten eine Reihe von Sofortmaßnahmen: Bereits im Dezember 2010 wurden über 100 Tonnen Pferdefutter in die Region verschifft und im Lebensraum der Tiere verteilt. Diese Versorgungsmaßnahmen werden fortgesetzt, um neue Konflikte mit den wachsamen Naturschützern zu unterbinden, aber auch, um neuerliche Hungerkatastrophen im Winter zu vermeiden. Die Detailpläne sehen vor, Hengste, die keine Führungsrolle im Herdenverband spielen, zu kastrieren und so viele Tiere wie möglich zu impfen und Blutproben zu entnehmen.
Die Behörden haben diese Vorschläge akzeptiert und die Abschusspläne ausgesetzt. Während nun versucht wird, diese Schonfrist auszuweiten, haben bereits die Vorbereitungen begonnen, um dauerhafte Hilfe für die Tiere zu gewährleisten und eine gesunde Population der Pferde im Donaudelta zu garantieren. Dass es diese wild lebenden Pferde in Europa gibt, ist ein so seltener und schöner Anblick, dass er für künftige Generationen erhalten bleiben muss.
Die vergessenen Tiere der Revolution

Ein Kamel wird medizinisch versorgt. © VIER PFOTEN /Mihai Vasile
Hamburg - Während einer politischen Krise werden oft die vergessen, die keine Stimme haben - die Tiere. Die Kamele und Pferde, die normalerweise in der ägyptischen Tourismusindustrie eingesetzt werden, verhungern derzeit. Aufgrund der politischen Revolution hat das Land, das normalerweise vom Tourismus lebt, kaum noch Besucher. Mit einem Noteinsatz hilft die Stuftung für Tierschutz “Vier Pfoten” den leidenden Tieren vor Ort, verteilt Futter und versorgt die Tiere medizinisch, wie die Stiftung in einer Presseerklärung mitteilt.
In Ägypten arbeiteten viele hunderttausend Menschen im Tourismus, viele tausend von ihnen haben Pferde, Kamele und Esel als Attraktion für die Besucher der Pyramiden in Luxor oder in Kairo. Nun sind sie nicht mehr imstande, ihre Tiere zu versorgen. Viele Tiere sind bereits aufgrund der fehlenden beziehungsweise falschen Ernährung gestorben. Als das Team von Vier Pfoten in Kairo ankam, eröffnete sich ihnen ein Bild des Grauens: Auf den Straßen lagen Tierkadaver, zusammen mit Abfall. Die Tiere, die bisher überlebt haben, kämpfen mit Hunger, schmerzhaften Wunden und falscher Ausstattung, wie etwa unpassenden Halftern. Den Menschen in Ägypten fehlen die Mittel, ihnen zu helfen.
Dr. Amir Khalil, Leiter des Vier-Pfoten-Hilfseinsatzes in Kairo, erzählt: “Unseren ersten Beobachtungen zufolge sind mehr als 800 Pferde, über 1000 Kamele und eine unbekannte Zahl an Eseln betroffen. Sie brauchen dringend medizinische Versorgung und Futter.”
Das Team von Vier Pfoten ist Ende vergangener Woche in Kairo angekommen und konzentriert sich in erster Linie auf die medizinische Versorgung. Viele der Tiere haben schlimme Wunden und leiden unter schlechten Haltungsbedingungen. Es gibt keinerlei Hilfe von staatlicher Seite. Allein am ersten Behandlungstag hat Vier Pfoten 81 Kamelen und 14 Pferden geholfen. Viele der Tiere hatten Wunden aufgrund von Metallteilen im Zaumzeug, außerdem gab es einige Verletzungen durch fehlerhafte Sattelnutzung. Vier Pfoten musste unzählige offene Wunden mit Antibiotika und Entzündungshemmern behandeln. Außerdem hatten auffällig viele Tiere Hauterkrankungen.

