Hitliste der Münchner Hunde
In München leben 28.388 Vierbeiner. Das sagt die Statistik von Ende 2008. Vielleicht ruhen einige dieser treuen Menschenbegleiter inzwischen auf dem Tierfriedhof. Vielleicht ist die Zahl auch durch große Würfe ein bisschen höher geworden. Wie dem auch sei: Wir versuchen an dieser Stelle eine Hitparade der Rassen herzustellen und präsentieren die große Zamperl-Parade:
Mischlinge haben mit weit über 8000 Exemplaren mit großem Abstand die Schnauze vorn. Streng genommen müssten in dieser Gruppe auch Dackel-, Terrier-, Schäferhundmischlinge und andere aus der Statistik eingeordnet werden: Wir gehen aber davon aus, dass etwa der Besitzer vor einer Anmeldung seines Golden-Retriever-Mischlings festgestellt hat, dass das Golden-Retriever-Erbgut deutlich sichtbar ist. Deshalb wird er von uns kurzerhand dieser Rasse zugerechnet.
Auch die maßgebliche Fédération Cynologique Internationale (FCI) fasst ja in ihren zehn offiziellen Gruppen Hunde-„Sektionen” zusammen, in denen der Laie nie und nimmer Angehörige einer Familie erkannt hätte. Etwa den Gos d’Atura und den südrussischen Owtcharka, oder, bekanntere Beispiele, den Deutschen Boxer und den Appenzeller Sennenhund.
Platz zwei nimmt in der Statistik der Stadtkämmerei der Terrier ein. Das könnte stimmen, doch sind bei de n genannten 2148 Vertretern und Vertreterinnen die separat aufgelisteten Yorkies Westhighland und Welsh Terriers nicht enthalten, auch nicht Airedales und der altbekannte Foxterrier. Sie alle bezeichnen sich anständiger- und identifizierbarerweise als Terrier. Insgesamt kommen wir auf eine Zahl von ca. 3400.
Und bei diesem Wert gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Gruppe Apportier-, Stöber- und Wasserhund: Labrador und Golden Retriever, Cocker und Cavalier King Charles Spaniels, Flat Coated Retriever etc. bringen es auf ungefähr die gleiche Stärke. Zweimal Platz zwei also.
Der Schäferhund liegt als Hüte- und Treibhund trotz ebenfalls weitläufiger Verwandtschaft relativ abgeschlagen auf dem dritten Platz (ca. 2200). Zum Deutschen gesellen sich nicht nur der Schweizer, Belgische, und der Pyrenäen und andere Schäferhunde, sondern auch alle Arten von Collies. Sowohl im Lassie-Pelz als auch mit Kurzhaar.
Die Bracke, dem den weniger Hundekundigen vom Namen her wohl nicht geläufig, gehört zur Gruppe der Vorstehhunde, nimmt aber mit 1051 Sektions-Angehörigen schon allein den vierten Platz ein. Zu den kontinentalen Vorstehhunden (mit dabei auch Weimeraner und Vizsla sowie Münsterländer und andere) kommen noch die britischen und irischen Artgenossen, sprich Irish Setter und English Setter.
Rund 850 Dackel, Teckel und Dachshunde, Zwerg-, Langhaar-, Kurzhaardackel und eben auch Mischlinge, beweisen, dass der Dackel zwar nicht im Spitzenfeld liegt, aber nicht ausstirbt. Ihm gebührt ein ehrenvoller fünfter Platz - und das ohne Olympia-Waldi!
In etwa gleichauf mit dem Dackel liegt die Gruppe Pinscher & Co.: Schon der Pinscher selber zeigt eine große Bandbreite: Zwerg- und Rehpinscher sind bekannt, dass der Kleine aber mit dem Dobermann so eng verwandt ist und nur um einen Schritt entfernter mit Schnauzern (von Zwerg- bis Riesen-), erstaunt. In die Gesamtgruppe gehören auch Schweizer Sennen- und Berghunde, wodurch sich diese vielgestaltige Familie den sechsten Platz sichert. Unter ferner liefen sei noch die Gruppe der Schlittenhunde, Spitze und Chow Chows vermeldet. Sie bringen es auf rund 250 Mitglieder.
