Ein herzzerreißender Fall
Eigentlich ist Leslie Rowe nur aus dem Auto gestiegen, um ein rumänisches Ortsschild zu fotografieren. Doch plötzlich sprangen sechs Welpen um sie herum. Die Münchner Tierfreundin schaute sich um und machte einen Bauernhof als deren Zuhause aus. Die Kleinen leben dort in einer Hütte mit ihrer scheuen Mutter und dem Vater.
Wenig später ließ sich der Bauer blicken. Als Leslie Rowe sich nach der Zukunft der jungen Hunde erkundigte, deutete er mit einer Handbewegung das Halsabschneiden an. „Was soviel bedeutet, dass sich niemand um die Hunde kümmern wird”, sagt die Münchnerin. Sie zögerte nicht, kaufte einen großen Sack Welpenfutter und bat den Mann, die jungen Hunde zu füttern.
„Die Welpen wirken gesund und kräftig, sehen entzückend aus und wären meines Erachtens auf Grund des Alters auch noch leichter vermittelbar.” Leslie Rowe hofft, dass die Welpen in den nächsten zwei Monaten versorgt sind. Danach will die Tierschützerin die Vierbeiner nach München bringen. Natürlich werden für die süßen Kleinen noch Plätze gesucht.
Leslie Rowe ist sich bewusst darüber, dass die Problematik der vielen herrenlosen Hunde nicht durch die Adoption einzelner Hunde gelöst wird. “Im Prinzip denke ich, dass es langfristig eine Lösung vor Ort geben muss, etwa ein Kastrationsprojekt, vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund. Nur auf diese Weise lässt sich das Problem längerfristig lösen”, sagt sie. Sie möchte nun die notwendigen Kontakte herstellen.
Doch zunächst versucht leslie Rowe, die jungen Hunde zu vermitteln und unterzubringenund. Eine weitere junge, einigermaßen zutrauliche Hündin auf drei Beinen hat die Münchnerin am Straßenrand angetroffen. “Sie ist vollkommen ausgezehrt, im Gegensatz zu vielen anderen Streunern die mir begegnet sind, weil sie durch ihr Handicap einfach nichts selbst jagen kann”, berichtet die Münchnerin. Die Hündin wurde möglicherweise angefahren, das verletzte Bein ließe sich vielleicht noch operieren. Es ist gut möglich, dass die Hündin auch Welpen hat, weil sie große Zitzen hat. “Dieser Fall ist wirklich herzzerreißend”, sagt Leslie Rowe. “Ich würde sie sofort bei mir aufnehmen, wenn ich nicht in einer Stadtwohnung leben würde und nicht bereits selbst einen Straßenfindling aus Spanien hätte. Ein unglaublich liebes Tier!”

Die arme Hündin kann aufgrund ihres Handicaps selbst nicht jagen.
Wer Interesse hat, einen der Hunde aufzunehmen, bekommt unter Telefon 0170-4814562 weitere Informationen.
no/Münchner Merkur
Umstrittene Tieradoptionen

Ein Hunde-Welpe, gefunden im Wald in Beykoz in der Türkei: Bilder aus dem dortigen Tierheim bis auf die Knochen abgemagerten Hunden sorgten 2008 international für einen Aufschrei. Daher kommen auch heute noch Deutsche dorthin, um Hunde von dort aus in die Bundesrepublik zu bringen - was unter Tierschützern nicht unumstritten ist. Foto: dpa
Istanbul - Etwa zwanzig Hunde bellen, balgen sich und kullern übereinander, als Susanne sich zu ihnen herunterbeugt. Sie will die vielen Hundeköpfe tätscheln. Deren Fell ist starr vor Staub. Die Tiere riechen modrig. “Ach ist der süß”, ruft die blonde Frau. Sie zeigt auf einen Mischling mit braunschwarzem Fell und traurigen dunklen Augen. “Der heißt jetzt Franka.”
Ein Bericht der Nürnberger Nachrichten
Die Hündin ist damit eine von den wenigen Auserwählten, die die Tierschützerin aus dem Heim im Istanbuler Vorort Beykoz mit nach Deutschland nehmen wird. Die Frau, die mit einem norddeutschen Tierschutzverein in die Türkei gekommen ist, will die Hunde damit vor einem Leben auf der Straße retten, wo ihnen häufig Hunger und Verstümmelung drohen.
Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Aktion kritisch und hält sie für wenig hilfreich. “Es sind immer einzelne Glückspilze, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, denen durch solche Maßnahmen geholfen wird”, teilt die Organisation mit. Hündin Franka scheint zu spüren, dass sie zu den Auserwählten gehört, denn sie weicht Susanne nicht mehr von der Seite, als sie ihren Gang durch das Tierheim fortsetzt.
Susannes Kollegin, eine kleine untersetzte Frau mit tiefen Falten im Gesicht, ist mit einer - Liste angereist: “Ich suche einen größeren Schäferhundrüden”, erklärt sie der türkischen Pflegerin Yasemin, die sie durch das Heim führt - vorbei an einem Auslauf mit dreibeinigen Hunden, die aufgeregt am Zaun entlanghumpeln. Im Gehege gegenüber sind Einäugige untergebracht. Yasemin zeigt der Deutschen auch andere Hunde, doch diese bleibt entschlossen: Ein Schäferhundrüde muss es sein.
Auf die etwa sieben Vorbestellungen auf der Liste warten Familien in Deutschland. Auch Franka werde keine Probleme haben, ein Zuhause zu finden, erklärt Susanne. “Die ausländischen Hunde im Tierheim gehen weg wie warme Semmeln”, sagt sie und lacht. Während in Deutschland oft größere oder ältere Hunde ins Tierheim kämen, gebe es in der Türkei Hunde jeden Alters und jeder Größe.
Mit der Adoption einzelner Tiere werde aber das Problem vor Ort nicht gelöst, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Die Tiere vermehrten sich weiter unkontrolliert. Wirksamer als eine Adoption findet der Verband es daher, Hunde im Land selbst zu kastrieren. “Es kann natürlich keine Lösung sein, alle Tiere nach Deutschland zu bringen”, so sieht das auch die Vorsitzende der norddeutschen Tierschutzorganisation, die ihren eigenen und den Namen des Vereins nicht veröffentlichen will. Für viele Experten gilt als erwiesen, dass weder das Töten noch das Einfangen von Hunden das Straßenhunde-Problem löst.
Der Tierschutzkritiker Uwe-Peter Willemsen, der nach jahrelanger Arbeit im Tierschutz mit der Internetseite “Tierschutz Schattenseiten” auf Missstände hinweisen will, stellt auch die Motive der Hunde-Importeure infrage. “Es gibt Organisationen, die importieren bis zu 1000 Hunde im Jahr, nehmen sie fertig geimpft aus ausländischen Tierheimen mit und vermitteln sie dann gegen eine Schutzgebühr von bis zu 400 Euro”, sagt er. Das ergebe einen Umsatz von 400.000 Euro im Jahr.
Solche Vorwürfe sind auch den norddeutschen Tierschützern bekannt. “Na klar gibt es immer schwarze Schafe”, sagt die Leiterin der Gruppe. Ihre Organisation nehme aber lediglich 200 Euro Vermittlungsgebühr. Allein die Flugkosten seien häufig höher. Diesesmal wollen sie aus Beykoz neun Hunde mitnehmen.
