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Reiten ist ihre liebste Therapie

hippo

Pferde helfen heilen.

Als Katharina diesmal zur Reitstunde kommt, ist alles anders. In der Halle wird das Dach erneuert, deshalb geht’s auf den Reitplatz. Katharina sieht einen kleinen Hocker zum Aufsteigen neben dem Pferd, ist sich plötzlich unsicher und sagt: “Nein.” Sie will sich zurückziehen, verspannt sich. Doch Rückzug gibt es nicht.

Ehe sich Katharina versieht, sitzt sie mit Hilfe zweier Reitstallmitarbeiter auf dem Pferd. Sobald das 17-jährige Mädchen den weichen, warmen Pferderücken unter sich spürt, den Geruch und die Bewegungen der dunkelbraunen Stute wahrnimmt, strahlt sie. Ihre Muskeln lockern sich, ihr Rücken wird gerade, Katharina richtet sich auf.

Das Mädchen ist körperlich und geistig behindert. Ein Sauerstoffmangel des Gehirns während der Geburt hat irreparable Schäden hinterlassen. “Als Baby ist Katharina nie gekrabbelt, nur gerobbt”, erzählt die Mutter. Erst mit fünf bis sechs Jahren hat Katharina laufen gelernt. Bis vor einigen Jahren musste sie noch ein Korsett tragen, weil der Muskeltonus in Beinen und Rücken zu niedrig war, um das Mädchen gerade zu halten. Dass ihre Muskeln nun stärker sind und sie das lästige Korsett los hat, verdankt Katharina auch den Pferden.

Seit drei Jahren geht sie zum Therapeutischen Reiten. Dort ist Katharina eine Vorzeigeschülerin von der Physiotherapeutin. Auf der Stute Heidi machen Katharina alle Übungen Spaß. “Und jetzt fünf Mal Helau, Katharina!” Die Physiotherapeutin geht neben Heidi und Julia her. Katharina konzentriert sich, nimmt die rechte Hand hoch, führt sie zur linken Schulter und streckt dann den Arm aus. “Helau!”, ruft sie dabei. Bei dieser Übung kreuzt der Arm die Körpermitte, somit werden beide Hirnhälften angeregt, erklärt die Physiotherapeutin. Auch das Klatschen erfordert, dass Katharina mitdenkt. „Jetzt rechts oben klatschen, dann links, jetzt hinten!” Das Mädchen lacht begeistert, klatscht immer schneller und zählt dabei mit. “So wird in einer spielerischen Form auch das Gedächtnis trainiert”, sagt die Physiotherpeutin. “Bei Katharina sieht man, wie effektiv die Hippotherapie wirkt.”

Diesmal ist die 17-Jährige allerdings nicht ganz bei der Sache. Katharina dreht sich abrupt um und starrt eine andere Reiterin an. Sie öffnet den Mund ein wenig, die Zunge schiebt sich zwischen die Zähne. “Zunge wieder rein, Katharina.” Die Umgebung auf dem Reitplatz ist für die 17-Jährige ungewohnt. Die freie Natur drum herum, die anderen Reiter und Pferde lenken das Mädchen ab. “Gewohnheit ist sehr wichtig”, sagt ihre Mutter. Deshalb hat sie auch zu Beginn der Reitstunde gezögert, als sie über den kleinen Hocker aufsteigen musste. Normalerweise drehen sie in der Halle ihre Runden. Katharina steigt dann von einer großen Rampe aus aufs Pferd und muss Bälle fangen, sich auf Heidis Rücken legen, die Arme strecken, beugen, kreuzen. Trainiert werden sollen Haltungs-, Gleichgewichtsund Stützreaktion sowie eine Regulierung des Muskeltonus.

