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Tierversuche ja oder nein?

tierversuche“Ein Verzicht auf Tierversuche bedeutet langfristig das Ende unserer hochwertigen Krankenversorgung”, behauptet die Universität Heidelberg. Demnach können Argumente pro Tierversuche zum Beispiel so lauten: die Vorgänge in unserem Körper besser verstehen lernen, die bei Tieren gleich sind; Krankheitsursachen und Behandlungsmöglichkeiten finden; die Wirksamkeit und die Sicherheit von Medikamenten und Lebensmitteln gewährleisten. Gegen Tierversuche spricht beispielsweise, dass tierische Krankheitsmodelle für den Menschen nur eine bedingte Aussagekraft haben. Menschen und Mäuse sind sich zwar ähnlich, aber sie sind nicht gleich. Außerdem können die Tiere in der Versuchstierhaltung und im Versuch selbst oft nicht arttypisch gehalten werden. Sie entwickeln dann Stress- und Verhaltensstörungen.

Natürlich gibt es wesentlich mehr Argumente in dieser Diskussion - ob für oder gegen Tierversuche. Im Forum von tierfreunde.de gibt es weitere Informationen, außerdem kann fleißig mitdiskutiert werden!


Mit Tieren in den und aus dem Urlaub

urlaubImmer wieder kommt es vor, dass Tiere aus dem Urlaub mitgebracht werden. Vor allem bei tierischen Mitbringseln aus südlichen Ländern sollten Sie einiges bedenken und beachten.

Von Tierarzt Michael Schneider

Neulich erst hat ein Lkw-Fahrer einen Hund aus Spanien nach Deutschland aus Mitleid und Hilfsbereitschaft mitgenommen. Der Hund war mitten in der Nacht von Leuten an die Stoß-stange seines Lkw angebunden worden. Der Fahrer hat die Hündin, einen Husky-Mischling, sofort in sein Herz geschlossen und sie kurzerhand trotz Verbot seines Chefs mit nach Deutschland genommen. In Deutschland angekommen hatte er das Problem, dass er den Transport geheim halten musste, einen Umweg zu sich nach Hause wegen der GPS-Ortung des LKWs nicht in Frage kam, er aber die Hündin nur in gute Hände abgeben wollte. Aus diesem Grund rief er mich an und fragte mich um Rat. Ich zögerte nicht lange und setzte mich mit der SOS Animal Hilfe in München in Verbindung und erhielt die Zusage, dass die Hündin und die Kosten von Transport und Behandlung von der SOS Animal Hilfe übernommen werden. Die Hündin wurde nach der Zusage schweren Herzens von dem Lkw-Fahrer in ein Taxi gesetzt und in die Tierklinik der Universität München gefahren. Dort untersuchte Frau Prof. Dr. Mathis die Hündin gründlich und stellte fest, dass sie neben einem Hautpilz, Milben auch noch Leishmaniose (ein einzelliger Blutparasit) hat. Die Hündin ist bis auf weiteres zur Behandlung in der Uniklinik in München. Nach der Behandlung wird sie in den Sonnenhof, eine Tierauffangstation bei Rottenbuch, gebracht und vermittelt werden.

Als Lehre aus diesem Fall kann man ziehen, dass es zwar nie verkehrt ist einen herrenlosen Hund oder Katze aus südlichen Ländern mitzunehmen, aber man muss sich bewusst sein, dass es dort Krankheiten und Parasiten gibt, die in Deutschland nicht vorkommen. Aus diesem Grund sollte jedes tierische Mitbringsel bald nach dem Urlaub einem Tierarzt zur Untersuchung und Testung auf Blutparasiten und andere Krankheiten vorgestellt werden.

Die Behandlung der Leishmaniose ( nicht ansteckend vom Hund auf den Menschen ) ist sehr langwierig und erstreckt sich über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten, einschließlich mehrmaliger Blutkontrollen im Labor. Bei einem anderen Hund, der letzten Herbst aus Kroatien nach Konstanz mitgenommen wurde, wurde sogar Tollwut diagnostiziert. Auf Anordnung des Veterinäramtes ( Tollwut ist eine anzeigepflichtige Krankheit) wurden der erkrankte Hund und zwei weitere nicht geimpfte Katzen (beide Freigänger, hatten Kontakt zu dem Hund und eine Quarantäne von sechs Wochen war nicht durchführbar) aufgrund der Tollwutverordnung eingeschläfert. Alle anderen Tiere, die Kontakt zu dem Hund hatten, wurden nachgeimpft und kamen in Quarantäne zur Beobachtung.

