Gehorsam will gelernt sein, aber auch belohnt werden

Christina Schlösser (li.) arbeitet mit bis zu zehn Hunden täglich. Heute umringen sie (v.li.) Ginger, Susi, Paula, Relish, Cliff, Stella, Linus und Eyka mit Besitzern Roswitha Ellwanger. Foto: Höfle
Neuried - Christina Schlösser betreut und trainiert täglich bis zu zwölf Hunde auf einer umzäunten Wiese in Neuried.
Ob deutscher Schäferhund, Golden Retriever, Hawaneser oder Husky: Alles scharrt sich um Christina Schlösser. Die Starnbergerin ist Hundetrainerin und trainiert ihre Hunde seit einigen Wochen in Neuried. Hinter Pflanzen Ries, auf einem 1,3 Hektar großen, eingezäunten Grundstück kann das Rudel ungestört toben, spielen und dabei etwas lernen.
„Im Mittelpunkt steht die Sozialisierung der Hunde, sie erziehen sich gegenseitig”, sagt Schlösser. Wie beim Menschen, müssten sich nicht alle lieben, aber man müsse sich gegenseitig akzeptieren. Hundebesitzer können ihre Hunde stundenweise bei Christina Schlössers Hunde-Tagesstätte abgeben. Manche bleiben aber auch, vor allem in den Ferien, mehrere Wochen am Stück. Sie wohnen während dieser Zeit in Schlössers Reihenhaus in Starnberg, gemeinsam mit den Hunden der Trainerin: zwei Belgische Schäferhunde, die auf die Namen Xayran und Cliff hören, und eine Malta-Mix-Hündin namens Olivia. Beinahe täglich pendelt Schlösser mit ihren Hunden zwischen Starnberg und Neuried. Ihr Rudel - an manchen Tagen bis zu zwölf Hunde - fährt im Hundeanhänger mit.
Die Tiere werden bei Schlösser aber nicht nur betreut, sondern trainiert. Zieht ein Hund an der Leine, versteht sich nicht mit anderen Hunden oder ist Fremden gegenüber zu zutraulich, setzt Schlösser eine Einzelstunde an - mit oder ohne Herrchen, je nach Fall. Ihre Kunden kommen vor allem aus der Umgebung - aber auch ein Hundehalter aus Dießen am Ammersee bringe seinen Hund regelmäßig vorbei, so Schlösser. „Es ist wichtig, die Hunde regelmäßig zusammenzubringen, damit das Rudel bestehen bleibt.”
Zu dem Grundestück in Neuried, auf dem Schlösser seit September trainiert, kam sie durch Zufall, erzählt die Starnbergerin. Beim Gassigehen mit ihrem Rudel kam sie mit dem zuständigen Förster ins Gespräch, er vermittelte ihr den Pachtvertrag mit dem Staatlichen Forstamt. Bevor Schlösser mit ihren Hunden das Grundstück bezog, betrieb Pflanzen Ries dort eine Baumschule, die jedoch schon vor einiger Zeit geschlossen wurde. Noch ist die Freifläche gemeindefreies Gebiet, sie soll jedoch im Zuge der Eingemeindung des Forstenrieder Parks bald zu Neuried gehören. Für sie und die Hunde ändere sich dadurch aber nichts, so Schlösser. Der umzäunte Platz in Neuried sei ideal, schwärmt die Hundetrainerin. „Alle in meinem Rudel wissen, dass ich das Sagen habe; ein fremder Hund würde da stören.”






