Willkommen, Gast ( Anmelden | Registrierung )

 
 
Reply to this topicStart new topic
Unfassbarer Tierversuch an Schweinen, Schweine werden lebendig im Schnee begraben
Mulan
Beitrag 14.01.2010, 16:19 Uhr
Beitrag #1


Routinier


Gruppe: Mitglieder
Beiträge: 279
Beigetreten: 11.04.2008
Wohnort: Rosenheim
Mitglieds-Nr.: 27.329



Vor wenigen Stunden wurden grausame Experimente bekannt, bei denen 29 Schweine unter Schneelawinen begraben und ersticken oder im Schnee bis zum Hals eingegraben und erfrieren sollen! Jeden Tag sollen zwei bis drei Schweine auf diese Weise getötet werden. Die Ergebnisse sind mehr als fragwürdig, distanziert sich nicht zuletzt auch die Bergrettung von diesen “Versuchen”.

So oder so ist dieses unethische Vorgehen abzulehnen. Erste Tierschützer sind unterwegs um vor Ort gegen diese Versuche zu demonstrieren.

“Das 14-tägige Lawinenexperiment mit 29 Schweinen im Ötztal, bei dem pro Tag zwei bis drei Schweine von einer simulierten Lawine verschüttet werden und die Tiere ums Leben kommen widerspricht allen ethischen Grundsätzen, die bei Tierversuchen einzuhalten sind”, kritisiert auch die
Tierschutzsprecherin der Grünen Christiane Brunner. Es sei auch fragwürdig, inwieweit dieser Versuch Aufschlüsse über die Umstände des Todes bei Lawinenopfern geben oder diesen helfen könne. “Dass sich die Bergrettung von diesem grauenhaften Versuch distanziert, weil sie keine Nützlichkeit darin sieht, spricht Bände”, so Brunner. “Ich fordere einen sofortigen Abbruch der Experimente und werde genau hinterfragen, wie die Genehmigung dieser Versuche zustande gekommen ist.”

Auch der ORF berichtet: http://tirol.orf.at/stories/415897/

Quelle : Pig-vision.com
Wer dagegen Protstieren will kann bei mir Adressen anfordern.


--------------------
"EIN TIER ZU RETTEN VERÄNDERT NICHT DIE WELT,
ABER FÜR DIESES EINE TIER VERÄNDERT SICH SEINE GANZE WELT"
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Toffifee
Beitrag 14.01.2010, 16:48 Uhr
Beitrag #2


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 1.677
Beigetreten: 08.10.2007
Wohnort: Schleswig-Holstein
Mitglieds-Nr.: 24.392



Mulan, du bist mir zuvor gekommen. Auch ich wollte gerade von diesem unfassbaren und grauenvollen Versuchen berichten.

Ich füge hier mal die Adresse an, bei der protestiert werden kann (Quelle Pig-vision.com):

ZITAT
Bitte protestiere auch du:
Gemeinde Sölden, Bürgermeister Schöpf
Mail: amtsleiter@soelden.tirol.gv.at
www.soelden.tirol.gv.at
Ötztal Tourismus
+43 (0)57200 200
soelden@oetztal.com


Erschütterte Grüße,
Toffifee


--------------------
Just my 2 cents ..
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Toffifee
Beitrag 14.01.2010, 17:15 Uhr
Beitrag #3


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 1.677
Beigetreten: 08.10.2007
Wohnort: Schleswig-Holstein
Mitglieds-Nr.: 24.392



Und hier noch ein paar Meldungen:

Protest erzwingt Stopp bei Schweineversuch
Nach den geballten empörten Reaktionen haben die Wissenschaftler in Vent das umstrittene Schweineexperiment unterbrochen. Sie befürchten Zwischenfälle mit radikalen Tierschützern
_______________

Angst vor Handgreiflichkeiten
Wie der Rektor der Med-Uni, Professor Herbert Lochs, Donnerstagnachmittag sagte, sei die sichere Durchführung des Projekts derzeit nicht mehr gewährleistet. Ob der Versuch überhaupt zu Ende geführt wird, ist laut Lochs derzeit offen.
_______________

Tierversuch soll später fortgesetzt werden
Grundsätzlich beharren das Zentrum für Notfallmedizin Bozen und die Universitätsklinik für Anäthesie in Innsbruck, unter deren Federführung das Experiment durchgeführt wird, auf der Fortsetzung. Die Tiere wären sonst umsonst gestorben, sagte Hermann Brugger vom Pojektteam.

