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Jeden Monat ein Hundeschicksal

zaja

Zaja, wie sie leibt und lebt. Jeden Monat gibt es eine Geschichte mit tollen Bildern. Fotos: Anke Schweitzer

Das Jahr 2010 ist zwar schon auf auf dem Weg, Alltag zu werden, doch für diesen Kalender ist es noch nicht zu spät: Zwölf Hundeschicksale - mit gutem Ende - werden im Kalender des Kissinger Tierschutzvereins Franz von Assisi vorgestellt. Jeden Monat gibt es eine rührende Geschichte, dazu sind tolle Fotos von dem Vierbeiner zu sehen - wie zum Beispiel von Zaja. Ein Auszug:

“Zaja ist heute drei oder vier Jahre alt. Zaja ist groß, schnell, stark und lebensfroh. Und Zaja ist blind. Sie stammt aus Belgrad, aus einer Straßenhundegang. Sie hat das Leben dort sehr genossen … frei … und wild. Die Wildheit hat sie mitgebracht, und trotz ihrer Blindheit auch
eine umwerfende Lebensfreude. Sheila und ihr Frauchen dachten ja nie an einen zweiten Hund. Denn Sheila und ihr Frauchen waren miteinander rundum absolut zufrieden. Sheila ist zehn, ein Schäferhund-Labrador-Mix, hat Schlappohren und das hingebungsvollste Hundeherz, das man sich vorstellen kann. Manchmal ist es natürlich auch ein Hasenherz … vor allem, wenn es knallt oder donnert … aber alles in allem ist sie von Anbeginn ihres Frauchens Ein und Alles. Das wird sie natürlich auch bleiben - nur, dass das nun auch für ihre neue Adoptivschwester gilt.
Von Zajas Schicksal hatte Sheilas Fauchen per Zufall erfahren. Aber dann ließ es sie nicht mehr los. Zaja traf im Herbst 2008 in ihrer erwartungsfrohen Art auf einen bösen Mann, der ein scharfes Reinigungsmittel über sie schüttete. Warum er das tat, weiß nur er selbst. Es
brannte furchtbar und ätzte ihr die Haare weg. Und es zerstörte ihre Augen. Zaja hatte dennoch viel Glück im Unglück. Der Tierschutz in Belgrad fand sie rechtzeitig auf und brachte sie sofort in eine Klinik. Sie überlebte, blind. Und lernte danach in einem privaten Tierheim ihre Pflegerinnen kennen und lieben. Aber unter all den anderen, sehenden Hunden hatte sie es trotzdem nicht immer leicht. Kurz vor Weihnachten 2008 traf Zaja in Deutschland ein. Sie stank nach Floh- und Antiparasitenmittel, und roch nach der langen Fahrt nach Angst, machte in die Wohnung, rannte Sheila aus Versehen mehrmals um, fraß erst die Futterbox und dann den Kühlschrank leer … und fühlte sich nach kurzer Zeit ganz offensichtlich aber ziemlich wohl. Sheila beäugte das drei Tage lang … und begann dann mit der Erziehung. Sie schaffte eine klare Trennung zwischen „Dein” und „Mein”, wobei letzteres eindeutig überwog … raffte all ihre Spielzeuge in ihren Korb … nahm Zaja jeden einzelnen Ochsenziemer weg … verjagte sie unerbittlich vom neuen Schlafplatz … und kniff sie ins linke Ohr, wann immer sich dazu Gelegenheit bot. In dieses Ohr kneift sie sie auch heute noch, wenn Zaja sich in Sheilas Augen unerhört verhält. Aber zum Kneifen ist ein liebevolles, gegenseitiges Beknabbern zur Begrüßung hinzugekommen … und die beiden schlafen nun immer öfter dicht beieinander … und wenn die eine sich räkelt, tut die andere es zufrieden nach … und wenn es dazu einen Anlass gibt, bellen sie begeistert im Takt … und es wird immer schwerer, sie auch nur einmal für kurze

Zeit zu trennen. Natürlich bringt auch Zaja Sheila viel bei. Sie erinnert sie daran, wie toll Pferdeäpfel schmecken, dass Hunde Dung lieben und sich gern in Aas wälzen, und wie wunderbar es ist, nach Mäusen zu buddeln … und Sheila vergisst nun glatt ihre ganze gute Erziehung. Mit Zaja ist unerwartet viel Glück im neuen Zuhause eingezogen, auch wenn es nun manchmal etwas stinkt. Wenn die beiden Wuschelköpfe unterwegs im Gleichtakt nebeneinander her zockeln, wird das Frauchen inzwischen oft gefragt, ob sie aus einem Wurf stammen. Dann erzählt sie ihre unterschiedlichen Geschichten, und denkt bei sich: „Zwar nicht der gleiche Wurf, aber ein umwerfendes Duo …!” (Text: Anke Schweitzer)

Auch Jenny hatte Glück: Die griechische Mischlingshündin war ein Notfall - und trächtig. Sie bekam einen Pflegeplatz und durfte dort ihre Welpen austragen und aufziehen. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus, und Jenny ist auf der Suche nach einem Platz. Ganz im Gegensatz zu ihr haben Zaja, Sox, Motte und Timmi, deren Geschichte auch in dem Kalender vorgestellt wird, ihr endgültiges Glück gefunden.

Der Kalender kann über den Tierschutzverein Franz von Assisi bezogen werden kann - für nur zehn Euro, die direkt der Pflege und Vermittlung weiterer Vierbeiner zukommen.

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