“Durch die Bewegung des Pferdes gerät die Wirbelsäule des Reiters in Rotation - vom Becken bis zum Kopf”, erklärt die Physiotherapeutin. Dieser Rhythmus löst Verspannungen und Krämpfe: “Spastische Kinder werden ruhiger”, und nicht nur das: Kinder mit extremen X-Beinen, also einem Bein-Spasmus, können nachher stehen. Tonusregulation lautet das Stichwort. Außerdem kommt die so genannte Cerebralflüssigkeit ins Schwingen, was wiederum die Hirntätigkeit anregt. Bei Katharina ist der instabile Rumpf das Hauptproblem. Der Rhythmus des Pferdes bringt das Becken in eine Mittelposition, Katharina hält sich nur mit den Beinen auf dem Rücken von Heidi und macht dabei freihändig Übungen - zählen, reden, balancieren. Und mit Stolz sagt die Physiotherapeutin: “Bei Julia sieht man, wie effektiv die Hippotherapie wirkt.” Sie hilft dem Mädchen abzusteigen. Früher wäre Katharina umgefallen, wenn man sie anschubst. Jetzt schwankt sie zwar nach einem kleinen Schubser, aber sie gleicht sofort aus und steht fest auf ihren Beinen.

Ganz abgesehen von den körperlichen Erfolgen dank Hippotherapie weiß Katharinas Mutter: „Durch das Reiten hat Katharina auch mehr zu sprechen begonnen.” Zwar keine Sätze, aber immer mehr Wörter. Die ersten zusammenhängenden Worte hat Katharina erst von sich gegeben, als sie mit sechs Jahren in die Schule kam. Und durch das Reiten wurde es immer besser. Neben Mundmotorik und Sprechen erweitert und verbessert die Arbeit mit dem Pferd die Wahrnehmung, stärkt das Selbstbewusstsein und erweckt eine sinnvolle Lebensfreude - was Katharina anzusehen ist, nicht nur, wenn sie auf dem Pferd sitzt. “Katharina liebt Pferde”, erzählt ihre Mutter. Die großen Vierbeiner und Musik interessieren das Mädchen, sonst nichts. „Schwimmen wäre für Katharina auch nicht schlecht, aber sie hat panische Angst vor dem Wasser.” Die 17-Jährige bleibt also sicherlich den Pferden treu.

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Was ist Hippotherapie?

Hippotherapie ist der rein medizinische Einsatz des Pferdes im Sinne einer Ergänzung der Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage. Die Physiotherapeutin macht sich die therapeutisch besonders wertvollen dreidimensionalen Schwingungsimpulse des Pferderückens sowie die Zentrifugal-, Beschleunigungs- und Bremskräfte zu Nutze, die auf den Patienten einwirken. Das Pferd überträgt auf den Rumpf des aufrecht sitzenden Patienten etwa 100 bis 120 dreidimensionale Schwingungsimpulse pro Minute, die fast identisch mit dem Bewegungsablauf des Gehens eines durchschnittlichen Erwachsenen sind. Ein gehbehinderter Mensch hat so das Gefühl, selbst zu gehen.

Der Patient muss auf die ihm angebotenen Bewegungsimpulse im Rahmen seiner motorischen Fähigkeiten reagieren, das heißt er sitzt nicht aktiv zu Pferde, sondern er antwortet auf die auf ihn ununterbrochen einwirkenden Bewegungsreize. Muskelfunktionen oder Bewegungsabläufe wie das Gehen können so erhalten, verbessert oder wieder neu erlernt werden. Die Bewegung des Pferdes hat ebenso Auswirkungen auf das Gleichgewicht und die Koordination, auf die Rumpfaufrichtung und die Rumpfkontrolle, auf die sensomotorische Integration und auch auf die Psychomotorik durch gesteigerte Motivation.

Frühjahrsmüdigkeit ade!

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Gegen Frühjahrsmüdigkeit und Fellwechsel hilft nur eins: Putzen! Foto: no

Zwei- und Vierbeiner sehnen sich nach den ersten warmen Sonnenstrahlen. Mit ihnen kommen aber auch weniger erwünschte Begleiterscheinungen. Zur Frühjahrsmüdigkeit, mit der sich nicht nur Frauchen und Herrchen, sondern auch Hund, Katze, Pferd und Co. herumschlagen, kommt der Fellwechsel dazu.

Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf, Antriebslosigkeit, Schwindel, Gereiztheit - das können unter anderem Symptome für die berühmte Frühjahrsmüdigkeit sein. Die genauen Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind noch nicht vollständig geklärt. Fest steht lediglich, dass der Hormonhaushalt eine große Rolle spielt. Über den langen Winter haben sich die Körperreserven des Glückshormons Serotonin erschöpft, dessen Produktion vom Tageslicht abhängt. Daher kann das unvermindert im Körper vorhandene Schlafhormon Melatonin seine Wirkung besonders gut entfalten. Wenn im Frühjahr die Tage länger werden, stellt der Körper den Hormonhaushalt um. Es werden verstärkt Endorphin, Testosteron und Östrogen ausgeschüttet. Diese Umstellung belastet den Körper stark; er reagiert mit einem Müdigkeitsgefühl. Des Weiteren schwanken die Temperaturen während des Frühlings meist stark. Bei steigenden Temperaturen sinkt außerdem der Blutdruck, da sich die Blutgefäße weiten. Die Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle: Während des Winters neigt man dazu, sich kalorien-, fett- und kohlenhydratreicher als im Sommer zu ernähren. Während der hormonellen Umstellung benötigt der Körper allerdings mehr Vitamine und Proteine als üblich. Helfen kann da vitaminreiche und leichte Ernährung - das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen.

Fühlen sich unsere Haustiere schlapp, kann auch ein bisschen Animation kann nicht schaden - die Wohnungskatze also ruhig mal aus der Reserve locken und mit einem neuen Spielzeug für etwas Bewegung sorgen. Oder den Katzenkorb in die Sonne stellen, damit sich die Miezen mal wieder ausgiebig sonnen können. Dieser Kurzurlaub hat schon so manche Frühjahrsdepression bei Miezen besiegt. Vor allem ältere Katzen können so viel Kraft tanken.

Beim Hund ist die Animation in der Regel noch leichter: Hier kann nicht nur ein neues Spielzeug interessant sein, sondern einfach nur ein anderes Spiel: Herrchen kann ihm eine Fährte legen, einen neuen Gassiweg testen oder ihn in der Hundeschule (ältere Hunde in der Hundegruppe) toben lassen.

Beim Tier ist im Frühjahr auch der Fellwechsel angesagt. Fast alle Säugetiere wechseln jahreszeitlich bedingt ihr Fell, um sich vor Kälte zu schützen. Im Frühjahr „werfen” die Vierbeiner ihr Winterfell ab. Auch unsere Haustiere Hund, Katze und Pferd machen den Fellwechsel mit. Überall Haare! Da hilft nur eines: kräftig bürsten. Das hält zum einen die Verunreinigung von Kleidung, Polstern und Teppichen in Grenzen, zum anderen genießen die meisten Tiere die Massage und die Zuwendung. Abgesehen davon kommt der Kreislauf in Schwung -Frühjahrsmüdigkeit ade!

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Die alljährliche Plage

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Ein Pferd mit Sommerekzem kratzt sich beispielsweise an Bäumen. Foto: no

Sobald die Tage heißer werden, beginnt für viele Pferde eine jährlich wiederkehrende Plage: das Sommerekzem. Überempfindlichkeit gegenüber Insekten führen zu einem heftigen Juckreiz, meist an Mähne, Schweif und Bauchnaht. Die Krankheit tritt in der Regel zwischen April und Oktober auf, daher auch der Name „Sommerekzem”.

Das geplagte Pferd oder Pony lässt sich keine Gelegenheit entgehen, um den Juckreiz zu lindern. Es kratzt sich an Bäumen, Pfählen, der Boxenwand oder der Tränke, es wälzt sich, tritt mit den Hinterbeinen gegen den juckenden Bauch oder kratzt sich mit den Hinterhufen zwischen den Ohren. Ein Teufelskreis entsteht: Das Fell und die Langhaare gehen aus, es entstehen kahle Stellen, die bald blutig sind und nässen. Fliegen und andere Insekten bringen Schmutz und Bakterien in die offene, verletzte Haut. Eine Entzündung entsteht.