Obwohl das FCI-Verzeichnis Bezeichnungen aus aller Herren Länder aufweist, fehlt das Zamperl. Die Romanistin Alexandra Knoerrich weist in ihrer Dissertation nach, dass das vermeintlich bayerische Wort auf das italienischen Wort zampa (Pfote) zurückgeführt werden kann. Ein Zamperl ist also (noch) klein, meist lebhaft, nicht reinrassig. Treuherziger Blick hin und her, für alle Hunde gilt gleichermaßen: Herrchen oder Frauchen muss jeweils im Januar 76,80 Euro Steuer entrichten.
Barbara Wimmer/www.merkur-online.de
Die häufigsten Rassen
Mischling 8331
Terrier 2148
Schäferhund 1089
Bracke 1051
Apportierhund 921
Pudel 703
Labrador Retriever 638
Jack-Russel-Terrier 567
Golden Retriever 543
Schäferhund-Mischling 528
Labrador-Mischling 446
Stöberhund 403
Yorkshire Terrier 384
Vorstehhund 343
Pinscher 341
Chihuahua 299
Dackel-Mischling 293
West Highland Terrier 277
Beagle 233
Dackel 225
Rauhhaardackel 221
Dogge 215
Terrier-Mischling 211
Hirtenhund 201
Spitz Eurasier 199
Mops 191
Malteser 191
Boxer 178
Shih-Tzu 153
Jack-Russel-Terrier-Mischling 151
Treibhund 146
Französ. Bulldogge 135
Cocker Spaniel 132
Nordlandhund 129
Deutscher Schäferhund 128
Windhund 114
Border Collie 111
Pekinese 111
Jagdhund-Mischling 108
Pudel-Mischling 105
Magyar Vizsla 104
Border Collie Mischling 103
Dalmatiner 102
Rhodesian Ridgeback 102
Collie-Mischling 99
Parson Jack Russel 98
Terrier 98
Pinscher Mischling 94
Husky-Mischling 92
Collie 92
Dobermann 90
Zwergpinscher 84
Zwergpudel 79
Tibet Terrier 77
Yorkshire-Terrier-Mischling 77
Australian Shepard 74
Labrador-Retriever-Mischling 72
Hovawart 71
Golden-Retriever-Mischling 66
Weimaraner 66
Rottweiler-Mischling 65
Pekinese-Mischling 62
Boxer-Mischling 61
Cavalier King Charles 61
Spaniel 61
Zwergdackel 60
Spitz 58
Flat Coated Retriever 54
Foxterrier 54
Rehpinscher 53
Chihuahua-Mischling 53
Zwergschnauzer 51
Coker Spaniel Mischling 50
Husky 48
Bearded Collie 43
English Bulldog 41
Australian Shepherd 40
Whippet 40
Shar Pei 39
Sheltie Shetland Sheepdog 38
Bullterrier 37
Riesenschnauzer 36
Bolonka Zwetna 36
Irish Setter 36
Malteser-Mischling 34
Retriever-Mischling 33
Neufundländer 32
Shih-Tzu-Mischling 32
Airedale Terrier 30
Langhaar Dackel 29
Siberian Husky 29
Schnauzer 29
Coton de Tulear 29
Appenzeller Sennenhund 29
Pointer 29
Deutsche Dogge 28
Deutsch Drahthaar 28
Podenco Espagnol 26
Belgischer Schäferhund 26
Border Terrier 26
Münsterländer 25
Münsterländer-Mischling 25
Vizsla 24
Bullterrier-Mischling 24
Dobermann-Mischling 23
Shiba-Inu 23
Briard 22
Boston Terrier 22
Galgo Espanol 22
Chow-Chow 20
Elo 20
West-Highland-Terrier-Mischling 20
Zwergspitz 19
Bobtail 18
American Bulldog 18
Bichon frise 17
Tibet Spaniel 17
Deutsch Kurzhaar 17
Pointer-Mischling 17
Dog Argentino 17
Europäischer Spitz Eurasier 16
Papillon 16
Samojede 15
Welsh Terrier 15
Setter-Mischling 15
Jagdhund 15
Bracke-Mischling 14
Leonberger 14
