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Mit deinem Pferd zurück in die Natur

reitsport„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, sagt ein altes - und zugegebenermaßen abgedroschenes - Sprichwort. Tatsächlich – Kinderaugen leuchten heller, wenn sie Pferde sehen. Für viele Mädchen gibt es nichts schöneres, als auf dem Pferderücken zu sitzen und loszureiten. Auch mehr und mehr Erwachsene entdecken den Pferdesport und damit die Freude am Umgang mit dem Pferd.
Beim Ritt durch Wald und Flur die Natur genießen und entdecken, über Wiesen und Felder galoppieren – klingt schön, ist aber ein langer Weg bis dorthin und teilweise harte Arbeit.
„Gerade sitzen, Absätze tief, Schultern zurück, Hände ruhig, losgelassen und locker sitzen“ – das alles auf einmal?! Die Reitschüler schwitzen. Sie alle wollen nur eins: das Pferd in allen drei Grundgangarten – Schritt, Trab und Galopp – beherrschen. Denn nur so kommt es zur Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Und schließlich zu besagtem Ausritt.

Reiten wird nie langweilig

Wer sich für den Pferdesport entscheidet, wählt einen eigenständigen, sensiblen Sportpartner. Und deshalb wird Reiten nie langweilig. Egal ob als Freizeit- oder Turnierreiter sieht man sich konfrontiert mit dem eigenen Willen, Temperament und Charakter des Pferdes. Und genau das unterscheidet den Pferdesport von den meisten anderen Sportarten. Es kommt nicht nur auf die eigene Leistungsfähigkeit an, sondern darauf, dass es gelingt, das Pferd als Partner zu motivieren. Eine tägliche Herausforderung an das reiterliche – und menschliche - Einfühlungsvermögen und Können.

Reiten ist nicht nur ein Sport, sondern eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht: der Umgang mit einem zwar großen, aber sehr sanftmütigen Wesen. Reiten macht den Kopf frei, und das Pferd bringt uns die Natur wieder näher. Dabei bietet Reiten den Kindern viele Vorteile: Es stärkt die körperliche Entwicklung, es fördert die Beweglichkeit, vermittelt neue Bewegungserfahrungen und wirkt Haltungsschäden entgegen. Auch auf die Psyche wirkt sich Reiten positiv aus, denn es schult die Sensibilität gegenüber anderen Lebewesen.

Der Kontakt mit dem Pferd ist für die Kinder etwas ganz Besonderes. Beim Reiten müssen sie sich intensiv auf das Tier einlassen, können es nicht einfach weglegen wie ein Sportgerät. Kinder können lernen, Verantwortung zu übernehmen und selbst auch einmal zurückzustecken.

Dressur, Springen und Co.

Reiten gliedert sich in verschiedene Teilgebiete, hier die bekanntesten:
Dressur: erinnert zunächst nach Peitsche, Sporen und Zwang. Ziel der Dressur ist jedoch, auf einem losgelassenen Pferd die optimale Harmonie durch minimale Verständigungszeichen (Hilfen) zu erreichen. In der Dressur als Wettkampfdisziplin finden die Prüfungen auf einem so genannten Dressurviereck statt. Je nach Schwierigkeitsgrad müssen die Pferde und Reiter verschiedene Lektionen zeigen. Eine dressurmäßige Grundausbildung sollte jeder Reiter absolvieren, ob dann Turniersport daraus wird, wird sich zeigen.
Springen: Pferd und Reiter überwinden mehrere Sprünge in einer bestimmten Reihenfolge, Ziel ist der flüssige Bewegungsablauf. Im Turniersport, sprich im Parcours, werden Können von Pferd und Reiter hinsichtlich Höhe und Typ des Hindernisses, der Anzahl der Galoppsprünge zwischen den Hindernissen und der Zeit geprüft.
Vielseitigkeit: wird ursprünglich als Military bezeichnet und ist die Kombination aus Dressur, Geländereiten und Springreiten. Die Vielseitigkeit beruht ursprünglich auf den militärischen Prüfungen, die Ausdauer, Schnelligkeit und Gehorsam der Pferde sowie das Können der Reiter prüfen. Der Geländeritt umfasst eine Strecke über Straßen und kleinere Wege zum Hinderniskurs mit etwa 30 Natur-Hindernissen.
Westernreiten: Vollbremsungen aus vollem Galopp, Wendungen auf der Hinterhand, dazu ein breitkrempiger Hut und verzierte Cowboystiefel. Im Turniersport unterscheidet man viele Bereiche, vom Reining, Cutting bis Trail.
Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, mit dem Pferd seine Freizeit zu verbringen – Voltigieren, Fahren, Polo, Distanzreiten, Jagdreiten, Rennen. Die gängige Reitweise ist die englische.

Reitstunden, Pflegepferd, Reitbeteiligung oder eigenes Pferd

Die Liebe zum Pferd ist vielen Menschen natürlich in die Wiege gelegt. Drum sehen sich viele Eltern mit dem Wunsch ihres Kindes – meistens wohl Mädchens – konfrontiert, dass es reiten lernen will. Von den ersten Reitstunden an der Longe bis zum ersten Ausritt braucht es im Durchschnitt zehn Reitstunden. Eine Reitstunde kostet zwischen 11 und 15 Euro. Die Kinder in den Reitschulen lernen nebenbei den Umgang mit dem Pferd, dürfen sich oft um ein „eigenes Pflegepferd“ kümmern.
Der Reitsport mit einem eigenen Pferd ist zweifellos eine kostenintensive Freizeitbeschäftigung. Ein Pensionspreis von 150 Euro pro Monat, bei dem nur Stall, Futter, Koppel und die Pferdegrundversorgung (Füttern, Misten) angeboten werden, schnellt auf 250 bis über 400 Euro, wenn darüber hinaus eine Reithalle (Longierhalle, Führanlage, qualitativ hochwertiger Reitplatz etc.) und entsprechende Serviceleistungen vorhanden sind.

Die Alternative dazu ist die Reitbeteiligung. Je nach Absprache mit dem Besitzer kann man so einige Tage pro Woche reiten und beteiligt sich pauschal an den monatlichen Kosten (ab 50 Euro pro Monat).

no/Münchner Merkur

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