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Die alljährliche Plage

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Ein Pferd mit Sommerekzem kratzt sich beispielsweise an Bäumen. Foto: no

Sobald die Tage heißer werden, beginnt für viele Pferde eine jährlich wiederkehrende Plage: das Sommerekzem. Überempfindlichkeit gegenüber Insekten führen zu einem heftigen Juckreiz, meist an Mähne, Schweif und Bauchnaht. Die Krankheit tritt in der Regel zwischen April und Oktober auf, daher auch der Name „Sommerekzem”.

Das geplagte Pferd oder Pony lässt sich keine Gelegenheit entgehen, um den Juckreiz zu lindern. Es kratzt sich an Bäumen, Pfählen, der Boxenwand oder der Tränke, es wälzt sich, tritt mit den Hinterbeinen gegen den juckenden Bauch oder kratzt sich mit den Hinterhufen zwischen den Ohren. Ein Teufelskreis entsteht: Das Fell und die Langhaare gehen aus, es entstehen kahle Stellen, die bald blutig sind und nässen. Fliegen und andere Insekten bringen Schmutz und Bakterien in die offene, verletzte Haut. Eine Entzündung entsteht.

Wissenschaftler und Tierärzte sind sich einig, dass mehrere Faktoren als Ursache für die Krankheit zusammenspielen. Auslöser der allergischen Reaktion sind oftmals die Stiche der Kriebelmücke und anderer Stechmücken. Auch weitere äußerliche Faktoren können eine Rolle spielen - wie klimatische Veränderungen oder steigende Ozonwerte. Hinzu kommen innerliche Faktoren des einzelnen Pferdes, zum Beispiel eine Stoffwechselstörung, Mangel an Vitaminen und Spurenelementen und Allergien.

Die beste Behandlung besteht in der Vermeidung von Kontakt mit Insekten. Dies kann durch eine schützende Decke, eine so genannte Ekzemerdecke, geschehen. Verschiedene Hausmittel, Öle und Lotionen verschaffen möglicherweise Linderung. Bei heftigen Anfällen von Juckreiz kann auch eine Kortisontherapie nötig sein, um zu vermeiden, dass sich das Pferd selbst verletzt.

Umfassende Informationen gibt es auf www.das-sommerekzem.de.

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Frühjahrsmüdigkeit ade!

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Gegen Frühjahrsmüdigkeit und Fellwechsel hilft nur eins: Putzen! Foto: no

Zwei- und Vierbeiner sehnen sich nach den ersten warmen Sonnenstrahlen. Mit ihnen kommen aber auch weniger erwünschte Begleiterscheinungen. Zur Frühjahrsmüdigkeit, mit der sich nicht nur Frauchen und Herrchen, sondern auch Hund, Katze, Pferd und Co. herumschlagen, kommt der Fellwechsel dazu.

Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf, Antriebslosigkeit, Schwindel, Gereiztheit - das können unter anderem Symptome für die berühmte Frühjahrsmüdigkeit sein. Die genauen Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind noch nicht vollständig geklärt. Fest steht lediglich, dass der Hormonhaushalt eine große Rolle spielt. Über den langen Winter haben sich die Körperreserven des Glückshormons Serotonin erschöpft, dessen Produktion vom Tageslicht abhängt. Daher kann das unvermindert im Körper vorhandene Schlafhormon Melatonin seine Wirkung besonders gut entfalten. Wenn im Frühjahr die Tage länger werden, stellt der Körper den Hormonhaushalt um. Es werden verstärkt Endorphin, Testosteron und Östrogen ausgeschüttet. Diese Umstellung belastet den Körper stark; er reagiert mit einem Müdigkeitsgefühl. Des Weiteren schwanken die Temperaturen während des Frühlings meist stark. Bei steigenden Temperaturen sinkt außerdem der Blutdruck, da sich die Blutgefäße weiten. Die Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle: Während des Winters neigt man dazu, sich kalorien-, fett- und kohlenhydratreicher als im Sommer zu ernähren. Während der hormonellen Umstellung benötigt der Körper allerdings mehr Vitamine und Proteine als üblich. Helfen kann da vitaminreiche und leichte Ernährung - das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen.

