Betrogene Pferde

Ein Chip - der Fingerabdruck für Pferde. Foto: tierschutzbund.de
Eigentlich sollten diese Pferde ihren Lebensabend als Beistellpferd verbringen - auf einer Koppel, um anderen Pferden Gesellschaft zu leisten. Doch dann verschwanden sie unter mysteriösen Umständen - sie wurden eingetauscht, verkauft und sind zum größten Teil bis heute verschwunden.
Die Masche der Betrüger ist immer ähnlich: Über Anzeigen im Internet wird ein Beistellpferd für eine Zuchtstute oder einen einsamen Wallach gesucht. Die Bedingungen vor Ort erscheinen optimal. Man wird sich einig, obwohl die Pferdebesitzer mindestens zwei Stunden Fahrzeit entfernt wohnen. Doch bei Rücksprachen und Besuchen ist immer alles bestens. Sogar Fotos von den glücklichen Pferden werden zugeschickt. Leider trügt die Idylle: Die Pferde sind nach einigen Wochen verschwunden. Der Kontakt reißt ab, und die Pferdebesitzer bekommen die Nachricht, dass das Pferd eingeschläfert werden musste.
Wer nun fieberhaft nach seinem Vierbeiner sucht, hat einen Vorteil, wenn das Pferd gechipt ist. Mit dieser EU-weite Kennzeichnungspflicht mit Mikrochip wird jedes Tier eindeutig identifizierbar. Dabei werden den Tieren sogenannte Transponder, etwa reiskorngroße Implantate, auf der linken Halsseite fälschungssicher unter die Haut eingesetzt. Die Schmerzen sind entsprechen hierbei in etwa denen bei einer Injektion - ganz im Vergleich zum Brennen der Pferde, eine unnötige Quälerei für die Tiere. Jeder Chip enthält einen 15-stelligen Code, welcher mit einem passenden Ablesegerät identifiziert werden kann.

Jedes Pferd ist mit dem Chip eindeutig identifizierbar. Foto: no
Die EU-Regelung zur Kennzeichnung mit einem Mikrochip dient in erster Linie als Hilfsmittel zur Bekämpfung von Tierseuchen. Damit das Tier aber eindeutig identifiziert und rundum geschützt ist - auch bei Diebstahl oder Verlust - rät der Deutsche Tierschutzbund dringend dazu, jedes Pferd nach der Kennzeichnung mit Mikrochip beim Deutschen Haustierregister kostenfrei registrieren zu lassen. Damit wird jedes Pferd unverwechselbar - wie ein Fingerabdruck.
Weitere Informationen über die Kennzeichnung mit Mikrochip gibt es unter www.tierschutzbund.de. Die Homepage der “betrogenen Pferde” lautet www.die-betrogenen-pferde.de.tl.






