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Frösche, Kröten und Molche auf Wanderung

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Autofahrer müssen Rücksicht nehmen. Foto: BN

Das aktuelle Regenwetter lockt die Amphibien endgültig aus ihren Winterverstecken. Frösche, Kröten und Molche treten ihre Wanderung zu ihren Laichplätzen an. Da sie dabei oft Straßen kreuzen, bittet der Bund Naturschutz alle Autofahrer um Rücksicht.

An über 450 Wanderwegen in Bayern retten Tausende ehrenamtlicher Helfer des Bundes Naturschutz (BN) in diesen Tagen über 700.000 Frösche, Kröten und Molche vor dem Verkehrstod - eine der größten Arten- und Tierschutzaktionen Deutschlands.

Vor allem in feuchtwarmen Abend- und Nachtstunden, vorzugsweise bei Regen und einer Temperatur von über 5 Grad Celsius überqueren Erdkröten und Grasfrösche scharenweise die Straßen, um in Teichen und Feuchtgebieten abzulaichen. Wo ihre traditionellen Wanderwege Straßen queren müssen, helfen ehrenamtliche Amphibienschützer des BN. An den Krötenzäunen werden die Tiere mit Falleimern eingesammelt und über die Straße gebracht, damit sie ihr Laichgewässer erreichen.

In Bayern gibt es 1333 Amphibienwanderwege, die Straßen kreuzen. An den größten sind im Frühjahr über 20.000 Tiere unterwegs, an den kleineren unter 100. Ein neues gemeinsames Forschungsprojekt von Oberster Baubehörde und BN ergab, dass es in Bayern nur noch 16 Wanderwege gibt, an denen mehr als 5.000 Tiere wandern. Nur etwa ein Drittel der Wanderwege sind mit Amphibientunneln und fest installierten Leitsystemen ausgestattet, an denen die Amphibien selbst die Straße kreuzen können. So bleibt vielerorts derzeit nur das mühsame Absammeln per Hand übrig: 701.491 Tiere, davon 70Prozent Erdkröten, wurden so 2007 von Amphibienschützern in Bayern gerettet.

Der Bund Naturschutz appelliert an die AutofahrerInnen, bei nächtlichen Fahrten auf die aktiven Tiere zu achten. Insbesondere während der Dämmerung und in den ersten zwei Dunkelheitsstunden ist mit wandernden Tieren zu rechnen. Schwerpunkte der Wanderung sind Talräume, in denen der Wald an Tümpel oder Weiher grenzt. „Ohne Rücksicht und Hilfe haben viele Amphibien kaum eine Chance, zahlreiche Populationen sind bereits ausgerottet worden. Achten Sie nun auf wandernde Amphibien, damit der Laichzug der Lurche nicht zum Leichenzug wird”, so Hubert Weiger, Vorsitzender des BN.

Wenn die Amphibien die Straßen kreuzen müssen, droht ihnen massenhafter Tod durch Überfahren. Kröten bewegen sich nicht nur langsam fort sondern verharren zusätzlich im Scheinwerferkegel in einer Schreckstellung. Wenn sie Glück haben und nicht direkt von einem Auto getötet werden, werden sie häufig ab ca. 40 Stundenkilometern vom Luftwirbel der Autos erfasst, hochgewirbelt und getötet.

Der BN bittet außerdem darum, noch unbekannte Wanderwege der Amphibien zu melden. Wer viele tote Tiere auf der Straße findet, wo kein Amphibienzaun steht, wird um Meldung auf der Amphibien-Website des Bundes Naturschutz gebeten:
www.amphibien.bund-naturschutz.de

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