Um den "einzigen, einmaligen Tierversuch" komme man nicht herum, weil man aus den Ergebnissen Schlüsse zum Retten von Menschen ziehen könne. Damit würden mehr Menschen überleben, sagte Brugger.

Quelle tirol.orf.at

___________

Weniger belastend als Schlachtung

Der Versuch sei vom Wissenschaftsministerium genehmigt worden, verteidigte sich die Universität Innsbruck am Donnerstag. Durch die Narkose bemerkten die Tiere nichts von ihrem Tod, die Belastung sei deutlich geringer als bei herkömmlichen Schlachtmethoden, sagte Studienmitarbeiter Volker Wenzel.

Quelle BaslerZeitung, 14.01.2010, 15:56 Uhr

______________

Tierschützer kritisierten das als Barbarei und forderten die Wissenschaftler zum Selbstversuch auf. „Die Wissenschaftler sollen sich selbst eingraben, ihre Kollegen dürfen dann die Ergebnisse auswerten“, schlug der Österreichische Tierschutzverein in einer Pressemitteilung laut APA vor. Schweine für ein Experiment in einer Lawine verenden zu lassen sei „einer der widerwärtigsten Tierversuche, der jemals in Österreich durchgeführt wurde“. Der Wiener Tierschutzverein sprach von Barbarei und einem „mangelnden Gefühl mancher Wissenschaftler, was ethisch ist und was nicht“.

Der Projektleiter des Experiments, Hermann Brugger von der Universitätsklinik Innsbruck, sagte der APA, der Versuch werde trotz der Kritik fortgesetzt. „Aus tierethischer Sicht wäre es unsinnig, den Versuch abzubrechen“, sagte er. Die Tests seien vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung genehmigt worden.

Quelle sz-online


--------------------
Just my 2 cents ..
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Toffifee
Beitrag 14.01.2010, 17:54 Uhr
Beitrag #4


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 1.677
Beigetreten: 08.10.2007
Wohnort: Schleswig-Holstein
Mitglieds-Nr.: 24.392



Hier das Live-Interview mit Professor Herbert Loch, der hofft die Versuche weiterführen zu können:
Klick!


--------------------
Just my 2 cents ..
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Toffifee
Beitrag 14.01.2010, 18:28 Uhr
Beitrag #5


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 1.677
Beigetreten: 08.10.2007
Wohnort: Schleswig-Holstein
Mitglieds-Nr.: 24.392



Verband Österreichischer Tierschutzorganisationen: Versuchsgenehmigung fragwürdig!

"Grundlage jeder Genehmigung eines Tierversuchs muss der Nachweis
der Unerlässlichkeit und der ethischen Vertretbarkeit sein - beides
ist hier ganz offenkundig nicht der Fall!" stellt Mag. Stefan Moser,
Vorsitzender des Verbandes Österreichischer Tierschutzorganisationen
klar. "Einzige unmittelbare Konsequenz kann nur der sofortige Stopp
dieser bereits begonnenen Versuchsreihe sein!" Viele Österreichische
Mitgliedsorganisationen überlegen darüber hinaus rechtliche Schritte.
Wie es zu einer solchen Genehmigung überhaupt kommen konnte, wird
vom zuständigen Wissenschaftsministerium genau zu erklären sein: "Die
in den Medien beschriebene Ethikkommission existiert in Wahrheit
nicht! Es gibt lediglich eine Sachverständigenkommission nach §12 des
Tierschutzgesetzes, der aber derzeit weder ein Vertreter der
Tierschutzorganisationen noch ein Ethiker angehören, also niemanden
der die Interessen der Tiere tatsächlich vertreten würde!"