Wissenschaftler und Tierärzte sind sich einig, dass mehrere Faktoren als Ursache für die Krankheit zusammenspielen. Auslöser der allergischen Reaktion sind oftmals die Stiche der Kriebelmücke und anderer Stechmücken. Auch weitere äußerliche Faktoren können eine Rolle spielen - wie klimatische Veränderungen oder steigende Ozonwerte. Hinzu kommen innerliche Faktoren des einzelnen Pferdes, zum Beispiel eine Stoffwechselstörung, Mangel an Vitaminen und Spurenelementen und Allergien.

Die beste Behandlung besteht in der Vermeidung von Kontakt mit Insekten. Dies kann durch eine schützende Decke, eine so genannte Ekzemerdecke, geschehen. Verschiedene Hausmittel, Öle und Lotionen verschaffen möglicherweise Linderung. Bei heftigen Anfällen von Juckreiz kann auch eine Kortisontherapie nötig sein, um zu vermeiden, dass sich das Pferd selbst verletzt.

Umfassende Informationen gibt es auf www.das-sommerekzem.de.

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Strafanzeige gegen Reitschule

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Diese Anbindehaltung ist tierschutzwidrig. Foto: Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund hat eine Strafanzeige gegen eine Reitschule in Bayern gestellt. Elf Schulpferde, auf denen Reitschüler das Reiten erlernen, stehen dort angebunden in Ständern. Bei der Anbindehaltung sind die Pferde in engen Ständern angebunden. Die Pferde können sich lediglich ablegen und aufstehen, aber weder können sie sich frei bewegen oder wälzen, noch ausgestreckt liegen.

Der Deutsche Tierschutzbund will mit allen Mitteln ein Verbot der Pferde-Anbindehaltung in Bayern durchsetzen. Inzwischen sei die umstrittene “Ständerhaltung” nur noch im Freistaat erlaubt. Das teilte der Tierschutzbund am Montag in Bonn mit. Um darauf aufmerksam zu machen, sei nun gegen die Betreiber eines Pferdehofs im oberpfälzischen Seligenporten (Landkreis Neumarkt) Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet worden. Das für Tierschutz zuständige bayerische Umweltministerium erklärte dazu, dass gemeinsam mit dem Agrarministerium nach einer Lösung gesucht werde.

Der Tierschutzbund sieht in der “Ständerhaltung” einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wonach den Tieren nicht unnötig Leid zugefügt werden dürfe. Durch die unnatürliche Haltung komme es bei den Vierbeinern zu schweren Verhaltensstörungen. Auch das Bundesagrarministerium stufe die Haltung ikn Ständern als tierschutzwidrig ein, für die Umsetzung seien aber die Länder zuständig.

Die Strafanzeige gegen die Oberpfälzer Tierhalter sei eine “Modellanzeige”, erklärte ein Sprecher des Tierschutzbundes. Sollte diese Erfolg haben, würden Anzeigen gegen weitere Pferdehalter folgen. Eine Sprecherin das Umweltministeriums in München sagte, dass nach den vorliegenden Zahlen 2006 in Bayern 138 Betriebe Pferde in Anbindehaltung hielten. Generell sei die Zahl der Höfe, die ihre Tiere auf diese Art halten, aber rückläufig. Der Tierschutzbund spricht von etwa 1000 angebundenen Pferden in Bayern. Dabei handele es sich meist um Schulpferde oder Kaltblüter für Festumzüge.

www.tierschutzbund.de

dpa/www.merkur-online.de


Erfahrungsberichte von Tierfreund zu Tierfreund

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Futter im Test.

Welches Futter ist empfehlenswert? Auf was für ein Zubehör kann der Tierbesitzer getrost verzichten? Im Forum von tierfreunde.de habt ihr die Möglichkeit, eure Erfahrungen mit Futtermitteln und Zubehör für Hund, Katze, Pferd, Kleintiere und sonstige Tiere an andere Tierfreunde weiterzugeben - eben von Tierfreund an Tierfreund.

