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Warum verschwinden Hauskatzen?

moglikatze_verschwundenImmer wieder verschwinden Katzen. Die Tierschutzorganisation “Vier Pfoten” trennt mögliche Gründe von Gerüchten und Legenden.

In den vergangenen Wochen sind im Süden Münchens vermehrt Hauskatzen verschwunden, und “Vier Pfoten” erreichten verzweifelte Hilferufe von Besitzern der vermissten Katzen. Warum verschwinden immer wieder Katzen, nicht selten viele Tiere in kurzer Zeit? Die verzweifelten Besitzer denken oft an Tierfänger oder den Tod im Labor. Was ist dran an solchen Ängsten? Wer hat die Tiere wirklich auf dem Gewissen?

Das Verschwinden von Hauskatzen kann verschiedene Gründe haben.

Wahrscheinliche Gründe:

Straßenverkehr: Jedes Jahr fallen unzählige Haustiere dem Verkehr zum Opfer. Leider führt selbst die traurige Suche am Straßenrand selten zum Fund des Tieres, da sich die verletzten Tiere häufig weit entfernen, von Aasfressern weggezogen oder von der Straßenreinigung entfernt werden.

Jagd: Jährlich werden in Deutschland etwa 400.000 Katzen von Jägern als vermeintliche Wilderer erschossen. Viele Tiere enden auch in Fallen, die in deutschen Wäldern unter Holzlagern oder am Rand von Bachläufen gut getarnt versteckt sind. Die grausame Faustformel: Befindet sich eine Katze mehr als 200 bis 300 Meter (je nach Bundesland) vom Haus entfernt, ist es legal sie als wilderndes Haustier zu töten.

Angefüttert, gestohlen: Nicht zu unterschätzen ist auch die Zahl der Katzen, die nicht weit entfernt ihrer alten Heimat angefüttert und dort aufgenommen werden. Im Gegensatz zu Hunden ist diese Gefahr bei Katzen nicht zu unterschätzen.

Vermehrungstrieb und Jagdtrieb: Nicht kastrierte, streunende Kater können Hauskatzen weglocken. Selbst häusliche Katzen neigen manchmal zu ausgedehnten Ausflügen, auf denen bereits oben genannte Gefahren lauern.

Katzen auf längerer Wanderschaft können aber auch Krankheiten zum Opfer fallen.


Eher unwahrscheinliche Gefahren und Gerüchte:

Der Tierfänger: War es in den 1980er Jahren noch durchaus üblich, dass Katzen von professionellen Tierfängern für Tierversuchslabore gefangen und verkauft wurden, ist dies heute eher unwahrscheinlich.

Heutzutage bestellen die Tierversuchslabore maßgeschneiderte Tiere aus dem Katalog von Versuchstierzuchtkonzernen. Dass ein von der Ethikkommission abgelehnter Antrag auf Tierversuch an Katzen durch überbordenden Forscherdrang dennoch für einen minimalen Anteil verschwundener Tiere verantwortlich ist, kann aber zumindest nicht völlig ausgeschlossen werden. Der letzte aktenkundige Fall ist allerdings schon über 20 Jahre her.

Die Katzenfellmafia: Die Annahme, dass der Stubentiger Katzenfängern für die Jagd nach edlen Rheumadecken aus Katzenfell zum Opfer gefallen ist, gehört eher in den Bereich der Märchen. Hierfür braucht man hochwertige, homogene Felle der gleichen Farbe. Die teils doch sehr unterschiedlichen Hauskatzen sind dafür ungeeignet. Zudem gibt es die gewünschten Felle containerweise in Asien aus der Katzenfleischindustrie. Der Aufwand und die Gefahren beim Fang von Katzen macht im Vergleich zu dem zu erwartenden Gewinn daher keinen Sinn. Import und Handel von Hunde- und Katzenfellen sind in der EU jedoch verboten.

Tierquäler, Katzenhasser, Satanisten: Immer wieder machen Fälle von notorischen Katzenhassern und Tierquälern Schlagzeilen, die mit Luftgewehr, Giftködern, Fallen oder einfach nur roher Gewalt Jagd auf Katzen machen. Hier ist tatsächlich höchste Vorsicht geboten. Achten Sie darauf, wo ihr Katze unterwegs ist und verhindern Sie, dass sich die Katze all zu weit vom Haus entfernt - nicht zuletzt auch, um unsere heimische Vogelpopulation vor dem Stubentiger zu schützen. Schlagzeilen über Satanisten, die gezielt Jagd auf schwarze Katzen machen, gehören ebenfalls eher zu den Großstadtlegenden und sind als äußerst unwahrscheinlich einzustufen.


