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Die letzte Ruhe der Haustiere

 

München - Ein Schmetterling aus buntem Glas glitzert in der Sonne. Kleine, rote Rosen verzieren die in hellem Holz eingefasste Grabstätte. Hilda, eine norwegische Hauskatze, hat auf dem Tierfriedhof in Obermenzing ihre letzte Ruhe gefunden. In den dunklen Grabstein ist ein Bild von Hilda gefräst, daneben steht: „Hilda 7. Juli 2007 - 28. Mai 2008″. Die Katze wurde nur ein knappes Jahr alt. Ein Unfall mit einem Auto hat das Leben der hübschen Hilda beendet.

Erst im Herbst 2007 zieht Hilda zusammen mit ihrem Bruder Rocky bei Anke Vogler und deren Mann in Landsham (Landkreis Ebersberg) ein. „ Beide Katzen stammten von Animalhelp Espania”, erzählt die 41-jährige Tierfreundin. Zunächst sind die beiden Samtpfoten aus Spanien sehr krank. Anke Vogler päppelt Hilda und Rocky liebevoll auf, versorgt sie vier Monate lang im Haus. „Hilda wollte nur nach draußen”, so Anke Vogler. Endlich ist es soweit: der erste Freigang. Hilda blüht auf, tollt im Garten herum, jagt nach Herzenslust Mäuse und erkundet die ländliche Gegend rund um ihr Revier - bis zum 28. Mai. Hilda hat einen Unfall mit einem Auto und stirbt. Für Anke Vogler bricht eine Welt zusammen.
In ihrem Leid ist sie sich sicher: „Hilda soll in Würde gehen.” Im Internet stößt
Anke Vogler auf den ersten Tierfriedhof in München, den Clemens Wehner und Helmut Schnatterer in Obermenzing eröffnet haben. „Ich habe angerufen, und kurz danach kamen die beiden Herren, um Hilda abzuholen”, berichtet Anke Vogler. Sie sucht sich einen Holzsarg für ihre Katze aus. Ein paar Tage später findet die Beerdigung statt. Bis dahin ist der Körper der toten Hilda im Kühlraum des Friedhofs untergebracht. Am Tag der Beerdigung sehen Anke Vogler und ihr Mann Hilda noch einmal und verabschieden sich von ihr. „Sie lag auf der Seite, als würde sie friedlich schlafen.” Mit kurzen Seilen wird der Sarg in die Grabstätte niedergelassen, Anke Vogler legt einige Rosen darauf. „Dann haben wir das Grab bepflanzt”, erzählt die Tierfreundin. Sie fühlte sich Clemens Wehner und Helmut Schnatterer verstanden und aufgefangen mit ihrer Trauer um die tote Katze.
Kein Wunder: Die beiden kennen die Gefühle von Menschen, die ein geliebtes Tier verlieren, schließlich haben sie es selbst schon erlebt. Clemens Wehner kam auf die Idee, einen Tierfriedhof zu gründen, als sein alter Bernhardiner eingeschläfert werden musste. Zehn Jahre lang kämpften er und Helmut Schnatterer für die Genehmigung, bis der Friedhof endlich Anfang des Jahres eröffnet wurde. Mittlerweile ist noch ein Pavillon dazugekommen, der als Verabschiedungsraum genutzt wird. Leo, Miezi, Felix, Cindy und viele Tiere mehr wurden auf dem Tierfriedhof „Letzte Ruhe” schon beerdigt. Helmut Schnatterer und Clemes Wehner werden allen Wünschen der Tierbesitzer gerecht: eingefasste Grabstätten oder Rasengräber mit oder ohne Grabstein, Pflege der Grabstätten - der Umfang der Leistungen richtet sich nach den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen. Einige Kinder haben ihre Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen in einem kleinen angegrenzten Bereich beerdigt. „Das ist natürlich kostenlos”, erklärt Clemens Wehner. Im Grünen gelegen, am Rand des Stadtteils Obermenzing, finden die Tiere wirklich Ruhe.
„Das ist das Schöne hier”, findet auch Anke Vogler. „Diese Stille.” Einmal pro Woche kommt sie mit ihrem Mann hierher, um das Grab von Hilda zu pflegen. „Hilda hat immer Schmetterlinge gejagt”, sagt Anke Vogler und deutet auf den gläsernen Schmetterling.
Weitere Informationen über den Tierfriedhof gibt’s im Internet unter www.tierfriedhof-letzte-ruhe.de.

no/Münchner Merkur

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