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Das schwarze Schaf der Familie Dachs

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Ein schwarzes Schaf unter Hunden. Fotos: Plettenberg

Warngau - Die elfköpfige Hundefamilie auf dem Maroldhof von Klaus Dachs hat Zuwachs bekommen: das schwarze Lamm Bambi.

Bambi ist das schwarze Schaf der Familie. Und zwar wörtlich. Weil das einen Monat alte Lämmchen von seiner Mutter verstoßen wurde, nahm die Familie Dachs es im Wohnhaus auf. Adoptiert wurde der Wirbelwind aber auch von der elfköpfigen Hundefamilie auf dem Maroldhof in Warngau (Landkreis Miesbach).

Zehn Fellknäuel springen im Wohnzimmer des Maroldhofes am Taubenberg herum, eine quirlige Hunde-Truppe, dem ersten Eindruck nach. Aber: Eines der Tiere trägt eine Windel - nein, das kann kein Hund sein. Ein kohlrabenschwarzes Lamm tobt mit den im November geborenen Hunden herum, als hätte es nie etwas anderes getan. Und wenn es nach dem Herumtollen ans Kuscheln geht, liegt Bambi immer mittendrin, in der Hundefamilie.

„Wir mussten das Lamm mit der Flasche aufziehen”, erklärt Silvia Dachs. Die Mutter von Filomena (9) und Marinus (11) beobachtet vergnügt das Treiben der Tiere. Ihre Tochter muss bisweilen schon mal weichen, wenn die Hunde und das kleine Schaf das Sofa in Beschlag genommen haben. „Dann wird geschubst, was das Zeug hält”, erzählt Dachs schmunzelnd. Die Hunde-Eltern Hexi (6) und Loiserl (5) haben das Lämmchen ebenfalls als Junges angenommen. Vor allem Loiserl - ein ausgewachsener Dobermann - kümmert sich rührend um den Familienzuwachs. „Wenn jemand an die Tür kommt, dann sind die beiden großen Hunde als erste da, dann kommt sofort das Lamm. Und erst danach tauchen die Welpen auf”, sagt die 43-Jährige.

bambi2Obwohl alle noch unter einem Dach wohnen, ist ein Großteil der Hunde inzwischen schon an neue Familien vermittelt - bis auf drei Tiere. „Es gibt Chancen, dass es irgendwann wieder ruhiger wird”, schmunzelt Vater Klaus Dachs. Der Unternehmer und die Kinderpflegerin betreiben die Schafzucht im Nebenerwerb. Das verlorene Schaf wieder in die ursprüngliche Familie einzugliedern - das gehe nicht. „Wir haben das einmal mit einem verstoßenen Jungen versucht, aber am nächsten Morgen lag es tot im Stall, es wurde zu Tode gestoßen”, erklärt Silvia Dachs. Deshalb bleibt das Lamm im Haus - bis alle Tiere auf die Weide kommen.

Für Abwechslung im Haus ist bis dahin gesorgt. „Ich kam mal heim, da fehlte ein Pantoffel”, berichtet Klaus Dachs. Als der 48-Jährige seinem Unmut über diesen Zustand lauthals Luft machte, trollte sich einer der Hunde davon, um kurz darauf wieder aufzutauchen - mit dem Pantoffel in der Schnauze. „Das rührt einen schon sehr”, erklärt der Vater, um nachzulegen: „Nichts ist mehr sicher vor der Räuberbande.”

bambi3Die Windel tragen muss Bambi übrigens, weil sie - im Gegensatz zu den Hunden - nicht stubenrein ist. Gekocht wird für die Tierfamilie jeden Tag frisch. Auch hier gibt’s wunderliche Entwicklungen: „Bambi isst Hunde-Guttis, die Welpen machen sich dafür über das Lämmer-Korn her”, so Silvia Dachs.

mm


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