Außerdem bitte keine Tiere (Vögel, Reptilien usw.) im Urlaubsland kaufen und nach Deutschland mitnehmen, da sehr viele dieser dort angebotenen Tiere Wildfänge sind und Sie somit den Raubbau an der Natur nur unterstützen. Wenn Sie ein solches Tier mitnehmen wollen, benötigen sie für die Einfuhr unbedingt eine CITES - Bescheinigung (bedeutet, dass das Tier aus einer Zucht stammt). Am besten erkundigen Sie sich vor der Einfuhr beim Zoll oder Veterinäramt, ob das Tier unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fällt oder nicht. Das erspart Ihnen Ärger, Frust und Geld.

Was muss ich beachten, wenn ich mein Tier in den Urlaub mitnehmen will?

Zuerst einmal muss mein Hund, meine Katze oder mein Frettchen zur eindeutigen Identifizierung gechipt bzw. tätowiert sein und ich brauche für den Grenzübertritt den blauen EU-Impfpass. Die Tiere müssen einen ausreichenden Impfschutz haben (die Tollwutimpfung muss mindestens vier Wochen alt sein und darf nicht länger als elf1 Monate her sein). Zur Abwehr von Sandmücken, Flöhen und Zecken (Übertragung von Krankheiten wie z. B. Leihmaniose) tragen Sie bitte ihrem Tier ein Abwehrmittel wie Fipronil oder Permethrin auf. Bei einigen Länder wie Großbritannien, Irland, Schweden und Norwegen sind Besonderheiten zu beachten. Alle diese Länder fordern die Bestimmung des Tollwuttiters im Blut. Zur Bestimmung des Tollwuttiters müssen sie mindestens vier Wochen (bei ausreichendem Impfschutz vor Tollwut) vor Reiseantritt Ihren Tierarzt aufsuchen. Er nimmt von Ihrem Tier eine Blutprobe und schickt diese an ein bestimmtes zugelassenes Labor. Ist der Tollwuttiter ausreichend, gilt dieses Zeugnis lebenslang für ihr Tier, vorausgesetzt Sie halten die vorgeschriebenen Impfintervalle gegen Tollwut (alle zwölf bzw. 24 Monate je nach Impfstoff ) regelmäßig ein. Großbritannien und Norwegen schreiben zusätzlich vor Reiseantritt und sieben Tage nach Einreise eine Entwurmung gegen Bandwürmer mit Praziquantel vor (Achtung! Nicht alle Wurmmittel, die Praziquantel enthalten, sind erlaubt, sondern es sind bestimmte vorgeschrieben!). Zusätzlich sollten Sie sich vor Reisebeginn eventuell ein Beruhigungsmittel für Ihr Tier bei Ihrem Tierarzt besorgen, damit die lange Fahrt oder der Flug für Ihr Tier weniger Stress bedeutet.

Ich wünsche allen Tierbesitzern und Ihren Tieren einen erholsamen und stressfreien Urlaub und dass Sie beide wieder gesund aus dem Urlaub zurück kommen.

Michael Schneider
Prakt. Tierarzt
Burglachbergstraße 6
86972 Altenstadt
Tel.: 08861 - 240878


Häufig betroffen: Wohnungskatzen

Blasenentzündung und Blasensteine


Ursachen

Eine Blasenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten betroffen sind Wohnungkatzen (Mehrkatzenhaushalt) und Katzen mittleren Alters.

Auslöser können sein :
Stress
die Unterbrechung des gewohnten Lebensrhythmus, Wohnungswechsel, Mehrkatzenhaushalt, neues Familienmitglied, egal ob Mensch oder Tier.
Leidet eine Katze ständig unter Stress, wirkt sich die übermassige Produktion des Stresshormons auf die Blase aus.