Fühlen sich unsere Haustiere schlapp, kann auch ein bisschen Animation kann nicht schaden - die Wohnungskatze also ruhig mal aus der Reserve locken und mit einem neuen Spielzeug für etwas Bewegung sorgen. Oder den Katzenkorb in die Sonne stellen, damit sich die Miezen mal wieder ausgiebig sonnen können. Dieser Kurzurlaub hat schon so manche Frühjahrsdepression bei Miezen besiegt. Vor allem ältere Katzen können so viel Kraft tanken.

Beim Hund ist die Animation in der Regel noch leichter: Hier kann nicht nur ein neues Spielzeug interessant sein, sondern einfach nur ein anderes Spiel: Herrchen kann ihm eine Fährte legen, einen neuen Gassiweg testen oder ihn in der Hundeschule (ältere Hunde in der Hundegruppe) toben lassen.

Beim Tier ist im Frühjahr auch der Fellwechsel angesagt. Fast alle Säugetiere wechseln jahreszeitlich bedingt ihr Fell, um sich vor Kälte zu schützen. Im Frühjahr „werfen” die Vierbeiner ihr Winterfell ab. Auch unsere Haustiere Hund, Katze und Pferd machen den Fellwechsel mit. Überall Haare! Da hilft nur eines: kräftig bürsten. Das hält zum einen die Verunreinigung von Kleidung, Polstern und Teppichen in Grenzen, zum anderen genießen die meisten Tiere die Massage und die Zuwendung. Abgesehen davon kommt der Kreislauf in Schwung -Frühjahrsmüdigkeit ade!

Strafanzeige gegen Reitschule

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Diese Anbindehaltung ist tierschutzwidrig. Foto: Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund hat eine Strafanzeige gegen eine Reitschule in Bayern gestellt. Elf Schulpferde, auf denen Reitschüler das Reiten erlernen, stehen dort angebunden in Ständern. Bei der Anbindehaltung sind die Pferde in engen Ständern angebunden. Die Pferde können sich lediglich ablegen und aufstehen, aber weder können sie sich frei bewegen oder wälzen, noch ausgestreckt liegen.

Der Deutsche Tierschutzbund will mit allen Mitteln ein Verbot der Pferde-Anbindehaltung in Bayern durchsetzen. Inzwischen sei die umstrittene “Ständerhaltung” nur noch im Freistaat erlaubt. Das teilte der Tierschutzbund am Montag in Bonn mit. Um darauf aufmerksam zu machen, sei nun gegen die Betreiber eines Pferdehofs im oberpfälzischen Seligenporten (Landkreis Neumarkt) Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet worden. Das für Tierschutz zuständige bayerische Umweltministerium erklärte dazu, dass gemeinsam mit dem Agrarministerium nach einer Lösung gesucht werde.

Der Tierschutzbund sieht in der “Ständerhaltung” einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wonach den Tieren nicht unnötig Leid zugefügt werden dürfe. Durch die unnatürliche Haltung komme es bei den Vierbeinern zu schweren Verhaltensstörungen. Auch das Bundesagrarministerium stufe die Haltung ikn Ständern als tierschutzwidrig ein, für die Umsetzung seien aber die Länder zuständig.

Die Strafanzeige gegen die Oberpfälzer Tierhalter sei eine “Modellanzeige”, erklärte ein Sprecher des Tierschutzbundes. Sollte diese Erfolg haben, würden Anzeigen gegen weitere Pferdehalter folgen. Eine Sprecherin das Umweltministeriums in München sagte, dass nach den vorliegenden Zahlen 2006 in Bayern 138 Betriebe Pferde in Anbindehaltung hielten. Generell sei die Zahl der Höfe, die ihre Tiere auf diese Art halten, aber rückläufig. Der Tierschutzbund spricht von etwa 1000 angebundenen Pferden in Bayern. Dabei handele es sich meist um Schulpferde oder Kaltblüter für Festumzüge.

www.tierschutzbund.de

dpa/www.merkur-online.de


Pferd gerammt

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Unfall mit einer Pferdeherde. Foto: Reuters

Der Rallyefahrer Federico Villagra hat bei der Argentinischen Meisterschaft in Patagonien ein Pferd gerammt. Das Tier musste eingeschläfert werden.