Hovawart-Mischling 14
Kleinpudel 14
Irish Terrier 13
Griffon 13
Windhund-Mischling 13
Alaskan Malamute 12
Alano-Mischling 12
Kurzhaar-Dackel 11
Bologneser 11
Jamuna hat jetzt drei Väter

Jamuna kuschelt mit einem Pfleger. Foto: ap
München - Die Hellabrunner Elefantenkuh Panang (20) hat offensichtlich jedes Interesse an ihrem Baby Jamuna verloren. Wenige Tage nach der Geburt schob sie ihre Kleine mit dem Rüssel weg und ließ sie nicht mehr trinken. In der freien Natur wäre das vermutlich das Todesurteil für ein nur wenige Tage altes Elefantchen. Jamuna Toni dagegen hat trotzdem alle Chancen, ein großes starkes Elefantenmädchen zu werden. Sie hat zwar nun keine Mutter mehr, dafür aber gleich mehrere „Väter”: Drei Elefanten-Pfleger werden das Elefantenkind nun abwechselnd mit der Flasche aufziehen.
In der Nacht zum 21. Dezember brachte Panang nach zwei erfolglosen Schwangerschaften ihr erstes Junges zur Welt - und die Münchner freuten sich wie selten über dieses vorgezogene Weihnachtsgeschenk die erste glückliche Hellabrunner Elefantengeburt seit 60 Jahren. Jamuna Toni ist seitdem der Publikumsmagnet. Am Montag standen die Besucher wieder Schlange vor dem Elefantenhaus.
Bilder und ein Video von Jamuna gibt es unter www.merkur-online.de.
Streichelzarter Dickhäuter

Jamuna entzückt München. Foto: Klaus Haag
Über die Haltung von Wildtieren in Zoos mag jeder denken, wie er will. Sicher ist, dass Tierfreunde von dem neu geborenen Elefantenkalb hingerissen sind. Kurz vor Weihnachten erblickte Jamuna das Licht der Welt.
Im Elefantenhaus von Hellabrunn sitzen fünf Pfleger im Kreis um Dickhäuterbaby Jamuna Toni herum im Stroh. OB Christian Ude und seine Frau schauen zur Elefantenrunde vorbei - und schon stürmt der kleine Elefant Rüssel nach oben gereckt auf den Rathauschef zu und lässt sich von ihm tätscheln. “Wunderbar streichelzart”, schwärmt Ude, während der Mini-Elefant immer wieder erstaunlich laut brüllt und trompetet.
Der Münchner Merkur berichtet und zeigt viele Bilder.
Fuchs verschleppt Kaninchen aus Garten
Neuried - In Neuried ist ein Fuchs in ein Kaninchengehege eingebrochen und hat eines der Tiere getötet und verschleppt. Meldungen über Füchse in Wohngebieten häufen sich.
Ein Bericht des Münchner Merkur
Michaela Stein saß gerade in ihrer Wohnung in Neuried und lernte mit ihrem zwölfjährigen Sohn Vokabeln, als sie eines ihrer beiden Kaninchen schreien hörte. Es war Dienstag, 17.30 Uhr, und draußen bereits dunkel. Sie lief sofort auf die Terrasse, wo das Gehege der Tiere stand, und sah, wie ein Fuchs eines der Kaninchen im Maul trug. „Ich war so geschockt, dass ich dem Fuchs auch nicht hinterherrennen konnte, als er im Dunkeln verschwand”, sagt Stein. Vor allem für den Sohn sei es schmerzhaft gewesen zu sehen, wie sein Haustier verschleppt wird. „Ich wohne seit sechs Jahren hier und habe vorher noch nie einen Fuchs gesehen”, sagt Stein.
