Püppi frisst Toni die Torte weg

Schimpoanse Toni ist halb so alt wie der Tierpark.
München - Eine Torte zum Ehrentag: Schimpanse Toni ist 50 geworden und wurde ordentlich gefeiert. Der Affe ist aber nicht der einzige Methusalem im Tierpark. Vielen der Tiere ist in Hellabrunn ein längeres Leben beschieden als in freier Wildbahn.
Auf merkur-online.de gibt’s das Geburtstagsvideo!
Es ist ein Kreuz mit den jungen Frauen. Wenn man Pech hat, fressen sie einem die Haare vom Kopf. Kein Wunder, dass Schimpanse Toni mit seinen 50 Jahren schon eine Glatze hat: Gefährtin Püppi ist erst jugendliche 18. Prompt klaute sie ihrem Mann die Geburtstagstorte - der Affe hatte einfach zu lange gezögert. Doch Toni wäre nicht Toni, wenn er sich das liebevoll gebackene Stück nicht zurückgeholt hätte. „Ein echter Mann”, kommentierte Tierpark-Chef Andreas Knieriem. „Der schaut ja auch noch gut aus.”
In der Tat ist das Geburtstagskind in seinem stattlichen Alter noch topfit. „In freier Wildbahn werden Schimpansen zwischen 30 und 40 Jahre alt”, sagt Knieriem. „In Zoos sind 50 Jahre keine Seltenheit.” Wenn er nicht krank wird, könnte Toni noch zehn Jahre drauflegen. Fast die Hälfte seines Lebens hat er mit Revierleiter Markus Klostermeier verbracht. Seit 1987 kümmert er sich um Toni und hat auch den Geburtstagskuchen gebacken. Quark ist da drin, Müsli und Reis - „affengerecht mit Honig gesüßt”. Als Toni sich nicht sofort vor die Kameras traut, lächelt Klostermeier. „Ein Schimpansenmann mit Charakter ist das. Der kann ganz lieb sein, aber auch sehr aufbrausend.” Eben ein echter Bayer: Toni wurde im Tierpark Hellabrunn geboren.
Der Schimpanse ist nicht der einzige Senior dort. Ein Säugetier ist noch älter: Elefantendame Tina, 52 Jahre. Die ältesten Tiere sind die Schildkröten - „100, 150 Jahre, das weiß niemand so genau”, sagt Knieriem. In Tonis Nachbarschaft residiert Orang-Utan Bruno, 42 Jahre alt. Wenige Meter weiter wohnt Löwin Inka - mit 19 Jahren die letzte ihrer Art im Tierpark. Die Antilopen werden ebenfalls bis zu 20 Jahre alt. „Das schaffen sie in freier Wildbahn kaum, da werden sie gefressen”, sagt Knieriem.
Im Zoo haben die Tiere keine Feinde - einer der Gründe, warum sie älter werden als in der Natur. „Außerdem bekommen sie optimales Futter und sofort medizinische Betreuung, wenn etwas ist”, erklärt Kuratorin und Biologin Beatrix Köhler. „In der Natur fällt ein Affe auch mal vom Baum und bricht sich was. Das könnte man hier behandeln.” Zwei fest angestellte Tierärzte beschäftigt Hellabrunn. Im hohen Alter bekommen Tiere, genau wie Menschen, alterstypische Krankheiten wie Schlaganfälle - „da müssen wir uns dann auch drum kümmern”, sagt Knieriem.
Solange sie gesund sind, darf man man Toni und Co. aber nicht zu oft zum Arzt schleppen - immerhin müssen die Tiere dafür in Narkose gelegt werden. Tonis „letztes großes Blutbild”, sagt Köhler, sei zehn Jahre her - damals wurde der Schimpanse in ein anderes Haus verlegt. „Bei solchen Gelegenheiten nehmen wir Blut ab, untersuchen die Zähne, hören das Herz ab - die Untersuchungen sind fast wie bei Menschen.” Die Gene der Affen unterscheiden sich nur in 1,5 Prozent von unseren - „es sind die entscheidenden Gene, aber es bleibt vieles ähnlich”. Affen können sich sogar bei kranken Menschen anstecken - deshalb dürfen die Besucher nicht in die Nähe der Schlafstätten.
