Den Dreisprung mag Amy am liebsten
Große sportliche Anforderungen stellt der Turnierhundesport (THS) an Vierbeiner und Mensch. „THS ist eine Art Vielseitigkeitssport mit Hund”, sagt die 15-jährige Lara. Und sie muss es schließlich wissen: Seit vier Jahren trainiert Lara, die mit dem Nick “KleenKlappi” bei tierfreunde.de registriert ist, mit ihren Hunden, zunächst mit Angie, die mittlerweile acht Jahre alt ist, und mit ihrer zweijährigen Amy-Lynn ist sie voll eingestiegen.
Vielseitigkeitssport mit dem Hund
Der THS setzt sich zusammen aus Hindernisläufen wie beim Agility oder Gehorsamsübungen wie beim Schutzhundesport - alles ordentlich durchgemischt. Die bekanntesten Kategorien sind der Vierkampf und der Geländelauf. „Der Vierkampf besteht aus einem Gehorsamsteil, dem Hürdenlauf, dem Slalom und dem Hindernislauf”, erklärt Lara. Die Gehorsamsübung ist ähnlich der Begleithundeprüfung: Der Hund muss mit und ohne Leine geführt werden, gezeigt werden Tempowechsel, Sitz und Platz. Beim Hürdenlauf muss der Hund möglichst schnell und ohne Abwurf am Bein des mitlaufenden Hundeführers drei hintereinander aufgestellte Hürden überwinden. „Den Dreisprung mag Amy am liebsten, glaub ich”, so Lara. „Keine Ahnung, was sie daran findet, aber sie freut sich immer sehr drauf.” Für die Zeitmessung ist der langsamere Partner ausschlaggebend, wie überall im THS - im Gegensatz zum Agility. Beim Slalom müssen Hund und Mensch durch Tore im Zick-Zack-Parcours laufen - „wie der Riesenslalom im Skifahren”, so Lara. Der Hindernislauf ist die letzte Teildisziplin. Acht Hindernisse (Hürde, A-Wand, Tunnel, Laufdiel, Tonne, Reifen, Hochweit-Sprung, Hürde).
Den Vierkampf gibt es in zwei verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Im Vierkampf 2 sind die Anforderungen höher, beispielsweise muss der Hundeführer beim Hürdenlauf mit springen, erklärt Lara. Um auf Turnieren im Vierkampf 2 starten zu dürfen, braucht man drei Qualifikationen, das heißt, das Team muss im VK 1 eine festgesetzte Punktzahl erreichen. Lara hat mit Amy schon zwei Qualifikationen in der Tasche - nach den Sommerferien steht die dritte an. Das dürfte für Lara und ihre fröhliche und freundliche Hündin kein Problem sein, immerhin sahnen die beiden richtig ab.
Mit einem Jahr ging es für Amy über die Hindernisse
Im Alter von einem halben Jahr war Amy-Lynn schon eine der Besten in der Gehorsamsgruppe, „da haben wir ein bisschen Unterordnung gemacht”, erzählt Lara. Mit einem Jahr ging es für Amy über bzw. an die Hindernisse. Im wahrsten Sinne des Wortes: „Amy war so fixiert auf mich, dass sie dagegen gelaufen ist”, schmunzelt Lara. Bei der Begleithundeprüfung war Amy dann Prüfungsbeste. „Amy läuft vom Gesamtbild her immer eine der schönsten Unterordnungen, da sie aufmerksam ist und auch sehr freudig läuft.” Natürlich ist Lara stolz auf ihre Border-Mix-Hündin. Und seitdem starten die beiden im Vierkampf durchaus erfolgreich.
Der Geländelauf fällt für Lara leider flach: „Laufen darf ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so lange.” Beim Geländelauf können Hund und Mensch in zwei Kategorien starten: über eine Distanz von 2000 oder 5000 Metern. Bei diesem Wettkampf kommt es auf die Kondition an.
Weitere Kategorien des THS sind der Qualification Speed Cup (QSC), der Combination Speed Cup (CSC) und der Shorty. Der Reihe nach: Beim QSC ist eine festgelegte Hindernisbahn zweimal identisch aufgestellt. „Start ist von einem Tisch aus, und das Ziel ist auch auf diesem Tisch.” Dieser Wettkampf wird nach dem K.O.-System gelaufen, das heißt zwei Teams laufen auf Startzeichen gleichzeitig, und das schnellere kommt eine Runde weiter. „Zum QSC hat Amy bis jetzt noch keinen wirklichen Bezug gefunden, sei es nun, weil sie ihn erst zweimal gelaufen ist, oder weil ihr die Bahn nicht gefällt”, sagt Lara. „Amy ist in dieser Kategorie meist sehr langsam - „man merkt halt, dass das nicht so ihr Ding ist.” Und wenn Amy nicht will, dann lässt sie sich auch nicht anpacken. Die Hündin sucht sich eben ihre Leute aus und kann auch mal zickig werden - eine kleine Dame eben.
„Der Combination Speed Cup ist meist das Highlight eine THS-Wettkampfes”; sagt Lara über ihre Lieblingsdisziplin. Im CSC sind drei Sektionen mit Hindernissen aufgestellt, und jede Sektion wird von einem Hund-Mensch-Team gelaufen. „Wenn das erste Team den Lauf in Sektion 1 beendet hat, darf das zweite Team in Sektion 2 los, nach dem gleichen Prinzip startet das dritte Team, sobald das zweite im Ziel ist.” Gestoppt wird die Gesamtzeit. „Die Schwierigkeit ist, drei gute Teams zu haben, die zuverlässig fehlerfrei laufen”, aber wenn, „dann gibt’s richtig Action, da geht’s ordentlich auf Zeit”, sagt Lara. Der Shorty funktioniert nach dem Prinzip des CSC, allerdings nur mit zwei Teams - kurz eben.
Bei der Kreismeisterschaft haben Lara und Amy insgesamt den zweiten Platz belegt. Natürlich gibt es auch Phasen, in denen Amy gar nicht gut läuft. „Da nimmt sie sich eben selbst eine Auszeit”, meint Lara.
Voraussetzungen für den THS
Wichtig sind die Voraussetzungen für den THS: „Der Hund sollte natürlich gesund sein, weil das Springen sonst auf die Gelenke gehen kann”, sagt Lara. Außerdem muss Herrchen fit sein. Und der Hund sollte gut zu motivieren sein. „Den Spaß an den Hindernissen entwickeln die Hunde dann im Laufe der Zeit”, auch wenn sie nicht die Lauffreudigsten sind. Das kann man von Amy allerdings nicht behaupten: „Sie ist sehr sportlich und gelehrig, und wenn es ihr zu langweilig wird, denkt sie sich halt etwas dagegen aus.”