Es gibt also gute Gründe, sorgsam auf den Lebenswandel der Katze zu achten und sie vor Gefahren zu beschützen. Doch es gibt keinen Grund, vor Gerüchten über Tierfänger und Satanisten in Panik zu geraten.

Zum Glück finden sich viele Katzen wieder.

Zum Artikel auf www.vier-pfoten.de.


Ein Katzen-Wunder

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Luise Müller schließt ihre Vroni in die Arme.

Ludenhausen/Fuchstal - Wie vom Erdboden waren sie verschwunden: Katze „Vroni” im vergangenen Sommer, Mieze „Salome” sogar im Juni 2009. Wie durch ein Wunder sind beide Tiere jetzt wieder aufgetaucht.

Ein Bericht von www.merkur-online.de

„Vroooni!”, „Vroni, kimm doch!” - das war im vergangenen Sommer oft zu hören im Riederweg in Ludenhausen (Kreis Weilheim-Schongau), vor allem abends, wenn Luise Müller auf der Suche nach ihrer hübschen, langhaarigen Katze war. Alle Nachbarn waren schon abgeklappert und sämtliche Feldwege abgesucht - niemand glaubte mehr daran, dass Vroni noch in der Nähe ist. Nur Luise Müller. „Davon war ich irgendwie innerlich überzeugt”, sagt die 66-Jährige bestimmt. Immer wieder war die Katze, die schon rund zwölf Jahre bei Müller lebt, einige Tage am Stück weggeblieben und wiedergekommen. Doch vergangenen Sommer nicht mehr.

Genau so tief getroffen war Fuchstals Pfarrer Oliver Grimm. Als „absoluten Katzennarren” beschreibt ihn seine Pfarrsekretärin Angelika Ried, neben Katze „Salome” besitzt er auch noch Kater „Herodes”. Doch ebenso wie bei Luise Müller ließ Pfarrer Grimm seine Mieze eines Tages, an Fronleichnam 2009, zur Tür hinaus - und sah sie nie wieder. „Wir dachten, sie ist irgendwo versehentlich eingesperrt worden. Mit Hilfe von Kindern haben wir überall gesucht, aber erfolglos”, erzählt Ried.

Müller hat immer Ausschau nach ihrer Katze gehalten. Kurz vor Weihnachten schließlich sah sie nahe Reichling aus etwa 100 Metern Entfernung ein Tier bei einem Stadel. Luise Müller drehte um, „es war wie ein innerer Zwang”. Als sie zu dem Schuppen kam, huschte die Katze davon. Doch der buschige Schwanz und die Farbe passten. „Ich dachte: Kann das sein?”, erinnert sich Müller. Da lugte die Mieze schon unter dem Stadel hervor, hat sie gotterbärmlich angemaunzt - es war tatsächlich ihre „Vroni”. Freudestrahlend fuhr die 66-Jährige heim, für sie war es das größte Weihnachtsgeschenk. Und „Vroni”, die trotz halbjähriger Absenz nur ein Pfund Gewicht verloren hat und optisch ansprechend aussah, hat von großen Abenteuern offenbar erst einmal die Nase voll: „Die liegt jetzt den ganzen Tag auf der Couch”, sagte Müller lachend.

Nur wenige Kilometer weiter gab es in Fuchstal vor rund einer Woche ein nicht minder großes Wunder. Nur, dass Pfarrer Grimm seine „Salome” nicht selbst gefunden hat; sie wurde im Landsberger Tierheim abgegeben. Dort lag sie bereits auf dem OP-Tisch, um routinemäßig sterilisiert zu werden, als eine Narbe von einer bereits durchgeführten OP sowie eine Erkennungsnummer im Ohr entdeckt wurden. „Als der Anruf kam, hat der Pfarrer alles stehen und liegen gelassen und ist hingefahren”, sagt Pfarrsekretärin Ried schmunzelnd. In Penzing war die Katze aufgegriffen worden. Wie sie dahin kam, wird wohl ein Geheimnis bleiben.



