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Ein Platz für Benny

bennyklein Benny hatte Glück. Der Retriever-Mischling lebt jetzt bei Marion Neugebauer in Schöngeising (Landkreis Fürstenfeldbruck). Ende 2007 kam Benny aus Griechenland nach Deutschland. Er war einer der unzähligen Hunde, die auf der Straße leben und versuchen, sich durchs Leben zu schlagen.Der “Tierschutzverein Franz von Assisi” hat Benny vermittelt. Verstoßenen, ausgesetzten und misshandelten Tieren aus der Region und aus dem Ausland ein lebenswürdiges Dasein zu ermöglichen, ist eines der Ziele des Tierschutzvereins mit Sitz in Kissing.

Im Juni 2001 haben sich einige, schon seit vielen Jahre aktive “Tierschutz-Einzelkämpferinnen” zusammengefunden und den “Tierschutzverein Franz von Assisi” gegründet. Eine dieser früheren Einzelkämpferinnen ist Friederike Karbatsch aus Türkenfeld (Landkreis Fürstenfeldbruck). “Wir betreiben kein eigenes Tierheim und sind deshalb auf Tierfreunde angewiesen, die sich als Pflegestelle zur Verfügung stellen”, erklärt die 62-Jährige. Das bedeutet, dass Hunde, die aus unterschiedlichen Gründen keine Bleibe mehr haben, vorübergehend bzw. bis zur endgültigen Vermittlung ein liebevolles Zuhause mit artgerechter Haltung in familiärer Umgebung finden. Die Pflegestelle soll für den Hund eine Zwischenstation sein, wo er zur Ruhe kommen und schon mal in sein neues Leben hineinschnuppern kann. “Wir suchen für jeden Hund eine passende Pflegestelle, nach verschiedenen Kriterien, ob er kinderlieb ist, Katzen mag oder sich mit einem zweiten Hund verträgt”, erklärt Friederike Karbatsch. Die Tiere sind alle entwurmt, geimpft und gechipt. Den Pflegeplätzen wird das Futter gestellt, auch Tierarztkosten übernimmt der Verein während der Pflegezeit. Außerdem ist der Hund haftpflichtversichert. Bei Problemen stehen dem Tierschutzverein bewährte Tierpsychologen und Trainer zur Seite. Manche Pflegefamilien schließen ihren Schützling ins Herz und geben ihn nicht mehr her so wie Marion Neugebauer ihren Benny. “Das ist natürlich der Idealfall für den Hund”, freut sich Friederike Karbatsch.

Als Benny nach Deutschland kam, fand er zunächst schnell einen Platz bei einer Frau, die allerdings nicht mit dem Wesen des etwa sechs Jahre alten Hundes zurechtkam. Wegen eines Skiwochenendes suchte die unerfahrene Hundebesitzerin eine Bleibe für Benny. Friederike Karbatsch vertraute den Hund Marion Neugebauer an. “Vor drei Jahren musste mein Hund eingeschläfert werden, und deshalb habe ich Friedl Karbatsch, mit der ich in engem Kontakt bin, ausgeholfen”" erzählt Marion. “Aber eigentlich war klar, dass ich irgendwann wieder einen eigenen Hund will.” Sie rechnete allerdings nicht damit, dass es so schnell geht. Nach dem Wochenende mit Benny konnte sich die 32-Jährige gut vorstellen, Benny für immer bei sich aufzunehmen. Das kam auch der Vorbesitzerin ganz gelegen.

Nach etwa vier Wochen klappte es mit Benny schon ganz gut: “Gassi gehen ist sein größter Spaß, er geht auch mit in die Arbeit und schläft dort ganz brav.” Auch im Reitstall fühlt Benny sich wohl. “Er findet Pferde klasse und läuft schon beim Ausreiten mit.” Das einzige Problem: Benny folgt überhaupt nicht. “Er hat einen Sturkopf, und es ist ein Haufen Arbeit, ihn zu erziehen”, aber Marion Neugebauer ist zuversichtlich. Sie trainiert fleißig mit ihm, und es wird von Tag zu Tag besser. Anfangs war er außerdem sehr verschüchtert, wenn Menschen auf ihn zugegangen sind, “jetzt wedelt er schon ganz freundlich”.

Dass Benny und Marion sich gefunden haben, ist für Friederike Karbatsch und den Tierschutzverein Franz von Assisi ein großes Glück - allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: wieder eine Pflegestelle weniger. Wer Interesse hat, einen Hund bei sich aufzunehmen, kann sich mit dem Verein unter www.tierschutzverein-kissing.de in Verbindung setzen.

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