Die Kamele, Pferde und Esel brauchen dringend Futter. © VIER PFOTEN /Mihai Vasile
Der zweite Fokus von Vier Pfoten liegt auf der Versorgung der Tiere mit Futter. Etwa 12.500 Kilogramm Futter wurde an die Kamelbesitzer bisher verteilt. Die Menschen kamen mit den Tieren und warteten, bis sie an der Reihe waren. Die mehr als 400 Kamele in der Pyramidenregion erhielten Futter für etwa eine Woche. Die Verteilung des Futters ist eine sehr delikate Angelegenheit - jeder will so viel wie möglich für ihre eigenen Tiere bekommen, und sieht die Gesamtsituation nicht. “Daher legten wir unser Augenmerk auf eine ausgeklügelte Organisation der Futtervergabe - allein schon aus Gründen der Sicherheit für unser Team. Wir haben aber auch sehr viel Unterstützung erfahren, viele junge Ägypter erklärten sich spontan bereit, uns zu helfen. Wir sehen dies als ein sehr positives Zeichen für die Zukunft der jungen Generation”, sagt Dr. Amir Khalil.
Der Einsatz wird noch einige Wochen andauern. Ziel ist, alle betroffenen Tiere medizinisch zu stabilisieren und ihre Versorgung zu sichern. Die Anwesenheit der vielen jungen Freiwilligen lässt hoffen, dass auch nach Ende des Einsatzes die Tiere weiterhin gut versorgt werden.
Pferde in Not

Das ist eines der vier Ponys: Dieser viereinhalb Jahre alte, braune Hengst ist sehr temperamentvoll. Foto: Tierschutzbund
Vier Ponys suchen dringend ein neues Zuhause! Sie mussten einem Tierhalter wegen wiederholter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz fortgenommen werden und sind bereits übergangsweise untergebracht. Nun sucht das zuständige Veterinäramt erfahrene Pferdefreunde, bei denen die Tiere dauerhaft unterkommen können.
Über den Ausbildungs- und Trainingsstand der Ponys ist nichts bekannt, es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass einige der Tiere über Monate in einer Scheune ohne Freilauf untergebracht waren. Da die Hufpflege offensichtlich über einen längeren Zeitraum vernachlässigt wurde, haben sämtliche Tiere bereits eine erste Hufkorrektur erhalten.
Auf Grund der Vorgeschichte und des unklaren Ausbildungstandes sind die Ponys nicht für Anfänger geeignet.
Ansprechpartner und weitere Informationen gibt es auf www.tierschutzbund.de/pferde-in-not.html .
Betrogene Pferde

Ein Chip - der Fingerabdruck für Pferde. Foto: tierschutzbund.de
Eigentlich sollten diese Pferde ihren Lebensabend als Beistellpferd verbringen - auf einer Koppel, um anderen Pferden Gesellschaft zu leisten. Doch dann verschwanden sie unter mysteriösen Umständen - sie wurden eingetauscht, verkauft und sind zum größten Teil bis heute verschwunden.
Die Masche der Betrüger ist immer ähnlich: Über Anzeigen im Internet wird ein Beistellpferd für eine Zuchtstute oder einen einsamen Wallach gesucht. Die Bedingungen vor Ort erscheinen optimal. Man wird sich einig, obwohl die Pferdebesitzer mindestens zwei Stunden Fahrzeit entfernt wohnen. Doch bei Rücksprachen und Besuchen ist immer alles bestens. Sogar Fotos von den glücklichen Pferden werden zugeschickt. Leider trügt die Idylle: Die Pferde sind nach einigen Wochen verschwunden. Der Kontakt reißt ab, und die Pferdebesitzer bekommen die Nachricht, dass das Pferd eingeschläfert werden musste.
Wer nun fieberhaft nach seinem Vierbeiner sucht, hat einen Vorteil, wenn das Pferd gechipt ist. Mit dieser EU-weite Kennzeichnungspflicht mit Mikrochip wird jedes Tier eindeutig identifizierbar. Dabei werden den Tieren sogenannte Transponder, etwa reiskorngroße Implantate, auf der linken Halsseite fälschungssicher unter die Haut eingesetzt. Die Schmerzen sind entsprechen hierbei in etwa denen bei einer Injektion - ganz im Vergleich zum Brennen der Pferde, eine unnötige Quälerei für die Tiere. Jeder Chip enthält einen 15-stelligen Code, welcher mit einem passenden Ablesegerät identifiziert werden kann.