So ein Affe, sagt Köhler, kriegt im Winter auch mal eine Erkältung - „da leiden sie wie kleine Kinder”. Und wenn Affen sich streiten und beißen, müssen sie versorgt werden, damit es keine Blutvergiftung gibt. Toni hat nichts von alledem. Er verträgt sich bestens mit Püppi - die Sache mit dem Kuchen hat er schnell verziehen. Junge Frauen, mag er sich denken, während er die Trauben von der Torte pickt, haben ja auch Vorteile.
Ann-Kathrin Gerke/merkur-online.de
Tierquäler braucht Polizeischutz

Bewaffnete Justizwachtmeister schützen Katzenquäler Ernst K., der Kater Rocco grausam ertränkte. Foto: ebu
München - Dem Rentner Ernst K. (74) ist beim Prozessauftakt der blanke Hass der Tierschützer entgegengeschlagen. Ohne Schutz hätte der brutale Katzenquäler wahrscheinlich Prügel bezogen.
“Mörder! - Drecksau!” Der blanke Hass von Tierschützern schlägt dem Rentner Ernst K. (74) entgegen, als er im Schutz von Justizbeamten den Gerichtssaal 221 in Strafjustizzentrum betritt. Ohne Schutz hätte der brutale Katzenquäler wahrscheinlich Prügel bezogen.
Ernst K. ist angeklagt, den Nachbars-Kater Rocco am 24. Dezember 2010 im Garten seines Hauses in Moosach mit einem Wasserstrahl bestialisch getötet zu haben. Das hatte damals schon zu wütenden Protesten vor dem Haus des Katzenkillers geführt. Der Saal ist trotz zusätzlicher Stühle brechend voll, viele der wütenden Tierschützer müssen draußen im Gang bleiben. Sie empfangen den Angeklagten lautstark mit Beleidigungen.
Als Ernst K. mit seinem Anwalt Boris Kampf den Saal betritt, schlagen im auch dort Pfui-Rufe entgegen. Der 74-Jährige nimmt auf der Anklagebank Platz, setzt sich eine Sonnenbrille auf und lässt das Blitzlichtgewitter über sich ergehen.
Ihm wird vorgeworfen, den schwarzen Kater in einem Marderkäfig gefangen zu haben. Die Falle stellte er in eine Tonne, spritzte Wasser hinein. Das Tier ertrank jämmerlich. Oberstatsanwältin Beate Miksch: „Der Angeklagte, der sich aus einer gefühllosen Gesinnung heraus und aus Hass gegen Katzen handelte, beabsichtigte, der Katze längerdauernde, erhebliche Schmerzen und Leiden zuzufügen und sie zu töten.”
Nachbarin Erika S. (71) hörte die Todesschreie des gequälten Tieres. „Er war grauenhaft”, sagt sie im Zeugenstand. Sie herrschte Ernst K. an: „Hören Sie auf, das ist fürchterlich!” Doch der dachte nicht daran. Erika S. rief nach ihren Nachbarn, die die Polizei alarmierten. Zu spät. Als die Beamten eintrafen, hatte der Täter das tote Tier schon in einem Müllsack versteckt.
„Ich hab’s ersäuft”, gibt der Angeklagte unumwunden zu. Aber er habe einen guten Grund gehabt, denn er liebe die Vögel in seinem Garten. Und die Katzen seien hinter dem Federvieh her: „Drei Amseln haben’s gfressn!” Er habe das Tier zuvor in eine Marderfalle gelockt. „Mit Trockenfutter”, so der Angeklagte. Warum die brutale Tötung? Auf die Frage von Richter Gerhard Simon reagiert der Angeklagte unwirsch: „Woaß i selber net.”
Hat er denn Roccos Besitzer in der Nachbarschaft gekannt? Mit seiner Anwort zeigt Ernst K. seine wahre Gesinnung: „Des san koane Nachbarn, des san Zuagroaste, Fremde.”
Tierärztin Dr. Birgit Schwarzmann von der Münchner Tierrettung hatte sich den toten Kater angesehen: „Krallen an den Vorderpfoten waren abgerissen. Das Tier hatte verzweifelt versucht, der Falle zu entkommen.”
Der Prozess wird am 9. August fortgesetzt.