Heute schon gelächelt?

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Katzen verschwunden

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Hat Angst, dass Katze „Kalypso“ auch verschwindet: Dimitrios Kalynteris aus Taufkirchen. Foto: BIG

Taufkirchen - In derselben Siedlung in Taufkirchen (Landkreis München) sind in den vergangenen Wochen zwei Katzen verschwunden - eine dritte wurde beinahe entführt.

Es war vergangenen Freitag gegen Mittag: Chrisa Passous Nachbarin stand am Küchenfenster und schaute auf die Straße. „Ah, da ist Kalypso”, dachte sie, als sie das vertraute Klirren des Glöckchens hörte, das die Katze um den Hals trägt. Das Tier schlich wie so oft um die geparkten Autos im Lindenschusterweg.

Doch als die Nachbarin das nächste Mal aus dem Fenster sah, traute sie ihren Augen nicht: Ein Fremder nahm das Tier, beförderte es in sein dunkelgraues Auto und fuhr los. Sofort stürmte die Frau auf die Straße, riss die Tür des Wagens auf und herrschte den etwa 50-Jährigen an: Was ihm einfalle, eine fremde Katze mitzunehmen? Der gut gekleidete Unbekannte versuchte sich zu rechtfertigen: Er wolle das Tier dem Tierschutzverein übergeben, weil es verwahrlost sei. „Totaler Quatsch. Unsere Katze hat schönes Fell, ist gut genährt und trägt ein Halsband”, regt sich Chrisa Passou darüber auf.

Die 36-Jährige bekam ihr Haustier zwar wieder, hat aber Angst, dass es doch noch verschwindet. Was ihr Sorge bereitet: In unmittelbarer Nachbarschaft werden zwei weitere Katzen vermisst. Erik Dudczak (30), wohnhaft in der Schlesierstraße, sucht seit dem 14. Juni seine getigerte, achtjährige Katze „Maupa”. Besonderes Kennzeichen: ein dreieckiger weißer Fleck am Hals. Der Taufkirchner rief nächtelang nach dem Tier, verteilte Dutzende Zettel mit Bildern - vergeblich.

Genauso ergeht es Klaus Müller aus dem Lindenschusterweg mit seinem Kater „Muffin”: Am 9. Juli ließ er das Tier der Rasse „Exotic Shorthair” ins Freie - seitdem fehlt jede Spur des hübschen grauen Katers mit schwarzen Streifen, der aussieht wie die Katze aus der Whiskas-Werbung. Daran, dass irgendein Fremder den Kater entführt haben könnte, will er gar nicht denken: „Uns blutet das Herz, weil er weg ist.”


Geboren, um zu sterben

ksvoGeboren, um zu sterben: Zahllose Katzenbabys erblicken jedes Jahr das Licht der Welt, die meisten von ihnen unerwünscht. Sie streunen umher, sind krank, voller Parasiten, halb verhungert, werden überfahren, erschossen oder sterben jämmerlich. Die Überlebenden sind schnell geschlechtsreif und gebären mindestens zweimal pro Jahr fünf oder sechs Kätzchen.

So beginnt der Teufelskreis, den viele Tierschützer zu durchbrechen versuchen. Das A und O, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern, sind Kastrationen. In groß angelegten Aktionen fangen Tierschützer vor allem halbwilde Katzen, die beispielsweise auf Bauernhöfen leben, ein und lassen sie kastrieren -  im Kampf gegen das Katzenelend.

Doch die einzige Möglichkeit, auf lange Frist und dauerhaft einen Ausweg aus diesem Katzenelend zu finden, ist die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen. Im Gegensatz zu Österreich, wo bereits seit 2005 ein Kastrationsgebot gilt, ignoriert der Bundesgesetzgeber in Deutschland die Not der Katzen auf den Straßen. Die Stadt Paderborn bildete vor eineinhalb Jahren den Vorreiter: Katzen, sich regelmäßig im Freien bewegen, müssen dort systematisch kastriert und mit einem Mikrochip versehen werden. Inzwischen folgte auch die Stadt Düsseldorf.