Quelle ots.at

__________________

Wien - Üblicherweise haben Menschen keine besonders großen Probleme damit, für ihr Wohl Schweine sterben zu lassen. Mehr als 16.000 der Paarhufer sind nach Zahlen der Bundesregierung 2007 bei wissenschaftlichen Experimenten umgekommen. Eine geradezu winzige Zahl im Vergleich zu der Schweinemenge, die dem menschlichen Appetit geopfert wird: 50 Millionen der Tiere landen jedes Jahr in deutschen Schlachthöfen und anschließend auf dem Teller. Rund einen Zentner Schweinefleisch vertilgt der Durchschnittsdeutsche pro Jahr.
Nun geht es 29 Schweinen in Österreich an den Kragen - und das Entsetzen könnte größer kaum sein. Denn anders als sonst sollen die Tiere nicht etwa hinter verschlossenen Türen, sondern an einem Berghang ihr Leben lassen - damit Forscher mehr über das Sterben von Menschen in Lawinen erfahren.

Quelle spiegelonline.de

___________________


Schweine-Experiment abgebrochen

"Das Lawinenexperiment im Ötztal im Tiroler Bezirk Imst, das am Donnerstag die Gemüter erhitzt hat, ist am späten Nachmittag vorerst abgebrochen worden. Für zehn Schweine war das bereits zu spät. Tierschützer aus Österreich sollen sich auf dem Weg nach Vent bei Sölden befinden, hieß es."

"Bis zu vier Tierschützer aus der Steiermark seien derzeit an Ort und Stelle . Weiter Tierfreunde aus ganz Österreich seien auf dem Weg ins Ötztal. Mit „allen legalen Mitteln“ wollen sie das Experiment dauerhaft stoppen. Die Polizei war sicherheitshalber mit vier Beamten in Vent, meldete aber vorerst noch keine Zwischenfälle."

"Die Wissenschafter hofften auf Fortsetzung des Projekts. Sonst würde es wesentliche Nachteile für die Menschen in solchen Situationen geben, meinte der Rektor gegenüber dem ORF Radio. Das Land Tirol rechnete in den nächsten Tagen nicht damit."

„Aus tier-ethischer Sicht wäre es unsinnig, den Versuch abzubrechen“, hatte Hermann Brugger vom Projektteam noch gegen Mittag gegenüber der APA gesagt, „weil ansonst die Tiere umsonst gestorben wären.“ Zwanzig Prozent der Lawinenopfer hätten eine Atemhöhle, meinte der Experte. Bei den Versuchen hatte erforscht werde sollen, wie diese Bedingung sich auf die Überlebenschance von Menschen auswirke.

Quelle Salzburger Nachrichten, 14.01.10, 17:56


--------------------
Just my 2 cents ..
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Mulan
Beitrag 14.01.2010, 19:39 Uhr
Beitrag #6


Routinier


Gruppe: Mitglieder
Beiträge: 279
Beigetreten: 11.04.2008
Wohnort: Rosenheim
Mitglieds-Nr.: 27.329



super du hast ja noch einiges gefunden. Ich habe meine Arbeit unterbrochen und die Kundin warten lassen, um das hier zu posten. Wusste auch nicht, ob ich hier die Adresse posten durfte.
Danke dir.
Jetzt werde ich mich hinsetzten und einen Brief schreiben.


--------------------
"EIN TIER ZU RETTEN VERÄNDERT NICHT DIE WELT,
ABER FÜR DIESES EINE TIER VERÄNDERT SICH SEINE GANZE WELT"
Go to the top of the page
 
+Quote Post
unicorn
Beitrag 14.01.2010, 21:58 Uhr
Beitrag #7


Moderatorin


Gruppe: Moderatoren
Beiträge: 1.268
Beigetreten: 11.09.2007
Wohnort: Bayern
Mitglieds-Nr.: 23.766



Ich wollte gerade einen Beitrag von mir mit Infos über den sauberen Herrn Brugger vervollständigen und bin auf Folgendes gestoßen
Versuch vorerst abgebrochen

Das bestätigt Toffis Post, was erstmal positiv ist, mich stört aber das 'vorerst'.
Ich bleibe also am Ball ...


