Umgesattelt: Von der Kuh zum Alpaka
Asmushausen - Wo früher Rinder auf den Wiesen weideten, steht heute die Familie Kamel im satten Grün der Hügel bei Asmushausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Alpakas, die zur Gattung der Lamas und Familie der Kamele gehören, sind hier seit zwei Jahren heimisch, und es werden immer mehr: 15 Tiere sind es zurzeit. In den vergangenen Wochen sind drei Fohlen geboren worden. Den Anfang machte Rocco am Ostersamstag. Vier weitere erwartet Agraringenieurin Liane Ursprung-Hollstein noch im Laufe des Jahres.
Jetzt, wo es draußen wärmer ist, werden die Alpakas geschoren. “Dann sehen sie aus wie große Pudel”, erzählt die Landwirtin, die auf dem Hof von den Eltern, ihrem Mann Frank Hollstein und den Söhnen Niko (16) und Sören (13) unterstützt wird.
Die Tiere sind genügsam: Außer Gras und Heu brauchen sie nur noch Mineralstoffe. Allerdings ist das unbeschreiblich weiche, luftige Fell empfindlich gegen Nässe. Bei Regen sollten die Alpakas möglichst im Stall stehen, weil die Feuchtigkeit bis auf die Haut dringen würde.
Bis 2006 hat die Asmushäuser Landwirtin noch überwiegend Milchkühe gehabt. Doch angesichts der Milchpreise ist sie heute froh, dass nur noch zehn Rinder im Stall stehen. “Ich habe mich von der Masse verabschiedet und für die Nischen entschieden”, sagt die 41-Jährige. Auf dem Hof der Familie Ursprung werden heute noch 200 Schweine gemästet, es gibt zwei Pferde, ein paar Hühner, eine Katze und die Hündin Ronja, auf 80 Hektar Getreide, Raps, Grünland sowie ein Blumenfeld an der Bundesstraße 27. Und seit zwei Jahren eben auch die Alpakas. Auf einer Landwirtschaftsausstellung hat Liane Ursprung-Hollstein von der Alpakazucht erfahren. Der Besuch bei einem Züchter in Norddeutschland hat dann die ganze Familie überzeugt.
Mit sechs Tieren, die aus Chile gekommen sind, hat die Asmushäuserin angefangen. Die Wolle wird zu wunderbar weichen Bettdecken verarbeitet. Besuchergruppen sehen sich die Alpaka-Zucht an und können auch Teddys, Socken oder Schals aus Alpakawolle kaufen. Das ist allerdings überwiegend Importware aus Südamerika. Die Landwirtin hat sogar selbst spinnen gelernt, um es vorführen zu können.
Für Kinder sind die gutmütigen Alpakas ideale Begleiter: Am Halfter können sie spazieren geführt werden. Bestens geeignet sind sie auch zur Tiertherapie, allerdings fehlen noch sachkundige Therapeuten. Besuchergruppen sollten sich telefonisch anmelden unter 06622/3581. www.alpakapark-waldhessen.de
Gudrun Schankweiler-Ziermann/www.hna.de