Dabei sind Füchse in Wohngegenden keine Seltenheit. „Bei uns gehen in letzter Zeit viele Meldungen von Bürgern ein, die einen Fuchs im Gemeindegebiet gesehen haben”, sagt Robert Erhart, Leiter des Umweltamtes Neuried. Die Menschen seien überrascht, dass die Tiere so nah an ihre Häuser herankommen. „Aber da Neuried vom Wald umgeben ist, ist das ganz normal”, sagt Erhart.
Auch die staatliche Revierleiterin Sabine Kröger kennt das Problem. „Seitdem es die Tollwutimpfung gibt, steigt die Population der Füchse”, sagt Kröger. Es gebe kaum noch Tiere, die an der Krankheit sterben. Gerade im Winter kommen die Füchse in bewohnte Gebiete, weil sie dort leichter Nahrung finden. Zudem ist es in der Stadt wärmer als im Wald. „Wenn der Lebensraum in Wohngebieten nicht so interessant wäre, würden die Tier auch nicht in die Gemeinden kommen”, erklärt Kröger.
Was viele Bürger nicht wissen: Vor allem Katzenfutter lockt Füchse an. Das wurde Michaela Stein zum Verhängnis. „Bei uns in der Nachbarschaft stellen viele Leute Fressen für Katzen raus”, sagt sie.
Seit einigen Wochen schon hielt sie ihre Kaninchen am Nachmittag immer auf der Terrasse. „Sie sind dämmerungsaktiv und haben draußen mehr Platz”, erklärt die Neuriederin. Das Gehege ist mit einem 60 Zentimeter hohen Zaun umspannt - Füchse können so eine Höhe leicht überwinden. Steins zweites Kaninchen, das Männchen „Benni”, hat den Angriff überlebt; ihn hält sie nun nur noch im Käfig in der Wohnung. „Wenn ich gewusst hätte, dass es hier Füchse gibt, hätte ich die beiden nie draußen gelassen.”
Die hundefreundlichste Stadt
München - München ist die hundefreundlichste Stadt Deutschlands. Das zumindest glaubt die Redaktion der Zeitschrift „Dogs” und kürt in der heute erschienenen Ausgabe die Wastl-Metropole mit dem „Dogs Award 2010″.
Chefredakteur Thomas Niederste-Werbeck urteilte: „Münchner Hunde sind zu beneiden. Mit dem Englischen Garten haben sie nicht nur einen der größten Parks der Welt vor der Haustür, auch die Stimmung gegenüber Vierbeinern und ihren Haltern macht das Leben für und mit Hund sehr entspannt und harmonisch - beispielhaft in Deutschland.”
Rund 1100 öffentliche Grünflächen böten Hunden so viel Platz zum Herumtollen wie in kaum einer anderen Großstadt. Und weil kein genereller Leinen- und Maulkorbzwang herrscht, können sich Hund und Herrchen frei bewegen. Für den Englischen Garten, mit seiner Fläche von rund 580 Fußballfeldern, könnte das jedoch vorbei sein, wenn spätestens 2010 die neue Parkverordnung in Kraft tritt (wir berichteten). Vorteilhaft seien an der riesigen Parklandschaft vom Hofgarten bis St. Emmeram, dass für Hundehaufen rund 350 Tütenspender bereitstünden, um die Nicht-Hundehalter vor Tretminen zu bewahren.
Einzigartig sei auch der tierärztliche Notdienst der Tierrettung. Zwei Krankenwagen stehen bereit, wenn ein Tier in Nöten ist und die Halter nicht in der Lage sind, ihren Schatz rechtzeitig zum Tierarzt zu bringen (0 18 05/ 84 37 73, 14 Cent/Min.).
Casting für Rettungshunde

Cherie mit ihrer Hundeführerin Bea von Gneisenau bei einer Übung. Foto: Johanniter Rettungshunde
Rettungshunde sind Helden auf vier Pfoten. Ob vermisste Kinder, Demenzkranke oder Unfallopfer - sie finden Menschen in Not. Mit einem Casting am 8. November sucht die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. aus München neue Spürnasen.