--------------------
Der beste Weg Hindernisse zu überwinden ist, sie als Sprungbrett zu benutzen.


Go to the top of the page
 
+Quote Post
Toffifee
Beitrag 15.01.2010, 10:39 Uhr
Beitrag #8


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 1.677
Beigetreten: 08.10.2007
Wohnort: Schleswig-Holstein
Mitglieds-Nr.: 24.392



Hier ein ganz kurzes Video und ein kurzes Interview mit Tierschutzreferent Anton Steixner (ÖVP): Klick!

Die Gruppe Tierschützer, die angereist ist, hat sich bereiterklärt, alle 20 Schweine aufzunehmen, wenn die Versuche dauerhaft gestoppt werden.

Tierschützer protestierten gegen Tierversuch
Eine Gruppe Tierschützer ist extra aus Wien angereist. Gerade in dem Moment als ein weiteres Schwein abtransportiert werden sollte. Es hätte als nächstes im Schnee vergraben werden sollen, dann wurde die Versuchsreihe aber bis auf weiteres unterbrochen. Neun Schweine haben im künstlichen Lawinenkegel am Ortsrand von Vent bereits den Tod gefunden.

Steixner distanziert sich von Experiment
Tierschutzreferent Anton Steixner (ÖVP) begrüßt den Abbruch des Lawinenexperiments mit Schweinen. Der Landesrat erklärt, dass das Land keine Möglichkeit, habe die Schweineexperimente zu stoppen, er distanziere sich aber von dieser Versuchsreihe. Ob nach dem vorläufigen Stopp der Versuche durch das Wiener Wissenschaftsministerium die Angelegenheit jetzt "vom Tisch" sei, das sei noch nicht klar.

Quelle tirol.orf


--------------------
Just my 2 cents ..
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Mulan
Beitrag 15.01.2010, 12:20 Uhr
Beitrag #9


Routinier


Gruppe: Mitglieder
Beiträge: 279
Beigetreten: 11.04.2008
Wohnort: Rosenheim
Mitglieds-Nr.: 27.329



hier das neuste:

Schweineexperiment endgültig abgebrochen
Nach dem großen öffentlichen und medialen Druck wollen die Wissenschafter das umstrittene Lawinenexperiment mit Schweinen jetzt nicht mehr in Vent durchführen. Das sagte der Studienleiter Peter Paal von der Innsbrucker Anästhesie.

Keine Ruhe
Die Wissenschafter können das Versuchsprojekt, bei dem Schweine lebend im Schnee begraben werden und sterben, nicht mehr in Ruhe fortführen, da der Druck der Öffentlichkeit zu groß sei, sagte Paal gegenüber dem ORF Tirol.

Man werde das Versuchszelt abbauen und sich überlegen, ob und wie man das Experiment weiterführen kann.

Proteste in Sölden
Unterdessen demonstrierten 20 bis 30 Tierschützer in Sölden gegen die Weiterführung des Experimentes. Vertreter der Tirschutzorgansiation "4 Pfoten" haben sich außerdem auf die Suche nach den überlebenden Versuchsschweinen gemacht. Sie sollen auf einem Bauernhof in Rietz untergebracht sein. Die Tierschützer wollen die Schweine auf einen sogenannten Gnadenhof bringen.