Ein schmaler Rüde mit schwarzen Flecken hat sich an Susanne herangeschlichen und hält ihr seine Pfote hin. “Da will sich noch jemand bewerben”, sagt die Frau. Der Hund lässt nichts unversucht: Er kugelt sich vor Susanne auf dem Boden, windet seinen Körper um ihren Unterschenkel, wedelt mit dem Schwanz und hält seinen Kopf zum Tätscheln hin. Doch er hat keine Chance, er muss da bleiben.
“Für die Menschen hier sind Hunde nur Dreck”, erklärt die türkische Tierschützerin Banu, die die Deutschen begleitet hat. Häufig würden Straßenhunde vergiftet oder verstümmelt. Das Tierheim in Beykoz sorgte 2008 international für einen Aufschrei unter Tierschützern. Yasemin war damals eine der Leiterinnen des Heimes. Die Stadtverwaltung verweigerte ihr den Zutritt, so dass sie die Hunde nicht versorgen konnte.
“Der damalige Bürgermeister war ein böser Mann”, sagt Yasemin. “Er hat die Hunde gehasst.” Bilder von bis auf die Knochen abgemagerten Hunden und Gräbern mit vergifteten Tieren gingen um die Welt. Auch heute noch sieht man in dem idyllischen Städtchen immer wieder tote Hunde am Straßenrand.
Das Straßenhunde-Problem ist hier am äußersten Rand von Istanbul besonders ausgeprägt: Der Wald von Beykoz ist ein beliebter Platz für Istanbuler, hier ihre Hunde auszusetzen, wenn sie dem knuffigen Welpenalter entwachsen sind. Auch städtische Tierfänger bringen eingefangene Hunde aus der Innenstadt oft einfach in den Wald. Auf 350.000 Einwohner kommen deshalb in Beykoz 10.000 Straßenhunde.
Diese Art der Problemlösung nach dem Motto “Aus den Augen, aus dem Sinn” hat in der Türkei Tradition: Schon im Jahr 1910 ließ der damalige Innenminister Talat Pascha etwa 80.000 Hunde auf Istanbuls Straßen einfangen und brachte sie auf eine kleine Insel im Marmara-Meer. Die felsige Insel bot den Tieren keine Nahrung - sie verhungerten. Man sagt, man habe nachts ihr Bellen bis nach Istanbul hören können.
In Beykoz will die neue Regierung das Problem jetzt angehen: Man habe schon einen neuen Tierarzt eingestellt und schaffe nun bis zu 20 Kastrationen am Tag, erklärt Neslihan Aydos, Gesundheitsbeauftragte der Stadt. Außerdem habe man eine Kampagne gestartet, um Familien in Beykoz zu finden, die den Hunden ein Zuhause geben. »Auch ich selbst habe schon einen Hund bei mir aufgenommen», erklärt die junge Frau mit dem tiefroten Kopftuch und lächelt. “Er heißt Cengiz.”
Aydos kritisiert ebenfalls das Verhalten der öffentlichen Tierfänger. “Klar müssen die Tiere eigentlich an dem Ort wieder ausgesetzt werden, wo sie eingefangen wurden”, sagt sie. “Aber viele Gemeinden machen das leider nicht.” Gegen den Vorwurf der Grausamkeit städtischer Angestellter gegen die Hunde wehrt sie sich aber: “Niemand kann die Hunde töten oder vergiften, das ist gegen das Gesetz.”
Tierschützerin Banu entgegnet, zwar habe die Türkei seit 2004 ein mit dem deutschen Gesetz vergleichbares Tierschutzgesetz. “Doch das steht doch wie so vieles hier nur auf dem Papier.” Doch nicht überall sind die Zustände so dramatisch wie in Beykoz. Ein Beispiel ist Besiktas, ein Stadtteil auf der anderen Seite des Bosporus. Hier gehören Hunde zum Straßenbild dazu wie der bunte Mix aus Studenten-Bars und kleinen Ramsch-Geschäften.
In einer Nebenstraße mit heruntergekommenen Häusern und großen blauen Mülltüten vor den zahlreichen Imbissbuden leben fünf Straßenhunde. Ihr Futter bekommen sie morgens vom Apotheker an der Ecke, der kleine Fleischbrocken auf die Straße wirft. “Komm schon”, sagt ein Student und tippt einen Mischling mit der Fußspitze an, der auf dem Bürgersteig schläft. Im Ohr des Hundes steckt eine hellgrüne Marke - ein Zeichen, dass er geimpft und kastriert wurde.
Hündin Franka kann in den nächsten beiden Tagen nicht faul sein: Zwar hat sie schon alle nötigen Impfungen und Untersuchungen gemacht, doch sie muss noch gemeinsam mit Yasemin persönlich bei der Stadtverwaltung vorstellig werden, um eine Ausreiseerlaubnis zu bekommen. Erst dann kann die Hündin nach Deutschland gebracht werden.
Susanne Hefekäuser (dpa)
Die sozialen Spielchen der Katze
Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal. Das sagt zumindest der Volksmund. Aktuelle Studien aus Deutschland und Österreich zeigen: Da ist etwas Wahres dran.
„Katzen machen soziale Spielchen, um den Menschen zu kontrollieren, damit er ihnen quasi gehorcht”, sagt Kurt Kotrschal, Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle im österreichischen Grünau. Die anmutigen Haustiere wissen genau, wie sie ihren Besitzer davon überzeugen können, mehr Futter in den Napf zu füllen.
Wenn liebevolles Anschmiegen nicht wirkt, hilft in der Regel jammervolles Miauen. Laut dem Freiburger Verhaltensforscher Immanuel Birmelin sind Katzen nicht nur berechnend, sondern auch intelligent. Für die Tiere sind selbst verschlossene Türen kein Hindernis. „Sie haben die Funktion der Klinke erkannt und springen gezielt auf den Punkt, der die Tür aufschnappen lässt”, so die Ergebnisse des Verhaltensforschers.
Sogar einfache Mathematik beherrschen die Vierbeiner. Sie sind in der Lage, Futterschalen, die mit Punkten von eins bis vier gekennzeichnet sind, Tönen zuzuordnen. Erklingt beispielsweise eine Glocke zweimal, geht die Katze zur Schale mit den zwei Punkten, hört sie dagegen vier Schläge, ist ihr Ziel die Futterstation mit den vier Punkten. „Eine kognitive Leistung, die Katzen Hunden voraushaben”, sagt Birmelin.
Über acht Millionen Katzen leben in den deutschen Haushalten. Damit sind sie das beliebteste Haustier - weit vor den fünf Millionen Hunden.
Angela Effenberger/www.augsburger-allgemeinde.de
Schmuck und Schutz in einem?

Eine Bernsteinkette schmückt so manchen Vierbeiner.
Hundebesitzer sind immer auf der Suche nach der besten Zeckenprophylaxe. Wenn die Temperaturen steigen, werden die Blutsauger aktiv. Zum Schutz vor den Zecken gibt es Spot-on-Präparate mit zweifelhaften Nebenwirkungen, Protektorhalsbänder, Knoblauchpillen und vieles mehr. Manche Hundebesitzer schwören auch auf eine Edelsteinkette für den Vierbeiner - Schmuck und Schutz in einem?
Im Forum von tierfreunde.de wurde bereits viel Wissenswertes ausgetauscht. Wer Erfahrungen mitzuteilen hat, nur zu!