Eberhard Unfried/www.merkur-online.de
Tierschützer fordern die Höchststrafe für Ernst K.
Drei Jahre soll Katzenquäler Ernst K. im Gefängnis schmoren! Bei einer Demonstration vor dem Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße forderten rund 100 Tierschützer die Höchststrafe, welches das Gesetz für Tierquäler vorsieht.
So heißt es in § 17 Tierschutzgesetz: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2.einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.”
Im Fall von Ernst K. sind laut Anklage alle Kriterien erfüllt. Diese Strafobergrenze sei viel zu niedrig angesetzt, betonen Aktivisten. „Ich bin der Meinung, jeder, der ein Tier ermordet, gehört auch ermordet”, empört sich Ursula Brigitte Randl. „Die Höchststrafe von drei Jahren reicht nicht - ich würde ihn lebenslänglich einsperren!”
Elefantenbaby Ludwig ist der Liebling

Dass das Wetzen am Baumstamm eine Wohltat ist, hat Ludwig den großen Elefantenkühen abgeschaut. © Marcus Schlaf
München - Der kleine Elefantenbulle Ludwig gedeiht prächtig - und hält seine Mutter Temi und die Pfleger im Tierpark gehörig auf Trab. Warum gerade Dickhäuternachwuchs die Menschen so begeistert? In Hellabrunn kann man das erklären.
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Der Tritt sitzt. Gerade tollt der Jungstar übermütig herum, da bremst Elefantenkuh Temi ihren Sohn mit ihrem wuchtigen, grauen Bein. Der einen Monat alte Bulle quittiert die Erziehungsmaßnahme mit einem Plärrer - und hat sofort den nächsten Unfug im Sinn. „Er hält seine Mutter und uns mit viel Blödsinn auf Trab”, berichtet Chef-Elefantenpfleger Andreas Fries. Einen Meter groß und ungefähr 120 Kilo schwer ist der Dickhäuter inzwischen. Ganz genau können es die Pfleger nicht sagen, denn „Ludwig” macht auch beim Wiegen regelmäßig Blödsinn - zappelt, bis die Waage zittert.
Offiziell ist das jüngste Mitglied der Hellabrunner Elefantenherde noch namenlos, doch alle nennen den Bullen Ludwig. Alle, bis auf die Pfleger: „Wir wollen nicht, dass er sich daran gewöhnt”, sagt Fries. Das letzte Wort bei der Namenswahl hat der Geldgeber, der die Patenschaft für den Jungelefanten übernimmt. Gefunden ist er schon - mehr will man vor der offiziellen Taufe in Hellabrunn nicht verraten.
Vier Wochen nach seiner Geburt ist der kleine Elefant schon ganz groß beim Kopieren dessen, was die erwachsenen Kühe machen. Mal suhlt er sich ausgiebig im Sand. Mal schubbert er sich wie seine Tante Mangala, die jetzt mit im Gehege sein darf, an einem Baumstamm. Mal kaut er auf den Frühstückskarotten seiner Mutter Temi rum. „Er spuckt sie wieder aus, weil ihn als Nahrung nur Milch interessiert”, sagt Fries. „Aber dann steckt er den Rüssel ins Maul seiner Mama, um nachzuschauen, was sie mit den Karotten macht.” Der Kleine habe wahnsinnig schnell viel gelernt, sagt Fries. Auch, weil seine Mutter Temi ihre Sache „hervorragend” mache. Bei Jamuna Toni war das anders. Das Elefantenmädchen, das 2010 eingeschläfert werden musste, war eine Handaufzucht. Seine Mutter Panang hatte es verstoßen. „Wir Pfleger können Elefanten eben nicht so gut nachahmen”, sagt Fries und lacht.
Ganz so groß wie beim Nürnberger Eisbärenkind Flocke oder bei Knut in Berlin ist der Rummel um Ludwig in Hellabrunn nicht. 14 000 Besucher kamen am mittleren Maiwochenende - 4000 mehr als im Schnitt an den Maiwochenenden 2010. Der Anstieg sei nicht ausschließlich auf das Elefantenbaby zurückzuführen, heißt es im Tierpark. Die Wochenenden im Vorjahr seien nass und kühl gewesen - und ein Elefantenbaby hatte es mit Jamuna Toni ja auch da gegeben.