Gespräche mit Bürgermeister
Auch der Söldener Bürgermeister Ernst Schöpf hat sich gegen eine Weiterführung der Tierversuche ausgesprochen. Schöpf bedauerte, dass das hintere Ötztal erneut in die Schlagzeilen geraten ist. Glaubte aber nicht, dass die Tourismusregion dadurch Schaden erleidet.
Quelle : ORF Tirol








--------------------
"EIN TIER ZU RETTEN VERÄNDERT NICHT DIE WELT,
ABER FÜR DIESES EINE TIER VERÄNDERT SICH SEINE GANZE WELT"
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Toffifee
Beitrag 17.01.2010, 12:41 Uhr
Beitrag #10


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 1.677
Beigetreten: 08.10.2007
Wohnort: Schleswig-Holstein
Mitglieds-Nr.: 24.392



Tiroler Lawinenexperiment: Institut für Anästhesie will überlebende Schweine an den Schlachthof schicken

Nach dem endgültigen Abbruch des Lawinenexperiments bot VIER PFOTEN an, die überlebenden 19 Schweine in einem Stall in unmittelbarer Nähe des von der Organisation geführten Tierheims in Lochen unterzubringen. Dr. Peter Paal, an der Uni Innsbruck zuständiger Mediziner für das Experiment, erklärte in einem Telefonat mit VIER PFOTEN-Geschäftsführerin Johanna Stadler, die Herausgabe der Schweine sei „nicht in seinem Sinne“. Im Gegenteil, er werde sogar „alles dafür tun, dass die Schweine nicht zu VIER PFOTEN kommen“. Dr. Paal betonte, er „gönne Schweinen das Gnadenbrot nicht“.

VIER PFOTEN fordert weiterhin eine Herausgabe der Schweine. Es ist weder im Sinne des Tierschutzes noch der Bevölkerung, die sich über den Abbruch der Tierversuche freute, dass die Schweine nun erst recht auf einen Schlachthof kommen.


Quelle vierpfoten


--------------------
Just my 2 cents ..
Go to the top of the page
 
+Quote Post
unicorn
Beitrag 17.01.2010, 23:47 Uhr
Beitrag #11


Moderatorin


Gruppe: Moderatoren
Beiträge: 1.268
Beigetreten: 11.09.2007
Wohnort: Bayern
Mitglieds-Nr.: 23.766



Der Herr Tierexperimentator Peter Paal wird die Schweine leider mit Sicherheit nicht herausgeben. Nicht, weil er ihnen das Gnadenbrot nicht gönnt, sondern weil er wahrscheinlich schon das nächste perverse Experiment im Hinterkopf hat - und sich in seinem Zynismus sicherlich noch unglaublich intelligent vorkommt.

Ich glaube, es war 2008 als die Herren Paal und Brugger an einem wirklich lesenswerten, da guten Beitrag zu dem Thema 'Rettung von Lawinenopfern' mit dem Titel "18 Minuten" maßgeblich mitgewirkt haben. Die einzelnen Phasen im Verlauf einer Verschüttung werden sehr genau beschrieben und als Nachdruck einer Arbeit von H.Brucker et al. aus dem Jahr 2001 angegeben. Es wird ferner betont, wie wichtig es ist, die verschüttete Person schnell auszugraben und ihre Atemwege freizumachen (Ein Ziel des gestoppten Tierversuches war es aber doch herauszufinden, wie sich die Größe der Atemhöhle auf einzelne Parameter auswirkt, um Leben besser retten zu können. Also muss man erstmal das Volumen der Atemhöhle ausmessen, bevor man den Verschütteten ausgraben darf? Das soll die Überlebenschancen erhöhen? Da bin ich offenbar zu blöd, um das zu begreifen.).
Allerdings bezeichnen die Autoren schon in dieser Veröffentlichung den Erfrierungsvorgang (beim Menschen) als "faszinierend" und beschreiben auch, warum.
Es wird u.a. auch beschrieben, wie eine Herzdruckmassage nach der Bergung zu erfolgen hat.

