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Babesiose

Die Babesiose ist eine Infektionskrankheit, die von Protozoen, den Babesien, verursacht wird. Es gibt zahlreiche Babesienarten, die meist nur für Tiere (Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Hunde, Katzen, Nager, Vögel…), nicht so häufig für den Menschen pathogen sind.

Babesien befallen die Erythrozyten, leben in ihnen und können sie zerstören. Die ersten Symptome sind Schwäche, rasche Ermüdbarkeit, Apathie und eventuell Blutharnen. Dann kommt es zur Anämie und in dessen Folge zu hohem Fieber und Ikterus (Gelbsucht). Die Symptome sind denen der menschlichen Malaria sehr ähnlich, weshalb die Krankheit beim Hund auch “Hundemalaria” genannt wird, obwohl sowohl Überträger, als auch Erreger unterschiedlich sind.

War man früher der Meinung, dass die Babesiose unbehandelt für Hunde in der Regel innerhalb kurzer Zeit tödlich endet, schätzt man heute die Lage nicht mehr so dramatisch ein. Die Bandbreite der Babesiosen reicht von schweren Erkrankungen bis zu latent im Hund vorhandenen Infektionen, die über Jahre klinisch unauffällig sind. Hier kann die Erkrankung aber ausbrechen, wenn das Immunsystem zusätzlich durch andere Faktoren geschwächt wird. Bei frühzeitiger Diagnose ist die Babesiose gut behandelbar (das erforderliche Medikament ist allerdings in der BRD nicht zugelassen und muss über eine internationale Apotheke bezogen werden).

auwaldzeckeÜbertragen wird Babesia canis von der Auwaldzecke, Dermacentor reticulatus, erkennbar an der beige-braunen Musterung am Rücken. Das Rückenschild bedeckt beim Männchen den ganzen Rücken, beim Weibchen nur das vordere Körperdrittel. Das Bild zeigt ein männliches Exemplar. Diese Zecke ist besonders im Mai sehr aktiv. Die Protozoen gehen frühestens 24 Stunden nach dem Zeckenstich auf den Hund über. Eine infizierte Auwaldzecke überträgt die Babesien auch auf ihre Nachkommen, das heißt ein Teil ihrer bis zu 5000 Eier beinhalten den Erreger! Hierdurch erfolgt eine schnelle Ausbreitung. Laut einer Studie, die Anfang 2008 veröffentlicht wurde, ist diese Zeckenart in Bayern und den meisten Teilen Baden-Württembergs von geringer Bedeutung. Eine Ausnahme bildet die Oberrheinische Tiefebene zwischen Basel und Karlsruhe. Klar endemisches Gebiet ist außerdem das Saarland. Diese Gebiete haben enge geographische Beziehung zu den Teilen Frankreichs, die seit Jahrzehnten endemisches Babesiosegebiet sind. Desweiteren ist die Auwaldzecke häufig in Rheinland-Pfalz, der Berlin-Brandenburg- Region sowie in bestimmten Teilen in der Region Dresden-Leipzig.

In Deutschland ist noch kein Impfstoff gegen die Babesiose zugelassen, in den Benelux-Ländern, Frankreich und der Schweiz gibt es ihn schon viele Jahre. Einziger Schutz ist hierzulande also der Schutz des Hundes vor Zecken.

D.K., 2008

Literatur:
PFISTER, K., 2008: Babesiose beim Hund, Massive Bedrohung oder öffentlichkeitswirksames Horrorszenario? (Interview durchgeführt von der Agentur IntraMedic GmbH)

INFO-BLATT des bpt, 2008: Babesiose in 2008 wieder aktuell

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