Hitliste der Münchner Hunde
In München leben 28.388 Vierbeiner. Das sagt die Statistik von Ende 2008. Vielleicht ruhen einige dieser treuen Menschenbegleiter inzwischen auf dem Tierfriedhof. Vielleicht ist die Zahl auch durch große Würfe ein bisschen höher geworden. Wie dem auch sei: Wir versuchen an dieser Stelle eine Hitparade der Rassen herzustellen und präsentieren die große Zamperl-Parade:
Mischlinge haben mit weit über 8000 Exemplaren mit großem Abstand die Schnauze vorn. Streng genommen müssten in dieser Gruppe auch Dackel-, Terrier-, Schäferhundmischlinge und andere aus der Statistik eingeordnet werden: Wir gehen aber davon aus, dass etwa der Besitzer vor einer Anmeldung seines Golden-Retriever-Mischlings festgestellt hat, dass das Golden-Retriever-Erbgut deutlich sichtbar ist. Deshalb wird er von uns kurzerhand dieser Rasse zugerechnet.
Auch die maßgebliche Fédération Cynologique Internationale (FCI) fasst ja in ihren zehn offiziellen Gruppen Hunde-„Sektionen” zusammen, in denen der Laie nie und nimmer Angehörige einer Familie erkannt hätte. Etwa den Gos d’Atura und den südrussischen Owtcharka, oder, bekanntere Beispiele, den Deutschen Boxer und den Appenzeller Sennenhund.
Platz zwei nimmt in der Statistik der Stadtkämmerei der Terrier ein. Das könnte stimmen, doch sind bei de n genannten 2148 Vertretern und Vertreterinnen die separat aufgelisteten Yorkies Westhighland und Welsh Terriers nicht enthalten, auch nicht Airedales und der altbekannte Foxterrier. Sie alle bezeichnen sich anständiger- und identifizierbarerweise als Terrier. Insgesamt kommen wir auf eine Zahl von ca. 3400.
Und bei diesem Wert gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Gruppe Apportier-, Stöber- und Wasserhund: Labrador und Golden Retriever, Cocker und Cavalier King Charles Spaniels, Flat Coated Retriever etc. bringen es auf ungefähr die gleiche Stärke. Zweimal Platz zwei also.
Der Schäferhund liegt als Hüte- und Treibhund trotz ebenfalls weitläufiger Verwandtschaft relativ abgeschlagen auf dem dritten Platz (ca. 2200). Zum Deutschen gesellen sich nicht nur der Schweizer, Belgische, und der Pyrenäen und andere Schäferhunde, sondern auch alle Arten von Collies. Sowohl im Lassie-Pelz als auch mit Kurzhaar.
Die Bracke, dem den weniger Hundekundigen vom Namen her wohl nicht geläufig, gehört zur Gruppe der Vorstehhunde, nimmt aber mit 1051 Sektions-Angehörigen schon allein den vierten Platz ein. Zu den kontinentalen Vorstehhunden (mit dabei auch Weimeraner und Vizsla sowie Münsterländer und andere) kommen noch die britischen und irischen Artgenossen, sprich Irish Setter und English Setter.
Rund 850 Dackel, Teckel und Dachshunde, Zwerg-, Langhaar-, Kurzhaardackel und eben auch Mischlinge, beweisen, dass der Dackel zwar nicht im Spitzenfeld liegt, aber nicht ausstirbt. Ihm gebührt ein ehrenvoller fünfter Platz - und das ohne Olympia-Waldi!
In etwa gleichauf mit dem Dackel liegt die Gruppe Pinscher & Co.: Schon der Pinscher selber zeigt eine große Bandbreite: Zwerg- und Rehpinscher sind bekannt, dass der Kleine aber mit dem Dobermann so eng verwandt ist und nur um einen Schritt entfernter mit Schnauzern (von Zwerg- bis Riesen-), erstaunt. In die Gesamtgruppe gehören auch Schweizer Sennen- und Berghunde, wodurch sich diese vielgestaltige Familie den sechsten Platz sichert. Unter ferner liefen sei noch die Gruppe der Schlittenhunde, Spitze und Chow Chows vermeldet. Sie bringen es auf rund 250 Mitglieder.
Obwohl das FCI-Verzeichnis Bezeichnungen aus aller Herren Länder aufweist, fehlt das Zamperl. Die Romanistin Alexandra Knoerrich weist in ihrer Dissertation nach, dass das vermeintlich bayerische Wort auf das italienischen Wort zampa (Pfote) zurückgeführt werden kann. Ein Zamperl ist also (noch) klein, meist lebhaft, nicht reinrassig. Treuherziger Blick hin und her, für alle Hunde gilt gleichermaßen: Herrchen oder Frauchen muss jeweils im Januar 76,80 Euro Steuer entrichten.
Barbara Wimmer/www.merkur-online.de
Die häufigsten Rassen
Mischling 8331
Terrier 2148
Schäferhund 1089
Bracke 1051
Apportierhund 921
Pudel 703
Labrador Retriever 638
Jack-Russel-Terrier 567
Golden Retriever 543
Schäferhund-Mischling 528
Labrador-Mischling 446
Stöberhund 403
Yorkshire Terrier 384
Vorstehhund 343
Pinscher 341
Chihuahua 299
Dackel-Mischling 293
West Highland Terrier 277
Beagle 233
Dackel 225
Rauhhaardackel 221
Dogge 215
Terrier-Mischling 211
Hirtenhund 201
Spitz Eurasier 199
Mops 191
Malteser 191
Boxer 178
Shih-Tzu 153
Jack-Russel-Terrier-Mischling 151
Treibhund 146
Französ. Bulldogge 135
Cocker Spaniel 132
Nordlandhund 129
Deutscher Schäferhund 128
Windhund 114
Border Collie 111
Pekinese 111
Jagdhund-Mischling 108
Pudel-Mischling 105
Magyar Vizsla 104
Border Collie Mischling 103
Dalmatiner 102
Rhodesian Ridgeback 102
Collie-Mischling 99
Parson Jack Russel 98
Terrier 98
Pinscher Mischling 94
Husky-Mischling 92
Collie 92
Dobermann 90
Zwergpinscher 84
Zwergpudel 79
Tibet Terrier 77
Yorkshire-Terrier-Mischling 77
Australian Shepard 74
Labrador-Retriever-Mischling 72
Hovawart 71
Golden-Retriever-Mischling 66
Weimaraner 66
Rottweiler-Mischling 65
Pekinese-Mischling 62
Boxer-Mischling 61
Cavalier King Charles 61
Spaniel 61
Zwergdackel 60
Spitz 58
Flat Coated Retriever 54
Foxterrier 54
Rehpinscher 53
Chihuahua-Mischling 53
Zwergschnauzer 51
Coker Spaniel Mischling 50
Husky 48
Bearded Collie 43
English Bulldog 41
Australian Shepherd 40
Whippet 40
Shar Pei 39
Sheltie Shetland Sheepdog 38
Bullterrier 37
Riesenschnauzer 36
Bolonka Zwetna 36
Irish Setter 36
Malteser-Mischling 34
Retriever-Mischling 33
Neufundländer 32
Shih-Tzu-Mischling 32
Airedale Terrier 30
Langhaar Dackel 29
Siberian Husky 29
Schnauzer 29
Coton de Tulear 29
Appenzeller Sennenhund 29
Pointer 29
Deutsche Dogge 28
Deutsch Drahthaar 28
Podenco Espagnol 26
Belgischer Schäferhund 26
Border Terrier 26
Münsterländer 25
Münsterländer-Mischling 25
Vizsla 24
Bullterrier-Mischling 24
Dobermann-Mischling 23
Shiba-Inu 23
Briard 22
Boston Terrier 22
Galgo Espanol 22
Chow-Chow 20
Elo 20
West-Highland-Terrier-Mischling 20
Zwergspitz 19
Bobtail 18
American Bulldog 18
Bichon frise 17
Tibet Spaniel 17
Deutsch Kurzhaar 17
Pointer-Mischling 17
Dog Argentino 17
Europäischer Spitz Eurasier 16
Papillon 16
Samojede 15
Welsh Terrier 15
Setter-Mischling 15
Jagdhund 15
Bracke-Mischling 14
Leonberger 14
Hovawart-Mischling 14
Kleinpudel 14
Irish Terrier 13
Griffon 13
Windhund-Mischling 13
Alaskan Malamute 12
Alano-Mischling 12
Kurzhaar-Dackel 11
Bologneser 11
Auf den Hund gekommen

Bettina Böttinger und Dackel Nicki. Foto: WDR
Bettina Böttinger spricht mit der Welt am Sonntag über ihre Tiersendung “Der Hundeprofi” und die Vorfreude auf die Verleihung der “Goldenen Kamera”.