Villagra kommt aus einer Linkskurve zwischen Felsen heraus und gibt Gas. Plötzlich galoppiert eine Herde wilder Pferde über die Schotterpiste. Mit 140 Stundenkilometer rammt Villagra eines der Pferde. Der Aufprall ist so heftig, dass das Tier zehn Meter weit durch die Luft geschleudert wird. Schwer verletzt muss es eingeschläfert werden.

Und was tun Villagra und sein Copilot Jorge Perez Companc? Sie sind schockiert, wie eine deutsche Autozeitung schreibt - und fahren weiter, so schnell wie möglich. “Der Zwischenfall hat sie gerade mal 30 Sekunden gekostet”, heißt es in dem  Bericht. Hauptsache, die Rennzeiten stimmen - was ist da schon ein Pferdeleben wert.

(Quelle: Pegasus)

Nur Tiki wollte niemand

tiki1Tiki ist ein Pechvogel. Die schwarze Stute hatte es bisher noch nicht gut im Leben. Aber jetzt, im Alter von 17 Jahren, hat sie endlich einen guten Platz bekommen.

16 Jahre lang fristete Tiki ihr trauriges Dasein zusammen mit vielen anderen Pferden in einem schmutzigen Stall. Die Pferde bekamen nur ab und zu etwas zu fressen und frisches Wasser. Als der Besitzer starb, wurden alle Pferde verkauft - nur Tiki wollte niemand. Tierschützer retteten die Rappstute vor dem Pferdemetzger und brachten sie auf einem Gnadenhof in der Nähe von Augsburg.

Die Erben wollen noch 500 Euro für die Stute, außerdem wollen sie Sattel und Zaumzeug mit verkaufen - für weitere 300 Euro. Daher sammeln die Tierschützer Geldspenden, um die Stute freizukaufen

Natürlich wäre es auch schön, wenn die Stute „ihren eigenen Menschen” mit viel Feingefühl für ihre geschundene Seele und vielleicht ein Pony zur Gesellschaft hätte. Mit Ponys fühlt sich Tiki sehr wohl, vor ihnen hat sie keine Angst.

Kontakt:
Evelyn Lachenschmid, Tefefon 08192/9973 oder 0151/54622077

E-Mail: evelyn.lachenschmid@online.de

Erfahrungsberichte von Tierfreund zu Tierfreund

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Futter im Test.

Welches Futter ist empfehlenswert? Auf was für ein Zubehör kann der Tierbesitzer getrost verzichten? Im Forum von tierfreunde.de habt ihr die Möglichkeit, eure Erfahrungen mit Futtermitteln und Zubehör für Hund, Katze, Pferd, Kleintiere und sonstige Tiere an andere Tierfreunde weiterzugeben - eben von Tierfreund an Tierfreund.

Wer sich unsicher ist beim Futterkauf, kann einfach einen Blick ins Forum werfen und nachlesen,, welche Erfahrungen andere Tierfreunde mit dem jeweiligen Produkt gemacht haben. Genauso kann jeder Tierbesitzer seine eigenen Erfahrungen mit Produkten hier kundtun.

Weitere Informationen gibt es direkt im Forum Erfahrungsberichte von Tierfreund zu Tierfreund.

Arthrose bei Hund und Pferd

Arthrose ist eine Degeneration des Gelenkknorpelgewebes mit Knochenschädigung und entzündlich bedingter Schrumpfung der Gelenkkapsel. Arthrotische Veränderungen können sich über viele Jahre entwickeln – ohne wesentliche funktionelle Veränderung. Die Arthrose ist eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung, die vorwiegend infolge eines Missverhältnisses zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und Gewebe besteht. Das bedeutet, dass traumatisch-mechanische Einwirkungen auf den Knorpel begünstigend wirken, genauso wie ständige Überbelastung des Gelenks. Vornehmlich das Alter führt zum Verbrauch des Gelenkknorpels an mechanisch und funktionell stark beanspruchten Gelenken.