„Wir haben zwei sehr erfahrene, vielfach geprüfte Teams, sowie mehrere Teams in der Ausbildung”, erzählt Staffelleiter Alexander von Gneisenau. „Neue Rettungshunde und Hundeführer sind für uns aber enorm wichtig, um die Leistungsfähigkeit der Staffel weiter auszubauen.”
Die Johanniter laden daher am 8. November um 9 Uhr zum 1. Rettungshunde-Casting in die Schäftlarnstraße 9 ein. Dort werden Neuanwärter ausführlich über die ehrenamtliche Arbeit informiert und können einige praktische Übungen absolvieren, um einen Eindruck von Hund und Mensch zu vermitteln. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, wohl aber eine Anmeldung
unter 089/720110 oder per E-Mail an info@rettungshunde-johanniter.de.
Geachtet wird beim Casting auf die Verträglichkeit und Motivierbarkeit der Hunde sowie die Harmonie von Mensch und Tier. Prinzipiell sind fast alle Hunderassen geeignet, die nicht zu groß oder zu klein sind. Die Hunde sollten zu Beginn der Ausbildung maximal drei Jahre alt, aufmerksam und lernwillig sein. Eine gewisse Wetterfestigkeit und Sportlichkeit der Besitzer schadet nicht. Diese sollten zweimal wöchentlich am Training teilnehmen können und nach abgeschlossener Ausbildung der Staffel für Einsätze zur Verfügung stehen.
Wie die Ausbildung der Teams aussieht, erklärt von Gneisenau: „In der rund zweijährigen Ausbildungszeit werden neben der Flächen- und Trümmersuche auch Orientierung und Kartenarbeit unterrichtet. Zudem stehen Sprechfunk, Trümmerkunde, Erste Hilfe an Mensch und Hund, Kynologie, Unterordnung und Gerätetraining auf dem Ausbildungsplan. Das alles hört sich viel an, ist aber innerhalb von zwei Jahren gut zu schaffen. Die meisten Mitglieder der Staffel sind berufstätig und haben Familie und Kinder. Bei uns sind alle Altersgruppen aktiv - unser jüngstes Mitglied ist 16 Jahre alt. Durch die gemeinsame Arbeit rücken Hund und Mensch näher zusammen und können schließlich als Team Menschenleben retten.”
Die oberbayerischen Rettungshundestaffeln der Johanniter wurden 2008 durch eine Staffel in München ergänzt. Sie stehen zur Vermisstensuche im Wald und auf Trümmern, aber auch für Einsätze im In- und Ausland zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Rettungshundestaffel der Münchner Johanniter findet man im Internet unter www.rettungshunde-johanniter.de.
Zivilisationsopfer Eichhörnchen

Sabine Gallenberger mit zwei Eichhörnchen. Foto: no
München - Lisa ist ein klassisches Zivilisationsopfer. Das Eichhörnchenbaby wurde in der Münchner Innenstadt geboren. Ein gepflasterter Innenhof wurde ihm zum Verhängnis: Das sieben Wochen alte Hörnchen stürzte ab, brach sich ein Bein und versteckte sich hinter Mülltonnen. Ohne die Finder und Familie Gallenberger wäre Lisa qualvoll gestorben. Jetzt springt sie zusammen mit vier anderen Hörnchen durch eine Voliere in einer Auffangstation in Waldtrudering.
Jimmy, Tommy, Mickey, Zwicki und Lisa wetzen am Gitter entlang, klettern flink den Baumstamm hoch, schwups - ein Sprung in das Netz voller Fichtenzweige, und weiter geht’s über Kopf an der Decke der Voliere. Die vier jungen Eichhörnchen sind voller Energie - „höchste Zeit, dass sie raus kommen”, sagt Sabine Gallenberger. Die 27-Jährige hat sich seit drei Jahren zusammen mit ihrer Mutter Heidi den Hörnchen verschrieben. Sie kümmern sich um die Hörnchen - von der Aufzucht mit der Flasche bis zur Auswilderung. In diesem Jahr haben 215 Eichhörnchen die Erstversorgung der Gallenbergers genossen.