Wer sich unsicher ist beim Futterkauf, kann einfach einen Blick ins Forum werfen und nachlesen,, welche Erfahrungen andere Tierfreunde mit dem jeweiligen Produkt gemacht haben. Genauso kann jeder Tierbesitzer seine eigenen Erfahrungen mit Produkten hier kundtun.

Weitere Informationen gibt es direkt im Forum Erfahrungsberichte von Tierfreund zu Tierfreund.

Arthrose bei Hund und Pferd

Arthrose ist eine Degeneration des Gelenkknorpelgewebes mit Knochenschädigung und entzündlich bedingter Schrumpfung der Gelenkkapsel. Arthrotische Veränderungen können sich über viele Jahre entwickeln – ohne wesentliche funktionelle Veränderung. Die Arthrose ist eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung, die vorwiegend infolge eines Missverhältnisses zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und Gewebe besteht. Das bedeutet, dass traumatisch-mechanische Einwirkungen auf den Knorpel begünstigend wirken, genauso wie ständige Überbelastung des Gelenks. Vornehmlich das Alter führt zum Verbrauch des Gelenkknorpels an mechanisch und funktionell stark beanspruchten Gelenken.

Die Arthrose beginnt mit Schäden an Knorpel und Synovialis, die Gelenkinnenhaut, die die Innenseite von Gelenken auskleidet und die Gelenkflüssigkeit produziert. Im weiteren Verlauf nehmen die Schäden zu und dehnen sich auf andere Gelenkanteile, Knochen, Bänder usw. aus, bis das Gelenk deformiert ist und seine Funktion ganz oder teilweise eingebüßt hat.

Die Arthrose kann als Folge einer anderen Erkrankung - etwa einer Gelenksentzündung entstehen (sekundäre Arthrose), oder mit einer überlastungsbedingter Ergussbildung (sekundäre Entzündungsreaktion) einhergehen (aktivierte Arthrose).

Nach schulmedizinischer Sicht gilt die Arthrose als nicht heilbar. Allerdings kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt oder gestoppt werden.

 

Ursachen
Vorzeitiges Altern des Knorpelgewebes, Vererbung, konstitutionelle Schwäche des Knorpels, funktionelle Überbelastung, Fehlstellungen, starke Beanspruchung von Jugend an, falsches Reiten

 

Symptome:

Wiederkehrende Lahmheiten, später permanente Lahmheiten. Steifigkeit, die sich bei Belastung, kaltem/nassem Wetter und nach Ruhephasen verstärkt. Typisch sind Anlaufschmerzen: Hund/Pferd läuft sich ein.

Beim Hund

  • Verminderte Aktivität, möchte nicht mehr so gerne Gassi gehen, springen oder Treppen steigen.
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen und/oder Hinlegen.
  • Anlaufschwierigkeiten nach längerem Liegen, steifer Gang.
  • Lahmheit, bleibt beim Spazierengehen zurück.
  • Buckelhaltung / Aufbäumen des Rückens (bei arthrotischen Schmerzen im Rücken/Sacrum.)
  • Emotionale Verhaltensänderungen wie Melancholie, gesteigerte Aggressivität (Schmerzen) oder generelle Berührungsempfindlichkeit.
  • Lecken oder Nagen im Bereich eines bestimmten Gelenks.
  • Bereits feststellbare Einschränkungen der Gelenksfunktion.

Beim Pferd

  • Lahmheit - später oft auch abwechslungsweise Vorder- und Hinterhand.
  • Steifigkeit, steifer Gang, knackende Gelenke.
  • Stolpern und Einknicken der Gelenke beim Gehen.
  • Schmerzhafte Muskelverspannungen im Rücken.
  • Schmerzen im Bereich des Sacrum (Kreuzbein).
  • Bereits feststellbare Einschränkungen der Gelenksfunktion.
  • Krankheiten wie Spat oder Schale

 

 

Diagnose:
Röntgenaufnahme

 

Therapie:
Weil Veränderungen am Knorpel irreparabel sind, beschränkt sich die Therapie auf Linderung der Schmerzen und Schonung des Tieres.

