Häufig betroffen: Wohnungskatzen
Blasenentzündung und Blasensteine
Ursachen
Eine Blasenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten betroffen sind Wohnungkatzen (Mehrkatzenhaushalt) und Katzen mittleren Alters.
Auslöser können sein :
Stress
die Unterbrechung des gewohnten Lebensrhythmus, Wohnungswechsel, Mehrkatzenhaushalt, neues Familienmitglied, egal ob Mensch oder Tier.
Leidet eine Katze ständig unter Stress, wirkt sich die übermassige Produktion des Stresshormons auf die Blase aus.
Übergewicht
Bakterien und Blasensteine
Symptome
Häufiges Absetzen von kleinen Urintropfen. Die Katze hat ständig den Drang Urin absetzen zu müssen, aber es kommen immer nur wenige Tropfen.
Blut im Urin.
Schmerzen beim Uriniren, Katze jammert.
Uriniren neben der Katzentoilette.
Bei Katern kann es auch zu einer Harnblasenentzündung kommen, dann besteht akuter Notfall, da es zu einer inneren Vergiftung kommen kann, die innerhalb von 48 Stunden zum Tod führt.
Diagnose
Ultraschall, Röntgen, Urinprobe, eventuell Blasenspieglung
Behandlung
Bakterien werden mit einem Antibiotikum behandelt.
Bei Blasensteinen oder Kristallen im Urin ist einen Diät nötig. Haben Steine die Harnröhre verschlossen, muss ein Katheter zur Blasenspülung gelegt werden. Da dies sehr schmerzhaft ist, wird dies unter Narkose gemacht.
Gegen Schmerzen wird ein recht starkes Schmerzmittel gegeben, da Schmerzen Stress auslösen und die wieder die Blasenentzündung verschlimmern.
Wassermenge erhöhen. Die Katze muss viel trinken.
Vorbeugung ( vorallen nach einer ersten Erkrankung)
Katze immer viel zu trinken geben.
Trinkbrunnen aufstellen.
Wasserbrunnen und Trinknäpfe nie neben dem Futter im selben Raum stellen. Das Wasser sollte immer in einem anderen Raum stehen. Katzen fressen, wandern, trinken und gehen dann weiter zur Toilette.
Katzentoilette umstellen, Katzenstreu wechseln, immer eine Toilette mehr als man Katzen hat. Bei einer Katze mindestens zwei Toiletten.
Behandlung der Wohnung mit Pheromonen (Feliway) für die Steckdose zum Stressabbau.
Heilung
In den meisten Fällen verschwindet die Krankheit nach Behandlung innerhalb von zwei bis drei Tagen.
Sie kann aber nach sechs bis zwölf Monaten wieder ausbrechen. Daher ist eine Vorbeugung sehr wichtig.
U. S., Rosenheim







Hier noch ein paar Ergänzungen:
Die Ursachen von Erkrankungen des unteren Harntrakts bei Katzen (der medizinische Fachausdruck dafür ist FLUTI, Feline Lower Urinary Tract Inflammation) sind noch nicht eindeutig geklärt. Stress als Auslöser wurde noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen, nur ist es auffällig, dass Besitzer betroffener Katzen sehr häufig von vorangegangenen Stresssituationen berichten. Diskutiert werden auch anatomische Besonderheiten oder z.B. Viren (Calici, Herpes u.a.). Wohnungskatzen scheinen häufiger betroffen, das könnte aber auch daran liegen, dass deren Verhalten beim Urinieren besser beobachtet werden kann, d.h. die Erkrankung leichter entdeckt wird.
Generell kann man bei der FLUTI zwei Einteilungen vornehmen: Einmal die Erkrankung ohne Vorliegen von Harngries bzw. -steinen und einmal die Formen mit deren Beteiligung. Bei jungen Katzen sind anfänglich meist alle Formen steril, d.h. ohne bakterielle Infektionen. Bakterien werden am häufigsten beim Kathetrisieren eingebracht, besonders, wenn bei betroffenen Katern ein Verweilkatheter gelegt werden muss.
Auf die Bildung von Gries oder Steinen haben mit Sicherheit nutritive Faktoren einen Einfluss. Generell zu nennen wäre da das Trockenfutter aber auch Fütterungsintervall und Futterzusammensetzung. Bei Katzen im Alter von 2-6 Jahren herrscht Struvit (Magnesiumammoniumphosphat) vor. Nach Genesung kommt es in bis zu 70% der Fälle zu Rezidiven. Bei älteren Katzen (besonders kastrierten Katern) überwiegen Sedimente aus Kalziumoxalat. Da diese Steinart auch bei älteren Hunden und älteren Menschen immer häufiger zu finden ist, werden bei ihrer Entstehung Umweltfaktoren immer mehr in Betracht gezogen.
Besonders bei Katern kann diese Erkrankung einen dramatischen Verlauf nehmen. Katzen gehören zu den Spezies, bei denen die Männchen einen Penisknochen haben. Dadurch wird beim Kater das Lumen der Harnröhre klein und starr, weshalb es leicht nicht nur durch Harngries, sondern auch z.B.durch abgeschilferte Blasenzellen verlegt werden kann. Das Unvermögen Harn abzusetzen hat natürlich dramatische Folgen und diese Tiere müssen umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden!
Kater mit Blasenentzündung, besonders wenn es zu Beeinträchtigung des Harnabflusses kommt, lecken sich auffallend oft das Genitale, nicht selten bis es wund ist und blutet. Wer ein solches Verhalten bei seinem Kater bemerkt, sollte es immer als Alarmsignal verstehen.