Drei Riesenkängurus in kleinem Garten
Auf engstem Raum gehalten, kein Auslauf, schlimme hygienische Zustände - und das alles für drei Riesenkängurus, 13 Katzen und 16 Hunde. In München soll eine Frau drei rote Riesenkängurus in einem kleinen Anbau hinter einem Haus gehalten haben. Die Tierschutzorganisation Peta zeigt in einem Video, wie die Tier vegetieren.
Rote Riesenkängurus sind eigentlich wahre Sprungkünstler: Neun Meter weit und über drei Meter hoch können die Tiere hüpfen. Normalerweise leben sie in der Steppe Australiens und legen oft viele Kilometer am Tag zurück. Doch dieser Freilauf bleibt den drei Riesenkängurus, die in München gehalten werden, verwehrt. “Skandal”, schimpft die Tierschutzorganisation Peta und zeigt ein Video. Darin ist zu sehen, wie die Tiere in einem Anbau eines Hauses vegetieren. Die Fenster sind klein, der Raum finster. Schlimmer noch: Der Freilauf im Garten ist nur 40 Quadratmeter groß. Zum Zeitpunkt der Besichtigung war das Gelände laut Peta vereist. Die Kangurus rutschten immer wieder aus oder rannten gegen den Zaun.
„Die Tiere müssen so schnell wie möglich in eine vernünftige Umgebung”, so Peta-Mitarbeiter Stefan Bröckling. „Wir sind gerne bereit mitzuhelfen, erwarten aber vom Münchner Veterinärarmt konsequentes Handeln.”
Nach dem sogenannten Säugetiergutachten - an das sich jeder Zoo und jeder Zirkus im Winterlager halten muss - ist geregelt, dass für drei rote Riesenkängurus ein Gehege von mindestens 300 Quadratmetern und ein Stall von 20 Quadratmetern vorhanden sein muss. Das zumindest hat Peta ausgerechnet. Dass die Tiere ein nicht mal ansatzweise artgerechtes Leben führen, liege auf der Hand, so Bröckling.
Die Halterin der Tier bestreitet unterdessen die Vorwürfe: Die Kängurus hätten genug Auslauf. Die Frau hat eine Tiershow und hält daher die Riesenhüpfer auf ihrem Grund. Laut Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat sie tatsächlich eine Genehmigung für die Kängurus. Allerdings soll es schon zu Verstößen gekommen sein.
Eines der Tiere stammt nach Angaben Petas aus dem Zoo Hellabrunn. Das bestreitet die Halterin.
Peta hat das Känguru-Video an diesem Mittwoch veröffentlicht. Die Organisation will nun Anzeige erstatten. Einen Beitrag zu dem Thema hat die ARD bereits in einer Reportage dokumentiert.