Die Arthrose beginnt mit Schäden an Knorpel und Synovialis, die Gelenkinnenhaut, die die Innenseite von Gelenken auskleidet und die Gelenkflüssigkeit produziert. Im weiteren Verlauf nehmen die Schäden zu und dehnen sich auf andere Gelenkanteile, Knochen, Bänder usw. aus, bis das Gelenk deformiert ist und seine Funktion ganz oder teilweise eingebüßt hat.

Die Arthrose kann als Folge einer anderen Erkrankung - etwa einer Gelenksentzündung entstehen (sekundäre Arthrose), oder mit einer überlastungsbedingter Ergussbildung (sekundäre Entzündungsreaktion) einhergehen (aktivierte Arthrose).

Nach schulmedizinischer Sicht gilt die Arthrose als nicht heilbar. Allerdings kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt oder gestoppt werden.

 

Ursachen
Vorzeitiges Altern des Knorpelgewebes, Vererbung, konstitutionelle Schwäche des Knorpels, funktionelle Überbelastung, Fehlstellungen, starke Beanspruchung von Jugend an, falsches Reiten

 

Symptome:

Wiederkehrende Lahmheiten, später permanente Lahmheiten. Steifigkeit, die sich bei Belastung, kaltem/nassem Wetter und nach Ruhephasen verstärkt. Typisch sind Anlaufschmerzen: Hund/Pferd läuft sich ein.

Beim Hund

  • Verminderte Aktivität, möchte nicht mehr so gerne Gassi gehen, springen oder Treppen steigen.
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen und/oder Hinlegen.
  • Anlaufschwierigkeiten nach längerem Liegen, steifer Gang.
  • Lahmheit, bleibt beim Spazierengehen zurück.
  • Buckelhaltung / Aufbäumen des Rückens (bei arthrotischen Schmerzen im Rücken/Sacrum.)
  • Emotionale Verhaltensänderungen wie Melancholie, gesteigerte Aggressivität (Schmerzen) oder generelle Berührungsempfindlichkeit.
  • Lecken oder Nagen im Bereich eines bestimmten Gelenks.
  • Bereits feststellbare Einschränkungen der Gelenksfunktion.

Beim Pferd

  • Lahmheit - später oft auch abwechslungsweise Vorder- und Hinterhand.
  • Steifigkeit, steifer Gang, knackende Gelenke.
  • Stolpern und Einknicken der Gelenke beim Gehen.
  • Schmerzhafte Muskelverspannungen im Rücken.
  • Schmerzen im Bereich des Sacrum (Kreuzbein).
  • Bereits feststellbare Einschränkungen der Gelenksfunktion.
  • Krankheiten wie Spat oder Schale

 

 

Diagnose:
Röntgenaufnahme

 

Therapie:
Weil Veränderungen am Knorpel irreparabel sind, beschränkt sich die Therapie auf Linderung der Schmerzen und Schonung des Tieres.

Die Schulmedizin behandelt Arthrose mit auch mit Glukokortikoiden (Kortison), die überraschend die Symptome lindern können, jedoch auf Dauer die Knorpelzerstörung begünstigen. Bei der Therapie mit nicht-steroidale Entzündungshemmer ist auf den Magen zu achten. Hyaluronsäure ist grundbaustein des Knorpels und soll, direkt ins Gelenk gespritzt, das Gelenk schmieren und Reibung verhindern. Der Erfolg dieser Methoden ist von Tier zu Tier unterschiedlich.

Mit Humoraltherapien, vor allem Blutegeltherapie und Aderlass, werden anhaltende Besserungen erzielt. Allerdings ist jedes Gelenk aufgrund Lage und spezifischer Problematik anders zu behandeln. Auch die Phytotherapie ist zu empfehlen.

Dem Hund sollte ein warmes, gut gepolstertes Lager angeboten werden, das vor Wind, Zug und Feuchtigkeit geschützt ist. Dem Pferd können Wärmebandagen oder Stallbandagen angelegt werden. Die Tiere sollten regelmäßig schonend bewegt werden.