Das Gespräch führte Jutta Laege.
Ein Leben ohne Hunde ist möglich aber sinnlos, findet Bettina Böttinger. Dabei war Rauhaardackel-Dame Nicki gar nicht so eingeplant im Leben der viel beschäftigten Fernsehfrau. Bei Recherchen zu einer Tiersendung sprang sie ihr ins Auge - und kurz darauf ins Körbchen. Die inzwischen geschätzte fünfzehn Jahre alte Hündin ist Böttingers ständige Begleiterin und hat es auch im Fernsehen zu einiger Berühmtheit gebracht. Ihr Frauchen produziert mit ihrer Kölner Firma “Encanto” seit elf Jahren Tiersendungen, in denen Hunde und Besitzer lernen, wie sie fröhlich und friedlich miteinander umgehen. Jetzt könnte es zum ersten Mal eine Auszeichnung dafür geben. Böttingers Format “Der Hundeprofi” mit Hundetrainer Martin Rütter ist am Samstag in Berlin für die “Goldene Kamera” nominiert.
Welt am Sonntag: Sie waren dreimal mit Ihren Talkshows für den Grimmepreis nominiert. Jetzt ist “Der Hundeprofi” bei der “Goldenen Kamera” mit unter den letzten dreien. Wieso hat es eigentlich nie mit einer TV-Auszeichnung geklappt?
Bettina Böttinger: Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber als Rheinländerin sage ich dazu nur: Et kütt wie et kütt. Jedenfalls bin ich diesmal erstmals als Produzentin für einen Preis nominiert, und das freut mich sehr!
Welt am Sonntag: Rechnen Sie sich denn diesmal Chancen aus?
Böttinger: Das ist ganz schwierig. Vox ist ja ein ziemlich kleiner privater Sender, das heißt: Unsere Sendung sehen gar nicht so viele. Wohingegen die anderen beiden Nominierten, Restauranttester Rach und Schuldenberater Zwegat, einen Job machen, den Millionen Menschen verfolgen. Also, wenn es vor der Wahl einen Einspieler gäbe und der TED würde entscheiden, dann würde ich voll auf die emotionale Kraft des Pelztieres Hund setzen. Da aber der Sieger schon ausgewählt ist, sind wir wohl David gegen Goliath.
Welt am Sonntag: Es gibt Promis, die würden solche Veranstaltungen lieber schwänzen, aus Sorge, erneut leer auszugehen …
Böttinger: Nein. Ich freu mich wirklich wie Bolle. Wir können gar nicht verlieren, wir sind die Kleinen am Rande. Und ich glaube, selbst die “Hörzu”- und die Vox-Kollegen haben sich über die Nominierung gewundert. Wir werden also nach Berlin fahren und einen Riesenspaß haben.
Welt am Sonntag: Die Konkurrenten im Wettbewerb gehören in die Kategorie derer, über die öffentlich-rechtliche Fernsehmacher gerne mal die Nase rümpfen …
Böttinger: Grundsätzlich bin ich ja ein Fan des “Dualen Systems”. Und ich finde, dass überhaupt kein Öffentlich-Rechtlicher das Recht hat, über solche Formate die Nase zu rümpfen. Mal ganz abgesehen davon, dass Zwegat zuerst im WDR-Fernsehen aufgetreten ist. Offensichtlich hat RTL das Format sehr erfolgreich ausgebaut. Ich finde es sehr überzeugend, und ich gucke auch Rach einfach gerne. Er hat Ahnung vom Kochen und kann sehr gut mit den Menschen umgehen. Das sind für mich Formate, die durchaus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen könnten. Im Übrigen gilt Ähnliches für unseren “Hundeprofi” auch. Martin Rütter lief zuerst im WDR in unserer Sendung “Eine Couch für alle Felle”. Da ist ja auch zu Beginn mein Dackel Nicki drübergehüpft.
Welt am Sonntag: Damals gab’s keine TV-Preise. Was spricht denn heute für Ihre Sendung?
Böttinger: Wir haben ja schon 1999 die Sendung “Ein Heim für alle Felle” gemacht - aus dem Tierheim Köln-Dellbrück. Da waren wir tatsächlich Vorreiter. Und wir sind natürlich mit der Zeit gegangen. Der “Hundeprofi” ist aufklärerisch und auf eine großartige Weise unterhaltsam. Wir geben Einblicke in Hundeseelen und spiegeln auch die Gesellschaft. Das ist natürlich auch das Verdienst von Martin Rütter. Ich seh’ mich noch die Hundeschulen abklappern nach einem geeigneten Hundetrainer für die “Couch”-Sendung. Bis ich mit einer Kollegin auf Martin traf. “Mensch”, dachten wir, “der sieht gut aus, der kommt sympathisch rüber, der hat Sachverstand.” Und das wichtigste: Er kann nicht nur mit Hunden, der kann auch mit Menschen. Und er hat einen sehr schönen Leitsatz: “Hunde brauchen eine Aufgabe, sonst werden sie eine!” Wenn ich einen Hund acht Stunden allein zu Hause lasse, darf ich mich nicht wundern, wenn er anfängt, an Socken, Sofas oder sich selbst zu nagen. Aber die Menschen nehmen zunehmend die Hilfe von Hundeschulen in Anspruch, wollen dazulernen. Das ist auch die Grundlage für den Erfolg eines solchen Formates wie “Der Hundeprofi”.
Welt am Sonntag: Der bekommt ja nun noch prominente Unterstützung im wahrsten Sinne. Ab März sehen wir bei Vox Ihre Produktion “Der VIP-Hundeprofi”. Läuft’s im deutschen Fernsehen derzeit nur mit Promi-Unterstützung?
Böttinger: Nein, das sind zwei wirklich unterschiedliche Formate. Aber natürlich gilt für beide Sendungen: Wenn man mit Hunden arbeitet, kann man sich auch ein Bild vom Menschen machen. Und Probleme mit ihren Tieren haben Prominente eben auch. Die sind auch für den Zuschauer nachvollziehbar. Bei Ross Antony und seinen Pinschern zum Beispiel. Da gab es zwischen ihm und seinem Partner sehr unterschiedliche Ansichten von Hundeerziehung. Oder Nina Ruge, die wirklich sehr intensiv und liebevoll mit ihrem Hund umgeht. Und trotzdem haut der gelegentlich vor lauter Begeisterung ab.
Welt am Sonntag: Woher kommt Ihre Hundeliebe?