Die Schulmedizin behandelt Arthrose mit auch mit Glukokortikoiden (Kortison), die überraschend die Symptome lindern können, jedoch auf Dauer die Knorpelzerstörung begünstigen. Bei der Therapie mit nicht-steroidale Entzündungshemmer ist auf den Magen zu achten. Hyaluronsäure ist grundbaustein des Knorpels und soll, direkt ins Gelenk gespritzt, das Gelenk schmieren und Reibung verhindern. Der Erfolg dieser Methoden ist von Tier zu Tier unterschiedlich.

Mit Humoraltherapien, vor allem Blutegeltherapie und Aderlass, werden anhaltende Besserungen erzielt. Allerdings ist jedes Gelenk aufgrund Lage und spezifischer Problematik anders zu behandeln. Auch die Phytotherapie ist zu empfehlen.

Dem Hund sollte ein warmes, gut gepolstertes Lager angeboten werden, das vor Wind, Zug und Feuchtigkeit geschützt ist. Dem Pferd können Wärmebandagen oder Stallbandagen angelegt werden. Die Tiere sollten regelmäßig schonend bewegt werden.

 

 

 

Quellen:

Praktikum der Hundeklinik, Niemand/Suter, Nachdruck der 9. Auflage

www.animal-touch.ch


 

 


Hubschrauberflug mit Pferd

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Der Wallach Aragon wurde mit einem Hubrschrauber aus dem Schlammloch befreit. Fotos: Gaulke

Valley - Mit einer spektakulären Rettungsaktion haben Feuerwehr und Polizei ein Pferd aus einem Sumpf befreit. Das Tier wurde mit einem Hubschrauber auf sicheren Boden geflogen.Susanne Fuß ist einfach nur glücklich.

Die 32-jährige Reitlehrerin aus Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim) hat zwar ein paar Schrammen im Gesicht und Prellungen am Körper, aber ansonsten ist sie wohlauf. Wie auch ihr Pferd, der 19-jährige Wallach Aragon. Der wurde am Sonntagnachmittag mit einem Hubschrauber der Bundespolizei aus einem Sumpfloch an der Mangfall befreit, in das er zuvor abgerutscht war.

Alles begann mit einem gemütlichen Reitausflug. Susanne Fuß war mit einer Freundin zwischen Sonderdilching und Kleinhöhenkirchen in der Gemeinde Valley unterwegs. Als sie sich einer Kuhherde näherten, stiegen die beiden Frauen ab und führten ihre Pferde am Zügel vorbei. Plötzlich scheute das Pferd von Fuß’ Freundin und rannte sowohl Susanne Fuß als auch ihren Wallach Aragon um. Dann liefen beide Pferde davon. „Wir haben ungefähr zwei Stunden gesucht, bis wir Aragon gefunden haben”, erzählt die Reitlehrerin.

Der Wallach steckte in einem Sumpfloch bei Niederaltenburg fest. Die beiden Frauen verständigten die Polizei; als die sowie die Feuerwehr aus Feldkirchen-Westerham angerückt waren, stand schnell fest: an die Unglücksstelle gelangt kein Fahrzeug. „Wir waren am Ende unserer Weisheit”, schildert Feuerwehr-Kommandant Georg Puhl. Letztlich habe man sich dafür entschieden, einen Hubschrauber einzusetzen.

Der kam von der Bundespolizeiinspektion in Rosenheim mit drei Mann Besatzung. Vor dem Luft-Abtransport wurde Aragon von einer Tierärztin betäubt, danach ging es für den 460 Kilogramm schweren Wallach an einem 55 Meter langen Seil in die Höhe. Etwa 800 Meter entfernt wurde das Tier abgesetzt und anschließend in eine Tierklinik gebracht.

Dort hat Susanne Fuß Aragon gestern besucht und berichtet: „Es war Glück im Unglück. Ihm geht es gut, er ist nur ziemlich schlapp.” Das zweite Pferd übrigens konnte eingefangen werden, es ist leicht verletzt.

flugpferd2Nun geht es noch darum, wer die Rettungsaktion zahlt. Ernst Peter, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion, beziffert den Hubschrauber-Einsatz auf 1200 Euro. Susanne Fuß hat sich bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen.

