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Mysteriöser Tod von Kabarettist

kabarettist

Kabarettist (rechts) beschnuppert eine Stute. Foto: privat

Ismaning - Der mysteriöse Tod des wertvollen Zuchthengstes mit dem Namen „Kabarettist” hat den Matthof in Ismaning in einen Schockzustand versetzt (tierfreunde.de berichtete). Am Montag hatte der Stallknecht den Deckhengst der Ponyrasse Welsh B tot auf der Graskoppel gefunden.

„Er hatte ein tiefes kleines Loch auf der Stirn”, sagt Matthof-Besitzerin Birgit Matt (38). Die ersten Vermutungen, dass das Pony erschossen worden sei, sorgten für Angst bei den Einstellern. Geschürt wurde diese noch von dem Bericht eines Radiosenders, der vor einem Pferdeschänder warnte. „Das ist ein sensibles Thema”, sagt Züchterin Birgit Matt empört: „Einige Einsteller sind so verunsichert, dass sie überlegen, Nachtschicht bei ihren Pferden zu schieben.”

Die Polizei beruhigt: Der Zuchthengst Kabarettist starb weder durch einen Bolzenschuss noch durch ein Projektil. Zwar ist die Obduktion des Kadavers in der Pathologie der Ludwig-Maximilians-Universität noch nicht abgeschlossen, die Untersuchungen dauern noch bis nächste Woche. Aber so viel steht fest: „Die Verletzung auf seiner Stirn ist durch stumpfe Gewalt hervorgerufen worden. Auch der Hufschlag eines anderen Pferdes wäre möglich”, erklärt ein Sprecher im Polizeipräsidium.

„Es ist eine Katastrophe”, sagt die Besitzerin des toten Hengstes, Dr. Christina Gerstmaier. Sie ist traurig: „Er hat mich sehr angesprochen und hatte sehr viel Potential.” Die österreichische Tierärztin, die sich gestern in Wien aufhielt, führt das Gestüt Zitna in Tschechien, von dem Birgit Matt den 16 Jahre alten Deckhengst im April geholt hatte. Vor Jahren war der gekörte Hengst, der in Zuchtkreisen bekannt ist und laut Polizei einen Wert von 10 000 Euro hat, Sieger der Hengstleistungsprüfung in München-Riem.

Acht Stuten sollte Kabarettist auf dem Matthof in Ismaning decken. „Wir waren mit den Bedeckungen eigentlich schon fast fertig und wollten ihn Ende Mai wieder nach Hause fahren”, sagt Matt: „Wir sind entsetzt und verstehen nicht, wie es dazu kommen konnte.”

Sie hatte den ausgeliehenen Dunkelfuchs für den acht-Wochen-Aufenthalt in Ismaning lebensversichert. „Das ist absolut seriös, denn das Decken ist immer gefährlich.” Auf der Suche nach einer Erklärung für die seltsame Verletzung stellt sie fest: „Unter dem Versicherungs-Aspekt wäre es die beste Lösung, wenn der Hengst von einer Stute erschlagen worden wäre, denn gegen so etwas kann man nichts machen.” Gleichzeitig kann sie sich diese Variante kaum vorstellen: „Unsere Stuten sind nicht mit Hufeisen beschlagen.”

Kabarettist sei der beste Zuchthengst gewesen, den sie in 17 Jahren gehabt hätte: „Er hatte einen absolut liebenswerten Charakter und ließ sich sehr gut führen. Natürlich sind Hengste beim Decken triebgesteuert, das ist das Wesen eines Hengstes. Aber dieser Hengst hat auch auf die Stuten Rücksicht genommen.” Sie kann sich den Tod des Tieres nicht erklären: „Ich denke, dass absolut gezielt dieses Pferd Zielscheibe war. 50 Pferde standen auf der Koppel. Ich frage mich, warum ausgerechnet das einzige Pferd, das mir nicht gehört, tot ist.”

www.merkur-online.de

Auf der Homepage des Matthofs ist zu lesen:

“Im April liehen wir uns vom Gestüt Zitna in Tschechien den Bayrischen Prämienhengst Kabarettist als Deckhengst aus. Er hat hier zu Lande zwar wenige aber dafür bedeutende Nachkommen. Wir deckten hier bei uns acht Stuten mit ihm und hoffen, er konnte damit seine hervorragneden Gene weitergeben.

Wir waren mit den Bedeckungen eigentlich schon fast fertig und wollten ihn Ende Mai bereits wieder nach Hause fahren, als wir ihn am 17.05. tot auf der Koppel liegend fanden. Da er ein kleines aber tiefes Loch mitten auf der Stirn hatte lag der Verdacht nahe, dass es sich um einen Schuss handelte. So wurde auch sofort Polizei und Tierarzt informiert. Der Hengst kam nach polizeilicher Aufnahme und Spurensicherung in die Pathologie der Unitierklinik München, wo herausgefunden werden soll, was die genaue Ursache dieser seltsamen Verletzung ist.

Wir haben absolutes Verständnis dafür, dass solch nicht alltäglichen Vorfälle von der Pressestelle der Polizei weitergegeben werden. Jedoch wie diese für uns alle unfaßbare Nachricht in den diversen Medien verunstaltet wird, reißerisch aufgebauscht und absolut falsch wiedergegeben wird, entbehrt jeglicher Pietät. Noch haben weder wir noch die Polizei den endgültigen Untersuchungsbericht!!!!

Wir vom MATTHOF sind immer noch völlig im Schockzustand und verstehen nicht, wie es dazu kommen konnte. Falls es wirklich so kranke Kreaturen geben sollte, die ein so tolles Pferd hinrichten, sind das keine Menschen.

Wir sind sehr traurig, dass dieser Hengst, der ein so liebenswürdiges Wesen hatte und so wunderbar zu handeln war, nun tot ist. Gleichzeitig, hoffen wir aber, dass er sich noch einmal mit seinen Nachkommen aus unseren Stuten gut präsentieren wird.”


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