Böttinger: Frühkindliche Prägung auf Rauhaardackel, würde ich sagen. Ich besuchte mal ein Jahr lang eine Dorfschule. Damals bekam ich meinen ersten Dackel, der hieß sinnigerweise Pucki, wie sonst nur Wellensittiche genannt werden, und war total neurotisch. Aber wir waren ein Herz und eine Seele. Als Studentin schenkte mir eine Freundin meinen Dackel “Piefke”, der immerhin 16 Jahre alt wurde. Und nun eben Nicki. Seit elf Jahren sind wir fast unzertrennlich. Sie fährt U-Bahn, sie fährt Zug, sie fliegt mit. Nicht wenige behaupten, dass ich zumindest im Alltag frisurentechnisch meinem Dackel ähnlich sehe - wir sind beide strubbelig! Ich pflege eher zu sagen, dass wir gut zusammen passen - schon wegen der Größe!
Jeden Monat ein Hundeschicksal

Zaja, wie sie leibt und lebt. Jeden Monat gibt es eine Geschichte mit tollen Bildern. Fotos: Anke Schweitzer
Das Jahr 2010 ist zwar schon auf auf dem Weg, Alltag zu werden, doch für diesen Kalender ist es noch nicht zu spät: Zwölf Hundeschicksale - mit gutem Ende - werden im Kalender des Kissinger Tierschutzvereins Franz von Assisi vorgestellt. Jeden Monat gibt es eine rührende Geschichte, dazu sind tolle Fotos von dem Vierbeiner zu sehen - wie zum Beispiel von Zaja. Ein Auszug:
“Zaja ist heute drei oder vier Jahre alt. Zaja ist groß, schnell, stark und lebensfroh. Und Zaja ist blind. Sie stammt aus Belgrad, aus einer Straßenhundegang. Sie hat das Leben dort sehr genossen … frei … und wild. Die Wildheit hat sie mitgebracht, und trotz ihrer Blindheit auch
eine umwerfende Lebensfreude. Sheila und ihr Frauchen dachten ja nie an einen zweiten Hund. Denn Sheila und ihr Frauchen waren miteinander rundum absolut zufrieden. Sheila ist zehn, ein Schäferhund-Labrador-Mix, hat Schlappohren und das hingebungsvollste Hundeherz, das man sich vorstellen kann. Manchmal ist es natürlich auch ein Hasenherz … vor allem, wenn es knallt oder donnert … aber alles in allem ist sie von Anbeginn ihres Frauchens Ein und Alles. Das wird sie natürlich auch bleiben - nur, dass das nun auch für ihre neue Adoptivschwester gilt.
Von Zajas Schicksal hatte Sheilas Fauchen per Zufall erfahren. Aber dann ließ es sie nicht mehr los. Zaja traf im Herbst 2008 in ihrer erwartungsfrohen Art auf einen bösen Mann, der ein scharfes Reinigungsmittel über sie schüttete. Warum er das tat, weiß nur er selbst. Es
brannte furchtbar und ätzte ihr die Haare weg. Und es zerstörte ihre Augen. Zaja hatte dennoch viel Glück im Unglück. Der Tierschutz in Belgrad fand sie rechtzeitig auf und brachte sie sofort in eine Klinik. Sie überlebte, blind. Und lernte danach in einem privaten Tierheim ihre Pflegerinnen kennen und lieben. Aber unter all den anderen, sehenden Hunden hatte sie es trotzdem nicht immer leicht. Kurz vor Weihnachten 2008 traf Zaja in Deutschland ein. Sie stank nach Floh- und Antiparasitenmittel, und roch nach der langen Fahrt nach Angst, machte in die Wohnung, rannte Sheila aus Versehen mehrmals um, fraß erst die Futterbox und dann den Kühlschrank leer … und fühlte sich nach kurzer Zeit ganz offensichtlich aber ziemlich wohl. Sheila beäugte das drei Tage lang … und begann dann mit der Erziehung. Sie schaffte eine klare Trennung zwischen „Dein” und „Mein”, wobei letzteres eindeutig überwog … raffte all ihre Spielzeuge in ihren Korb … nahm Zaja jeden einzelnen Ochsenziemer weg … verjagte sie unerbittlich vom neuen Schlafplatz … und kniff sie ins linke Ohr, wann immer sich dazu Gelegenheit bot. In dieses Ohr kneift sie sie auch heute noch, wenn Zaja sich in Sheilas Augen unerhört verhält. Aber zum Kneifen ist ein liebevolles, gegenseitiges Beknabbern zur Begrüßung hinzugekommen … und die beiden schlafen nun immer öfter dicht beieinander … und wenn die eine sich räkelt, tut die andere es zufrieden nach … und wenn es dazu einen Anlass gibt, bellen sie begeistert im Takt … und es wird immer schwerer, sie auch nur einmal für kurze
Zeit zu trennen. Natürlich bringt auch Zaja Sheila viel bei. Sie erinnert sie daran, wie toll Pferdeäpfel schmecken, dass Hunde Dung lieben und sich gern in Aas wälzen, und wie wunderbar es ist, nach Mäusen zu buddeln … und Sheila vergisst nun glatt ihre ganze gute Erziehung. Mit Zaja ist unerwartet viel Glück im neuen Zuhause eingezogen, auch wenn es nun manchmal etwas stinkt. Wenn die beiden Wuschelköpfe unterwegs im Gleichtakt nebeneinander her zockeln, wird das Frauchen inzwischen oft gefragt, ob sie aus einem Wurf stammen. Dann erzählt sie ihre unterschiedlichen Geschichten, und denkt bei sich: „Zwar nicht der gleiche Wurf, aber ein umwerfendes Duo …!” (Text: Anke Schweitzer)
Auch Jenny hatte Glück: Die griechische Mischlingshündin war ein Notfall - und trächtig. Sie bekam einen Pflegeplatz und durfte dort ihre Welpen austragen und aufziehen. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus, und Jenny ist auf der Suche nach einem Platz. Ganz im Gegensatz zu ihr haben Zaja, Sox, Motte und Timmi, deren Geschichte auch in dem Kalender vorgestellt wird, ihr endgültiges Glück gefunden.
Der Kalender kann über den Tierschutzverein Franz von Assisi bezogen werden kann - für nur zehn Euro, die direkt der Pflege und Vermittlung weiterer Vierbeiner zukommen.
Hilfe für den Hund an Silvester…
…oder: ist die Menschheit verrückt geworden?!
Tipps von Clarissa von Reinhardt
“Alle Jahre wieder…” kommt leider nicht nur das Christkind, sondern pünktlich eine Woche später auch die große Knallerei. Weihnachten gilt als stilles und besinnliches Fest, an dem es gar nicht ruhig genug sein kann, selbst unser altes deutsches Liedgut preist die “Stille Nacht, heilige Nacht…” , aber nur sieben Tage später scheint die Menschheit regelmäßig verrückt zu werden. Es kann gar nicht laut und grell genug werden - ganz gleich, einen wie hohen Preis wir dafür zahlen.
Ebenfalls fragt sich alle Jahre wieder der gesunde Menschenverstand, wie es sein kann, dass angesichts (ver)hungernder Menschen und Tiere, einer kriselnden Weltwirtschaft und scheinbar nicht lösbarer Umwelt-probleme, die uns irgendwann alle miteinander mit einem ganz großen Knall ins Jenseits befördern könnten, über-haupt ein Mensch so verrückt sein kann, Geld für Raketen, Böller und Tischfeuerwerk auszugeben?! Ja wissen die Leut` denn wirklich nichts besseres damit anzufangen? Für die ganz Ideenlosen wüsste ich da ein paar Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die um jeden Cent dankbar wären. Auch das Frauenhaus, die Welt-hungerhilfe und Aktion Mensch hätten sicher einen besseren Verwendungszweck für die Milliarden, die da alljährlich in die Luft gepulvert werden.
