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Harmonie zwischen Mensch und Hund

ich_niki-512Dogdancing, das ursprünglich aus Amerika stammt, ist eine Sportart für Hund und Mensch, für die man keine Geräte benötigt. Carmen beschäftigt sich intensiv mit Dogdancing und erklärt, um was es dabei geht.

„Dogdancing ist wie Trickdogging, nur dass man die Elemente zu einer Choreographie verbindet und mit Musik unterlegt“, erklärt Carmen. „Die Harmonie zwischen Hund und Mensch kommt zum Ausdruck.“ Die zweijährige Schäfermischlingshündin Nika beherrscht mittlerweile um die 70 Tricks, die sie zusammen mit der 14-jährigen Schülerin aus Steyregg bei Linz in Oberösterreich in einer tänzerischen Kür verbindet. Der Hund zeigt, was er kann, und wird nur durch kleine Körpersignale gelenkt.
Vor einem halben Jahr ist Carmen über tierfreunde.de auf Dogdancing gekommen. Die vielen Tricks hat sie ihrer Hündin schon früher beigebracht. Auf kleinste Zeichen geht Nika im Slalom durch die Beine, sowohl vorwärts als auch rückwärts, macht Drehungen um die eigene Achse und den spanischen Schritt, springt über die Arme von Carmen oder auf sie drauf, geht seitwärts und rückwärts. Spezieller wird’s, wenn Mensch und Hund rückwärts voneinander weg gehen oder wenn der Hund rückwärts durch die Beine einparkt. „Ich mache mit den Beinen eine Grätsche, Nika geht rückwärts durch“, erklärt Carmen. „Nika ist überhaupt total rückwärts gerichtet, ob gehen oder drehen – da steht sie voll drauf“, lacht die 14-Jährige.

ich_niki-158Eine weitere Lieblingsübung von Nika ist der Sprung durch den Reifen, den Carmen mit ihren Armen macht, und der Huckepack-Sprung: „Ich bin in der Hocke, und Nika macht auf mir Sitz und Platz.“ Allerdings sind nicht alle Tricks, die Nika beherrscht, für Dogdancing zu gebrauchen – Licht anschalten ist schwer in eine Kür einzubauen.
Carmen und ihre Hündin trainieren jeden Tag. „Leider gibt’s bei uns in der Nähe keinen Verein, der Dogdancing anbietet, dafür tausche ich mich mit ein paar Freundinnen aus, die auch einen Hund haben“, erzählt Carmen. Hin und wieder machen die beiden natürlich ein paar Tage Pause, „dann gehen wir nur spazieren und spielen“. Danach ist Nika wieder voll motiviert für das Training. „Ich übe ja nicht jeden Tag die ganze Choreographie, sondern nur einzelne Elemente, mal mit und mal ohne Musik“, sagt Carmen. „Ich suche ein Lied aus, das zu uns passt, nicht zu schnell.“ Dann werden die Elemente nach und nach zusammengefügt. Schließlich kommt es auch auf Rhythmik, Synchronität der Bewegungen, fließende Richtungswechsel und Übergänge an. Zurzeit tanzen Carmen und Nika zu Summernights aus dem Musical Grease.

ich_niki-293Carmen kann Dogdancing nur empfehlen: Es gefällt jedem Hund, das Zusammenspiel zwischen Hund und Mensch wird verfestigt. Selbst Hunde mit Hüftdysplasie können ihren Spaß dabei haben. „Dann darf man halt keine Sprünge machen.“ Nikas Wesen kommt dem Dogdancing natürlich sehr entgegen: „Sie ist total überdreht, schnell, spielt gerne und ist ein absoluter Ein-Mann-Hund.“ Aufgrund ihrer Sensibilität sucht sie die Anlehnung an Carmen.
Bis eine ganze Choreographie sitzt, kann es schon eine Weile dauern. Zusammengestellt hat Carmen die Kür schnell. Dann geht’s ans Üben. „Der Hund soll ja auf minimale Handzeichen reagieren und selbst die Abfolge können“, sagt Carmen. Wenn es soweit ist, führen Carmen und Nika das Ergebnis den Eltern, Freunden und Bekannten vor. Natürlich gibt’s Bewunderung von allen Seiten für das harmonische Team.

Carmen ist unter dem Namen „Kaugsi“ bei tierfreunde.de zu finden. Kaugsi? „Das kommt daher, dass ich so gern Kaugummi kaue.“

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