Käse nur ein Leckerbissen
Wildlebende Ratten sind bei der Futtersuche keinesfalls wählerisch - sie fressen nahezu alles. Deshalb muss man den Ratten ein möglichst abwechslungsreiches und vielseitiges Futter anbieten. Es sollte größtenteils aus Kohlenhydraten bestehen, Fett und Eiweiß sollten in einem geringeren Prozentsatz als in menschlicher Nahrung enthalten sein.
Essensreste menschlicher Nahrung sind ungeeignet, da sie meist zu fett, salzig und gewürzt sind. Das Futter sollte immer frisch sein. Verdorbenes, faules Obst und Gemüse schaden der Gesundheit der Tiere.
Körner enthalten vor allem Kohlenhydrate und eignen sich deshalb als Grundnahrung. Sie sollten immer zur Verfügung stehen, da Ratten über den Tag verteilt immer wieder kleine Futterportionen verzehren. In Zoohandlungen gibt es spezielles Rattenfutter, das empfehlenswert ist. Billiger, aber auch gut geeignet sind Mehrschweinchen- und Hamsterfutter. Allerdings verschmähen viele Ratten die Presslinge.
Das Körnerfutter kann man durch getrocknetes Brot, Knäckebrot und Haferflocken ergänzen. Hundeflocken mit Fleisch- und Gemüsezusatz stellen gleichzeitig eine gute Eiweiß- und Vitaminquelle dar.
Grün- und Saftfutter ist natürlich unbedingt nötig. Ratten verschmähen fast nichts. Allerdings sollte blähendes Obst und Gemüse wie Kohl, Zwiebel oder reife Birnen vemieden werden. Kopfsalat kann schwere Durchfälle verursachen. Sehr säurehaltiges Obst wie Zitrusfrüchte oder Kiwis vertragen viele Ratten nicht gut und sollte nur in kleinen Mengen gefüttert werden.
Hartes Brot, Hundekauknochen und abgekochte Knochen sind absolut notwendig für das Abwetzen der Nagezähne. Die meisten Nager lieben frische Zweige - diese sollten allerdings nicht verunreinigt sein mit Spritzmitteln oder Autoabgasen.
Der Anteil von tierischem Eiweiß an der Nahrung schwankt bei frei lebenden Ratten beträchtlich. Da tierisches Eiweiß in der Natur nicht leicht erreichbar ist, stürzen sich die Ratten darauf. Sie dürfen allerdings nicht zu viel davon fressen, das dies schwere Gesundheitsschäden verursachen kann. Tierisches Eiweiß sollte immer nur als Leckerbissen gegeben werden. Kleine Mengen Sauerrahm, Quark, Jogurth oder Käse, alle paar Tage gegeben, reichen völlig aus.
Die Nahrungsmenge hängt von Alter, Größe und individuellen Eigenheiten der Ratten ab. Als Faustregel gilt: Man sollte soviel füttern, dass am nächsten Tag nur ein kleiner Rest des Futters übrig bleibt. Altes Frischfutter muss spätestens nach einem Tag entfernt werden.
Wenn die Ratten mit reichlich frischem Saftfutter versorgt werden, brauchen sie kaum Trinkwasser. Allerdings muss trotzdem immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Nippeltränken, die außen am Käfig befestigt werden, sind hygienisch und praktisch. Das Wasser muss täglich erneuert werden.
Quelle: “Ratten” von Georg Gaßner, 2. Auflage, Ulmer