Übergewicht
Bakterien und Blasensteine


Symptome

Häufiges Absetzen von kleinen Urintropfen. Die Katze hat ständig den Drang Urin absetzen zu müssen, aber es kommen immer nur wenige Tropfen.
Blut im Urin.
Schmerzen beim Uriniren, Katze jammert.
Uriniren neben der Katzentoilette.
Bei Katern kann es auch zu einer Harnblasenentzündung kommen, dann besteht akuter Notfall, da es zu einer inneren Vergiftung kommen kann, die innerhalb von 48 Stunden zum Tod führt.

Diagnose

Ultraschall, Röntgen, Urinprobe, eventuell Blasenspieglung

Behandlung

Bakterien werden mit einem Antibiotikum behandelt.

Bei Blasensteinen oder Kristallen im Urin ist einen Diät nötig. Haben Steine die Harnröhre verschlossen, muss ein Katheter zur Blasenspülung gelegt werden. Da dies sehr schmerzhaft ist, wird dies unter Narkose gemacht.
Gegen Schmerzen wird ein recht starkes Schmerzmittel gegeben, da Schmerzen Stress auslösen und die wieder die Blasenentzündung verschlimmern.
Wassermenge erhöhen. Die Katze muss viel trinken.

Vorbeugung ( vorallen nach einer ersten Erkrankung)

Katze immer viel zu trinken geben.
Trinkbrunnen aufstellen.
Wasserbrunnen und Trinknäpfe nie neben dem Futter im selben Raum stellen. Das Wasser sollte immer in einem anderen Raum stehen. Katzen fressen, wandern, trinken und gehen dann weiter zur Toilette.

Katzentoilette umstellen, Katzenstreu wechseln, immer eine Toilette mehr als man Katzen hat. Bei einer Katze mindestens zwei Toiletten.
Behandlung der Wohnung mit Pheromonen (Feliway) für die Steckdose zum Stressabbau.

Heilung

In den meisten Fällen verschwindet die Krankheit nach Behandlung innerhalb von zwei bis drei Tagen.
Sie kann aber nach sechs bis zwölf Monaten wieder ausbrechen. Daher ist eine Vorbeugung sehr wichtig.

U. S., Rosenheim


Schmerzen wegen Fütterungsfehler: Hufrehe

Achmed hat starke Schmerzen. Der Haflingerhengst schwitzt, atmet schnell und streckt die Vorderbeine so weit wie möglich nach vorne. Achmed versucht, seine vorderen Hufe zu entlasten. Er hat Hufrehe.

Hufrehe ist die Folge von Stoffwechsel-Prozessen, die sich unter anderem im Darm abspielen. Sie ist eine klassische Wohlstandskrankheit der Pferde und wird meist durch zu energiereiches Futter ausgelöst. Neben zu vielen Kohlenhydraten können aber auch zahlreiche andere Ursachen dahinter stecken.

Die Ursachen:

1. Futterrehe: Durch übermäßige Fütterung eiweißhaltiger Futtermittel (Hafer, Gerste, Mais, Roggen, Melasse, Hülsenfrüchte) und massenhaft Kohlenhydrate entsteht aus der reichlich vorhandenen Aminosäure (Histidin) Histamin. Dieser Stoff löst die Erkrankung aus.
2. Toxische Rehe: Vergoftung durch Arzneimittel, Chemikalien oder Aufnahme von giftigen Pflanzenteilen wie Akazienrinde, Rhizinissamen.
3. Rehe durch Infektionskrankheiten wie Influenza.
4. Geburtsrehe bei Nachgeburtsverhalten. Die Nachgeburt bleibt zu lange im Uterus, woraufhin Giftstoffe aus der Gebärmutterwand austreten.
5. Belastungsrehe: Auch nach hoher Belastung, wie langen Märschen auf steinigem oder gefrorenem Boden, kann es zu einem Hufreheschub kommen.

Besonders gefährdet sind übergewichtige Tiere - wie Achmed. Darunter gibt es auch überdurchschnittlich viele Ponys, die zu üppig gefüttert werden. Das 31-jährige Pferd hat sich sogar hinlegt, um den Druck von den vorderen Hufen zu nehmen.

