Pony Bolle ist tot: Polizei sucht Entführer

Das entführte Pony Bolle wurde tot gefunden. Foto: Polizei
Seeheim-Jungenheim - Das von einer Weide in Balkhausen (Südhessen) entführte Shetland-Pony “Bolle” ist tot. Nach dem Hinweis eines Bekannten fanden die Besitzer das Tier am Montag auf der gleichen Weide, von der es, wie bereits berichtet, zwischen dem 10. und 13. Dezember verschwunden war.
“Seine Hufe waren mit einer Schnur zusammengebunden, der Kadaver bereits von Tieren angefressen und übel zerfetzt”, berichtet Klaus Gruber, Vater der Besitzerin. Um das Tier wieder auf der Weide abzulegen, hätten die Täter den Zaun zerschnitten. Möglicherweise habe das kleine Pony bereits seit dem 30. Dezember dort gelegen, wie Zeugenaussagen vermuten lassen.
Gruber ist überzeugt, dass das Tier gewaltsam zu Tode gekommen ist: “Wir haben es inzwischen vom Abdecker holen lassen, aber die Todesursache lies sich nicht mehr feststellen.” Die Besitzerfamilie ist erschüttert: “Wir hatten Bolle doch seit 27 Jahren”, sagt Gruber. Ihre vier weiteren Mini-Ponys lässt die Familie derzeit nur in der Nähe ihres Anwesens weiden.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen der Pfungstädter Polizei wurde das Pony vermutlich nur wenige Tage vor dem Auffinden und vor dem Einsetzen der Frostperiode auf das Weidegelände mit dem Flurnamen “Sauloch” zurückgebracht. Ob es zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat, stehe allerdings noch nicht einwandfrei fest.
Nach dem kleinen Pferd mit einem Stockmaß von nur 78 Zentimetern war seit seinem Verschwinden öffentlich gefahndet worden. Die Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen: Das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund ist eine Straftat (§ 17 des Tierschutzgesetzes) und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden.
Bolle könnte nach dem 10. Dezember 2009 bis wenige Tage vor seinem Tod in einer Unterkunft gelebt haben, möglicherweise nicht weit entfernt von seiner Weide.
Für Hinweise die zur Aufklärung des Todes des Shetland-Ponys führen, haben die Besitzer laut Polizeipressesprecher Ferdinand Derigs eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Wem in diesem Zusammenhang etwas Verdächtiges aufgefallen ist oder sonstige Hinweise geben kann, kann sich mit der Polizei in Pfungstadt (06157 95090) in Verbindung setzen.
Ein Bericht von www.echo-online.de.