Und nun möge mir bloß keiner mit der Tradition kommen! Ach, so vieles wird unter dem Deckmäntelchen der Tradition fortgeführt, so vieles, das man lieber bleiben lassen sollte: Der Stierkampf, die Treibjagd, Pferderennen oder auch die Unterdrückung der Frau, die nach wie vor in vielen Ländern dieser Erde zur guten (?) alten Tradition gehört. Na ja, manchmal ist die Tradition halt auch mehr alt als gut und gehört einfach abgeschafft. Es lohnt, darü-ber nachzudenken.
Als Tierhalterin habe ich mir die Knallerei schon als Jugendliche abgewöhnt. Zu sehr taten mir die Hunde (und Katzen!) leid, wenn sie sich zitternd unter der Eckbank verkrochen und tagelang nicht mehr aus dem Haus trauten. Ich dachte an die Wildtiere, die ebenfalls voller Angst und Schrecken flüchten und Schutz suchen vor einer nicht benennbaren und nicht verstehbaren Gefahr.
In meiner Hundeschule mehren sich jetzt wieder die Anrufe der Verzweifelten, die fragen, ob ich Tipps hätte, wie man mit dem geliebten Vierbeiner die Jahreswende halbwegs schadlos übersteht. Immer wieder stellt man mir die Frage, ob ich mich da auskenne. Oh ja, da kenne ich mich sogar sehr gut aus, denn drei meiner sieben Hunde haben schreckliche Angst und zwei fürchten sich zumindest etwas. Mit den folgenden, jahrelang im Ernstfall erprobten Tipps kommen wir ganz gut über die Runden:
Die einfachste Lösung zuerst: Hauen Sie mit Ihrem Hund einfach für ein paar Tage ab. Buchen Sie eine einsame Berghütte irgendwo im Nirgendwo. Das müssen Sie allerdings rechtzeitig tun, denn einsame Berghütten gibt`s bei weitem nicht so viele wie genervte Hundehalter, die diese zur Jahreswende händeringend suchen. Reisen Sie schon ein paar Tage vor Silvester ab und bleiben Sie auch etwas länger, denn wie wir alle wissen, beginnt die Knallerei schon Tage vor dem ganz großen Spektakel und zieht sich auch noch bis zum zweiten oder dritten Januar hin.
Wenn diese Lösung nicht möglich ist, wäre mein wichtigster Tipp, dass Sie Ihrem Hund so viel Ruhe wie möglich vermitteln und durch Idolfunktion vorleben, dass Ihnen der ganze Rummel gar nichts ausmacht. Für mich ist dies zugegeben der schwierigste Part, denn tatsächlich könnte ich jedem, der da draußen rumknallt, ebenfalls eine knallen - kleine Kinder, die noch nicht wissen, was sie tun, ausgenommen.
Durch die Stimmungsübertragung beeinflussen wir unsere Hunde ganz enorm, je gelassener Sie also sind, desto eher kann Ihr Hund sich zumindest etwas beruhigen. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass Ihr Hund keine Angst mehr hat, nur weil Sie keine haben, denn ganz so einfach läuft es nicht. Es ist etwa wie bei einem bevorstehendem Besuch beim Zahnarzt, der Ihnen große Angst macht: Ein Partner, der Ihnen Mut zuspricht und Gelassenheit ausstrahlt, hilft zumindest etwas - einer der glaubt, man brauche doch keine Angst haben, weil er/ sie ja schließlich auch keine Angst hat, hilft überhaupt nicht, sondern nervt einfach nur.
Tipp Nummer zwei steht in direktem Zusammenhang mit Tipp Nummer eins: Haben Sie Zeit für Ihren Hund, stehen Sie ihm durch Anwesenheit zur Verfügung und ermöglichen Sie ihm das Kontaktliegen, wenn er es wünscht. Hierbei müssen Sie aber sehr präzise arbeiten, damit es nicht zu einer so genannten unbewussten Bestätigung kommt. Keinesfalls heißt dies nämlich, dass Sie Ihren Hund auf den Arm nehmen, herumtragen oder auf den Schoß setzen sollen, während Sie ihn streicheln und in endlosen Litaneien bedauern, denn dieses Verhalten würde die Angst Ihres Hundes nur verstärken. Allerdings sollten Sie andererseits auch keinesfalls - wie von manchen Trainern empfohlen - Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat. Dieser Tipp, der die oben genannte “unbewusste Bestätigung” verhindern soll, ist weit über das Ziel hinaus geschossen, denn wenn Sie Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat, was vermitteln Sie ihm dann?! Dass Ihnen seine Angst vollständig egal ist und er sich an jemand anderen wenden muss, wenn er Unterstützung und Schutz braucht - und das ist für eine gute Bindung und ein angestrebtes Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter das reinste Gift! Deshalb haben wir seit Jahren ein Ritual eingeführt, das bestens funktioniert:
Unser Wohnzimmer wird zu einer Liegelandschaft umgebaut. Zugegeben, bei nur einem Hund oder zweien ist das nicht nötig, es reicht ein bequemes Sofa, aber wir haben ja sieben… Einer von uns hält sich die meiste Zeit über auf der “Liegewiese” auf, meistens lesen wir oder telefonieren mit Freunden. Die Hunde kommen ganz von selbst und suchen den Körperkontakt, wenn die Knallerei losgeht. Sie legen sich mit hin, dürfen sich ankuscheln und unsere Nähe spüren. Einem von ihnen hilft es besonders, wenn wir ihn mit einer Decke so zudecken, dass nur noch sein Kopf rausschaut - er fühlt sich so eingehöhlt sicherer. Wenn die, die besonders große Angst haben, anfangen zu hecheln oder uns anzupföteln, reagieren wir darauf nur geringfügig und sagen einfach nur kurz “Ist schon o.k.” oder ähnliches und strahlen weiterhin heitere Gelassenheit aus. Um diese Stimmung zu erzeugen, helfen übrigens Bücher des Dalai Lama ausgesprochen gut!
Zusätzlich läuft bei uns der Fernseher in einer Lautstärke, die gut erträglich ist, aber doch den Lärm von draußen zumindest teilweise abmildert. Diese Geräuschkulisse kann die Knallerei natürlich nicht übertönen, dann würden uns - und besonders unseren Hunden, deren Gehör viel feiner ist - ja die Ohren weh tun. Aber sie verhindert eine allzu starke Fokussierung auf die Knallgeräusche. Der besondere Tipp: Auf 3 SAT laufen jedes Jahr ab 11.00 Uhr vormittags bis weit nach Mitternacht Mitschnitte von tollen Live-Konzerten der vergangenen Jahre. Echte Sahnestücke der Musikgeschichte, von Phil Collins über U2, Michael Jackson, Pink oder Tina Turner, es ist für so ziemlich jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Sehr hilfreich ist auch eine CD, die es als Beigabe zu dem Buch “Mit den Ohren eines Hundes” (sehr zu empfehlen!) gibt. Die auf ihr zu hörende Musik wurde nach jahrelangen Forschungen auf dem Gebiet der Psycho-Akustik arrangiert und ist speziell auf das akustische Wahr-nehmungsvermögen von Hunden abgestimmt. Sie wirkt beruhigend und wird bereits erfolgreich in Tierheimen, Hundepensionen und Tierkliniken eingesetzt.