Tierschützer haben eine Katzenschutzverordnung erstellt und fordern eine bundeseinheitliche Regelung. Schließlich geht es um den Schutz von Mensch und Tier gleichermaßen. Wenn die Katzen-Population unkontrolliert ansteigt, könnte es soweit kommen, dass die Tierheime einen Aufnahmestopp verhängen. Die Katzen suchen nach Nahrung und belagern Spielplätze und Sportanlagen. Sie können die Gesundheit der Menschen dort gefährden, zum Beispiel durch Krankheitserreger.


Hintergrund: Tierschützer fordern Katzenschutzverordnung für Deutschland

Aus www.katzenschutzverordnung.de

Die Lage spitzt sich zu! Immer öfter müssen Tierheime und Tierschutzvereine wegen Überfüllung und/oder Finanznot die Aufnahme von Haustieren ablehnen. Da passt das Erlebnis der „Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung” ins gegenwärtige Bild.
Margit Mayr, Mitgründerin der Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung, wurde eine Fundkatze gemeldet. Drei Kinder gingen mit dieser Katze an der Leine und mit Suchzetteln durch die Innenstadt. Die Kinder haben auch im zuständigen Tierheim angerufen. Dort wurde ihnen gesagt, das Tierheim habe - wie viele andere - Aufnahmestop.
Und hier nehmen wir die Politik in die Pflicht. Es könne doch nicht sein, dass Städte, Gemeinden und Politiker sich ihrer Verpflichtung dem Tierschutz gegenüber entziehen oder nicht genügend nachkommen, übt Margit Mayr heftige Kritik. „Soll man solche Tiere unversorgt in der Innenstadt auf der Straße lassen?”, fragt sie. Ihre Forderung ist klar formuliert: Rechtssicherheit für Tierschützer, die als praktische Garanten der im Grundgesetz verankerten Staatszielbestimmung nachkommen sowie praxisbezogene Vergütung für die Aufnahme und Versorgung von Fundtieren der Tierheime. Doch das allein reiche nicht aus, erklären die Tierschützer. So setzt die Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung sich ein, Katzenhaltung bundesweit verbindlich gesetzlich zu regeln. Ihre Vorschläge: eine Kastrationspflicht männlicher und weiblicher Freigängerkatzen ab dem fünften Monat, eine deutschlandweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht und eine bundeseinheitliche Katzenschutzverordnung im Tierschutzgesetz und Mindesthalteanforderungen (siehe TVT) klar definieren „Damit würde man den Tieren viel Leid ersparen und den Steuerzahler erheblich entlasten”, sind sich die Tierschützer sicher. Nur Menschen, die nachweislich Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe tragen können, sollten diese auf Antrag produzieren dürfen. Diese Tiere können als unkastrierte Tiere gekennzeichnet und registriert sein, belasten somit weder Mensch, Tier noch Umwelt.

Ein großes Problem sind aber auch die vielen - als sogenannt “herrenlos” abdegradierte - Hauskatzen, denen kein verantwortlicher Halter mehr zuzuordnen ist. Hier komme es immer wieder zum Eklat zwischen Tierschützern und Behörden, weiß der Tierschutzexperte Robert Derbeck vom Tierschutzverein Noris e.V. und Mitbegründer der Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung zu berichten. „Manche Städte und Gemeinden erkennen Katzen als Fundtiere gar nicht erst an.” Regelmäßig gebe es deshalb Streitigkeiten zwischen Tierschützern und Behörden im Hinblick auf die rechtliche Differenzierung von Fundkatzen und herrenlosen Katzen.
Sonja Stahl von der Katzenhilfe-Westerwald e.V. ist sich sicher, dass exakt diese Unwissenheit und/oder Ignoranz der Hauptmultiplikator für das vorherrschende Leid ist, mit dem wir tagtäglich bundesweit konfrontiert werden, was so nicht mehr zu schultern ist. Sie wartet bis zum heutigen Tag auf Antwort der Politik, welchem Gesetz es zu entnehmen ist, dass Hauskatzen sogenannte herrenlose Tiere sein könnten. Das Bundesministerium wird erneut mit der Frage konfrontiert. Unsere Hauskatzen brauchen weder Mitleid noch Ausreden, sie brauchen Schutz und Durchsetzung ihrer Rechte und bundeseinheitliche Verordnungen. Dies alles wäre möglich, ohne auch nur einen Cent Steuergelder hierfür zu verschwenden. Die durch eine bundeseinheitliche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht eingesparten öffentlichen Gelder könnten für Schutz von Mensch und Umwelt eingesetzt werden. Ordnungs- und Tierschutzbehörden könnten Einzelfälle leicht und unkompliziert aufklären, der Verwaltungsapparat könnte deutlich schlanker gestaltet werden und der soziale Unfrieden könnte sich in Luft auflösen. Tierleidproduzierer dürfen nicht länger staatlich subventioniert werden.