 

 

 

Quellen:

Praktikum der Hundeklinik, Niemand/Suter, Nachdruck der 9. Auflage

www.animal-touch.ch


 

 


Hubschrauberflug mit Pferd

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Der Wallach Aragon wurde mit einem Hubrschrauber aus dem Schlammloch befreit. Fotos: Gaulke

Valley - Mit einer spektakulären Rettungsaktion haben Feuerwehr und Polizei ein Pferd aus einem Sumpf befreit. Das Tier wurde mit einem Hubschrauber auf sicheren Boden geflogen.Susanne Fuß ist einfach nur glücklich.

Die 32-jährige Reitlehrerin aus Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim) hat zwar ein paar Schrammen im Gesicht und Prellungen am Körper, aber ansonsten ist sie wohlauf. Wie auch ihr Pferd, der 19-jährige Wallach Aragon. Der wurde am Sonntagnachmittag mit einem Hubschrauber der Bundespolizei aus einem Sumpfloch an der Mangfall befreit, in das er zuvor abgerutscht war.

Alles begann mit einem gemütlichen Reitausflug. Susanne Fuß war mit einer Freundin zwischen Sonderdilching und Kleinhöhenkirchen in der Gemeinde Valley unterwegs. Als sie sich einer Kuhherde näherten, stiegen die beiden Frauen ab und führten ihre Pferde am Zügel vorbei. Plötzlich scheute das Pferd von Fuß’ Freundin und rannte sowohl Susanne Fuß als auch ihren Wallach Aragon um. Dann liefen beide Pferde davon. „Wir haben ungefähr zwei Stunden gesucht, bis wir Aragon gefunden haben”, erzählt die Reitlehrerin.

Der Wallach steckte in einem Sumpfloch bei Niederaltenburg fest. Die beiden Frauen verständigten die Polizei; als die sowie die Feuerwehr aus Feldkirchen-Westerham angerückt waren, stand schnell fest: an die Unglücksstelle gelangt kein Fahrzeug. „Wir waren am Ende unserer Weisheit”, schildert Feuerwehr-Kommandant Georg Puhl. Letztlich habe man sich dafür entschieden, einen Hubschrauber einzusetzen.

Der kam von der Bundespolizeiinspektion in Rosenheim mit drei Mann Besatzung. Vor dem Luft-Abtransport wurde Aragon von einer Tierärztin betäubt, danach ging es für den 460 Kilogramm schweren Wallach an einem 55 Meter langen Seil in die Höhe. Etwa 800 Meter entfernt wurde das Tier abgesetzt und anschließend in eine Tierklinik gebracht.

Dort hat Susanne Fuß Aragon gestern besucht und berichtet: „Es war Glück im Unglück. Ihm geht es gut, er ist nur ziemlich schlapp.” Das zweite Pferd übrigens konnte eingefangen werden, es ist leicht verletzt.

flugpferd2Nun geht es noch darum, wer die Rettungsaktion zahlt. Ernst Peter, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion, beziffert den Hubschrauber-Einsatz auf 1200 Euro. Susanne Fuß hat sich bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen.

Münchner Merkur


Kolik: Das Pferd hat Bauchweh

Das Wort Kolik stammt von dem griechischen Wort für Dickdarm, kolikos, ab. Hier vermutete man früher den Sitz der Erkrankung. Kolik ist eine Sammelbezeichnung für schmerzhafte Erkrankungen meist im Magen-Darm-Trakt, ein Syndrom, bei dem verschiedene charakteristische Symptome zusammentreffen.

Pferde mit Kolik zeigen ihre Schmerzen meist sehr heftig. In leichteren Fällen ist das Pferd unruhig, scharrt, flehmt, legt sich hin und steht wieder auf. Es schlägt mit den Hinterbeinen und dreht sich zu seinem Bauch um. In schweren Fällen nimmt das Tier die Stellung des „sitzenden Hundes” ein, wirft sich zu Boden und tobt. Dazu können ein geblähter Bauch, geweitete Nüstern, erhöhte Puls- und Atemfrequenz sowie starkes Schwitzen kommen. Die Darmgeräusche geben Auskunft über die Art der Kolik: Laute Darmgeräusche signalisieren eine beginnende Gaskolik, wenige oder keine Darmgeräusche sind bei einer Krampfkolik zu hören.

