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Kolik: Das Pferd hat Bauchweh

Das Wort Kolik stammt von dem griechischen Wort für Dickdarm, kolikos, ab. Hier vermutete man früher den Sitz der Erkrankung. Kolik ist eine Sammelbezeichnung für schmerzhafte Erkrankungen meist im Magen-Darm-Trakt, ein Syndrom, bei dem verschiedene charakteristische Symptome zusammentreffen.

Pferde mit Kolik zeigen ihre Schmerzen meist sehr heftig. In leichteren Fällen ist das Pferd unruhig, scharrt, flehmt, legt sich hin und steht wieder auf. Es schlägt mit den Hinterbeinen und dreht sich zu seinem Bauch um. In schweren Fällen nimmt das Tier die Stellung des „sitzenden Hundes” ein, wirft sich zu Boden und tobt. Dazu können ein geblähter Bauch, geweitete Nüstern, erhöhte Puls- und Atemfrequenz sowie starkes Schwitzen kommen. Die Darmgeräusche geben Auskunft über die Art der Kolik: Laute Darmgeräusche signalisieren eine beginnende Gaskolik, wenige oder keine Darmgeräusche sind bei einer Krampfkolik zu hören.

Je nach Art der Kolik sind die kranken Pferde zwischendurch oft minutenlang ruhig, wie bei der Krampfkolik. Hier setzen die Schmerzenattacken plötzlich ein und dauern wenige Minuten an.
Leichte Koliken können sich von selbst bessern, bei geringen Verschlingungen kann manchmal das Wälzen des Pferdes rettend sein. Dennoch ist der Verlauf einer Kolik unvorhersehbar und unberechenbar. Scheinbare Schmerzfreiheit darf nicht als Zeichen der Selbstheilung gewertet werden.


Ursachen
Das vegetative Nervensystem steuert die Magen-Darm-Tätigkeit des Pferdes, daher kann bereits die kleinste Änderung des Umfelds eine Kolik auslösen. Falsche Haltung, Wetterwechsel, Stress und Aufregung können das Pferd negativ beeinflussen. Ein träger Darm bei Pferden, die sich selten bewegen, oder Fütterungsfehler sind häufig die Ursachen für eine Kolik. Jede abrupte Futterumstellung belastet den Magen-Darm-Trakt. Gleiches gilt für verdorbenes, schimmeliges Futter. Frisches Gras zu Beginn der Saison oder große Mengen Obst lassen das Pferd möglicherweise aufgasen.
Der Magen des Pferdes ist so gebaut, dass ein Erbrechen unmöglich ist. Verdorbenes Futter wird also weitergeleitet.
Zuviel hartes Stroh und grobstengeliges Heu können Verstopfungen auslösen, genau wie das Fressen von Sand oder Erde. Der Dreck kann einen Darmverschluss verursachen. Das Pferd muss sofort operiert werden.
Bei Darmverschlingungen oder -verlagerungen verdrehen sich Teile des Darms, stülpen sich ein oder knicken ab. Wegen der unterbrochenen Blutzufuhr kann der betroffene Darmabschnitt innerhalb kurzer Zeit absterben.

Therapie
Jede Kolik ist ein Notfall. Der Tierarzt muss benachrichtigt werden. Bis dahin darf das Pferd nicht trinken und fressen. Je nach Verfassung des Tieres verschafft dem Pferd leichte Bewegung im Schritt Linderung. In einer großen Box oder in der Reithalle sollte das Pferd die Möglichkeit haben, sich hinzulegen, das verschafft ihm Erleichterung.

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