Eine 2009 veröffentlichte, an der Medizinischen Universität Innsbruck durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Vergleichbarkeit der Verhältnisse am Thorax von Mensch und Schwein zumindest kritisch zu betrachten ist (da wäre ohne Studie wohl niemand drauf gekommen). Einer der Autoren der Veröffentlichung ist Peter Paal und er hat für seine Versuche zur Herzdruckmassage 14 Schweine umgebracht (Quelle: Comparison of mechanical characteristics of the human and porcine chest during cardiopulmonary resuscitation). Die 21 Schweine, die er für seine Versuche, was es für Auswirkungen auf Blutdruck und Lungenfunktion hat, wenn man den Magen eines lebenden Schweines mit 5 oder 10l Luft aufpumpt (Quelle: Effects of stomach inflation on haemodynamic and pulmonary function during cardiopulmonary resuscitation in pigs) dürften das auch nicht überlebt haben. Die Medizinische Universität Innsbruck hat übrigens einen eigenen OP für Tierexperimente an Großtieren, zu denen auch Schweine gehören, den sie ganz stolz auf ihrer Homepage präsentiert...

Ich habe innerhalb von nur einer knappen Stunde heute 13 im Jahr 2009 veröffentlichte Studien, an denen der Herr Paal mitgewirkt hat, gefunden - das ist mehr als eine pro Monat! Hermann Brugger schaffte immerhin 7 im letzten Jahr. Da ist es offensichtlich, dass Masse vor Klasse geht. Das hat mit seriöser Wissenschaft rein gar nichts zu tun, da geht es nur um Selbstdarstellung. Dazu passt auch diese extrem dumme Aussage von Hermann Brugger, man müsse die Experimente fortführen, da sonst die ersten 10 Schweine umsonst gestorben wären. Das sind sie sowieso und die anderen Tiere werden leider auch der Perversion von Pseudowissenschaftlern zum Opfer fallen - von einer sog. Ethik-Kommission abgesegnet.

Ich hätte aber eine Idee für eine sinnvolle Veröffentlichung des Herrn Paal, der sich ja anscheinend wirklich Anästhesist nennen darf, die sogar dann tatsächlich sein Fachgebiet beträfe: Mit welcher Injektionsnarkose (eine Inhalationsnarkose schließe ich bei diesem Tierversuch als nicht praktikabel aus) schafft man es, ein Schwein für Stunden in einer Narkosetiefe zu halten, in der Schmerzfreiheit gegeben ist? Denn der Todeskampf der Schweine, die eine entsprechend große Atemhöhle zur Verfügung hatten, dauerte ja nach dem Bericht im Münchner Merkur Stunden (das stimmt auch mit der oben angesprochenen Veröffentlichung '18 Minuten' überein, in der es heißt: "7% der Verschütteten überleben länger als 2 Stunden in einer Lawine, da sie über eine große Atemhöhle ... verfügen.") und die Experimentatoren sicherten ja zu, dass die Tiere nichts davon merkten, da sie in Narkose gewesen wären. Für dieses Wundermittel dürften sich einige Tierärzte interessieren! In einer Dissertation, die 2008 von Astrid Mette an der Klinik für Schweine der Ludwig-Maximilians-Universität München angefertigt wurde, wird es jedenfalls nicht erwähnt. Hier werden überhaupt nur zwei Methoden einer Injektionsnarkose mit ausreichender Narkosetiefe beim Schwein angegeben, aber beide halten die Narkosetiefe nicht annähernd über zwei Stunden (Quelle: Astrid Mette: Untersuchungen zur Isofluran-Narkose beim Schwein, Diss., München 2008).

Wenn ein normaler Mensch mir unterstellte, ich als Tierschützer würde mich nur aufregen, weil es um Schweine geht, bei Ratten würde ich mich nicht so aufführen, würde mich das beleidigen. Ein Mensch wie Herwig Grimm, der das den Tierschützern unterstellte (Quelle), kann mich nicht beleidigen. Dieser Mensch lebt sowieso jenseits der Realität: Ihm ist bisher ganz offensichtlich entgangen, dass es auch Ärzte gibt, die die Bedeutung der Worte 'Ethik' und 'Moral' kennen, sich seit Jahren gegen das sinnlose Töten jeglicher Tiere im Rahmen von Tierversuchen stark machen; möglicherweise kennt Herr Grimm aber die Organisation 'Ärzte gegen Tierversuche e.V.' nicht, wie er auch so manches andere nicht (er)kennt, weil er es wahrscheinlich nicht (er)kennen will!



