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Im Kampf für die Männerquote

no-tierschutzjugend1Die jungen Tierschützer aus Erding sind weit über die Landkreisgrenze hinaus engagiert: Im Februar sind die Kinder und Jugendlichen der Tierschutzjugend Erding in gelbe Kükenkostüme geschlüpft und haben auf der Messe “BioFach” in Nürnberg für die Männerquote im Stall demonstriert. Denn 40 Millionen Hühnerküken sterben jährlich in Deutschland in ihren ersten Lebensstunden, durch Vergasung oder im Schredder - weil sie männlichen Geschlechts sind. Bei Animals Asia mit Sitz in Hongkong unterstützt die Tierschutzjugend Erding ihren Patenbären “Banjo” mit Spenden.

“Unsere Aktivitäten hören nicht an der Tierschutzvereinsgrenze auf”, sagt Tanja Glasl, eine der Leiterinnen. “Uns ist das Überleben der Wale genauso wichtig wie die richtige Haltung von Haustiere.” Und natürlich bemühen sich die Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 18 Jahren um die Vermittlung von Tieren.

Ein dringender Notfall ist zurzeit die siebenjährige Hündin Jacky, die wegen Trennung der Familie ihr Zuhause verliert. Jacky soll nicht in ein Tierheim, ihr Besitzer befürchtet, dass sie dort vor Trauer eingehen könnte. “Wir suchen dringend einen Endplatz für Jacky bei verständnisvollen Menschen, die auch einem etwas älteren Hund eine Chance geben wollen”, schreibt die Tierschutzjugend in einer Rund-Mail. Neben Jacky stellt die Tierschutzjugend Erding auf ihrer Internetseite viele andere Hunde vor, darunter süße Welpen und Hundekinder. Auch Katzen und Nager werden vermittelt.

In der Tierschutzjugend Erding” haben sich Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren zusammengefunden. Sie wird von Tanja Glasl, Melanie Rypalla, Angelika Bublak und Sarah Selmair geleitet. Anfangs dem Tierschutzverein Erding angeschlossen, ist die Heimat inzwischen die “Tierschutzschule e. V.”, die seit 1955 besteht und ein überregionaler Zusammenschluss von tierschutzbegeisterten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist.
Die Treffen finden in der Regel zweimal im Monat statt - oder auch öfters, wenn besondere Aktionen oder mehrtägige Fahrten geplant sind. In den Gruppenstunden informieren sich die jungen Tierschützer über verschiedenen Tier- und Naturschutzprobleme, mal hält jemand einen Vortrag, mal schaut man sich einen Videofilm an. Wenn möglich, werden tiergerechte Alternativen auch gleich ausprobiert, so zum Beispiel die Herstellung von tierversuchsfreier Kosmetik.
Damit noch mehr Leute etwas für den Natur- und Tierschutz tun, werden Informationsstände durchgeführt.

Auf den Exkursionen besuchten die Kinder und Jugendlichen Bauerhöfe mit artgerechter Tierhaltung, die Igelklinik, Tierheime, Katzenpflegestellen, Gnadenhöfe und vieles mehr. Durch praktische Arbeitseinsätze, wie z. B. den Bau von Nistkästen versuchen die Jugendgruppenmitglieder, der „Wohnungsnot” der Tiere abzuhelfen. Neben dem Tier- und Naturschutz soll der Spaß nicht zu kurz kommen. Deshalb gehören auch Spiele und Bastelarbeiten ebenso zum Programm der Jugendgruppe wie im Sommer mal zu grillen (natürlich vegetarisch oder mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung) oder eine Party zu veranstalten.

Stolz können die jungen Tierschützer auch auf einige Preise sein. „Wir bewahrten 32 Käfighennen vor der Schlachtung. Die Tiere haben wir aus einer niederbayerischen Legebatterie freigekauft und ihnen mit viel Fleiß und Arbeit ein neues, artgerechtes Leben ermöglicht”, berichtet die Tierschutzjugend. Für dieses Hühnerprojekt hat sie gleich zwei bedeutsame Preise gewonnen: den ersten Platz beim Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis und den zweiten Platz beim Deutschen Tierschutzpreis.

Weitere Infos über die Tierschutzjugend Erding gibt es hier.

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