Ein Publikumsmagnet ist der kleine Elefantenbulle dennoch. Das zeigt sich an den Menschentrauben, die jeden Tag vor dem Elefantengehege stehen - und Laute der Verzückung ausstoßen. „Süß”, „putzig”, „niedlich”, hört man hier ohne Unterlass. Und Ludwig scheint Gefallen an der Schwärmerei des Publikums zu finden. „Wenn es morgens raus geht und viele Leute vorne am Zaun stehen, geht er sofort neugierig hin”, erzählt Fries.
Das Kindchenschema ist ein Schlüsselreiz, auf den Menschen weltweit reagieren. Flauschig, pelzig und kulleräugig sind jedoch auch andere Tierbabys. Warum kennt die Begeisterung gerade bei Elefantennachwuchs kaum Grenzen? Es sei die Kombination aus zwei Dingen, glaubt Fries: Elefantenbabys seien von Anfang an eine Miniaturausgabe der großen Elefanten - und gleichzeitig seien sie „bezaubernd tollpatschig”. Er müsse da immer an die Elefantenparade aus dem Dschungelbuch denken, sagt der Tierpfleger. Die Verzückung sei groß, wenn so ein Tier stur den großen grauen Beinen seiner Mama hinterherstolpere - und ihm der Rüssel ständig im Weg umgehe. Ludwig ist da jetzt schon weiter. Fries: „Er steckt seinen Rüssel in eine Pfütze, bläst hinein und freut sich über die Blasen, die aufsteigen.” Auch mit seiner kleinen Behinderung, der bei der Geburt gequetschten Zunge, die noch aus dem Maul hängt, weiß Ludwig inzwischen umzugehen. „Er schiebt sie sich mit dem Rüssel wieder ins Maul rein”, berichtet Fries.
Sie haben ihren Neuzugang ins Herz geschlossen. Vermenschlichen wollen die Pfleger den Dickhäuter aber nicht. „Er soll Elefant sein, nicht unser Kasperl”, sagt Fries. Es ist ein Dilemma, in dem alle Zoos mit Elefanten- oder Eisbärenbabys stecken: Einerseits bringen die Jungtiere Geld, weil mehr Besucher kommen. Andererseits sollen die Menschen aber nicht vergessen, dass es sich um Wildtiere handelt. Fühle Temi sich bedroht oder sehe sie ihr Jungtier in Gefahr, würde sie „alles wegräumen, was im Weg steht”, betont Fries. „Auch uns Pfleger, das darf man nicht vergessen.”
Fries und seine Kollegen lassen „Ludwig” nicht aus den Augen. Jeden Tag von 10 bis 11.30 Uhr und von 13 bis 15.30 Uhr darf er ins Freie - wenn das Wetter es zulässt. „Wenn es unter 10 Grad hat und regnet, kann er eine Lungenentzündung bekommen.” Damit sich der Racker nicht übernimmt, holen die Pfleger ihn täglich zum Mittagsschlaf ins Elefantenhaus. Draußen ist an ein Nickerchen nicht zu denken. „Da gibt es zu viele Reize”, sagt Fries. Einmal drinnen, ist es schnell um Ludwig geschehen. „Da liegt er nach zwei Minuten da und pennt, so erschöpft ist er.”
Caroline Wörmann/www.merkur-online.de
Ein neues Elefantenbaby im Münchner Tierpark

Mama Temi kümmert sich rührend um ihren Kleinen. Foto: Schlaf
Das Warten hat jetzt ein Ende! Nach 670 Tagen Tragzeit hat die neunjährige Elefantendame Temi am Freitag, den 06. Mai 2011 um 21.16 Uhr ihr erstes Baby zur Welt gebracht.
Das neue Mitglied der Elefantenherde ist ein prächtiger Junge, 95 Zentimeter groß, 117 Kilo schwer - und ein echter Herzensbrecher. Auch Mama Temi ist begeistert von ihrem Filius. „Obwohl es ihr erstes Baby ist, kümmert sich Temi sehr fürsorglich um ihren Nachwuchs. Es ist schön, die beiden zu beobachten. Nach dem traurigen Tod von Jamuna Toni im letzten Juni sind wir alle erleichtert, ein gesundes Elefantenbaby in Hellabrunn zu haben, das von Anfang an und mit wachsender Begeisterung die Muttermilch trinkt”, freut sich Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.
