Das dunkle Geheimnis von Taiji
Die Dokumetation “Die Bucht” ist mit dem Oscar als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. In der Dokumentation geht es um den japanischen Küstenort Taiji, in dem jährlich tausende Delfine zusammengetrieben und in eine nicht einsehbare Bucht gebracht werden. Dort selektieren Fischer die Tiere, wählen die schönsten aus und verkaufen sie an Delfinarien - alle anderen werden abgeschlachtet. Ab sofort gibt es den Film als DVD.
www.diebucht-derfilm.de - Trailer, Hintergrund, Fotogalerie
Niemand kennt Delfine so gut wie Ric O’Barry. In den 60er Jahren war er der Trainer von “Flipper”. Jenem Delfin, der Generationen von Fernsehzuschauern begeisterte und die eleganten Schwimmer mit dem vermeintlich immer - währenden Lächeln zu einem der meistgeliebten Tiere machte. Eine Liebe, die dem Delfin zum Verhängnis wurde. Denn mit Delfinarien, Delfin-Shows, Delfintauchgängen und -therapien entstand ein global florierendes Multimilliardengeschäft - eine Industrie, für deren Existenz sich Ric O’Barry mit verantwortlich fühlt. Und gegen die er, nach einem tragischen Vorfall, seit mehr als 38 Jahren mit ganzer Leidenschaft ankämpft. Weltweit engagiert er sich gegen den Fang von Delfinen und macht wirtschaftliche und politische Interessen öffentlich, die hinter dem Geschäft mit den Meeressäugern stehen.
Was Ric O’Barry jedoch im japanischen Küstenort Taiji entdeckt, ist unvorstellbar. In einer abgelegenen Bucht, die von der Außenwelt durch Stacheldraht und Sicherheitspersonal abgeschottet wird, liegt ein dunkles und tödliches Geheimnis.
Die Tierrechtsorganisation PETA berichtet: “Die Fischer legen durch das Hämmern auf Metallstangen den Orientierungssinn der Delfine lahm und treiben sie so in eine Lagune, die mit Netzen abgesperrt wird. Dabei kommt es vor, dass Familien getrennt werden und schwangere Delfine aus panischer Angst in der Lagune ihre Kinder gebären. Ausgesuchte Tiere werden gefangen und an Delfinarien verkauft, alle anderen wurden bis letztes Jahr abgestochen und das Delfinfleisch wurde trotz der hohen Quecksilberbelastung verkauft.
In den letzten Jahren wurde dabei jährlich 23.000 Tiere grausam getötet, so dass sich das Meer bei den Massenabschlachtungen rot färbt. Für jeden getöteten Delfin erhielten die Fischer 600 Dollar.
Der Grund: Hier treffen sich auch Delfintrainer und Geschäftsführer von Delfinarien aus aller Welt und suchen sich neue Tiere für ihre Zoos aus.
Jeder lebende Delfin hat einen Verkaufswert von bis zu 150.000 Dollar.” Wie PETA berichtet, wurden aufgrund des hohen öffentlichen Drucks, der auch durch den Film Die Bucht ausgelöst wurde, im vergangenen Jahr noch keine Delfine geschlachtet.
“Die Bucht” soll nun fortgesetzt werden - in einer TV-Serie auf dem amerikanischen Sender Animal Planet. Auch hier wird Ric O’Barry mitwirken, der in der Serie Fragen ansprechen will, die nach der Dokumentation Die Bucht offen blieben. Unter anderem will er zeigen, inwiefern der Film die Fischer von Taji beeinflusst hat und ob das Schlachten von Delphinen weitergeht. Der LA Times sagte er: “Was jetzt passiert ist, ist, dass sie die Delphine nicht mehr in der Bucht töten; sie sind ins offene Meer gegangen.” Damit Filmteams die Geschehnisse nicht mehr dokumentieren können, haben die Fischer mit Hilfe von Netzen eine “künstliche Bucht” kreiert. “Aber wir haben Drohnen und kleine Flugzeuge, um es zu beweisen”, so der Tierrechtler.
Ab wann die TV-Serie ausgestrahlt werden soll, steht noch nicht fest. Auch ohne die Serie hat “Die Bucht” schon eine Menge Aufmerksamkeit für das Thema hervorgerufen: Nicht nur erklärten sich bei der Oscarverleihung mehrere Prominente bereit, nach Taji zu reisen, um Ric O’Barry s Kampagne gegen die Fischer zu unterstützen. Dank des internationalen Erfolgs des Films wird dieser außerdem bald auch in einigen japanischen Kinos zu sehen sein.






