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Nach 60 Tagen werden sie getötet

betty

Betty hat einen Pflegeplatz gefunden.

Schon wieder erreicht tierfreunde.de ein Hilferuf aus dem Ausland: In dem winzigen Tierheim in Sibenik /Kroatien werden die Hunde prinzipiell nach 60 Tagen Aufenthalt getötet. Die einzige Überlebenschance für die Vierbeiner besteht darin, in dieser Zeit einen Platz zu finden, und sei es “nur” eine vorübergehende Pflegestelle. Drei Frauen kümmern sich um die Hunde. In der Region selbst sind die Menschen kaum daran interessiert, sich der Tiere anzunehmen, obwohl erstaunlicherweise für ein paar der Vierbeiner Plätze gefunden wurden.
Die einzige Chance besteht darin, sie zu uns zu bringen. Einige Beispiele: Die beiden Mischlings-Schwestern Betty und Tina, etwa drei Monate alt, haben schon Pflegeplätze gefunden. Beide werden als anhänglich und putzig beschrieben. Die Brüder Teddy und Balto, drei Monate alt, sind auch bei Pflegestellen untergekommen- mit ihren schwarzen Locken sehen sie einfach nur süß aus. Alle drei sind gelassene Kerlchen, ruhig und friedlich. Natürlich sind auch einige ältere Hunde unter den Notnasen, wie Charlie. Der etwa vier Jahre alte Mischling sieht schlecht, eine Operation könnte ihm helfen. Dafür hat der braun-weiße Rüde eine gute Orientierung und einen scharfen Geruchssinn. Außerdem ist er verschmust, sanft und anschmiegsam.

charlie

Charlie sieht schlecht, eine Operation könnte helfen.

Der Tierschutzverein Kissing kümmert sich - eventuell in Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzorganisationen - um die Notnasen. Natürlich sind die Helfer auf der Suche nach großherzigen Tierfreunden, die einem dieser Tiere eine Bleibe geben könnten. Die Hunde werden entwurmt, geimpft und gechipt abgegeben. Soweit es altersgemäß möglich ist, werden sie noch vor Ort kastriert.

Kontakt mit dem Tierschutzverein Kissing:
Doris Lackner: Telefon 08233/73 78 20, E-Mail: tschvkissing@googlemail.com
Friedl Karbatsch: Telefon 0171/4213434, E-Mail: friedl.karbatsch@web.de


Seit vielen Jahren ist der Tierschutzverein Kissing mit den drei Tierschützerinnen in Sibenik in Kontakt. Hier ein aktueller Lagebericht von Maria Sljivic, Stela Gotal und Irene Zoric aus Sibenik:

“Die Auffangstation wird von der Privatfirma As Eko (beauftragt von der Stadt Sibenik) geführt. Diese Firma ist in erster Linie für Desinfektion und Schädlingsbekaempfung zuständig und beschäftigt mehrere Veterinärärzte.

Den aufgenommenen Hunde wird eine Frist von 60 Tagen Aufenthalt eingeräumt, um eventuell an interessierte Abnehmer abgegeben werden zu können. Andernfalls werden die Hunde nach Ablauf der Frist getötet. Die Tötung erfolgt seitens der Veterinärärzte.

Während der 60 Tage werden die Hunde von Montag bis Freitag mit Trockenfutter und Wasser versorgt; die Zwinger etwas gesäubert. Samstags und sonntags keine Fütterung, keine Säberung.

Seitens der Firma werden keine Vermittlungen und keine ärztlichen Behandlungen - abgesehen von Entwurmungen, -flohungen, -lausungen auf Anfrage - durchgeführt.

Aus diesem Grunde bemühen wir uns, eigeninitiativ die Hunde zu retten. Einige Hunde konnten bereits nach Österreich und Deutschland sowie in der Region Sibenik weitervermittelt werden. Impfungen, Behandlungen, Transporte, zusätzliche Futterverabreichung etc. wurden bisher ausschließlich von uns veranlasst und finanziert.

Bisher mussten wir im Zuge unserer Vermittlungstätigkeiten froh sein, geeignete tierliebe „Abnehmer” zu finden, ohne diese vorweg finanziell zu belasten, da ansonst die Vermittlungschancen ungleich geringer wurden.  Unsere Privatausgaben haben bereits die Zumutbarkeitsgrenze mehr als überschritten.

Grundsätzlich vertreten wir den Standpunkt, dass eine Vermittlung der Hunde im Raum Sibenik unter Sensibilisierung der hiesigen Bevölkerung für das Thema Tierschutz eine nachhaltige Lösung waere. Eine Vermittlung der Hunde in Länder wie Deutschland und Oesterreich ist langfristig keine geeignete Lösung, da auch dort die Tierheime überfuellt sind.

Zur Zeit befinden wir uns in Verhandlung mit dem Vizebürgermeister hinsichtlich Durchführung und Umsetzung tierschutzrechtlicher Bestimmungen, wobei noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen.Unterstuetzend sammeln wir Unterschriften fuer eine Petition zur Errichtung eines Tierheimes unter Einhaltung kroatischer Tierschutzrechtsbestimmungen.

Gespräche mit dem Amtstierarzt führten ins Leere, zumal dieser die Um- und Zustände mehr als beschönigt, die Tötung der Hunde negiert und somit keinen Handlungsbedarf zu erklären sich bereit zeigt.”



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