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Happy End für den Welpen aus der Mülltonne

welpeflasche

© birgit lang Alle zwei Stunden wird das süße Hundebaby mit einer Spezialmilch gefüttert. Foto: Birgit Lang

Erding - Unbekannte hatten das Hundebaby in einer zugeknoteten Tüte einfach weggeworfen. Jetzt kümmert sich der Tierschutzverein um den süßen Welpen.

Es ist kurz nach Mitternacht. Marion Zettl (42) aus Erding macht sich gerade bettfertig. Doch ihr Hund Pauli (3) ist unruhig. Immer wieder spitzt der Mischlingsrüde die Ohren, schaut durchs Fenster Richtung Müllplatz, kratzt auf dem Boden herum. „Ich wusste gar nicht, was los ist. Aber Pauli wollte unbedingt nochmal raus, deshalb habe ich mit ihm noch eine Runde um den Block gedreht”, sagt sein Frauchen. Damit rettete Pauli einem kleinen Hundebaby das Leben!

Unbekannte hatten neugeborenen Welpen in der Nacht auf Mittwoch in eine Plastiktüte gesteckt und in eine Mülltonne im Brunnenweg geworfen. Nur 20 Meter entfernt liegt das Haus von Familie Zett. „Kaum waren wir zur Haustür raus, hat Pauli mich wie wahnsinnig zum Müllplatz gezogen und an einer Tonne gekratzt”, berichtet Marion Zettl. Dort hört sie ein leises Fiepen und Jammern, wie ein Kätzchen. „Ich habe die Tonne aufgemacht und gesehen, dass es aus einer verknoteten Plastiktüte kommt.”

Marion Zettl traut sich nicht, die Tüte aufzumachen. „Es war ja mitten in der Nacht, und ich war ganz alleine.” Kurzerhand ruft sie die Polizei. Auch die Beamten sind entsetzt, als sie die Tüte öffnen: Darin liegt ein kleines Hundebaby! „Ich war fix und fertig. Als ich zu Hause war, musste ich erst mal weinen. Wie kann ein Mensch nur so grausam sein?”, fragt Marion Zettl fassungslos.

Das Hundebaby wird nun rund um die Uhr vom Tierschutzverein versorgt. Zwischendurch verschlechterte sich sein Zustand dramatisch: Der Kleine hatte sich in der kühlen Nacht eine Erkältung eingefangen, musste mit Antibiotikum und Infusionen behandelt werden. „Mittlerweile sind wir aber ganz zuversichtlich. Er trinkt auch schon wieder ordentlich”, sagt Tierärztin Christa Ruf. Gemeinsam mit ihrer Freundin Angelika Schöner päppelt sie den Welpen auf. Ein Fulltime-Job: Alle zwei Stunden kriegt er ein Fläschchen mit einer speziellen Aufzuchtsmilch, dazu muss er warmgehalten werden und braucht viel Ruhe.

Ein neues Zuhause für den namenlosen Welpen ist schon gefunden: Eine Familie vom Bund Naturschutz wird den Kleinen aufnehmen, wenn er acht Wochen alt ist und sich sein Zustand normalisiert hat. Von den Tätern dagegen gibt es noch immer keine Spur, die Polizei ermittelt. Der Tierschutzverein geht davon aus, dass die Mutter des Welpen noch mehr Babys geworfen hat. Was mit ihnen geschah, ist ungewiss. Marion Zettl ist mit ihrem Pauli am nächsten Tag vorsichtshalber auch die anderen Müllplätze in der Umgebung abgelaufen: „Er hat aber nicht mehr angeschlagen.” Sie drückt dem kleinen Hundebaby jetzt ganz fest die Daumen: „Der arme Kerl musste so viel mitmachen. Hoffentlich schafft er das!”

Christina Schmelzer/tz


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Ein Kommentar zu “Happy End für den Welpen aus der Mülltonne”
  1. Dieses Geschehnis erinnert an meinen Hund Benny, den wir zu Beginn eines Urlaubs als Kleinstwelpen 1995 zufällig in der Mittagshitze in einem kleinen Karton in einer Mülltonne in Süditalien fanden, ebenso elend. Dort gab es keinerlei tierärztliche Verpflegung, aber dank Hasen-Entwurmungsmittel aus einer Apotheke u. Milchpulver haben wir ihn fürs Erste über die Runden und zu uns nach Deutschland gebracht. Meine Tierärztin bewirkte Wunder und aus Benny wurde ein wunderschöner und liebenswerter Mischling (siehe Profilfoto). Wir schenkten ihm den Himmel auf Erden. Er bekam leider Cushing und wurde nur 11 Jahre alt. Wir vermissen ihn noch heute - und vor allem fragen wir uns bis heute, was wohl damals mit seinen Geschwisterchen geschah. Diese Ungewissheit wird mich niemals los lassen.
    Ich wünsche dem Kleinen aus Erding viele glückliche Jahre bei lieben Menschen - und Hund Pauli, seinem Lebensretter, sei Dank!
    Leider werden solche Tierquäler kaum ermittelt und auch nicht zur Verantwortung gezogen. Eine Schande!

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