Vergangenen Freitagabend kündigte die Elefantendame lautstark die Geburt an. Um 21.16 Uhr war es schließlich so weit: Der “kleine” Elefantenbub war auf der Welt. Und das genoss der Neuankömmling sichtlich. Er strampelte und zappelte, ließ sich nur schwer bändigen. Nach dem das Elefantenbaby trocken gerubbelt, gewogen und gemessen war, durfte dann endlich auch die stolze Mami ihren “Kleinen” in den Rüssel nehmen.
Immer wieder streichelte sie sanft mit ihrem Rüssel über ihren Sohnemann, wartete geduldig, bis der den Weg zum Gesäuge gefunden hatte. Die ersten fünf Tage ruhten sich die beiden im Stall aus, auch, um sich aneinander zu gewöhnen. Wann immer es die Wetterlage zulässt, werden Mutter und Kind kurze Ausflüge nach draußen unternehmen. „Wir müssen vorsichtig sein, damit sich Mutter und Baby an die neue Situation gewöhnen”, erklärt Knieriem.
Das 100-jährige Elefantenhaus wird derzeit saniert und ist für Besucher nicht geöffnet. Daher können Besucher das Elefantenbaby nur sehen, wenn es sich gerade auf der Außenanlage befindet.
Eine Fotostrecke und ein Video gibt es auf www.merkur-online.de zu sehen.
24 Hunde auf Schießplatz ausgesetzt

Die ausgesetzten Straßenhunde sind abgemagert und wirken nicht gesund. © Tierschutzverein München e.V.
Unterhaching - Normalerweise knallen auf dem Polizei-Gelände bei Unterhaching im Perlacher Forst (Landkreis München) Pistolenschüsse. Doch am Mittwochmorgen versuchten die Beamten 24 ausgesetzte Hunde einzufangen.
Offensichtlich waren die abgemagerten, krank wirkenden Vierbeiner in der Nacht von Dienstag, 1. März, auf Mittwoch, 2. März, auf dem Schießplatz-Areal ausgesetzt worden. Ein 59-jähriger Zeuge aus Unterhaching hatte die Hunde auf dem Gelände der Schießbahn beobachtet, so die Polizei. Die schwarzen, weißen und sandfarbenen Podenko-Mischlinge machten es der Leiterin des Tierheims sowie den Tierschutzinspektoren alles andere als leicht, sie wieder einzufangen. Die völlig verängstigten Tiere sind nämlich reine Straßenhunde und den Umgang mit dem Menschen überhaupt nicht gewohnt.
Wie sie überhaupt auf das Gelände gekommen sind, ist genauso ein Rätsel wie die Frage, wer die Jagdhunde ausgesetzt hat. Möglicherweise haben es Tierschützer gut gemeint und einen Transport organisert - nur, um dann festzustellen, dass sie das kläffende Rudel nicht so einfach in einem Tierheim unterbringen können.
Auch die Herkunft der noch recht jungen Tiere konnte bisher nicht geklärt werden.
Mit viel gutem Zureden, verlockendem Futter, Lebendfallen und Lassos schafften es dann die Retter nach mehreren Stunden, zumindest 19 der 24 Tiere einzufangen. Derzeit irren allerdings noch fünf Hunde auf dem Gelände herum. Sie dürften sich in einem Zustand totaler Panik befinden.
Der Schießbetrieb wurde bis auf Weiteres eingestellt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.
Der Tierschutzverein München ist dankbar für jeden Hinweis (Tel. 9 21 00 00) in dieser Sache sowie für Spenden, die Einsätze wie den am Mittwoch ermöglichen.
HN/www.tz-online.de
Knochen um den Unterkiefer

Emelie in misslicher Lage: Der runde Knochen hatte sich über ihren Unterkiefer geschoben. Foto Feuerwehr München
München - Zu einem Einsatz der besonderen Art wurde am Montag die Feuerwehr nach Riem in die Helsinkistraße alarmiert.