--------------------
Der beste Weg Hindernisse zu überwinden ist, sie als Sprungbrett zu benutzen.


Go to the top of the page
 
+Quote Post
Mulan
Beitrag 21.01.2010, 16:11 Uhr
Beitrag #12


Routinier


Gruppe: Mitglieder
Beiträge: 279
Beigetreten: 11.04.2008
Wohnort: Rosenheim
Mitglieds-Nr.: 27.329



laugh.gif eine gute Nachricht!

die Schweine sind gerettet.
mehr gibt es beim Tierschutzverein für Tirol 1881.

http://www.tierschutzverein-tirol.at/


--------------------
"EIN TIER ZU RETTEN VERÄNDERT NICHT DIE WELT,
ABER FÜR DIESES EINE TIER VERÄNDERT SICH SEINE GANZE WELT"
Go to the top of the page
 
+Quote Post
unicorn
Beitrag 21.01.2010, 20:13 Uhr
Beitrag #13


Moderatorin


Gruppe: Moderatoren
Beiträge: 1.268
Beigetreten: 11.09.2007
Wohnort: Bayern
Mitglieds-Nr.: 23.766



Das ist ja wirklich mal eine gute Nachricht biggrin.gif

Ich fürchte nur leider, dass Paal und Konsorten wieder Schweine kaufen und andere Versuche anstellen. Wenn ein Institut schon einen eigenen Großtier-OP hat und stolz auf ihrer HP präsentiert, wird sie den auch nutzen. Diesmal eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit ... sad.gif Wichtig wäre, dass eine Ethikkomission mal die Bedeutung des Wortes 'Ethik' nachschaut und nicht jedes perverse Experiment genehmigt...


--------------------
Der beste Weg Hindernisse zu überwinden ist, sie als Sprungbrett zu benutzen.


Go to the top of the page
 
+Quote Post
Nikola9009
Beitrag 04.02.2010, 00:09 Uhr
Beitrag #14


Administratorin


Gruppe: Root Admin
Beiträge: 350
Beigetreten: 26.11.2007
Wohnort: M
Mitglieds-Nr.: 25.644



Deine Befürchtungen treffen ins Schwarze: Das Lawinenexperiment soll fortgeführt werden...

"Der Nachricht, dass Mediziner im österreichischen Vent im Rahmen der Lawinenforschung Schweine lebendig unter Schneemassen begraben, um ihr langsames Sterben zu beobachten, folgte eine heftige Protestwelle. Sie führte zum vorläufigen Stopp des Experiments. Laut ORF sind bisher 9 Schweine bei dem Versuch getötet worden, der Spiegel spricht von 10. Bei dem Experiment der Universitätsklinik für Anästhesie Innsbruck sollten in Vent im Tiroler Ötztal ursprünglich 29 Schweine lebendig vergraben werden, um die Verschüttung durch Lawinen zu simulieren. Auch Mitarbeiter der Berliner Charite waren an den Versuchen beteiligt.
Trotzreaktionen assoziieren die meisten Menschen mit dem Verhalten kleiner Kinder. Doch trotzig reagierten die Verantwortlichen auch auf die Bitte eines Tierschutzvereins, die verbliebenen Schweine in seine Obhut zu geben – die Tiere sollten, wie einer großen Wochenzeitung zu entnehmen ist, „aus Prinzip“ auf den Schlachthof.

Auch in Sachen Tierversuch bleibt man stur: Die Lawinenexperimente an lebenden Schweinen sollen fortgeführt werden!

Quelle: http://www.achtung-fuer-tiere.de/index.php/aktuelles.html


--------------------
Glaube nicht alles, was Du denkst!
Go to the top of the page
 
+Quote Post
unicorn
Beitrag 10.02.2010, 14:25 Uhr
Beitrag #15


Moderatorin


Gruppe: Moderatoren
Beiträge: 1.268
Beigetreten: 11.09.2007
Wohnort: Bayern
Mitglieds-Nr.: 23.766



Meine Antwort drauf ist ein bisschen länger geworden und passt deshalb nicht mehr ins Forum. Wen sie interessiert: Klick


--------------------
Der beste Weg Hindernisse zu überwinden ist, sie als Sprungbrett zu benutzen.