Münchner Merkur


Kolik: Das Pferd hat Bauchweh

Das Wort Kolik stammt von dem griechischen Wort für Dickdarm, kolikos, ab. Hier vermutete man früher den Sitz der Erkrankung. Kolik ist eine Sammelbezeichnung für schmerzhafte Erkrankungen meist im Magen-Darm-Trakt, ein Syndrom, bei dem verschiedene charakteristische Symptome zusammentreffen.

Pferde mit Kolik zeigen ihre Schmerzen meist sehr heftig. In leichteren Fällen ist das Pferd unruhig, scharrt, flehmt, legt sich hin und steht wieder auf. Es schlägt mit den Hinterbeinen und dreht sich zu seinem Bauch um. In schweren Fällen nimmt das Tier die Stellung des „sitzenden Hundes” ein, wirft sich zu Boden und tobt. Dazu können ein geblähter Bauch, geweitete Nüstern, erhöhte Puls- und Atemfrequenz sowie starkes Schwitzen kommen. Die Darmgeräusche geben Auskunft über die Art der Kolik: Laute Darmgeräusche signalisieren eine beginnende Gaskolik, wenige oder keine Darmgeräusche sind bei einer Krampfkolik zu hören.

Je nach Art der Kolik sind die kranken Pferde zwischendurch oft minutenlang ruhig, wie bei der Krampfkolik. Hier setzen die Schmerzenattacken plötzlich ein und dauern wenige Minuten an.
Leichte Koliken können sich von selbst bessern, bei geringen Verschlingungen kann manchmal das Wälzen des Pferdes rettend sein. Dennoch ist der Verlauf einer Kolik unvorhersehbar und unberechenbar. Scheinbare Schmerzfreiheit darf nicht als Zeichen der Selbstheilung gewertet werden.


Ursachen
Das vegetative Nervensystem steuert die Magen-Darm-Tätigkeit des Pferdes, daher kann bereits die kleinste Änderung des Umfelds eine Kolik auslösen. Falsche Haltung, Wetterwechsel, Stress und Aufregung können das Pferd negativ beeinflussen. Ein träger Darm bei Pferden, die sich selten bewegen, oder Fütterungsfehler sind häufig die Ursachen für eine Kolik. Jede abrupte Futterumstellung belastet den Magen-Darm-Trakt. Gleiches gilt für verdorbenes, schimmeliges Futter. Frisches Gras zu Beginn der Saison oder große Mengen Obst lassen das Pferd möglicherweise aufgasen.
Der Magen des Pferdes ist so gebaut, dass ein Erbrechen unmöglich ist. Verdorbenes Futter wird also weitergeleitet.
Zuviel hartes Stroh und grobstengeliges Heu können Verstopfungen auslösen, genau wie das Fressen von Sand oder Erde. Der Dreck kann einen Darmverschluss verursachen. Das Pferd muss sofort operiert werden.
Bei Darmverschlingungen oder -verlagerungen verdrehen sich Teile des Darms, stülpen sich ein oder knicken ab. Wegen der unterbrochenen Blutzufuhr kann der betroffene Darmabschnitt innerhalb kurzer Zeit absterben.

Therapie
Jede Kolik ist ein Notfall. Der Tierarzt muss benachrichtigt werden. Bis dahin darf das Pferd nicht trinken und fressen. Je nach Verfassung des Tieres verschafft dem Pferd leichte Bewegung im Schritt Linderung. In einer großen Box oder in der Reithalle sollte das Pferd die Möglichkeit haben, sich hinzulegen, das verschafft ihm Erleichterung.

