Ein herzzerreißender Fall
Eigentlich ist Leslie Rowe nur aus dem Auto gestiegen, um ein rumänisches Ortsschild zu fotografieren. Doch plötzlich sprangen sechs Welpen um sie herum. Die Münchner Tierfreundin schaute sich um und machte einen Bauernhof als deren Zuhause aus. Die Kleinen leben dort in einer Hütte mit ihrer scheuen Mutter und dem Vater.
Wenig später ließ sich der Bauer blicken. Als Leslie Rowe sich nach der Zukunft der jungen Hunde erkundigte, deutete er mit einer Handbewegung das Halsabschneiden an. „Was soviel bedeutet, dass sich niemand um die Hunde kümmern wird”, sagt die Münchnerin. Sie zögerte nicht, kaufte einen großen Sack Welpenfutter und bat den Mann, die jungen Hunde zu füttern.
„Die Welpen wirken gesund und kräftig, sehen entzückend aus und wären meines Erachtens auf Grund des Alters auch noch leichter vermittelbar.” Leslie Rowe hofft, dass die Welpen in den nächsten zwei Monaten versorgt sind. Danach will die Tierschützerin die Vierbeiner nach München bringen. Natürlich werden für die süßen Kleinen noch Plätze gesucht.
Leslie Rowe ist sich bewusst darüber, dass die Problematik der vielen herrenlosen Hunde nicht durch die Adoption einzelner Hunde gelöst wird. “Im Prinzip denke ich, dass es langfristig eine Lösung vor Ort geben muss, etwa ein Kastrationsprojekt, vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund. Nur auf diese Weise lässt sich das Problem längerfristig lösen”, sagt sie. Sie möchte nun die notwendigen Kontakte herstellen.
Doch zunächst versucht leslie Rowe, die jungen Hunde zu vermitteln und unterzubringenund. Eine weitere junge, einigermaßen zutrauliche Hündin auf drei Beinen hat die Münchnerin am Straßenrand angetroffen. “Sie ist vollkommen ausgezehrt, im Gegensatz zu vielen anderen Streunern die mir begegnet sind, weil sie durch ihr Handicap einfach nichts selbst jagen kann”, berichtet die Münchnerin. Die Hündin wurde möglicherweise angefahren, das verletzte Bein ließe sich vielleicht noch operieren. Es ist gut möglich, dass die Hündin auch Welpen hat, weil sie große Zitzen hat. “Dieser Fall ist wirklich herzzerreißend”, sagt Leslie Rowe. “Ich würde sie sofort bei mir aufnehmen, wenn ich nicht in einer Stadtwohnung leben würde und nicht bereits selbst einen Straßenfindling aus Spanien hätte. Ein unglaublich liebes Tier!”

Die arme Hündin kann aufgrund ihres Handicaps selbst nicht jagen.
Wer Interesse hat, einen der Hunde aufzunehmen, bekommt unter Telefon 0170-4814562 weitere Informationen.
no/Münchner Merkur