Doch was passiert eigentlich bei einem Hufreheschub? Wenn massenhaft Kohlenhydrate, die Gräser als Zucker (Fructan) speichern, in den Darm gelangen, kann das kranke Pferd diese nicht verstoffwechseln. Stärke- und zuckerknackende Bakterien sterben im Darm. Dabei werden Gifte freigesetzt, die über das Blut in die bestens durchblutete Huflederhaut gelangen. In den Blutkapillaren, den feinsten Blutfgefäßen in der Huflederhaut führt die akute Sauerstoffnot zum Absterben der Huflederhautstrukturen. Die Schmerzen verursachen Muselkontraktionen, der Zug der Strecksehe überwindet den Zug der Beugesehne, wodurch sich das Hufbein senkt oder rotiert. Daraus resultiert die Zerstörung des Aufhängeapparates, der das Hufbein mit der Hornkapsel verbindet. Im schlimmsten Fall löst sich die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel, das Pferd “schuht aus”.
Bei Achmed konnte der Tierarzt Schlimmeres verhindern: Der akute Reheschub ist innerhalb von einer Woche wieder im Griff. Mit entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Mitteln, der regelmäßigen Kühlung der Hufe, einer gut eingestreute Box sowie weiteren Maßnahmen war der mächtige Hengst bald wieder fit. Jetzt muss er strenge Diät halten.

Die Therapie bei einem Hufreheschub:

Hufrehe ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss. Bis der Tierarzt kommt, sollte das Pferd auf sehr weichem Boden ruhig gestelltwerden. Die Kühlung der betroffenen Hufe schafft Schmerzlinderung, am besten, das Pferd wird in einen Eimer mit kaltem Wasser gestellt.

Als Sofortmaßnahme kann ein Aderlass sinnvoll sein, da er die Durchblutung fördert. Das Blut sollte durch die gleiche Menge an Kochsalzlösung ersetzt werden. Außerdem verabreicht der Tierarzt dem Pferdentzündungshemmende und durchblutungsfördernde Mittel.

Die Gabe von phytotherapeutischen Zusammensetzungen, also einer Mischung aus Pflanzendrogen, schlägt bei den meisten Pferden besonders gut an. Da Tierärzte auf diesem Gebiet meist nicht fachkundig sind, zieht der Pferdebesitzer am besten einen Tierheilpraktiker zu Rate. Außerdem können Akupunktur und Homöopathie die Behandlung von Hufrehe unterstützen.

In der akuten Phase kann ein Tape-Verband mit Unterpolsterungdie Schmerzen des Pferdes lindern, weil der Druck auf den Huf damit gemindert wird. Teilweise wird geraten,  die Trachten hochzustellen, um den Zug der tiefen Beugesehne auf das Hufbein zu verringern und somit einer Hufbeinrotation oder -senkung entgegenzuwirken.


Das Thema im Foeum von tierfreunde.de:  Hufrehe

Zecken - gefährliche Quälgeister für den Hund


Von Tierarzt Michael Schneider

Die Zecke, die von Anfang März ( aktiv ab 7º Grad Celsius ) bis zum Herbst den Hund als ungebetenen Gast heimsucht, gehört zu der Familie der Schildzecken und nur der „gemeine Holzbock” (Ixodes ricinus) und die braune Hundezecke (Rhiphicephalus sanguineus) sind in Deutschland von Bedeutung.

Zecken haben keine Augen, dafür aber sehr gut ausgebildete Geruchsorgane, mit deren Hilfe sie von Gräsern und niedrigeren Sträuchern aus vorbeikommenden Hunden auflauern und dann aktiv auf das vorbeikommende Tier springen. Auch die Körperwärme spielt dabei eine Rolle. Zecken sind dabei sehr ausdauernd und können es im erwachsenen Stadium bis zu
18 (!) Jahre ohne Frischblutzufuhr aushalten. Wollen sie herausfinden, ob in ihrem Garten Zecken auf sie und ihren Hund warten, dann nehmen sie ein helles, gebrauchtes Handtuch und ziehen es über den Boden.

