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Hunde-Star im Unterricht

ivo

Ivo gewinnt die Herzen der Kinder.

Eines legt Paul Heuberger nie aus der Hand: sein Leckerli. Denn so hat er seinen Hund Ivo im Griff. Schon als Welpe hat Ivo seinem Herrchen aus der Hand gefressen - bis heute. Der Hundeführer weiß: Wer seinen Vierbeiner mit der Hand füttert, dem gebührt die Achtung seines Hundes. So haben es Heuberger und sein Ivo weit gebracht: Sie zeigen, wie sie funktioniert, die Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Heuberger spricht in Kindergärten, Schulen und Altenheimen. Seine Botschaft: Sei freundlich zu Deinem Hund, dann bist Du auch freundlich zu Menschen!

Ein Bericht der Mittelbayerischen

190 Augenpaare sind in der Turnhalle der Gerhardinger Schule nun auf Heuberger und seinen „besten Freund” gerichtet. „Sag hallo, Ivo! Los! Begrüße die Kinder!”, ermuntert der Experte seinen Ivo. Stille im Saal. Und dann heult Ivo los. Er reckt seinen Kopf in die Höhe. Bellt und heult. Die Kinder sind begeistert und schenken dem Duo großen Applaus.

Als nächstes stellt Heuberger die Frage: „Wer hat denn Angst vor Hunden?” Etwas zögerlich strecken einige Kinder ihre Arme in die Höhe und geben ihre Furcht vor den Vierbeinern zu. Ein Junge, der siebenjährige Simon, erzählt, wie ihn mal ein Hund im Park angefallen hat. Seither fürchte er sich vor ihnen. Heuberger beruhigt ihn und einige seiner Schulkameraden - indem er sie auf die Bühne bittet.

Nun ist Ivo umzingelt. Umzingelt von rund 20 Kindern, die sich, wie sie sagen, vor Hunden fürchten. Doch Ivo tappt reihum von Kind zu Kind. Lässt sich tätscheln und durch sein dichtes Fell streichen. Ivo gewinnt sie alle für sich. Selbst diejenigen, die anfangs etwas abseits des Kreises stehen. Nur zögerlich dem Vierbeiner die Hand entgegen strecken. Selbst die ängstlichen Kinder wirken vertraut mit Ivo.

Und wie hat Heuberger seinen Hund so gut erzogen? Ist es wirklich nur das Leckerli, das er seinem Hund ab und an zusteckt? Nein, weiß der Hunde-Besitzer. Hinter einem braven Hund steht eine gute Erziehung, und zwar von Anfang an: „Hunde müssen liebevoll und konsequent erzogen werden”, sagt er. Das Wichtigste dabei sei: „Niemals nachgeben.” Ein Hund brauche klare Vorgaben, dann gelinge das Zusammenleben.

Für Menschen, die sich vor fremden Hunden ängstigen, hat Heuberger auch einige Tipps parat: Ignorieren. Ruhe bewahren. Nie auf Hunde zugehen. Diese drei Ratschläge sollten genügen, um sicher durch den Park zu kommen, sagt er. Denn wer davonläuft, sei für den Hund ein Spielgefährte. Und die Angst seines Gegenübers verspüre der Hund. „Nicht Angst, sondern Respekt sollten wir vor Hunden haben!”

Der Experte arbeitet bereits seit zwei Jahren gemeinsam mit Ivo und referiert über das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch. Doch Paul und Ivo kennen sich schon viel länger, seit acht Jahren nämlich. Seither hat Ivo bereits zwei Prüfungen abgelegt, bei denen er sich zum Schutzhund qualifiziert hat.

In der Gerhardinger Grundschule zeigt er indes weiterhin, was er alles kann. Er gibt Pfötchen. Gehorcht bei jedem Kommando. Trägt eine Zeitung quer durch den Raum. Lässt sich von einem Mädchen an der Leine führen, das ihn an Größe kaum übertrifft.

Freundlich sei Heuberger stets zu seinem Hund gewesen. Er habe ihm noch nie einen Schlag verpasst. Ihn immer mehr gelobt als getadelt. Diesen Ratschlag gibt der den Kindern noch mit auf den Weg: „Seid freundlich zueinander! Denn was wir Menschen nicht können, können wir auch dem Hund nicht beibringen.”

Anschließend zieht er ein weiteres Leckerli aus der Hosentasche. Ivo bellt.

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