Kampf gegen Tierversuche
1982 hat sich Schauspielerin, Autorin und Politikerin Barbara Rütting gemeinsam mit anderen Tierschützern aus Protest gegen die dort durchgeführten Tierversuche am Tor des Berliner Pharmakonzerns Schering angekettet. Seither ist die Anzahl der Tierversuche deutschlandweit sogar noch gestiegen - obwohl immer mehr Wissenschaftler und Ärzte sie für sinnlos und eine reine Alibihandlung halten, wie die Tierschützerin in ihrem aktuellen Newsletter mitteilt.
Aktuelles Beispiel ist das Ansinnen des deutschen Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim. Der Konzern wollte sich mit einem Großtierversuchslabor in Tübingen niederlassen. Dieses Projekt scheiterte jedoch, weil zu viele Bürger Einwände gegen das unheimliche Projekt hatten. Danach wurde der Standort Hannover auserkoren. Ein Auszug aus dem Newsletter von Barbara Rütting:
“Für 35 Millionen Euro soll ein Tierimpfstoffversuchszentrum gebaut werden, in dem eine variable Anzahl an Schweinen und später auch an Rindern und Pferden in verfliesten Räumen gehalten werden sollen.
Die Tiere sollen mit Krankheiten infiziert werden, um anschließend Impfstoffe an ihnen zu testen. Nach den Tests sollen die Versuchstiere getötet, ihre Körper in Lauge aufgelöst werden! Ursprünglich sollten die in den Chemikalien aufgelösten Tiere in die Kanalisation abgeleitet werden - eine Genehmigung für dieses schauerliche Vorhaben wagten die Behörden dann aber doch nicht zu geben.
Nach den jüngsten Konzeptionen plant der Chemo-Pharma-Riese jetzt, die Lauge mit Transportern zu Tierverwertungsanlagen zu fahren.
Es ist anzunehmen, dass Boehringer auch für den Standort Hannover keine Versuchstierstatistiken veröffentlichen würde - der tatsächliche Umfang der Forschungen und die Bedingungen für die Versuchstiere blieben damit für die interessierte Öffentlichkeit im Dunkeln.
Ziel der Forschungen ist, die Massentierhaltung noch ertragreicher zu machen, noch mehr Tiere auf engstem Raum und unter den Bedingungen der strapaziösen Massen- und Intensivtierhaltung mit Hilfe der lukrativen pharmakologischen Tiermedizin durchzubringen. Hannover unterstützt dieses Vorhaben, um sich als „Wissenschaftsstandort” zu etablieren.
Offizielle Stellen argumentieren für die Ansiedlung des Tierversuchslabors, weil damit Arbeitsplätze entstehen würden. Anfangs wurden noch 200 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt - zum jetzigen Zeitpunkt sind es nur noch 15. Die Tierärztliche Hochschule Hannover unterstützt die Ansiedlung des Pharmakonzerns, weil ihrer Meinung nach durch die Nähe eine lukrative Zusammenarbeit entstehen könnte.
Die Gefahren und Risiken haben es tatsächlich in sich: Da in der Anlage teilweise mit hochinfektiösen humanpathogenen Erregern der sogenannten „biologischen Sicherheitsstufe 3″ gearbeitet werden soll, besteht im Fall einer Freisetzung dieser Keime eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Menschen im Wohngebiet.
Über 5000 Bürger haben ihre Einwendungen gegen das Projekt bereits eingelegt. Ratsvorsitzende der Stadt ignorierten die Petitionen, und bis auf die Partei „Die Linke” haben alle dem geplanten Bau zugestimmt - CDU, SPD, FDP, aber auch die Grünen.
Sehr merkwürdig ist auch, dass Boehringer-Ingelheim eine Tochterfirma gegründet hat, was dazu führt, dass der Mutterkonzern bei Störfällen nicht direkt haftbar gemacht werden kann und auch die Tochterfirma nur begrenzt haftbar ist.
Tierschutzorganisationen laufen wie die lokalen Bürgerinitiativen Sturm gegen das Projekt.”
Hier gibt es eine Petition “Nein zum Tierversuchszentrum Hannover”.