Je nach Art der Kolik sind die kranken Pferde zwischendurch oft minutenlang ruhig, wie bei der Krampfkolik. Hier setzen die Schmerzenattacken plötzlich ein und dauern wenige Minuten an.
Leichte Koliken können sich von selbst bessern, bei geringen Verschlingungen kann manchmal das Wälzen des Pferdes rettend sein. Dennoch ist der Verlauf einer Kolik unvorhersehbar und unberechenbar. Scheinbare Schmerzfreiheit darf nicht als Zeichen der Selbstheilung gewertet werden.


Ursachen
Das vegetative Nervensystem steuert die Magen-Darm-Tätigkeit des Pferdes, daher kann bereits die kleinste Änderung des Umfelds eine Kolik auslösen. Falsche Haltung, Wetterwechsel, Stress und Aufregung können das Pferd negativ beeinflussen. Ein träger Darm bei Pferden, die sich selten bewegen, oder Fütterungsfehler sind häufig die Ursachen für eine Kolik. Jede abrupte Futterumstellung belastet den Magen-Darm-Trakt. Gleiches gilt für verdorbenes, schimmeliges Futter. Frisches Gras zu Beginn der Saison oder große Mengen Obst lassen das Pferd möglicherweise aufgasen.
Der Magen des Pferdes ist so gebaut, dass ein Erbrechen unmöglich ist. Verdorbenes Futter wird also weitergeleitet.
Zuviel hartes Stroh und grobstengeliges Heu können Verstopfungen auslösen, genau wie das Fressen von Sand oder Erde. Der Dreck kann einen Darmverschluss verursachen. Das Pferd muss sofort operiert werden.
Bei Darmverschlingungen oder -verlagerungen verdrehen sich Teile des Darms, stülpen sich ein oder knicken ab. Wegen der unterbrochenen Blutzufuhr kann der betroffene Darmabschnitt innerhalb kurzer Zeit absterben.

Therapie
Jede Kolik ist ein Notfall. Der Tierarzt muss benachrichtigt werden. Bis dahin darf das Pferd nicht trinken und fressen. Je nach Verfassung des Tieres verschafft dem Pferd leichte Bewegung im Schritt Linderung. In einer großen Box oder in der Reithalle sollte das Pferd die Möglichkeit haben, sich hinzulegen, das verschafft ihm Erleichterung.

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Nadeln im pelzigen Rücken

aku1Fairfax - Die Last des Alters wiegt schwer auf Alexa: 13 Jahre ist sie alt, für eine Katze ist das viel. Sie lahmte immer mehr, die Kräfte schwanden - bis sie zu Jordan Kocen in Behandlung kam. Ohne Widerstand lässt sie sich von dem Tierarzt Akupunktur-Nadeln in den pelzigen Rücken stechen, sie scheint die Prozedur zu genießen. Kocen, der in Fairfax nahe Washington eine Praxis betreibt, hat sich auf alternative Behandlung von Tieren spezialisiert: Akupunktur, chinesische Kräuter, Homöopathie.

“Die Nadeln sind diesselben wie für Menschen”, sagt Kocen, der kranke Tiere bereits seit 1996 mit Akupunktur behandelt. Überhaupt gebe es aus Sicht des Therapeuten nur wenige Unterschiede zwischen Mensch und Tier: Die Akupunktur-Meridiane, also die Kanäle des körperinternen Energieflusses, verliefen im Grundsatz gleich. Seine Nadeln steckt Kocen deshalb in jene Körperpunkte, die er auch bei Menschen anvisieren würde - bei der Katze Alexa ist es eine Linie entlang des Rückgrats. Die Nadeln sollen helfen gegen Rückenschmerzen, Arthritis, neurologische Beschwerden.