Auch Robert Derbeck beklagt fehlende Verordnungen. „Dieser Missstand führt dazu, dass bei den Katzen fruchtbare Tiere eine extrem hohe und ungewollte Population erzeugen.” Die Folge: Die Tierheime sind dauerhaft überfüllt mit Katzen und kämpfen am finanziellen Existenzminimum. Dieses und noch vieles mehr sei das Ergebnis unzureichender gesetzlicher Festlegungen, so Derbeck. Margit Mayr ergänzt: „Die Politiker tragen mit ihrem Zaudern dazu bei, dass die Lage mittlerweile fünf nach zwölf sei, es besteht enormer Handlungsbedarf!”


Hetze gegen Tierschützer

miech2Im Kampf gegen das Elend der Bauernhof-Katzen opfern Tierschützer jede Minute ihrer Freizeit. Kastrationsaktionen kosten zudem viel Geld, doch Tierschutzvereine übernehmen die Tierarztkosten. In einem Bericht in “quer”, dem Magazin des Bayerischen Fernsehens, kommen die Tierschützer allerdings nicht gut weg und werden sogar als Katzenentführer hingestellt.

Katzen vermehren sich rasant. Und um halbwilde Katzen auf Bauernhöfen, die leicht an beispielsweise Katzenschnupfen erkranken können, kümmert sich nur in seltenen Fällen jemand. Daher herrscht ein großes Elend. Aus diesem Teufelskreis helfen nur Kastrationsaktionen. Wie Tierschützer sich dafür einsetzen,wird hier am Beispiel von Lydia Miech erklärt.

In dem Beitrag im Bayerischen Rundfunk kommt ein Bauer zu Wort, der behauptet, dass seine Katzen von Tierschützern entführt worden. Dagegen wehren sich die Tierschützer und schildern im Blog, wie sich die Sache tatsächlich zugetragen haben soll. Eine GEGENDARSTELLUNG.

Kastrationspflicht für Katzen

geburtshilfeTierfreunde und Tierschützer fordern eine Kastrationspflicht für Katzen. In einer Katzenschutzverordnung sollen eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Heimtiere sowie eine Kastrationsverpflichtung für alle Freigängerkaten festgeschrieben werden, um unkontrolliertes Leid der Tiere einzudämmen. Der Verein Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung sammelt hierfür Unterschriften.

Weitere Informationen rund um die Kastrationspflicht und ihre Hintergründe gibt es im Forum.

Deutsche Katzen sind zu dick

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Miezi wiegt sieben Kilogramm - zwei Kilo über Idealgewicht. Foto: Siegfried Purschke

Fast 50 Prozent aller Wohnungskatzen sind zu dick, meldet die B.Z.. Christa Ulrich (68) sorgt sich um ihre Katzen. Miezi (4) und Kater Charly (5) bringen zusammen 15 Kilogramm auf die Waage.

Fünf Kilo für die durchschnittliche Hauskatze wären ideal. “Sie werden immer dicker. Obwohl ich sie ganz normal füttere”, sagt die Rentnerin aus Lichterfelde.  “Beide bekommen jeder 100 Gramm Nassfutter und eine Handvoll Trockenfutter täglich und keine Leckerlis. Eine ganz normale Menge.” Katzenexpertin Brigitte Eilert-Overbeck erklärt: “Jede Katze hat ihren individuellen Kalorienbedarf. Wenn das Verhältnis von Futtermenge und Bewegung nicht stimmt, führt das zu Übergewicht.”

So ist das auch bei den Katzen von Frau Ulrich. “Die beiden liegen meist träge herum, wollen weder spielen noch schmusen.” Kastrierte Kater, wie ihr Charly, die sich nur in der Wohnung aufhalten, neigen besonders dazu, übergewichtig zu werden. Vor allem, wenn ihnen permanent Futter zur freien Einteilung zur Verfügung steht.