Die eineinhalbjährige Mischlingshündin Emelie freute sich wohl etwas zu sehr über ihre Mahlzeit, einen Röhrenknochen. Beim Versuch, den Leckerbissen zu verzehren, schob sich dieser über ihren Unterkiefer und blieb hängen. Durch den angeschwollenen Unterkiefer konnte sich die Hündin selbst nicht mehr von dem störenden Knochen befreien.
Das alarmierte Hilfeleistungslöschfahrzeug der Feuerwache Riem ließ von der Hauptfeuerwache das Multifunktionswerkzeug zur Einsatzstelle bringen. Mit dem Gerät wurde der Knochen dann einseitig aufgeschnitten und die Hündin von ihrer Knochen-Fessel befreit. Während der Befreiungsaktion wurde Emelie von einer Tierärztin der Tierrettung betreut und versorgt. Ob Röhrenknochen auch in Zukunft auf dem Speiseplan der Hündin stehen werden, ist nicht bekannt …
Auf www.merkur-online.de führen die User eine heftige Diskussion, ob dieser Einsatz eher ein Fall für den Tierarzt gewesen wäre.
Ein Verfolger auf vier Beinen

Seine Zuneigung stieß bei der Nordic-Walkerin nicht auf Gegenliebe - die Feuerwehr nahm den Geißbock mit. Foto: Feuerwehr
München - Kurioser Einsatz für die Münchner Feuerwehr in Englschalking: Ein freilaufender Geißbock belästigte eine Nordic-Walkerin beim Frühsport am Samstag und verfolgte diese auf Schritt und Tritt.
Als die Frau schließlich zu Hause ankam, wollte der lästige aber harmlose Geißbock sogar mit ihr ihn die Wohnung. Die Sportlerin rief daraufhin die Feuerwehr und bat um Hilfe.
Der Besatzung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges gelang es, den Geißbock an die Leine zu nehmen, ihn auf die nahegelegene Wache zu führen und anschließend das Tier ins Tierheim zu transportieren.
Ein bissiges Kerlchen auf dem Baugerüst

Der Fuchs in der Tierfangkiste. Das Einsatzfoto der Berufsfeuerwehr München.
Als die Arbeiter am Dienstag gegen sieben Uhr morgens die Baustelle in der Münchner Balanstraße erreichten, trauten sie ihren Augen kaum. Dort war ein ungewöhnlicher Besuch zu Gast: ein Fuchs.
Das Tier spazierte im siebten Stock auf einem Baugerüst. Danach verzog sich Meister Reineke in das Gebäudeinnere. Ein Arbeiter fand das Tier schließlich in einem kleinen Raum im neunten Stockwerk, versteckt in einer Ecke. Der Polier rief die Feuerwehr zu Hilfe. Die fing den Fuchs ein und steckte ihn in eine Kiste. Da das erwachsene Tier offensichtlich gesund war, wurde der Fuchs im Perlacher Forst wieder frei gelassen.
Kurz vor seinem Sprung in die Freiheit bedankte sich Meister Reineke noch mit einem kräftigen Biss in die Hand bei seinem Retter. Der Feuerwehrmann musste trotz angezogener Schutzhandschuhe in ärztliche Behandlung.
Unbekannte schießen auf Katzen

Ursula Schilling musste das Auge von Kater Vitali zunähen lassen, nachdem es von einer Kugel getroffen wurde. Foto: rk
München - Es ist eine grausame Tierquälerei: Unbekannte schießen mit Luftgewehren auf Katzen. In den letzten Tagen gab es in ganz München gleich drei Fälle. Besonders schlimm hat es Kater Vitali erwischt.
Bewusstlos liegt Kater Vitali am Samstag vor der Terrassentür von Familie Schilling. Der achtjährige Kater mit dem sandfarbenen Fell ist von 12 bis 15 Uhr durch Harlaching gestreift. Als die Familie ihn vor der Tür findet, ist sein linkes Auge blutgefüllt. Mit letzter Kraft hat er sich offenbar noch nach Hause geschleppt. Sofort kommt Vitali in die Tierklinik. Dort stellen die Ärzte die unglaubliche Ursache fest: Jemand hat Vitali mit einem Luftgewehr ins Auge geschossen. Das Projektil ist in den Schädel eingedrungen, steckt dort noch immer.