Sobald es am Nachmittag auch nur ansatzweise dämmrig wird, machen wir überall im Haus das Licht an, um die von draußen kommenden Lichtreflexe zu mildern. Sollten Sie Gardinen oder Rollos haben, sollten Sie diese schließen. Manchmal hört man den Tipp, mit dem Hund am besten in den Keller zu gehen, im Idealfall in einen Keller ohne Fenster. Dies ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie das nicht ausschließlich zu Silvester tun - sonst kann es schnell passieren, dass der Hund bereits das Herunter-gehen in den Keller fürchtet, weil es für ihn in direktem gedanklichen Zusammenhang mit der Knallerei steht. Sollten Sie aber eine Art eingerichteten Hobbyraum haben, den Sie regelmäßig nutzen, kann es tatsächlich hilfreich sein, Silvester dort unten zu verbringen, bis gegen 2.00 oder 3.00 Uhr nachts zumindest die schlimmste Knallerei vorbei ist.
Die Gassi-Runden reduzieren wir auf kurze Gänge in der Nähe des Hauses, damit die ängstlichen Hunde das Gefühl haben, jederzeit auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause zu können. Ist “die Fluchtburg” in kürzester Zeit erreichbar, fühlt sich so mancher Hund zumindest etwas besser. Wenn Sie einen Garten haben, können Sie das Rausgehen auch auf diesen beschränken. Wir gehen am 31. Dezember immer eine ganz lange Runde sehr früh am Morgen, so gegen 6.00 Uhr - da ist es noch weit-gehend ruhig. Danach bleiben wir mit den ängstlichen Hunden auf unserem Grundstück.
Wenn Sie einen Hund haben, der in Panikattacken verfällt, wenn er es - selbst in größerer Entfernung - knallen hört, dann führen Sie ihn an den Tagen rund um Silvester mit doppelter Leinensicherung und bleiben Sie in der Nähe Ihres Hauses oder Ihres offen stehenden (!) Autos, denn für diese Hunde ist das Erreichen “der Fluchtburg” eine Frage des Überlebens.
Von der häufig empfohlenen Gabe von Medikamenten möchte ich dringend abraten! Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass jedes Psychopharmaka eine so genannte Umschlagwirkung zeigen kann. Das bedeutet in diesem Fall, dass der Hund nicht beruhigt, sondern ganz im Gegenteil, jetzt erst richtig hoch gefahren wird. Der Kreislauf wird aktiviert, der Puls rast wie verrückt, der Hund kommt nicht mehr zur Ruhe und der so gestresste Organismus nimmt die Außenreize durch die Adrenalin-ausschüttung noch stärker wahr. Vor ein paar Jahren wurde ich am Silvesterabend von einer völlig verzweifelten Hundehalterin angerufen, bei deren Eurasierer-Rüden genau das passiert war. Der Hund drehte völlig durch, speichelte, raste fieberhaft nach Unterschlupf suchend durch das Haus und war kaum noch ansprechbar. Die Tierärztin, die das Mittel verschrie-ben hatte, empfahl am Telefon, den Hund in die Praxis zu bringen, was vollkommen ausgeschlossen war für die Halterin, weil er sich nicht einmal mehr anfassen ließ, ohne deutlich drohend zu fletschen - was er übrigens sonst nie tat! Als ich nach halbstündiger Fahrt dort ankam, war der Hund bereits so durchgedreht, dass ich einen Kreislaufkollaps befürchtete. Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns auf den Hund zu stürzen, ihn - halb im Würgegriff - ins Auto zu zerren und in die Klinik meines Vertrauens zu bringen. Dort wurde er in Narkose gelegt, um ihn erst einmal ruhig zu stellen. Dann wurde er an den Tropf gehängt, um die Wirkstoffe in seinem Körper möglichst schnell auszuschwemmen. Es dauerte mehr als 14 Tage, ehe dieser Hund sich halbwegs erholt hatte und sein Frauchen und mich wieder vertrauensvoll an sich heran ließ. Er war damals fünf Jahre alt und ich kannte ihn seit seiner Welpenzeit. Er hatte uneingeschränktes Vertrauen zu mir und seiner Halterin bis zu diesem Abend gehabt…
In einem anderen Jahr rief mich am 05. Januar eine Dame an, deren Hund sich seit Silvester völlig verändert hatte. Er zitterte, sobald er nur angesprochen wurde und reagierte extrem auf jegliche Außenreize, die mit Geräuschen oder Licht zu tun hatten. Er flüchtete zum Beispiel in Panik unter den Küchentisch, als vor dem Haus die Straßenlaterne anging. Beim Beratungsgespräch stellte sich dann heraus, dass auch dieser Hund auf Anraten eines befragten Tierarztes Medikamente verschrieben bekommen hatte. Er wählte ein Mittel aus, dass hauptsächlich auf der Basis eines Muskelrelaxans wirkte, das Bewusstsein aber kaum beeinflusste. Im Klartext bedeutete dies, dass dieser arme Hund, der schon immer große Angst vor Silvester hatte, alles um sich herum mitbekam, aber unfähig war, sich zu bewegen. Gefangen im eigenen Körper konnte er weder hecheln, noch herumlaufen oder sich verkriechen, so wie er es sonst immer getan hatte. Die Folgen waren fatal - dieser Hund erlitt ein Trauma, von dem er sich nie mehr richtig erholte. Er hatte für den Rest seines Lebens Probleme und die Halterin verfluchtete den Tag, an dem er das “Beruhigungsmittel” bekommen hatte.
Ich könnte noch einige solcher Beispiele nennen, die ich im Laufe der Jahre miterlebt habe. Es waren weit mehr als nur diese beiden und aus diesem Grund würde ich die Gabe von Medikamenten nicht empfehlen. Ich kenne keinen einzigen Hund, der sich nicht über kurz oder lang wieder erholt hätte nach der Knallerei - aber einige, die durch Medikamentengabe traumatisiert wurden. Selbstverständlich gibt es auch Hunde, die die Medikamentengabe gut vertragen - nur weiß man vorher nicht, ob es so sein wird und mir ist das Risiko für die mir anvertrauten Tiere definitiv zu groß, falls es nicht so sein sollte.
Hingegen macht eine Kollegin von mir recht gute Erfahrungen mit der Gabe von Bach-Blüten. Suchen Sie sich einen seriösen Therapeuten, der eine individuelle Mischung für Ihren Hund zusammenstellt. Die im Handel erhältlichen, fertigen Mischung möchte ich Ihnen nicht empfehlen, da sie der eigentlichen Lehre Bach`s und seinem Verständnis über die Wirkung der Blütenmittel nicht entsprechen. Eine Umschlagwirkung ist hier nicht bekannt, es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in seltenen Fällen zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen kann, ähnlich wie wir sie aus der Homöopathie kennen. Sollte diese gerade an Silvester auftreten, wäre das natürlich fatal. Deshalb ist eine vorherige Gabe zum Ausprobieren empfohlen.