Hat die Zecke einen Wirt gefunden, dann bohrt sie, nach einer kurzen Wanderung über den Wirtskörper, aktiv ihren mit Widerhaken ausgestatteten Saugrüssel durch die Haut, wobei sie dabei gut durchblutete, warme Körperteile bevorzugt. Anfangs injiziert sie eine schmerz-stillende Substanz, so dass der Stich unbemerkt bleibt und zugleich sondert sie eine weitere Substanz ab, mit der sie sich fest auf dem Hund verankert. Erst später wird für den Wirt ein Juckreiz bemerkbar.

Vier bis sechs Stunden danach beginnt der Saugvorgang, der mehrere Tage dauert und die Zecke bis Erbsengröße anschwellen lässt. Dabei wird ständig Speichel zur Verflüssigung des Blutes injiziert, mit dem zwei gefährliche Krankheiten auf den Hund übertragen kann.

Die Borreliose (auch Lyme - Disease genannt) ist eine bakterielle Erkrankung, kommt in ganz Deutschland vor und wird durch das Bakterium Borrelia ausgelöst. In Deutschland kommen die verschiedenen Borrelienarten in Zecken zwischen 5 % und 40 % vor (z. B. in den Isarauen sind 33,8 % der Zecken infiziert). Die Zecken übertragen die Borreliose mit ihrem Speichel ungefähr 24 Stunden nach dem 1. Biss. Anfangs ist selten ein diffuser roter Fleck um die Einstichstelle sichtbar, der nach einiger Zeit wieder verschwindet. Nach einigen Monaten, die Bakterien haben sich in der Zwischenzeit im Blut vermehrt, führen sie beim Hund neben allgemeinen unspezifischen Symptomen - Fieber, Mattigkeit, Futterverweigerung - besonders zu Gelenkserkrankungen mit wechselseitigen Lahmheiten, Herz- und Nierenentzündungen, Nervenerkrankungen und Hautveränderungen. Eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung ist wichtig (Nachweis über Blutuntersuchungen), weil die Krankheit im frühen Stadium gut mit Antibiotikum behandelbar ist. Vorbeugend können Hunde gegen die Borreliose geimpft werden, wobei der Impfschutz nur ein halbes Jahr anhält. Ich empfehle deshalb Ende Februar, Anfang März Hunde dagegen zu impfen. Für Katzen (auch für Menschen) gibt es zur Zeit noch keinen Impfstoff. In Deutschland gibt es jährlich circa 20.000 Fälle von Borreliose beim Menschen.

Die FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) konnte bisher nur in bestimmten Gebieten Deutschland und Österreichs (Isarauen, Donauauen) nachgewiesen werden, breitet sich aber zunehmend entlang der Flussläufe (Donau, Isar, Lech) aus. Hierbei handelt es sich um eine durch ein Virus ausgelöste Hirnhautentzündung, die vor allem für den Menschen gefährlich ist - aber auch Hunde kann es treffen. Die Katze scheint nicht befallen zu werden. Neben Bewusstseinsstörungen findet man bei dieser Krankheit meist neurologische Symptome und Fieber. Gegen die FSME ist nur beim Menschen eine Schutzimpfung möglich. Trotz Impfung gibt es in Deutschland circa 300 Fälle von erkrankten Menschen.

Vorbeugung:
Zur Vermeidung eines Zeckenbefalls kann der Tierbesitzer abweisende Mittel auf die Haut seines Tieres auftragen. Für Hunde empfehle ich die Wirkstoffe Permethrin oder Fipronil,

die punktuell auf die Haut aufgetragen werden und sich innerhalb eines Tages über die ganze Körperoberfläche verteilen. Der Wirkstoff (sowohl Permethrin als auch Fipronil) ist für Hund und Mensch ungiftig, wird in den oberen Hautschichten eingelagert und gelangt im Gegensatz zu Zeckenhalsbändern (Wirkung nur circa eine Woche) nicht in den Blutkreislauf, wodurch eine Belastung der inneren Organe vermieden wird. Das Antizeckenmittel hat eine lange Wirksamkeit und muss alle 6 - 8 Wochen erneut aufgetragen werden (eventuell alle 14 Tage, wenn der Hund viel ins Wasser geht). Der behandelte Hund strömt während dieser Zeit einen Geruch aus, den die Zecken nicht mögen. Permethrin und Fipronil sind somit Abwehrmittel gegen Zeckenbefall und helfen nicht gegen bereits festsitzende Zecken.