Die Tierärzte müssen Vitalis Auge entfernen und nähen es zu. Ob sie das Leben des Katers retten konnten, ist noch ungewiss. Die Kugel lässt sich nicht entfernen, muss im Kopf stecken bleiben. Bei der Untersuchung stellen die Tierärzte außerdem fest, dass vor etwa einem Jahr schon einmal auf Vitali geschossen wurde. Ein weiteres Projektil steckt im Körper des Katers.
Familie Schilling hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Und sie warnt alle ihre Nachbarn in einem Brief vor dem Tierquäler, der offenbar rund um die Straße Am Staudengarten, wo die Familie wohnt, sein Unwesen treibt. Im Brief an die Nachbarn heißt es: „ Wir bitten Sie daher inständig um Ihre Unterstützung bei der Suche nach diesem Tierquäler.”
Vitali ist nur eine von drei Katzen, die in den vergangenen Tagen beschossen wurden. Schon Anfang der vergangenen Woche bemerkte Peter Preiss, dass Petros - Haus- und Hofkater des Tierschutzvereins Unterschleißheim - plötzlich sein linkes Vorderbein nicht mehr richtig aufsetzten wollte. Der Tierarzt stellte fest: Der Kater muss aus nächster Nähe beschossen worden sein. Eine Kugel aus einer Luftdruckwaffe war bis auf den Knochen durchgeschlagen. „Er muss direkt vor unserer Auffangstation beschossen worden sein. Das ist kein dummer Streich, das ist sadistische Tierquälerei. Katzen sterben qualvoll, wenn sie es nicht mehr rechtzeitig heim schaffen”, sagte Preiss der tz.
Auch Kater Jack wurde Opfer eines Schützen. Zum zweiten Mal innerhalb von knapp vier Monaten ist der Kater in Neuried mit einem Luftgewehr angeschossen worden. Beide Projektile trafen seinen Brustkorb. Eines sitzt so tief, dass Jack eine größere Operation überstehen müsste. Beim ersten Mal dachte Frauchen Petra F., Jack wäre gebissen worden. Am 31. Juli kam Jack wieder blutend heim. Der Arzt machte ein Röntgenbild. „Da sahen wir, dass in Jacks Brustraum zwei Projektile steckten”, sagte F. der tz. Ein Projektil konnte der Arzt entfernen. Das alte Kügelchen jedoch sitzt tief im Brustkorb: „Damit muss Jack jetzt leben. Sollte es aber zu wandern beginnen, muss er sofort operiert werden.” Auch Petra F. hat Anzeige erstattet.
D. Plange & P. Vetter/www.merkur-online.de
Angelhaken steckt in der Zunge eines Schwans

DerAngelhaken steckte in der Zunge des Schwans. Fotos: aktion tier
München - Spaziergänger haben im Münchner Westpark einen Schwan entdeckt, dem ein Angelhaken in der Zunge steckte. Teilweise war die Zunge bereits abgestorben.
Die Spaziergängerinnen hatten den Schwan im Westpark an der Seebühne beobachtet, weil er sich seltsam verhielt. Das Tier saß schläfrig unter der Bühne und ließ sich selbst von einem kläffenden Zamperl nicht beeindrucken. Er fauchte nur etwas. Den Frauen fiel auf, dass dem Schwan etwas aus dem Schnabel hing und riefen die Tierrettung.
Die Ärztin der Tierrettung erkannte rasch eine Angelschnur mit angefrorenen blutigen Eisbrocken, die aus dem Schnabel hing. Nach mehreren Sprints durch den knöchelhohen Schnee gelang es der Veterinärin, den geschwächten Schwan zu greifen. Bei der Untersuchung entdecke sie Grausames: Im hinteren Bereich der Zunge steckte ein Angelhaken. Die Zunge war bereits stark entzündet, das Gewebe teilweise abgestorben. Die Tierärztin entfernte den Haken vorsichtig, doch dieser hatte sich mit seinen Widerhaken tief in dem empfindlichen Gewebe verfangen. Also wurde die Schnur am Haken abgetrennt, damit zumindest der Zug auf die Zunge nachließ.

Der Schwan wurde gefangen und in die Vogelklinik gebracht.
Danach fuhren die Tierretter in die Vogelklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort wurde dem Höckerschwan der Haken unter Narkose entfernt und die Wunde gesäubert.
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