Einigen Hunden hilft auch der D.A.P.-Stecker recht gut, der im Fachhandel erhältlich ist. D.A.P. ist die Abkürzung für Dog Appeasing Pheromone. Diese Pheromone sind Duftstoffe, die eine Mutterhündin während der Laktations-phase zwischen der Milchleiste absondert und die beruhigend auf die Welpen wirken. Man fand heraus, dass diese Wirkung auch noch bei erwachsenen Hunden eintritt und schließlich gelang es, diese Pheromone zu synthetisieren. Steckt man nun diesen Stecker in die Steckdose, wird der Geruch der Pheromone ausgeströmt. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie dem Hund die Gelegenheit geben, den Raum zu verlassen, wenn er das wünscht, denn nicht alle Hunde mögen diesen Geruch und nicht auf alle wirkt er beruhigend! Beobachten Sie Ihren Hund, ob er sich freiwillig in die Nähe des Steckers begibt und tatsächlich ruhiger wird oder ob ihm dieser Geruch völlig egal zu sein scheint oder er sogar den Raum verlässt. Auch hier ist es sinnvoll, nicht erst am Silvesterabend auszuprobieren, welche Reaktionen Ihr Hund zeigt, fangen Sie ruhig schon ein bis zwei Wochen vorher damit an. Auf gar keinen Fall sollten Sie die ebenfalls erhältlichen D.A.P.-Halsbänder verwenden, denn einmal angelegt kann der Hund sich eben nicht mehr frei entscheiden, ob er den Geruch sucht oder meidet, sondern ist ihm ausgeliefert. Interessant ist, dass der Hersteller anfangs, als es nur die Stecker gab, selbst ausdrücklich darauf hinwies, wie wichtig es ist, dem Hund die Möglichkeit zum Ausweichen zu geben. Trotzdem hat er dann die Halsbänder und auch noch ein Spray auf den Markt gebracht. Man macht sich so seine Gedanken, was hinter diesem Sinneswandel steckt…
Für viele Menschen ist übrigens unklar, warum Hunde gerade vor Silvester so große Angst haben. Manchmal sogar solche, die zum Beispiel keine Probleme mit Schüssen oder Gewitter haben. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass durch die Knallerei gleich mehrere Sinne deutlich überstrapaziert werden: Der Gehörsinn durch den Lärm, der Gesichtssinn (die Augen) durch die ungewohnten und in großer Anzahl auftretenden Lichtreflexe und der Geruchssinn durch den Gestank, den die Böller verursachen und der ebenfalls ungewohnt ist für den Hund.
Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihrem Hund (oder Ihren Hunden) eine möglichst ereignislose Silvesternacht und hoffe, dass die hier zusammengefassten Tipps helfen, mit möglichst viel Ruhe und Frieden ins neue Jahr zu kommen!
Clarissa v. Reinhardt
www.animal-learn.de
Nach 60 Tagen werden sie getötet

Betty hat einen Pflegeplatz gefunden.
Schon wieder erreicht tierfreunde.de ein Hilferuf aus dem Ausland: In dem winzigen Tierheim in Sibenik /Kroatien werden die Hunde prinzipiell nach 60 Tagen Aufenthalt getötet. Die einzige Überlebenschance für die Vierbeiner besteht darin, in dieser Zeit einen Platz zu finden, und sei es “nur” eine vorübergehende Pflegestelle. Drei Frauen kümmern sich um die Hunde. In der Region selbst sind die Menschen kaum daran interessiert, sich der Tiere anzunehmen, obwohl erstaunlicherweise für ein paar der Vierbeiner Plätze gefunden wurden.
Die einzige Chance besteht darin, sie zu uns zu bringen. Einige Beispiele: Die beiden Mischlings-Schwestern Betty und Tina, etwa drei Monate alt, haben schon Pflegeplätze gefunden. Beide werden als anhänglich und putzig beschrieben. Die Brüder Teddy und Balto, drei Monate alt, sind auch bei Pflegestellen untergekommen- mit ihren schwarzen Locken sehen sie einfach nur süß aus. Alle drei sind gelassene Kerlchen, ruhig und friedlich. Natürlich sind auch einige ältere Hunde unter den Notnasen, wie Charlie. Der etwa vier Jahre alte Mischling sieht schlecht, eine Operation könnte ihm helfen. Dafür hat der braun-weiße Rüde eine gute Orientierung und einen scharfen Geruchssinn. Außerdem ist er verschmust, sanft und anschmiegsam.

Charlie sieht schlecht, eine Operation könnte helfen.
Der Tierschutzverein Kissing kümmert sich - eventuell in Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzorganisationen - um die Notnasen. Natürlich sind die Helfer auf der Suche nach großherzigen Tierfreunden, die einem dieser Tiere eine Bleibe geben könnten. Die Hunde werden entwurmt, geimpft und gechipt abgegeben. Soweit es altersgemäß möglich ist, werden sie noch vor Ort kastriert.
Kontakt mit dem Tierschutzverein Kissing:
Doris Lackner: Telefon 08233/73 78 20, E-Mail: tschvkissing@googlemail.com
Friedl Karbatsch: Telefon 0171/4213434, E-Mail: friedl.karbatsch@web.de
Seit vielen Jahren ist der Tierschutzverein Kissing mit den drei Tierschützerinnen in Sibenik in Kontakt. Hier ein aktueller Lagebericht von Maria Sljivic, Stela Gotal und Irene Zoric aus Sibenik:
“Die Auffangstation wird von der Privatfirma As Eko (beauftragt von der Stadt Sibenik) geführt. Diese Firma ist in erster Linie für Desinfektion und Schädlingsbekaempfung zuständig und beschäftigt mehrere Veterinärärzte.
Den aufgenommenen Hunde wird eine Frist von 60 Tagen Aufenthalt eingeräumt, um eventuell an interessierte Abnehmer abgegeben werden zu können. Andernfalls werden die Hunde nach Ablauf der Frist getötet. Die Tötung erfolgt seitens der Veterinärärzte.
Während der 60 Tage werden die Hunde von Montag bis Freitag mit Trockenfutter und Wasser versorgt; die Zwinger etwas gesäubert. Samstags und sonntags keine Fütterung, keine Säberung.
Seitens der Firma werden keine Vermittlungen und keine ärztlichen Behandlungen - abgesehen von Entwurmungen, -flohungen, -lausungen auf Anfrage - durchgeführt.
Aus diesem Grunde bemühen wir uns, eigeninitiativ die Hunde zu retten. Einige Hunde konnten bereits nach Österreich und Deutschland sowie in der Region Sibenik weitervermittelt werden. Impfungen, Behandlungen, Transporte, zusätzliche Futterverabreichung etc. wurden bisher ausschließlich von uns veranlasst und finanziert.
Bisher mussten wir im Zuge unserer Vermittlungstätigkeiten froh sein, geeignete tierliebe „Abnehmer” zu finden, ohne diese vorweg finanziell zu belasten, da ansonst die Vermittlungschancen ungleich geringer wurden. Unsere Privatausgaben haben bereits die Zumutbarkeitsgrenze mehr als überschritten.
Grundsätzlich vertreten wir den Standpunkt, dass eine Vermittlung der Hunde im Raum Sibenik unter Sensibilisierung der hiesigen Bevölkerung für das Thema Tierschutz eine nachhaltige Lösung waere. Eine Vermittlung der Hunde in Länder wie Deutschland und Oesterreich ist langfristig keine geeignete Lösung, da auch dort die Tierheime überfuellt sind.
Zur Zeit befinden wir uns in Verhandlung mit dem Vizebürgermeister hinsichtlich Durchführung und Umsetzung tierschutzrechtlicher Bestimmungen, wobei noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen.Unterstuetzend sammeln wir Unterschriften fuer eine Petition zur Errichtung eines Tierheimes unter Einhaltung kroatischer Tierschutzrechtsbestimmungen.
Gespräche mit dem Amtstierarzt führten ins Leere, zumal dieser die Um- und Zustände mehr als beschönigt, die Tötung der Hunde negiert und somit keinen Handlungsbedarf zu erklären sich bereit zeigt.”