Go to the top of the page
 
+Quote Post
Mulan
Beitrag 12.05.2010, 18:00 Uhr
Beitrag #16


Routinier


Gruppe: Mitglieder
Beiträge: 279
Beigetreten: 11.04.2008
Wohnort: Rosenheim
Mitglieds-Nr.: 27.329



Arzt protestiert gegen Tiroler Lawinenexperiment an Schweinen:
Austritt aus bergmedizinischer Gesellschaft
Im Januar dieses Jahres ging eine Protestwelle gegen ein Lawinenexperiment der Universitätsklinik für Anästhesie Innsbruck weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus. 29 Schweine sollten im Namen der Wissenschaft bei lebendigem Leib im Tiroler Ötztal im Schnee begraben werden. Zehn Tiere mussten sterben, bevor der Versuch aufgrund der Proteste abgebrochen wurde. Auch Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin waren an den Versuchen beteiligt. Der Stellvertretende Vorsitzende der deutschlandweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche und in Notfallmedizin fachkundige Arzt, Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, kritisiert diese Versuche als wissenschaftlich unsinnig und zieht Konsequenzen.

Nach Angaben der verantwortlichen Experimentatoren sollte mit diesem Versuch die Verschüttung durch Lawinen simuliert werden. Die Ärzte gegen Tierversuche forderten sofort nach Bekanntwerden dessen Stopp. Über einen Zeitraum von zwei Wochen hätten nach dem Willen der Forscher 29 Schweine nach und nach im Schnee vergraben werden sollen, zehn Tiere mussten sterben. Die Tiere wurden narkotisiert, an Messgeräte angeschlossen und schließlich im Schnee verschüttet. Manche Schweine wurden bis zum Kopf eingegraben und starben einen Erfrierungstod. Das Sterben der Tiere kann sich bei solchen Versuchen über viele Stunden erstrecken.

Der Unfallchirurg und Stellvertretende Vorsitzende der Ärztevereinigung, Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, zieht Konsequenzen und teilte der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin seinen Austritt mit. Als Begründung für seine Entscheidung nennt er die Beteiligung von Mitgliedern dieser Gesellschaft und der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin an den »medizinisch unsinnigen und ethisch nicht vertretbaren Lawinenexperimenten an lebenden Schweinen.« Eine offizielle Distanzierung der Gesellschaft von »diesen geradezu perversen Tierversuchen« habe er vermisst.

»Diese Versuche sind irrelevant, um bei Lawinenkatastrophen Menschenleben zu retten«, führt der Arzt weiter aus. Vielmehr sieht er wirklich relevante Forschung darin, sich an der tatsächlichen Situation von menschlichen Lawinenopfern zu orientieren und insbesondere die technischen Möglichkeiten einer schnellen Rettung zu optimieren. Schweine reagieren bei Kälteexposition völlig anders als der Mensch; zudem sind bei der notwendigen Narkose alle körpereigenen Schutzmechanismen gegen die Unterkühlung blockiert. Die Ärztevereinigung fordert eine rein tierversuchsfreie Forschung, die im Gegensatz zum Tierversuch ethisch tragbar ist und zudem gute Wissenschaft darstellt.
Quelle : Ärzte gegen Tierversuche.de


--------------------
"EIN TIER ZU RETTEN VERÄNDERT NICHT DIE WELT,
ABER FÜR DIESES EINE TIER VERÄNDERT SICH SEINE GANZE WELT"
Go to the top of the page
 
+Quote Post

Reply to this topicStart new topic
1 Besucher lesen dieses Thema (Gäste: 1 | Anonyme Besucher: 0)
0 Mitglieder:

 



Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 09.09.10, 07:41