Doch in diesem Ausmaß ist die Aufzucht für die Gallenbergers nicht mehr machbar. Die Auffangstation stößt an ihre Grenzen. „Dabei benötigt jedes Jungtier, das sich am Boden befindet, schnell Hilfe in einer Auffangstation”, betont Heidi Gallenberger. Doch ohne weitere Unterstützung können künftig nicht mehr so viele Hörnchen aufgenommen werden, „weil das Arbeitsaufkommen so nicht mehr zu bewältigen ist”, sagt die Eichhörnchen-Mama.
Junge Hörnchen brauchen nahezu eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. „Die Babys müssen alle zwei bis vier Stunden gefüttert werden”, berichtet Heidi Gallenberger. Deshalb werden dringend noch Pflegestellen gesucht, die sich um mindestens zwei Eichhörnchen kümmern. Die Gallenbergers würden so ein bisschen entlastet werden und stehen den „Pflegeeltern” natürlich mit Rat und Tat zur Seite. „Man braucht Zeit, Tierliebe und eine ruhige Umgebung.”
Sobald die Hörnchen zwölf Wochen alt sind, geht es in die Auswilderungsvoliere. Hier bekommen die Kleinen unter anderem Tannenzapfen, Kiefernsamen, Nüsse, Rinde, Fichtenzweige. Außerdem trainieren die Eichhörnchen in der Voliere das Klettern und präzise Springen. Danach geht es Schritt für Schritt in die Freiheit: Eine weitere Voliere am Waldrand bereitet die Eichhörnchen auf ihren Lebensraum vor. Schließlich folgt die Auswilderung. „Aber wir füttern auch die Ausgewilderten noch weiter”, so Heidi Gallenberger.
Den Eichhörnchen, die unter Artenschutz stehen, die Aufzucht weiterhin zu sichern, wäre der Traum für Heidi Gallenberger. Eine Vereinsgründung über eine Stiftung ist ihr Ziel. 90 Prozent der Eichhörnchen, die zu Gallenbergers kommen, sind Zivilisationsopfer wie Lisa. Die Tiere werden in der Stadt zwischen Häusern geboren, stürzen beim Spielen ab und fallen knallhart aufs Pflaster. „In schlimmen Fällen droht wegen einer Kieferverschiebung eine Zahnfehlstellung: Dann wetzen sich die Zähne nicht mehr auf natürliche Weise gegenseitig ab, sondern müssen alle zwei bis drei Wochen geschnitten werden. Diese Hörnchen können auch nicht in die Freiheit entlassen werden, sondern kommen im Münchner Tierheim unter: Dank eines deutschlandweit einmaligen Projekts leben die „Zahnfehlstellungs-Hörnchen” in einer etwa hundert Quadratmeter großen Voliere. Sabine Gallenberger, die mittlerweile fit ist auf dem Gebiet der Eichhörnchen-Kunde, schneidet ihnen alle paar Wochen stressfrei die Zähne. So wird sie auch weiterhin mit Lisa in Kontakt bleiben. Das Sorgenkind aus der Innenstadt hat leider auch eine Zahnfehlstellung.
Jede Unterstützung ist willkommen - egal, ob Nussspenden, Pflegestelle oder Auswilderungsmöglichkeiten bei Tierfreunde, die am Waldrand wohnen. Wer helfen möchte, kann sich mit Heidi Gallenberger unter 0171/8132835 in Verbindung setzen.
no/Münchner Merkur
Tierische Wiesn
Wer in München Traditionsverbundenheit zeigt,schmeißt sich in diesen Tagen in Dirndl oder Lederhosn und schlendert mittags gemütlich über die Wiesn. Hin und wieder schleicht ein Vierbeiner mit - trotzVerbot, dafür mit Halstücherl und Herzerl. Ob sich die verirrte Krähe im Himmel der Bayern so wohl gefühlt hat, darf bezweifelt werden. Immerhin hat sie es einen Tag lang im Bierzelt ausgehalten. Auf www.merkur-online.de gibt es einige Fotos zu sehen - von dem Vogel, von arbeitslosen und berufstätigen Zamperln, von Flöhen und natürlich von schmucken Pferden.