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Stresslösung mit Pferd

lucky1Carlo, Benno, Felix, Sarah und Jonas tun sich schwer, ihre gesamte Aufmerksamkeit auf eine Sache hin zu fokussieren - zumindest in der Schule. Sie lassen sich leicht ablenken, der innere Drang nach Abwechslung ist stärker als die Fähigkeit zur Ausdauer. Die zwölf- und 13-jährigen Jugendlichen haben eine gewisse Art von Konzentrationsschwäche. Und die Ursache dafür ist oftmals Stress. Um das Problem in den Griff zu bekommen, haben die Schüler der Montessori-Schule Dachau ganz neue Helfer: Atticus, Don Camillo, Debbie, Maja und die anderen Pferde auf der Lucky Horse Ranch in Hohenkammer unterstützen die Jugendlichen bei der Stresslösung.

So ganz einig sind sich Jonas und Atticus noch nicht. Der 13-jährige Jonas will rechts rum zu dem kleinen Hindernis, doch der Fuchswallach dreht einfach nach links ab. „Denk dir, wohin du willst!”, rät Reitlehrer Peter Speckmaier. Jonas geht mit Atticus eine kleine Volte - und schon steuern die beiden auf das Cavaletti zu. Atticus galoppiert an, Jonas stellt sich in die Steigbügel - und mit einem Satz geht’s über den Sprung. „Das war jetzt richtig schön flüssig, Jonas!”, lobt Gisela Dinauer. Das ist wichtig: Jede Reitstunde endet mit einem positiven Erlebnis.

lucky2Drei Tage pro Monat verbringt eine kleine Gruppe Siebtklässler der Montessori-Schule Dachau auf der Lucky Horse Ranch in Hohenkammer (Landkreis Freising). Für Carlo, Benno, Felix, Sarah und Jonas stehen neben dem Reiten natürlich das Versorgen und Putzen der Pferde, aber auch jede Menge Theorie auf dem Programm. Für die Kinder geht es nicht in erster Linie um das Reitenlernen: Die Pferde helfen ihren jungen Reitern bei der Stresslösung. Dieses Projekt, das erst seit Januar läuft, hat schon jetzt erstaunliche Erfolge bei Schülern mit Konzentrationsschwäche gezeigt.

Gisela Dinauer, die vor acht Jahren die Lucky Horse Ranch gegründet hat, fing vor eineinhalb Jahren gemeinsam mit Chiron-Lehrer Peter Speckmaier an, einen besonderen Reitunterricht anzubieten. „Beim Chiron geht es viel um die Psychologie, die Anatomie und das Nervensystem des Pferdes”, erklärt Gisela Dinauer. Und wenn man versteht, wie Stress entsteht, kann man das Pferd in einem Schreckmoment wieder zur Ruhe bringen.

lucky3Die Kinder der Montessori-Schule übersetzen das Wissen über das Nervensystem des Pferdes auf das des Menschen. „Wir haben gelernt, was mit den Synapsen passiert, wenn viel Stress ist”, erzählt Jonas. Und Sarah berichtet: „In den Wochenplänen sind wir besser geworden, wir haben mehr geschafft, seit wir hier sind.” Aber dann haben die Kinder keine Zeit mehr. Sarah longiert ein Pony, während die Buben aufs Dach des Stalls klettern, sich gegenseitig in den Schubkarren herumfahren oder mit den Peitschen knallen: Freizeit eben.

Die Pferdehauptstadt

equiAlle zwei Jahre wird Essen zur Pferdehauptstadt der Welt: Die Equitana bietet vom 14. bis 22. März neun Tage lang alles rund um die Pferdeliebe und den Pferdesport. In 16 Hallen finden die Besucher ein Angebot rund um die Vierbeiner, das keine Wünsche offen lässt. Rund 1000 Pferde aller Art sind in hochkarätige Prüfungen und beeindruckenden Shows: Der Tscheche Honza Blaha wird auf der Equitana täglich sein Pferdegespür demonstrieren.  Die Eleganz der Pferde und die Schönheit der Natur verbindet die Show “Vioamondo”, bei der Freiheitsdressuren und waghalsigen Stunts zu sehen sind.  Unter dem Motto ” Deutschlands größter Hengsthalter” präsentiert die Equitana die Top-Vererber aus den deutschen Landgestüten. Und nicht zuletzt präsentieren die Neuheiten der Pferdebranche rund 850 Aussteller auf 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.  Mehr Informationen gibt es hier.