Findet man auf dem Hund eine bereits festsitzende Zecke, bitte auf keinen Fall die Zecke mit alten Hausmitteln, wie Uhu, Öl, Nagellack, Aceton oder Ähnlichem beträufeln, denn dadurch stirbt die Zecke ab und der Kopf der Zecke bleibt immer stecken. Dies führt zwangsläufig zu einer Entzündung. Das gleiche gilt für die Entfernung mit der bloßen Hand. Am besten entfernt der Tierbesitzer die Zecke mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte - mit der Zange die Zecke am besten zwischen Kopf und Körper fassen und gegen den Uhrzeigersinn drehen - mit der Karte flach über die Haut fahren. Je eher die Zecke entfernt wird, desto besser für den Hund und seine Gesundheit.


Michael Schneider
prakt. Tierarzt
Burglachbergstr. 6
86972 Altenstadt
Tel.: 08861 / 240878


Michael Schneider ist 44 Jahre alt und stammt aus Weiden in der Oberpfalz. 1983 absolvierte er sein Abitur, anschließend leistete er 16 Monate Zivilidienst in der Sozialstation des BRK Weiden. Von 1984 - 1990 studierte Michael Schneider Tiermedizin an der LMU in München, von 1991 - 1999 war er als Assistent in verschiedenen tierärtzlichen Praxen (Kleintier - und Gemischtpraxen) in Bayern und Baden-Württemberg tätig. Im Jahr 2000 hat er sich als praktischer Tierarzt in Altenstadt bei Schongau niedergelassen und ist seit dieser Zeit in eigener Praxis tätig. Der Praxisschwerpunkt ist die ambulante Behandlung von Kleintieren, Heimtieren, Vögeln und Reptilien (seit diesem Jahr) inklusive Hausbesuche, aber auch die ambulante Behandlung von Großtieren (Pferde und Rinder).

Tierarzt/Tierärztin

In der Berufsordnung für Tierärzte ist das Wesen des tierärztlichen Berufes festgelegt: „Die/der Tierärztin/Tierarzt ist berufen, Leiden und Krankheiten der Tiere zu verhüten, zu lindern und zu heilen, zur Erhaltung und Entwicklung eines leistungsfähigen Tierbestandes beizutragen, den Menschen vor Gefahren und Schädigungen durch Tierkrankheiten sowie Lebensmittel und Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen und auf eine Steigerung der Güte von Lebensmitteln tierischer Herkunft hinzuwirken. Der tierärztliche Beruf ist kein Gewerbe; er ist seiner Natur nach ein freier Beruf. Die/der Tierärztin/Tierarzt ist der berufene Schützer der Tiere.“

Das Studium der Veterinärmedizin ist in Deutschland möglich in Berlin, Gießen, Leipzig, Hannover und München. Weil das Studium zulassungsbeschränkt ist, gibt es für die Vergabe von Studienplätzen drei Auswahlquoten: 20 Prozent an die Abiturbesten, weitere 20 Prozent an Bewerber nach der angesammelten Wartezeit, und 60 Prozent von den Hochschulen nach dem Ergebnis eines hochschuleigenen Auswahlverfahrens selbst. Weitere Informationen gibt es bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (www.zvs.de).
Das Studium gliedert sich in die Abschnitte Vorphysikum, Physikum und klinischer Abschnitt. Es endet mit dem Staatsexamen und der Approbation als Tierarzt.

Tierärzte können sich niederlassen und eine Praxis führen, als Amtstierärzte in der Veterinärverwaltung (Landwirtschaft, Kontrolle von Lebensmitteln usw.) sowie in der Forschung und Lehre.
Die tierärztliche Praxis wird hauptsächlich von der Art der betreuten Tiere bestimmt. Im Bereich der Landwirtschaft sind es vor allem große Nutztiere. Kleintierpraxen im städtischen Bereich betreuen überwiegend kleine Heim- und Haustiere sowie Fische und Vögel. Andere Praxen spezialisieren sich z. B. auf Chirurgie, Labordiagnostik, Pathologie oder Tiergärten. Im Bereich der Kleintier- und Pferdemedizin zeichnet sich eine zunehmende Spezialisierung ab. Der Anteil an Tierkliniken steigt stetig.