Terrier-Flut im Tierheim

Sieben Terrier suchen zur Zeit im Tierheim München ein neues Zuhause: Parson-Jack-Russell-Terrier Nash, Jagdterrier Kalle, Jack-Russell-Terrier Murri, Terrier-Mischlingswelpe Mandy, Terriermischlingshündin Molly, Jagdterrier Anton, Jack-Russel-Terrier Fritzi. Fotos: Petra Strauch
Als Welpe war Nash klein, nett und witzig. Das ist er jetzt, neun Jahre später, immer noch, allerdings haben seine Besitzer noch ein paar weitere Eigenschaften entdeckt: lebhaft, selbstbewusst, selbstständig. Und genau deshalb ist der Jack-Russell-Terrier im Tierheim München abgegeben worden. Er hat viel Energie, und seine Halter sind mit ihm nicht mehr klar gekommen.
Leider ist Nash kein Einzelfall. Das Münchner Tierheim spricht von einer wahren “Terrier-Flut”, und dieses Phänomen trifft in vielen Tierheimen zu. “Die Jack Russell Terrier sind süße, liebe, kleine Hunde, das wollen die Leute”, sagt Tierheimleiter Karl Heinz Joachim. Dass diese Hunde ein großes Bewegungsbedürfnis haben und auch sonst nicht einfach in Erziehung und Umgang sind, wird vergessen. Joachim nennt ein kleines Beispiel: Der Jack Russell ist geeignet für einen Reiter, der mit seinem Pferd ins Gelände reitet. “Am Abend sind Reiter und Pferd müde, nur der Hund will nochmal eine Runde drehen.” Außerdem sind Terrier sehr selbstbewusst gegenüber Menschen und Artgenossen, was unbedingt eine konsequente Erziehung sowie körperliche und geistige Auslastung erfordert.
Das Temperament des Terriers und die hohen Anforderungen an die Freizeit - “fünf Mal pro Tag Gassi gehen”, so Karl Heinz Joachim - werden den Hundebesitzern zu viel, der Terrier landet im Tierheim. Sieben an der Zahl warten im Münchner Tierheim auf neue Besitzer. “Wir versuchen, die Hunde an Leute zu vermitteln, die wissen, was auf sie zukommt”, sagt Joachim. Die neuen Hundehalter sollten sich mit Terriern auskennen und ihnen das geeignete Umfeld bieten können. Denn trotz seiner geringen Größe ist der Terrier ein selbstbewusster, furchtloser und unternehmungslustiger Begleiter, der auf anspruchsvolle Weise beschäftigt werden will.

Kalle hat es faustdick hinter den Ohren.
Auch Kalle, ein Jagdterrier-Mischling, braucht Besitzer, die sich mit dieser Rasse auskennen. Kalle hat es faustdick hinter seinen kleinen Ohren. Standesgemäß ist er in der Jagd erfolgreich. So müssen sich vor allem Katzen in seiner Nähe in Acht nehmen. Kalle ist leinenführig und zu Menschen sehr verschmust und anhänglich.
Weitere Informationen über die Hunde gibt es auf www.tierheim-muenchen.com.
no/Münchner Merkur
Dackel auf Eichhörnchenjagd

Bazi und sein Frauchen. Foto: Feuerwehr
München - Die Feuerwehr hat in München-Forstenried einen übermütigen Rauhaardackel von einem sieben Meter hohen Baum retten müssen. Der Hund machte seinem Namen “Bazi” alle Ehre, als er am Freitag ausbüxte und ein Eichhörnchen jagte. Wie die Feuerwehr München am Samstag mitteilte, verfolgte er das Kleintier sogar die Thuje hinauf. Am Ende des Nadelbaumes verließ den eineinhalb Jahre alten Dackel jedoch der Mut und er blieb sitzen. Nachdem sein Herrchen zwei Stunden lang versucht habe, ihn mit allen Mitteln auf den sicheren Boden zu locken, verständigte es die Rettungskräfte. Mit einer Drehleiter befreiten diese den kleinen Bazi aus seiner Notlage.