Jedes Pferd ist mit dem Chip eindeutig identifizierbar. Foto: no
Die EU-Regelung zur Kennzeichnung mit einem Mikrochip dient in erster Linie als Hilfsmittel zur Bekämpfung von Tierseuchen. Damit das Tier aber eindeutig identifiziert und rundum geschützt ist - auch bei Diebstahl oder Verlust - rät der Deutsche Tierschutzbund dringend dazu, jedes Pferd nach der Kennzeichnung mit Mikrochip beim Deutschen Haustierregister kostenfrei registrieren zu lassen. Damit wird jedes Pferd unverwechselbar - wie ein Fingerabdruck.
Weitere Informationen über die Kennzeichnung mit Mikrochip gibt es unter www.tierschutzbund.de. Die Homepage der “betrogenen Pferde” lautet www.die-betrogenen-pferde.de.tl.
Rülpsende Pferde

Beim Koppen setzen die meisten Pferde die Schneidezähne des Oberkiefers auf. Foto: no
Cindy rülpst. Zumindest hört es sich im ersten Moment so an. Die Stute setzt die Schneidezähne des Oberkiefers auf den Balken auf, spannt den Hals an - und schluckt Luft. Dabei entsteht ein Geräusch, das wie ein dumpfer, gurgelnder Rülpser klingt.
Koppen ist bei Pferden eine häufige Verhaltensstörung, die ständig im gleichen Muster wiederkehrt und ohne ersichtlichen Funktionszusammenhang zu Umweltsituationen steht. Die Pferde ziehen den Kehlkopf mit der unteren Halsmuskulatur herab und öffnen so den Schlundkopf. Dabei lassen sie Luft in die Speiseröhre einströmen, und der rülpsende Ton erklingt.
Drei Formen des Koppens werden unterschieden, wobei das so genannte Krippensetzen am häufigsten auftritt. Hier setzen die Pferde die Schneidezähne des Oberkiefers auf den Krippenrand oder andere feste Gegenstände auf. Der Kopf wird gegen den Widerstand gepresst, der Hals angespannt, und der Kopperton erklingt. Durch dauernde Widerholung des Vorgangs werden die Zahnkanten schräg abgeschliffen. Beim Freikoppen setzen die Pferde das Gebiss nicht auf. Die Pferde beugen den Kopf gegen die Brust, unter eigenartiger Lippenbewegung wird der Kopperton hörbar. Danach richten die Pferde den Kopf ruckartig auf. Bei der dritten Form, dem Luftschnappen, wird ohne Aufsetzen mit oder ohne Kopperton Luft geschluckt.
Über die Ursache des Koppens gehen die Meinungen auseinander. Oft entwickelt sich die Stereotypie bei Pferden, wenn sie nicht genügend beschäftigt werden. Viele Pferde lernen das Koppen auch durch Nachahmung. Manche Pferderassen könnten eine genetische Neigung haben.
Das Koppen beeinträchtigt in der Regel die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit des Pferdes nicht. Einzelne Kopper neigen unter Verdauungsproblemen und damit Koliken. Der Abrieb der Zähne und die stärkere Ausbildung der Halsmuskeln sind unerhebliche Folgen. Manche Besitzer stört dieses Verhalten, bei Luxuspferden mindert das Verhalten erheblich den Wert. Ziemlich gut lässt sich das Koppen mit einer Operation beseitigen. Dabei werden die Muskeln im Unterhalsbereich funktionsunfähig gemacht.
no/mm
Ben Hur im Schnee