Ist die Katze erst mal rund, fällt das Abnehmen sehr schwer. Expertin Eilert-Overbeck: “Das liegt am körpereigenen Alarmsystem, das in Hungerzeiten den Energiehaushalt der Katze auf Sparflamme setzt.” Wird die Katze auf Sparkost gesetzt, geschieht genau dasselbe. Der Körper nimmt zwar weniger Kalorien auf, aber verbraucht eben auch weniger.


Fütterungsverbot der Stadt Schleiden

futterDie Stadt Schleidenin Nordrhein-Westfalen hat ihre Stadtsatzung erweitert, um das Problem der Überpopulation von Katzen in den Griff zu bekommen. Nein, die Stadträte haben keine sinnvolle Katzenkastrationspflicht erlassen, um das Leid auf den Straßen human einzudämmen - sie beschlossen ein Fütterungsverbot.

“Die ausgesetzten, verirrten und an Fütterung gewöhnten Heimtiere sollen verhungern!”, schlägt der Tierschutzverein Kall-Schleiden-Gemünd Alarm und ruft eine Protestaktion ins Leben. “Bitte schreibt den Bürgermeister Ralf Hergarten an und fordert ihn freundlich auf, dass eingeführte Fütterungsverbot gegen ein Kastrations- und Kennzeichnungsgebot zu tauschen, als sinnvoller Ansatz, der ansteigenden Anzahl von Straßentieren zu begegnen”, appelliert der Verein an die Tierfreunde.

Informationen gibt es unter www.tsv-kall.de.


Die Angst um Katzen geht um

vermisstKassel - In Schrecksbach im Schwalm-Eder-Kreis geht die Angst um. Dort soll in dieser Woche eine Altkleidersammlung stattfinden. An sich nichts Ungewöhnliches - doch die Tierbesitzer fürchten, dass es die Firma nicht auf Kleidung abgesehen hat, sondern auf Haustiere. “Ich habe Angst um meine Katze”, sagt eine Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Altkleidersammler als Katzenfänger? Das Gerücht hält sich seit Jahren. Mal sollen die Häscher Tiere in Südniedersachsen mit Duftstoffen anlocken, mal ist in Kassel von doppelten Böden in Transportern die Rede. Auch im Schwalm-Eder-Kreis tauchten jetzt diese Gerüchte auf.

Doch wie stichhaltig sind diese Vorwürfe? Schon vor vier Jahren warnte die Tierschutzorganisation Animal Network, dass jährlich hunderttausende Hunde und Katzen in Deutschland gestohlen würden - für Versuchslabore. Offizielle Stellen können dies nicht bestätigen. “Das ist ein Hirngespinst”, sagt das Verbraucherschutzministerium und verweist auf den Tierschutzbericht. Dort sind 1023 Katzen als Versuchstiere in deutschen Laboren aufgeführt. Auch dass Katzenfelle das Ziel der Tierfänger sind, ist fragwürdig: In Asien gibt es die Felle zum Schleuderpreis. Die Polizei kennt keine Fälle, in denen sich die Vorwürfe bewahrheitet haben. “Mir ist kein Fall bekannt”, sagt Sabine Knöll, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Nordhessen. Gleichlautend ist die Auskunft von Jasmin Katz, Sprecherin der Polizeidirektion Göttingen.

Dass in Deutschland trotzdem zehntausende Katzen verschwinden, hat möglicherweise einen anderen Grund. Pro Jahr wird eine sechsstellige Zahl an Tieren von Autos überfahren, so die Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes. Zudem liefen viele Katzen von zuhause weg.

Doch die Gerüchte halten sich weiter hartnäckig. So schrieb eine Leserin auf HNA.de, dass Ende März in Frankenberg (Kreis Waldeck-Frankenberg) Altkleidersammler unterwegs gewesen seien. “Seit dem 16.04. ist mein Kater verschwunden”, heißt es weiter.

Dass zwischen beiden Ereignissen drei Wochen liegen, scheint den Glauben an Gerüchte um die Katzenfänger nicht zu entkräften.

Von Frerk Schenker/www.hna.de