RSS
RSS    |    Sitemap

Fuchs verschleppt Kaninchen aus Garten

fuchskanNeuried - In Neuried ist ein Fuchs in ein Kaninchengehege eingebrochen und hat eines der Tiere getötet und verschleppt. Meldungen über Füchse in Wohngebieten häufen sich.

Ein Bericht des Münchner Merkur

Michaela Stein saß gerade in ihrer Wohnung in Neuried und lernte mit ihrem zwölfjährigen Sohn Vokabeln, als sie eines ihrer beiden Kaninchen schreien hörte. Es war Dienstag, 17.30 Uhr, und draußen bereits dunkel. Sie lief sofort auf die Terrasse, wo das Gehege der Tiere stand, und sah, wie ein Fuchs eines der Kaninchen im Maul trug. „Ich war so geschockt, dass ich dem Fuchs auch nicht hinterherrennen konnte, als er im Dunkeln verschwand”, sagt Stein. Vor allem für den Sohn sei es schmerzhaft gewesen zu sehen, wie sein Haustier verschleppt wird. „Ich wohne seit sechs Jahren hier und habe vorher noch nie einen Fuchs gesehen”, sagt Stein.

Dabei sind Füchse in Wohngegenden keine Seltenheit. „Bei uns gehen in letzter Zeit viele Meldungen von Bürgern ein, die einen Fuchs im Gemeindegebiet gesehen haben”, sagt Robert Erhart, Leiter des Umweltamtes Neuried. Die Menschen seien überrascht, dass die Tiere so nah an ihre Häuser herankommen. „Aber da Neuried vom Wald umgeben ist, ist das ganz normal”, sagt Erhart.

Auch die staatliche Revierleiterin Sabine Kröger kennt das Problem. „Seitdem es die Tollwutimpfung gibt, steigt die Population der Füchse”, sagt Kröger. Es gebe kaum noch Tiere, die an der Krankheit sterben. Gerade im Winter kommen die Füchse in bewohnte Gebiete, weil sie dort leichter Nahrung finden. Zudem ist es in der Stadt wärmer als im Wald. „Wenn der Lebensraum in Wohngebieten nicht so interessant wäre, würden die Tier auch nicht in die Gemeinden kommen”, erklärt Kröger.

Was viele Bürger nicht wissen: Vor allem Katzenfutter lockt Füchse an. Das wurde Michaela Stein zum Verhängnis. „Bei uns in der Nachbarschaft stellen viele Leute Fressen für Katzen raus”, sagt sie.

Seit einigen Wochen schon hielt sie ihre Kaninchen am Nachmittag immer auf der Terrasse. „Sie sind dämmerungsaktiv und haben draußen mehr Platz”, erklärt die Neuriederin. Das Gehege ist mit einem 60 Zentimeter hohen Zaun umspannt - Füchse können so eine Höhe leicht überwinden. Steins zweites Kaninchen, das Männchen „Benni”, hat den Angriff überlebt; ihn hält sie nun nur noch im Käfig in der Wohnung. „Wenn ich gewusst hätte, dass es hier Füchse gibt, hätte ich die beiden nie draußen gelassen.”


Kommentar schreiben 1760 Ansichten, 2 heute |
Ähnliche Artikel:
Ein Kommentar zu “Fuchs verschleppt Kaninchen aus Garten”
  1. Kein Wunder, dass Füchse immer mehr die Nähe der Stadt suchen - das Gleichgewicht der Natur ist nicht mehr im Lot. Sein natürlicher Lebensraum wird immer kleiner, außerdem findet der Fuchs dort nicht mehr genug Nahrung.

    VN:F [1.0.9_379]
    Bewertung: 5.0/5 (1 Bewertung eingegangen)

Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu schreiben.