Alexas Besitzerin Joan Ferguson freut sich über die Fortschritte. Nach vier Wochen Akupunktur gehe es ihrer geliebten Katze viel besser. “Davor hatte ich sie zweimal röntgen lassen, sie hatte eine Lumbalpunktion und mehrere Blutuntersuchungen”, berichtet Ferguson. “Es war sehr teuer, aber der Neurologe konnte dann auch nicht sagen, wie sie behandelt werden sollte.”

Eine Behandlung bei Tierarzt Kocen kostet 95 Dollar. Inzwischen hat er 1500 Kunden. “Akupunktur wird immer mehr akzeptiert”, sagt er. Die Therapeuten haben sogar einen eigenen Berufsverband in den USA. “300 Tierärzte lassen sich jedes Jahr zusätzlich zu Akupunkteuren ausbilden”, sagt Vikki Weber, die Vorsitzende der Gesellschaft für Veterinär-Akupunktur in den USA. “Immer mehr Tierbesitzer legen Wert auf eine ganzheitliche Behandlung.” Webers Verband hat in den USA nach eigenen Angaben 900 Mitglieder, Tendenz steigend.

Kocen wendet seine Therapien auch bei schweren chronischen Erkrankungen an. Zu seinen Stammpatienten zählt Lexus, ein elfjähriger Bernhardinerhund, der seit vielen Jahren unter epileptischen Anfällen leidet. Seit vier Jahren wird der Hund regelmäßig akupunktiert, zusätzlich erhält er jeden Tag fünf Dosen Medizin gegen Epilepsie. “Seit Beginn der Behandlung hat er sich wirklich verändert”, sagt Besitzerin Sally Rapp. “Er kommt sehr gerne hierher, er kann gar nicht schnell genug aus dem Auto hüpfen.”

Wie bei Humanmedizinern stehen sich auch bei Tiermedizinern in den USA die Anhänger alternativer Heilmethoden und der konventionellen Schulmedizin mit gewissen Vorbehalten gegenüber. Bei der Bewertung der Akupunktur für Tiere gibt sich Michael San Filippo vom Verband der Amerikanischen Veterinäre (AMVA) zurückhaltend. Es gebe “einige Anhaltspunkte”, die die Wirksamkeit solcher Methoden stützen könnten, sagt der Veterinär vorsichtig. “Die Zahl der Akupunkteure nimmt aber ohne Zweifel zu”, räumt er ein.

Virginie Montet (AFP)



Akupunktur

Die Akupunktur hat sich nicht nur in der Humanmedizin zu einer hoch angesehenen Heilmethode entwickelt – auch aus der Tiermedizin ist die Lehre der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) nicht mehr wegzudenken. Wird beim Mensch von Akupunktur-Gegnern oftmals auf einen Placebo-Effekt verwiesen, scheidet dieser bei den Vierbeinern wohl aus.

Die Akupunktur basiert auf der Lehre von Yin und Yang, die später um die Fünf-Elemente-Lehre und die Lehre von den Meridianen ergänzt wurde. Einstiche mit Nadeln oder Druck an präzise angegebenen Hautstellen, an den so genannten Akupunkturpunkten, werden zu therapeutischem und diagnostischem Zweck verwendet. Die alten Chinesen waren der Meinung, dass das „Qi“, das oft übersetzt wird mit Lebensenergie, in komplizierten Systemen, in den Meridianen, fließt. Krankheit ist nach Vorstellung der Chinesen ein energetisches Ungleichgewicht, eine Störung des Fließens von Qi. Mithilfe der Nadeln wird versucht, das energetische Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.

Und dabei behandelt die Akupunktur nicht nur die Symptome, sondern sucht immer die Wurzel der Erkrankung und behandelt es als als zentralen Bestandteil der Krankheit mit. Nur deshalb sind auch die Therapieerfolge bei so vielen vorher therapieresistenten Erkrankungen zu erklären.

Da die verwendeten Nadeln wesentlich dünner als Injektionsnadeln sind, wird der Stich von den Tieren nur als kurzes „Pieksen“ wahrgenommen und wird meist nicht als schmerzhaft empfunden. Wenn die  Nadeln gesetzt sind, werden viele Tiere wesentlich ruhiger, manche schlafen während der Behandlung sogar ein.