Bahn frei! Foto: Plettenberg
Bahn frei für durchtrainierte Rösser: Beim traditionellen bäuerlichen Pferdeschlittenrennen in Rottag-Egern (Landkreis Miesbach) setzten zahlreiche Lenker zu riskanten Manövern an. Nach vier Jahren wetterbedingter Pause hatten die Organisatoren das Schlittenrennen am Sonntag wieder auf die Beine gestellt. Diesmal fanden die Teilnehmer ideale Schnee- und Bodenbedingungen vor.
Die betrogenen Pferde

Dieses Pferd wurde als Lockvogel benutzt. Wer kennt es?
“Pferde zum Knuddeln gesucht!” Mit dieser Anzeige im Internet beginnen zig aktuelle Pferdeschicksale. In einer Annonce wirbt ein Brandenburger um Beistell- und Pensionstiere für seinen Hof. Schließlich verschwinden die Pferde auf dem Hof. Verzweifelte Pferdebesitzer sind auf der Suche nach den unterschlagenen Pferden. “Eigentlich sollten die meisten unserer Pferde ihren Lebensabend als Gesellschaftspferd für eine Zuchtstute oder Wallach genießen, einige waren auch nur als Pensionspferde zur falschen Zeit am falschen Ort”, berichten die Pferdebesitzer auf der Internetseite www.die-betrogenen-pferde.de.tl. Die Methode ist fast immer die Gleiche: Es wird über Anzeigen ein Beistellpferd für die angebliche Zuchtstute oder den einsamen Wallach gesucht. Reporter von Akte 09 sprechen mit betroffenen Tierhaltern, Nachbarn, Veterinärmedizinern und erfahren von einem heimtückischen Geschäft.
Von Hand füttern war gestern
Breitenbrunn - Artgerechte Pferdehaltung kombiniert mit hochmoderner Technik: Das garantiert der Brockhof in Breitenbrunn (Oberpfalz). Seit November 2008 ist dort ein sogenannter Hit-Aktiv-Stall in Betrieb - voll automatisch und einzigartig in der Region. Enge Boxen und dunkle Stallgassen waren gestern.
Die Haflingerstute Miri ist eines von insgesamt acht Pferden, die den hochmodernen Hit-Aktiv-Stall auf dem Brockhof bewohnen. Das bedeutet: Miri hat ein Band mit einem Elektrochip um den Hals. Wenn sie Hunger hat, stellt sie sich an einer von vier Boxen an. Dort kann sie bis zu 24 Mal am Tag Heu fressen.
Alles funktioniert komplett computergesteuert. Ein Sensor in der Box erkennt jedes Pferd und gibt ihm die entsprechende Portion. Während Miri frisst, steht schon wieder das nächste Pferd an. Der große Vorteil: Die Tiere sind den ganzen Tag in Bewegung. Auch vom Kraftfutter bekommt Miri stündlich eine Portion. Die muss sie sich allerdings erarbeiten: Miri muss jedes Mal um den Block laufen, um zur Futterstelle zu kommen. Auch hier erkennt ein Sensor den Chip an Miris Hals und gibt ihr die entsprechende Ration.
Miri fühlt sich inzwischen pudelwohl im neuen Offenstall. Doch bis dahin kann es mitunter ein langer Weg sein: Denn, wie beim Menschen auch, dauert es unterschiedlich lang, bis die Tiere das computergesteuerte Fütterungssystem verstehen.
Bis zu 20 Pferde sollen den Offenstall eines Tages bewohnen. Für die Halter lohnt sich die Umstellung auf jeden Fall. Die Tiere werden ausgeglichener. Das zeigt das Beispiel Miri: Sie kann inzwischen als Schulpferd auch bei Reitanfängern eingesetzt werden. Ihre frühere Nervosität ist im Offenstall stark zurückgegangen.
GT/tvaktuell.de






