Besonders gut klappt bei Bunny das Bellen
Hundevereine, die im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) organisiert sind, bieten in aller Regel den Begleithundsport und den Schutzdienst an. Doch was ist das eigentlich genau? tierfreunde.de hat bei “Walpurgisnacht” mal nachgefragt - und die muss es ja schließlich wissen, ist sie doch mit Hünding Bunny Münchner Stadtmeisterin 2006 geworden.
Dieser Pokal ist der größte. Der Schriftzug “Münchner Stadtmeisterschaft 2006″ ist von grünen Glassteinen gesäumt. “An dem Tag war Bunny super in Form”, erzählt Ina. Die 18-jährige Auszubildende ist mit ihrer Hündin aktiv im Begleithund- und Schutzhundsport. Der Titel der Stadtmeisterin ist das Größte, was die beiden bisher erreicht haben, und Ina ist sehr stolz auf ihren Hund – und ein bisschen auch auf sich.
Bei der Stadtmeisterschaft mussten Ina und Bunny eine Begleithundprüfung (BH) ablegen. Dazu gehören Einzelübungen aus dem Bereich der Unterordnung, als Übungen zum Grundgehorsam: an der Leine gehen und frei folgen auf das Hörzeichen”Fuß”, die Kommandos Sitz, Platz, Hier, Platz mit Heranholen, Ablegen unter Ablenkung. Außerdem gehört zur Begleithundprüfung ein Verkehrsteil, das heißt der Hund begegnet einer Personengruppe, Autos, Radfahrern, Joggern und anderen Hunden. “Der Hund muss sich neutral, gleichgültig und ruhig verhalten”, so Ina.
“In unserer ersten BH sind wir durchgefallen.” Ina tätschelt ihrer fast vier Jahre alten Mischlingshündin den Kopf. Als Bunny ein Jahr alt war, hat Ina mit Agility angefangen. “Nur so zum Spaß”, und den hatten die beiden: Bunny ist leicht zu motivieren, aufgedreht und schnell. Der Trainer im Hundeverein schlug Ina vor, mal in den Schutzhundsport hineinzuschnuppern. Die Voraussetzung dafür ist die BH. Im April 2006 ist es soweit: Ina und Bunny legen erfolgreich die BH ab. Mittlerweile haben sie bei Pokalkämpfen und Turnieren insgesamt sechs Begleithundprüfungen absolviert, eine davon war die Stadtmeisterschaft In München im Oktober 2006. “Da haben wir 59 von 60 Punkten erreicht und den Sieg sicher in der Tasche gehabt”; sagt Ina. Je ein halber Punkt ging drauf, weil Ina sich beim Sitz und Platz nach ihrem Hund umgedreht hat, um sich zu versichern, dass Bunny liegt oder sitzt.
Nicht immer klappt es so gut: Beim Pokalkampf in Dachau im vergangenen Sommer holen Ina und Bunny nur 34 von 60 Punkten. “Das war peinlich”, sagt Ina. “Da hat sie statt Sitz Steh gemacht und statt Platz auch - sie ist eigentlich nur gestanden.” Auch Ausdauerprüfungen standen auf dem Programm: Hier muss eine Strecke von 20 Kilometern in einem Tempo von 12 bis 15 Stundenkilometer zurückgelegt werden - für die sportliche Bunny kein Problem. Ihre besondere Spezialität sind aber Hunderennen: „Davon hat sie schon sieben gewonnen“, sagt Ina stolz und zeigt auf ihre Pokale. Einmal im Jahr geht’s über ein verlängertes Wochenende mit Hund zur Jugendausbildung. „Da treffen sich alle Jugendlichen der Landesgruppe, es wird intensiv geübt“, berichtet Ina. „Und es macht Spaß!“
Im Herbst möchte Ina die Schutzhundprüfung SchH 1 ablegen. Die Prüfung für Schutzhunde gliedert sich in drei Teile: Beim Fährten muss der Hund eine gelegte Fährte in einer gewissen Zeit ersucht werden. Der zweite Teil der Prüfung besteht aus der Unterordnung, wie sie auch in der BH verlangt wird, nur in weiteren Schwierigkeitsstufen. Dazu kommt das Apportieren ebenerdig, über eine Schrägwand und über eine Hürde. Der dritte Teil besteht unter anderem aus Revieren. Hier sucht der Hund verschiedene Verstecke auf einer Wiese nach einem bestimmten System ab. Außerdem geht es um verschiedene Schutzdienstkategorien. „Im Schutzdienst geht es darum, den Hund mit höchstem Adrenalinspiegel wieder auf den Boden zurückzuholen und Gehorsam reinzubringen“, erklärt Ina. Dazu gehören das Stellen und Verbellen, die Abwehr eines Angriffes oder die Verhinderung eines Fluchtversuchs des Helfers. „Wichtig ist, dass alles spielerisch geschieht“, erklärt die 18-Jährige. Der junge Hund beginnt mit der Beißwurst, dann gibt’s den Junghundearm, gefolgt vom großen Arm.
Mit dem Training für die Prüfung wird Ina, die gerade eine Ausbildung als Pferdewirtin macht, intensiv beginnen. Zweimal in der Woche müssen Ina und ihr Hund auf dem Platz arbeiten. „Bunny ist grundsätzlich ein Hund, der einem alles recht machen will. Allerdings steht sie sich selbst oft im Weg – vor lauter Übereifer“, so Ina. „Was sie besonders gut macht, ist Bellen – und mich an der Nase rumführen.“






